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Leinert, Michael

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--Ditschie (Diskussion) 07:42, 30. Sep. 2017 (CEST)

Michael Leinert

Michael Leinert ist freischaffender Regisseur, Dramaturg, Dozent und Autor.

Inhaltsverzeichnis

Biographische Daten

  • Geburtsdaten: 20.10.1942 in Meldorf
  • Vater: Komponist und Musikwissenschaftler Friedrich Leinert
  • Mutter: Sängerin Agathe Wenzlaff
  • Ehefrau: verheiratet mit der amerikanischen Opernsängerin und Gesangspädagogin Susan Owen-Leinert verheiratet.

Leben

  • Abitur an der Freien Waldorfschule Hannover;
  • anschließend Studium der Musik und Literatur studiert. Er war Schüler von Helmut Winschermann (Oboe) in Detmold, bevor er an der Universität München und der dortigen Musikhochschule Opern- und Schauspielregie bei Heinz Arnold und August Everding studierte.
  • 1966/67: Regieassistent von Oberspielleiter Ernst Poettgen an der Stuttgarter Staatsoper und dramaturgischer Mitarbeiter (Programmheft) bei der Freischütz-Inszenierung von Walter Felsenstein. Als Dramaturg und Spielleiter war er an den Bühnen Kiel, Braunschweig, Coburg, an der Staatsoper Hamburg, der Bayerischen Staatsoper in München und am Theater in Bremen tätig. Hier arbeitete er als Dramaturg mit dem Regisseur Rudolf Noelte bei dessen Freischützinszenierung zusammen,
  • 1986: war Michael Leinert einer der Referenten bei den "Carl Maria von Weber Tagen" der (damaligen) DDR in Dresden – Wissenschaftliche Konferenz: "Carl Maria von Weber – das Erbe als Anregung für die Gegenwart". Im damaligen Kulturpalast Dresden sprach er über Carl Maria von Weber als Schriftsteller und Dichter (Tonkünstlers Leben);
  • 1988: Intendant am Pfalztheater Kaiserslautern;
Sir Peter Ustinov, Prof. August Everding und Michael Leinert propagieren den 1.Europa Dramatiker-Wettbewerb im Muenchner Prinzregenten-Theater bei einer Pressekonferenz.
  • 1991: Intendant am Staatstheater Kassel, das er bis 1999 leitete. Hier kreierte er den 1. Europäischen Dramatiker Wettbewerb mit mehr als 1000 Einsendungen aus ganz Europa, der u. a. von Sir Peter Ustinov und August Everding gefördert wurde;
  • November 1999 - August 2006 Chefdramaturg, Regisseur und künstlerischer Mitarbeiter des Generalintendanten Tobias Richter an der Deutschen Oper am Rhein Düsseldorf-Duisburg.
  • Als Gast inszenierte er an Opern- und Schauspielhäusern in Deutschland, Dänemark, Italien, Russland, Zypern und den USA.

Werke/Inszenierungen

Leinerts Inszenierungen von Janáčeks Jenůfa, Puccinis Manon Lescaut, Pietro Mascagnis Cavalleria rusticana, Alban Bergs Wozzeck und vor allem der Wagner-Dramen "Tristan und Isolde", "Der fliegende Holländer" und "Tannhäuser" fanden große Publikumsresonanz und überregionales Interesse, ebenso wie Richard Wagners "Der Ring des Nibelungen", der zum Ende seiner Amtszeit als Intendant des Staatstheaters Kassel im Zyklus aufgeführt wurde.

Er ist der Regisseur der Deutschen Erstaufführungen von Sergei Rachmaninows Oper "Francesca da Rimini" und Jean Sibelius’ einziger Oper "Die Jungfrau im Turm" ("Jungfru i Tornet"), der Uraufführung der ersten zypriotischen Kammeroper Manoli! des Komponisten Vassos Arghyrides und der Oper Fackeltanz des dänischen Komponisten Bent Lorentzen.

Seine niederdeutsche Opernparodie "De Hamburger Freischütz" oder "De Bruutschuss" (Buch und Regie) wurde in der Opera stabile der Hamburgischen Staatsoper uraufgeführt, vom Theater Bremen gespielt und von Radio Bremen als Hörspielfassung produziert. Bei Phonogram (Polygram) erschien die Parodie auf Schallplatte.

Im Februar 2003 war Michael Leinert der Regisseur von Donizettis selten gespielter "Opera buffa Il borgomastro di Saardam" an der Hamburger Kammeroper. Im Oktober 2004 brachte er dort Mozarts "Die Hochzeit des Figaro" in einer neuen deutschen Textfassung nach Beaumarchais heraus. Dort inszenierte er auch im Oktober 2005 Paisiellos Der Barbier von Sevilla.

Im März 2006 hat Leinert erfolgreich die Oper "Hamlet" von Ambroise Thomas an der Deutschen Oper am Rhein inszeniert, mit der Sängerin Marlis Petersen als Ophélie (sie wurde eingeladen, diese Partie im Jahre 2010 an der Metropolitan Opera in New York City zu singen). An der Hamburger Kammeroper hatte am 1. November 2006 seine Inszenierung von Wagners früher Oper "Das Liebesverbot" in einer Bearbeitung Premiere.

Neben dem „klassischen“ Repertoire hat sich Leinert vor allem für das zeitgenössische Musiktheater eingesetzt mit Inszenierungen der Werke u.a. von Mauricio Kagel, John Cage, Dieter Schnebel, Ingomar Grünauer, Hans-Joachim Hespos, Wilfried Hiller, Hans-Jürgen von Bose. Am Staatstheater Braunschweig inszenierte er 1981 die Deutsche Erstaufführung von Ján Cikkers "Das Erdbeben in Chili" (nach Heinrich von Kleists gleichnamiger Novelle). Die Opernzeitschrift Orpheus International zeichnete diese Arbeit mit dem Prädikat „Inszenierung des Monats“ aus. Mit Ernst Kreneks Oper Orpheus und Eurydike (Libretto von Oskar Kokoschka) führte Leinert 1993 seine Beschäftigung mit dem Musiktheater des 20. Jahrhunderts fort. 1996 setzte die Zeitschrift Opernwelt seine Inszenierung von Alexander Zemlinskys Sarema (Theater Trier), zusammen mit Händels Tolomeo vom Opernhaus Halle, an die Spitze der erwähnenswerten Opern-Ausgrabungen des Jahres. Leinert war Leiter der Reihe musica nova an den Bühnen Kiel (1970–1974). Danach hat er an zahlreichen deutschen Theatern ein Studio für experimentelles Musiktheater eingerichtet. In München (Bayerische Staatsoper) war er von 1978 bis 1980 zusammen mit Walter Haupt für die Experimentierbühne im Marstall verantwortlich.

Im Schauspiel inszenierte Leinert James Saunders’ "Nachbarn" und "Ein unglücklicher Zufall" (Münchner Pressepreis tz-Rose), Schillers "Die Jungfrau von Orléans", Gombrowicz’ "Yvonne, die Burgunderprinzessin", Racines "Phaedra" und Goethes "Faust I". Am Staatstheater Kassel inszenierte er Nikolaj Koljadas "Die Amerikanerin" als Deutsche Erstaufführung, die auch in Jekaterinburg gezeigt wurde. Als Regisseur setzte er sich erfolgreich für die Uraufführung von Bernd Giesekings KZ-Stück "Breitenauer Wände" ein. Im Oktober 2002 war er am Nationaltheater von Zypern (Cyprus Theatre Organisation – THOC) in Nikosia der Regisseur der Uraufführung von Nikos Kazantzakis’ Goethe-Übertragung von "Faust". Dort inszenierte er auch im März 2007 Molières "Don Juan".

2007 inszenierte Leinert die erste Aufführung in Memphis, Tennessee/USA von Sir Peter Maxwell Daviess Monodrama "The Medium" mit Susan Owen-Leinert an der neuen Chamber Opera of Memphis. Leinerts Inszenierungs-Repertoire spannt einen großen Bogen vom ersten erhaltenen deutschen Singspiel Seelewig (Sigmund Theophil Staden) aus dem Jahre 1644 bis zum zeitgenössischen experimentellen Musiktheater, wobei auch die Gattung Operette und vor allem die „Oper für Kinder“ einen wichtigen Platz in seiner Theaterarbeit gefunden haben.

Lehrtätigkeit

Michael Leinert hatte seit 1974 Lehraufträge und war unter anderem Dozent an den Universitäten von Braunschweig, Bremen, Hamburg, Eichstätt und München. An den Musikhochschulen von Hamburg und Düsseldorf hat er ebenfalls unterrichtet (Opernregie und Operndarstellung)


Veröffentlichungen

  • Richard Wagners Ring-Zyklus (Live-Gesamtaufnahme) auf CD erschienen und produziert von dem Label ARS Produktion.
  • Libretto zu Der Steppenwolf nach Hermann Hesse, Oper von Bent Lorentzen, Edition Wilhelm Hansen, Kopenhagen.
  • Libretto zur Kammeroper Der Roman mit dem Kontrabass nach der gleichnamigen Erzählung von Chechov, Kammeroper von Jürg Baur. Verlag Breitkopf & Härtel, Wiesbaden; Uraufführung in Düsseldorf.
  • Libretti für zeitgenössische Kammeropern (Kompositionen von Bentzon, Rempe, Lorentzen, F. Leinert) mit Uraufführungen u.a. in Kiel, Braunschweig, Kassel, Hamburg und München.
  • Monografie über Carl Maria von Weber – mit Übersetzungen ins Schwedische und Chinesische; Rowohlt Verlag, Reinbek (5. Auflage).
  • Theater als Fast-food Bude? In: Warum wir das Theater brauchen. S. 62–66; suhrkamp taschenbuch 2483; Hrsg. Peter Iden.
  • Tonkünstlers Leben – Weber als Schriftsteller und Dichter. In: Über Musiktheater. Eine Festschrift gewidmet Arthur Scherle, Hrsg. Stefan G. Harpner und Birgit Gotzes. Ricordi, München 1992, S. 156–162. (vorher bereits in: Beiträge zur Musikwissenschaft, Jg. 30, Nr. 1 (1988), S. 84–89.)
  • Meine Musiktheater-Erfahrungen mit Bent Lorentzen. In: Skriftfest. Bent Lorentzen og hans musik. Verlag [Koncrt & Koncpt], Hellerup-Copenhagen 2005.

Musiktheater – Deutsche Übersetzungen:

  • Jean Sibelius Die Jungfrau im Turm, Edition Wilhelm Hansen, Kopenhagen.
  • Tom Johnson Vier Ton Oper, Sikorski Musikverlage, Hamburg und G. Schirmer Inc., New York.

Libretti von Opern für Kinder, wie

  • Das Zauberhorn nach Webers Oberon.
  • Die Zauber-Flöte nach Mozart.
  • Der Freischütz und der Teufel nach Weber, uraufgeführt am 28. November 2000 an der Deutschen Oper am Rhein Düsseldorf-Duisburg.

Für mehrere Fachzeitschriften hat er Artikel zum Thema Musik und Theater verfasst, unter anderem für die Opernwelt. Als Hörspielautor arbeitete er bei Radio Bremen und NDR Hamburg ("De Fleegen Hollanner", "Schandal op'n Gänsemarkt" und andere). Als Musikredakteur produzierte er beim NDR Hamburg Rundfunk-Sendungen zum Thema Carl Maria von Weber.

Mitherausgeber der Ersten kritischen Gesamtausgabe der ein - und zweistimmigen Klavierlieder in 12 Vols. von Louis Spohr im Verlag Dohr, Köln.


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