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Koniks

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Inhaltsverzeichnis

Koniks - Pferde als Landschaftsgestalter

Foto: Reimer Stecher
Foto: Reimer Stecher
Foto: Reimer Stecher
Foto: Jörg Gericke
Foto: Günter Santjer

Vortrag von Reimer Stecher


Das polnische Konik ist eine primitive Pferdrasse, die oft fälschlich auch als Tarpan bezeichnet wird. Tarpane = osteuröpäische Waldpferde – sind vermutlich echte Wildpferde

Es handelt sich um den zu Beginn des 20. Jahrhunderts begonnenen Versuch, letzte Reste der ausgestorbenen Tarpane (vermischt mit eingekreuztem Hauspferdeblut) zu erhalten.

Der Klimaxtheorie (Waldbedeckung )wird nach neuen Erkenntnissen widersprochen (Savannen Afrikas) - (Frans Vera).

Vor ca. 50.000 jahren bevölkerte eine artenreichen Fauna mit zahlreichen großen Pflanzenfressern. U.a. zwei Elefanten-, drei Nashorn- und drei Rinderarten, sechs Hirschartige sowie Pferde und Ziegen unseren Kontinent.

Diese großen Graser haben eine halboffene Weidelandschaft erhalten, bis mit dem Auftreten des Homo sapiens in Europa das Ende der Großtierfauna besiegelt wurde. (Dr. Frans Vera, Statsboosbeheer, Oostvaardersplassen, Doktorarbeit

Die Holländer haben die besten praktischen Erfahrungen mit großen Grasern Hirschen, Heckrindern, Koniks und Gänsen in Großschutzgebieten gemacht Beispiel (u.a. Oostvaardersplassen in der Nähe von Amsterdam, Lauwersmeer - 1969 eingedeicht und in den Rheinauen (Millingerwaard).

Filmempfehlung : Serengeti hinter den Deichen.

Buchempfehlung: Das Polnische Konik,
Neue Brehmbücherei, Bd. 658, ISBN: 3-89432-913-0

Koniks sind als Landschaftspfleger hervorragend geeignet. Sie zeichnen sich durch Robustheit, Anspruchsloigkeit Fruchtbarkeit und Langlebigkeit aus.

Koniks werden in Schleswig-Holstein u.a. gehalten im Schäferhaus, auf dem Geltinger Birk, im Gieselautal, auf Fehmarn, im Oberen Eidertal und im Olendieksautal bei Langwedel.

Darüberhinaus pflegen sie in den Elbtalauen, in Brandenburg und in Nordrhein-Westphalen z. B. in der Emsaue bei Münster die Naturschutzflächen. Verstärkt wird das Konikblut in die Dülmener Ponys in den Wäldern des Meerfelder Bruchs des Herzogs von Croy eingekreuzt.

Buchempfehlung: „ …so frei,so stark…“ Westfalens wilde Pferde

In Brandenburg wird das Przewalskipferd auf die Auswilderung vorbereitet (Klosterwalde) für ein in Holland 1976 zusammen mit der deutschen Stiftung Urwildpferd in Kooperation mit Russland und der Mongolei initiertes Artenschutzprojekt – die endgültige Auswilderung erfolgt in den Steppen der Mongolei. Große Konikhaltungen gibt es im Polen (Popielno/ Stettiner Haff) und in Estland


Situation im Speicherkoog

Nord – Wöhrdener Loch – 490 ha

Der Speicherkoog wurde 1978 eingedeicht. Anfänglich wurden das Wöhrdener Loch und Teile des Kronenlochs mit Schafen beweidet.

Die Schafe haben in der Vergangenheit die Sukzession nicht verhindern können, da die Beweidungsdichte in den letzen 20 Jahren nicht dem aufwachsenden Schilf und der Gehölzentwicklung angepasst wurde.

Durch diese Entwicklung gingen die Küsten- und Wiesenvögel zurück. Schilf- und waldbewohnende Vogelarten nahmen zu.

Um diese Prozess langfristig wieder umzukehren wurde auf Initiative einer Arbeitsgruppe der UNB des Kreises Dithmarschen die Beweidungsdichte an Schafen erhöht ( 2 Schafe pro ha ). Beide Pächter der landeseigenen Flächen Harro Steen und Reimer Hinrichs haben sich zwischenzeitlich Robustrinder (Galloways)angeschafft.


Langfristiges Ziel

im NSG „Wöhrdener Loch“ ist es, verstärkt den Wiesen – und Küstenvogelarten wieder Brutmöglichkeiten anzubieten. Bis auf Restbestände soll der Weidenaufwuchs reduziert werden.

Ein ganz anderes Ziel verfolgt der Naturschutz im NSG Kronenloch. Hier darf sich die Natur ohne wesentlichen Einfluss durch den Menschen entwickeln. Zwei gegensätzliche Naturschutzansätze, die Gegenstand der im Jahr 2007 eröffneten Ausstellung des NABU im Otto-G. Meier-Haus im Wattwurm, sind.

Nach einem Besuch im Großschutzgebiet Oostvaardersplassen ca 5600 ha (in der Nähe von Amsterdamm ) in demKoniks, Heckrinder, Rotwild und Graugänse in enormer Zahl die Vegetation kurz halten durch Mitarbeiter der UNB, des Veterinärbereiches und dem Naturschutzbeauftfagten entschied die AG Speicherkoog am 30.05.2002, die Beweidung des Wöhrdener Lochs mit Koniks, aufzunehmen.

Am 29. Oktober 2004 wurden 10 Koniks ( 8 Stuten und 2 Hengste) vom Nationalpark Lauwersmeer (NL) in das Naturschutzgebiet „ Wöhrdener Loch “ geliefert.

Finanziert wurde das Projekt aus Landesmitteln.

Mit dem Einbringen in das Naturschutzgebiet ging das Eigentum an den Tieren an den NABU-Landesverband S-H über.

Schilder, die an die Besucher appellieren - bitte nicht füttern - werden am Westküstenradweg am Zaun befestigt.

Die Perspektive Meldorf GmbH übernimmt die Betreuung der Koniks. Die hierdurch entstehenden Kosten werden durch das Umweltministerium Übernommen.

Zur Zeit werden die Koniks auf zwei Flächen von jeweils ca. 180 ha frei lebend gehalten, dass heißt der Mensch greift nur in das Geschehen ein, wenn es zwingend notwendig ist.

Reetflächen werden im Winter gemäht.

Der Satellit

Wie aus dem Verhalten der Koniks am 29.10.2004 ersichtlich, stammten wohl der Leithengst und die 8 Stuten aus einem Familienverband. Jedenfalls übernahm der dunkle Hengst sofort die Führung in der Gruppe.

Der 2. Hengst stand von Anfang an als Satellit außerhalb der Herde.

Diese Satellitenrolle des 2. Hengstes dauerte bis in den Juni 2005 an. Der Satellit war in dieser Zeit immer auf Maximaldistanz zur Herde. Fast täglich kam es dazu, dass der Leithengst dieHerde verließ um dem Satelliten zu zeigen, wer der Herr im Revier sei. Aus dieser Zeit stammen die auffälligen Blessuren des Satellitenhengstes.

Seit Juni 2005 kam es zur geduldeten Annäherung, mit gesteigerter Aktivität des Leithengstes, der Mühe hatte seine Herde (15 Tiere) vor dem Konkurrenten zusammenzutreiben. Im August sah ich Sie häufig mit dem Abfressen der oberen Schilfhalme beschäftigt, tatsächlich besteht ein überwiegender Teil der Nahrung aus diesem Raufutter.

Im Januar 2006 lassen die Reibereien zwischen den beiden Althengsten nach. Es scheint als würde der 2. Hengst als Haremswächter geduldet.

Danach übernimmt dieser Hengst sogar weitere Aufgaben des Leithengstes, der sich nun mehr um seine Fitness kümmern kann. Eine solch große Herde kann er nicht mehr allein bewältigen. Bis heute hat es keine schweren Auseinandersetzungen mehr gegeben. Köstlich anzusehen ist das wechselseitige Markieren der beiden.

Futtergewohnheiten

In den Wintermonaten ab Januar, wenn oberflächlich kein verwertbares Futter mehr zu finden ist, haben die Koniks sich eine neue Energiequelle erschlossen.

Im nasseren Bereich trampeln die Tiere den Boden weich, ziehen als energie-reiches Futter die Schilfrhyzome aus dem Boden, die sofort gefressen werden.

Damit können große Flächen im Rohbodenzustand wieder von den nahrhaften Gräsern besiedelt werden. So gründlich arbeiten nicht einmal die Wildschweinhorden. Dieser Effekt ist auch diesen Winter im Südteil des NSG zu beobachten.

Im März 2006 im extremen Schneewinter wurde ein Ballen Heu zugefüttert. Ansonsten gibt es keine Zufütterung.

Am 15. 04.2007 wurden die 26 Koniks vom nördlichen in den südlichen Teil getrieben, da zu wenig Gras nachwächst.

Im Mai 2007 kam es zur Abspaltung eines Junghengstes, einer Altstute und einer Jungstute, eine neue Herde bildet sich. Im Fell des Hengstes sind die Blessuren zu sehen.

Der Leithengst und der 2. Hengst vertreiben diese Herde bei Annäherung.

Zwischenzeitlich wurde die neue 3-er Gruppe in den nördlichen Teil getrieben.

Offensichtlich hat der Leithengst seine Besitzansprüche auf die 2 Stuten in der 3-er Gruppe noch nicht aufgegeben. Dann und wann stapft er durch das Grenzgewässer, das den nördlichen vom südlichen Teil abtrennt.

Die vielen Zaungäste, die sich freuen wenn die Koniks mal in Zaunnähe sind, haben nach freundlichen Informationen – Bitte nicht füttern – verstanden, dass die Tiere kein Leckerli vertragen.

Anfang 2006 wird die Besucherinformation in den NSG aufgestellt. Alles wissenswerte zu den Gebieten, die Ziele des Naturschutzes und Erläuterungen zu den Besonderheiten können Besucher an zentralen Punkten erfahren. 2 Hides im Speicherkog am 11.05.2006 eröffnet.

Besucher und Kritik

Ein Besuchermagnet ist der Beobachtunsstand (Hide) am Westrand des Westküstenradweges, an einem „Hot Spot“der Vogelwelt, der zur Rast einlädt und so nebenbei gute Informationen bereithält. An einer Tafel kann jeder seine Wünsche und Beobachtungen eintragen. Ein Prospektständer gibt hilfreiche Informationen, insbesondere für Urlaubsgäste.

Bei der Konstruktion war es mir wichtig, dass auch Behinderte Zugang zu diesen Naturerlebnismöglichkeiten haben.

Ein Gästebuch mit vielen positiven Eintragungen bestätigt, dass es der richtige Weg war. Aus Sicht der Fachornithologen „ reine Geldverschwendung “.


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