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Kohlosseum

Aus Dithmarschen-Wiki

Das Kohlosseum ist ein Museum das sich mit der Geschichte des Kohlanbaus und seiner Verwendung beschäftigt. Beheimatet ist das Museum in dem historischen Gebäude einer alten Sauerkrautfabrik in Wesselburen.


Kohlomaster 480.4.jpg

Erntereif. Foto: Jens Rusch
Krautmeister Hubert Nickels
Alte Abbildungen der ehemaligen Sauerkrautfabrik

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

der ehemaligen Sauerkrautfabrik



Nähert man sich Wesselburen, dem traditionsreichen Zentrum der Nordermarsch auf halbem Wege zwischen Heide und Büsum, so erhebt sich aus der flachen Marsch nicht nur schon von weitem sichtbar, die alte wuchtige Kirche mit dem einzigartigen Zwiebelturm auf ihrer hohen Wurt, sondern auch gleich am südlichen Ortseingang ein imposantes Gebäude von architektonischer Eleganz: die „Historische Fabrik“.

.Im ersten Moment scheint dem Betrachter die Zeit stehen geblieben zu sein, so :sauber und farbenprächtig ist die Gründerstil-Backstein-Fassade, so gut :erhalten die Dächer, so filigran die Struktur der weißen Rundbogenfenster: ein :Kulturdenkmal ganz besonderer Art.

Dieses Gebäude wurde 1865 von dem Belgier Charles de Vos als Zuckerfabrik erbaut. Von 1878 bis 1909 war der Ökonomierat Bernhard Schröder neuer Besitzer der Zuckerfabrik. Im Jahre 1909 wurde die Zuckerfabrik wegen Unrentabilität geschlossen. Statt Rüben wurde jetzt Kohl angebaut. Im Laufe der Zeit wurde Dithmarschen das größte zusammenhängende Kohlanbaugebiet Europas. Dadurch entstanden viele Sauerkrautfabriken. In den ehemaligen Gebäuden der alten Zuckerfabrik hatten sich kleine Konservenbetriebe niedergelassen. 1948 erwarb die Familie Philipp das Gebäude mit Gelände und baute es zu einer modernen Sauerkraut-Konserven-Fabrik aus.

Um die historischen Gebäude mit einer Grundfläche von 2.500 qm und einer Geschoßfläche von ca. 6.500 qm sind im Zuge der über hundertjährigen industriellen Nutzung weitere Bauten gewachsen. Von den Eigentümern wurden angrenzende landwirtschaftliche Flächen dazugekauft, so dass der gesamte Gebäudekomplex nunmehr 55.000 qm Grundfläche und ca. 13.000 qm überdachte Fläche umfasst. Bis 1995 produzierten über 120 Mitarbeiter zuletzt bis zu 10 Mio. Verpackungseinheiten Sauerkraut, Gemüse und Feinkostartikel. Bis zu 50 Landwirte lieferten Gemüse an, das nach der Verarbeitung bundesweit über viele Reformhäuser und Naturkostläden vermarktet wurde. Auch ins europäische Ausland und bis nach Kanada, USA und Japan reichten die Handelsbeziehungen. Die Fabrik war spezialisiert auf biologisch angebaute Rohstoffe und betrieb jahrelang einen eigenen Biohof mit ca. 70 ha Ackerfläche.

Dann jedoch lief die letzte Dose vom Band. Der Betrieb musste stillgelegt werden. Die Ansiedlung eines neuen Industriebetriebes scheiterte an der Schwäche der örtlichen Wirtschaftsstruktur und den fehlenden Abwasserkapazitäten des Ortes. Seitdem bemühte sich die Familie Philipp, das Gebäude zu erhalten.

Inzwischen wurden ein Fitnessstudio und ein Getränkemarkt in das Hauptgebäude aufgenommen.

Wichtig war auch die Gründung eines Fördervereins, der unter dem Dach des „Kohlosseums“, die Krautwerkstatt, einen Bauernmarkt und ein Kohlmuseum integriert hat.

2007 hat die Familie Philipp das gesamte Gelände an eine Investmentgesellschaft verkauft.

Krautwerkstatt

Wichtiger Bestandteil des Kohlosseums ist die Krautwerkstatt. Hier wird ein besonderes Verfahren der Sauerkrautherstellung präsentiert, das der Lebensmitteltechniker Hubert Nickels 1998 entwickelt hat. Aus jahrzehntelanger Erfahrung weiß der „Krautmeister“, dass das Thema Kohl und Sauerkraut viele Menschen spontan fasziniert. Zur Sauerkrautherstellung wird der Weißkohl direkt von dithmarscher BIO-Landwirten bezogen. Die Idee der Glasgärung mit all seinen gesundheitlichen Vorteilen wird in der Krautwerkstatt präsentiert. Vor den Augen der Besucher wird Weißkohl geputzt, geschnitzelt, gesalzen und gestampft, mit einem atmenden Spezialdeckel verschlossen und auf natürlichem Wege vergoren.


Hubert Nickel engagiert sich auch bei der Entwicklung von Kohl-Produkten in Verbindung mit dem "Unsterblichkeitskraut" Jiaogulan.


Grosser Artikel.jpg

Jiaogulan-Netzwerk Dithmarschen

Das Kohlosseum betreibt als einzige Institution ein Treibhaus für eine kontrollierte Nachzucht von Jiaogulan-Pflanzen der ersten Generation. Weitere Informationen finden Sie auf der Spezialseite Jiaogulan-Netzwerk Dithmarschen.

Die Bedeutung des Kohlanbaus für Dithmarschen

Kohlzucht-und Forschung

Krautmeister Hubert Nickels setzt sich besonders für eine therapieunterstützende Ernährung für Krebskranke ein. Zu seinen Experimenten gehört auch die Verwendung des sogenannten "Unsterblichkeitskrautes" Jiaogulan in Kombination mit Sauerkraut und anderen Kohlerzeugnissen.

Jiaogulan-Ernter
Ernte 2008

Touristische Aspekte des Kohlanbaus

Kohlstraße

Kohltage

Regentinnen, Anschnitt


Kohl in der Presse

Kohlpresse

Kohlmuseum

Gefördert mit Mitteln aus der Bingo Umwelt Lotterie

Ausstellungskonzept „Kohlosseum“ unter pädagogischen Gesichtspunkten - Wissenswertes auf 500 Quadratmetern

Das geplante Museum soll nicht nur eine reine Ausstellung sein, sondern auch ein Informationszentrum beinhalten, in dessen Mittelpunkt der Kohl steht.

Im Kohlosseum wird einer breiten Öffentlichkeit, der einheimischen Bevölkerung und den vielen Besuchern, die jedes Jahr in Dithmarschen Urlaub machen, der ökologische und umweltschonende Anbau des Gemüses „Kohl“ und seine positive Wirkung auf den menschlichen Organismus näher gebracht. Unser Ziel ist eine breite Information über die „vorbeugende“ gesundheitliche Ernährung durch alle Kohlprodukte, besonders aber durch Weißkohl. Die in vielen, vor allem älteren Publikationen, beschriebenen gesundheitlichen Aspekte müssen bekannt gemacht werden.

Eine besondere Zielgruppe für Informationen ist die heranwachsende Generation, sprich die Schüler aller Altersgruppen. Da in den Schulen heute oftmals zu wenig über die lokalen Gegebenheiten unterrichtet wird, ist ehrenamtliches bürgerschaftliches Engagement besonders gefordert. An Hand von Schaukästen, Modellen, Ausstellungsgegenständen und Vorträgen möchten wir den Besuch des Kohlosseums auch für Schulen zur Pflichtaufgabe machen. Die Schulen könnten dadurch entlastet werden.

Wir wollen über die oft anstrengenden, aber inzwischen mit großem Erfolg praktizierten ökologischen Anbaumethoden unserer Landwirte informieren. Die schonende Behandlung der Umwelt und deren viele „Facetten“ soll weiter in den Vordergrund gestellt werden. Das Zusammenspiel zwischen Nordsee, Kohl und Umwelt wird dargestellt. Ziel ist letztendlich auch, Landwirte von der Aufgabe ihrer Höfe abzuhalten, mindestens aber die nachwachsende Generation für den Beruf des Landwirtes zu „begeistern“. In einer „Krautwerkstatt“ werden die Abläufe zur Herstellung eines „Natursauerkrauts“ in Handarbeit gezeigt. Dazugekommen ist die Herstellung von „WEKOHSAL“, einer Heilsalbe, WEKOHSHAMP, einem Shampoo aus Weißkohlsaft, die schon sehr begehrt sind. Hier kann aus der Praxis über die gesundheitlichen Aspekte des Kohls referiert werden.


Für das Museum wurden bereits zahlreiche Ausstellungsstücke gesammelt, wie z.B. alte Kohlpflanzmaschinen, Ackergeräte, Kohlschneidemaschine, alte Holzsauerkrautfässer, Kohlschneidemesser, diverse Kohl-Verarbeitungsgeräte, Landmaschinen, historische Bilder und vieles andere. Die Bilderausstellung „Alte Bauernhöfe“ der dithmarscher Landfrauen ist schon heute ein Blickfang. Die Verbindung dieser Strukturen: alte und neue Maschinen, Abläufe von der Pflanze bis zur Ernte, was verbirgt sich hinter biogerechtem Anbau, die gesundheitlichen Aspekte und die Geschichte des Kohls, werden den Besuchern erläutert. Präsentationen sollen das Bild abrunden. Es werden unterschiedliche Themen behandelt, so dass auch die Vielfalt unserer Region interessant dargestellt werden kann.

Deutschlands „Kohlkammer“, das dithmarscher Marschgebiet, liefert jährlich etwa 80 Millionen Kohlköpfe.

Was lag näher, hier in Wesselburen, wo einst die größte Sauerkrautfabrik in der Region stand, ein Museum für das Gemüse „Kohl“ einzurichten? Die 2. Etage der alten Fabrik mit alten Holzbalken und einem Ambiente, wie man es heute nur noch selten findet, war schnell als Standort ausgemacht. Wie aber sollten diese Ideen umgesetzt werden? Es waren für diese Investition erhebliche Mittel erforderlich. Die treibenden Personen, Martin Kehl, Achim Krumbiegel und Hubert Nickels waren sich schnell einig: wir brauchen einen Förderverein und Sponsoren. 2005 war es dann soweit, die Bauarbeiten konnten beginnen, dank eines guten Basisbetrags der BINGO-Umweltlotterie. Am 31. Oktober erfolgte im Beisein unseres Kreispräsidenten, Karsten Peters, der erste Hammerschlag.

Bio-Landwirte in Dithmarschen

Seit Ende 2006 gibt es den dithmarscher Bauernmarkt im Kohlosseum.

Die Betreiber des Kohlosseums haben es sich zur Aufgabe gemacht, neben der Krautwerkstatt und dem Museum den Besuchern auch die eigenen „Gesundheitsprodukte“ zum Verkauf anzubieten. Damit aber nicht genug: Wir bieten weitere Produkte an, die in Dithmarschen hergestellt werden und unsere Region schon vielerorts bekannt gemacht haben (z.B. Käse aus Sarzbüttel oder Wurst und Fleischspezialitäten aus Wesselburen).

Außerdem erhalten Sie bei uns die aus kontrolliert-biologischem Anbau hergestellten Produkten von Zwergenwiese aus Silberstedt.

Bei Besuchen der Krautwerkstatt oder des Museums im Rahmen Ihres Urlaubs, auch während der Dithmarscher Kohltage im September, können Sie direkt vor Ort das gesamte Angebot kennen lernen. Auch einige vom Krautmeister aus dem Bio-Sauerkraut entwickelten Salate können Sie dann probieren und erwerben.

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