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KiKaKo in Brunsbüttelkoog

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Banner-KiKaKo-1.jpg Die KiKaKo (Abkürzung für die Kiel-Kanal-Kohlen-KG, die von der Firma Gläfcke und Hennings übernommen wurde) war eine Kohlen-Bunkerstation für die damals in der Anzahl noch überwiegenden Dampfschiffe.

Lage der ehemaligen KiKaKo und der Bunker-Kohlengesellschaft (Quelle:Wasser-und Schiffahrtsamt)

Sie war auf der Südseite zwischen dem Bahnhof und der BP-Süd stationiert, an der Stelle, wo sich später die „Elbe-Slop-Ex“ ansiedelte (Kkm 3,125 bis Kkm 3,425 - siehe Plan), die es auch schon seit geraumer Zeit nicht mehr gibt.
Ein Kran der Bunker-Kohlen-Gesellschaft befand sich auf der Nordseite fast genau gegenüber.

Inhaltsverzeichnis

Das Marine-Kohlenlager

2.5.1896
Kohle bunkern beim Marine-Kohlenlager Südkai 1912 Sammlung Uwe Möller

Nach Fertigstellung des Kanals und der (jetzigen Alten) Schleuse plante man eine Kohlenbunkerstation der Marine nahe der Wasserecke des Südkais . 1896 wurde dieses Kohlenlager für ca. 8000t englischer Preßkohle zwischen Cuxhavener Straße und Südkai errichtet. Später wurde auch ein Gleisanschluß direkt für das Lager erstellt, um große Kohlenmengen für Kriegsschiffe zu bunkern.

Lage des Kohlenlagers der Marine. Auf dem Plan sind Dampfziegelei Festge und Portland Zementfabrik Saturn gut erkennbar. Die Lotsen haben ihr Domizil noch nicht getauscht (siehe auch Die Lotsenhäuser im Bereich Brunsbüttel) (Quelle:Brunsbüttelkooger Zeitung 1938)

In der Nacht zum 1. Mai 1928 wurde die Riesenhalle des Marine-Kohlenlagers, die nach dem Krieg noch als Empfangshalle für insgesamt knapp 30 000 Kriegsheimkehrer bekannt war, aus nicht geklärten Gründen ein Raub der Flammen (Fotos zu den Internierten siehe Wilhelm Döring). Nur der Shell-Tank von 1902 blieb erhalten.

Die KiKaKo

Blick von der Neuen Schleuse auf die Dampffähren (siehe auch Die Fähren in Brunsbüttel) und die Anlagen der KiKaKo (Quelle:Helga Jungklaus)


Am 1. Januar 1913 hat die Hamburger Firma Gläfcke & Hennings Kiel ihren Betrieb auf der Südseite aufgenommen. Ende Dezember 1913 wurde der erste elektrisch betriebene Kran in Betrieb genommen. Am 1.1.1921 ging dann das Kohlenbunkergeschäft an die Hamburger Kiel-Kanal-Kohlen K.G. (KiKaKo) über. Die Inbetriebnahme des zweiten Krans erfolgte 1925.
Die Bunkerkohlen GmbH Hamburg übernahm am 1.10.1922 das von der Firma Kohlengroßhandel Kiel betriebene Bunkergeschäft auf der Nordseite des Kanals. Am 1.10.1927 ging der Betrieb infolge Liquidation auf die Bunker-Depot-GmbH über, die eine Tochter der KiKaKo ist. Ende der 50er oder Anfang der 60er Jahre wurde die Anlage auf der Nordseite abgerissen.
(Quelle:"Brunsbüttelkoog als Seehafen und Industriestandort" von Dr.Karl-Friedrich Holm)

Foto vom 28.10.1913, im Vordergrund erkennt man die unfertige, noch nicht geöffnete Schleusenkammer, Quelle:WSA-Brunsbüttel
Postkarte von Photo Bockmann aus Brunsbüttelkoog (Quelle:Sammlung Uwe Borchers)
Die KiKaKo am 22.2.1956 vom Eisbrecher „Wal“ aus fotografiert (Quelle:WSA-Brunsbüttel)
MS-„Schauenburg“ löscht 5100t Rohphosphat für Die Kali-Chemie in Brunsbüttel (Quelle:WSA-Brunsbüttel)

Bildergalerie

In den 1950er Jahren hat das Wasserbauamt (so hieß damals das WSA-Brunsbüttel noch) durch örtliche Baufirmen wie Kruse und Looft seine Schleusenfender bauen lassen. Diese wurden derzeit auf der Nordseite in der Nähe des Bunkerkranes der Bunkerkohlen-Gesellschaft hergestellt und zu Wasser gelassen. Im Hintergrund ist die Krananlage sehr gut zu erkennen.

Fenderbau, Hintergrund die Krananlage der Bunkerkohlengesellschaft
Fenderbau, Hintergrund die Krananlage der Bunkerkohlengesellschaft

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In der Nachkriegszeit haben viele Menschen kein Geld für Feuerung gehabt und somit war der "Kohlenklau" an der Tagesordnung.

Unglücksfälle

Die Lösch – und Ladeeinrichtungen der KiKaKo gehörten zu den am häufigsten von Unfällen betroffenen Anlagen im Binnenhafenbereich Brunsbüttelkoogs.

22.6.1925

Auf der Südseite stürzt der gerade neu gebaute Kohlenbunkerkran infolge des Nachgebens der Laufbrücke, auf der sich der vordere Teil des Krans stützt, auf den schwedischen Dampfer „Lilli B.“ Der Kranführer Wilhelm Voltmann fand in der Laufkatze des Krans den Tod.

10.10.1926

Auf der Nordseite fiel in der Nacht von Sonnabend auf Sonntag der Bunkerkran der Bunkerkohlengesellschaft einer Sturmbö zum Opfer. Aufgrund des starken Sturms löste sich die Verankerung des auf Schienen laufenden Kranes, so daß dieser ins Rollen kam und gegen den Prellbock stieß. Dem Anstoß war die Metallkonstruktion nicht gewachsen, der Kran stürzte in sich zusammen. Der Kranführer Schönfeldt kam unverletzt davon.

30.7.1952

Havarie durch die „Lincoln Ellsworth“ 1952 (Quelle:Helga Jungklaus)

Der wohl spektakulärste Unfall ereignete sich am 30. Juli 1952. Der norwegische Tanker „Lincoln Ellsworth“, beladen mit ca. 5000t Leichtbenzin, lief - aus der Schleuse kommend - aus dem Ruder und rammte den westlichen Anleger der Kohlenbunkeranlage.
Durch den Anprall wurde das Schiff etwas zur Seite gedrückt. Der auf der Laufschiene ruhende Kran knickte wie eine Streichholzkonstruktion ein und hunderte Tonnen Stahl stürzten. Die Brücke wurde dank der Abdrift des Tankers nicht getroffen. Die Tanks blieben heil, so daß es zu keiner durch Metallreibung verursachten Funkenbildung und daraus resultierenden Explosion kam. Es hätte eine verheerende Katastrophe im Binnenhafen zur Folge gehabt. Der Artikel vom damaligen Hafenkapitän Hartmann aus der Brunsbütteler Rundschau vom 27.07.1977 schildert anschaulich, welche Probleme zu bewältigen waren.
Der Schaden belief sich lt. Zeitungsangaben auf ca. 1,5 Millionen DM.

13.12.1956

Schaden durch Orkanbö 1956 Sammlung Uwe Möller


Den 1952 durch den norwegischen Tanker „Lincoln Ellsworth“ havarierten und 1953 wieder reparierten Kran traf am 13.12.1956 ein erneuter Schicksalsschlag. Eine schwere Orkanbö begleitet mit Regen, Schnee und Gewitter warf den Kran um. Bei diesem erneuten Unglück sind der Kranführer Helmut Bunkus und der Trimmer Friedrich Neumann zu Tode gekommen. Sie waren damit beschäftigt, eine leere Schute von der Kanal- auf die Landseite zu verholen, als sie – wahrscheinlich - vom stürzenden Kran erfaßt wurden.

12.2.1962

Bei der PAM-Bunkerstation auf der Nordseite lag im Ballast vertäut das panamesische Motorschiff „Las Minas“, als eine Orkanbö das Schiff losriß und auf die Verladebrücken der KiKaKo trieb. Der vordere Teil der Verladebrücke legte sich auf das Vorschiff und bildete so ein bizarres „Kunstwerk“. Der Schaden belief sich auf über 100 000 DM.

Havarie 1962 (Quelle: BS-Hamburg)
Havarie 1962 (Quelle: BS-Hamburg)
Havarie 1962 (Quelle: BS-Hamburg)
Brunsbüttelkooger Zeitung vom 13.2.1963

Das Ende der Kohlenbebunkerung

In den Jahren nach dem 2. Weltkrieg, vor allem in den späteren 50er Jahren, wurden die Schiffe zunehmend mit Diesel und Öl (vor allem Schweröl) angetrieben, so daß die KiKaKo nicht mehr ausgelastet war. Die Bunker-Kohlen-Gesellschaft auf der Nordseite stellte den Betrieb bereits 1957/58 ein. Der Betrieb der KiKaKo konnte sich mit der Ladungslöschung für Die Kali-Chemie in Brunsbüttel noch bis ca. 1970 über Wasser halten, dann war auch hier das Ende der „Kohlentrimmung“ nicht mehr aufzuhalten. In den letzten Jahren der Kiel-Kanal-Kohlen-Gesellschaft wurde bereits mit moderneren Kränen gelöscht und gebunkert. Die folgenden Fotos geben eine Übersicht.

Rohphosphat-Entladung für die Kali-Chemie (Quelle:BS-Hamburg)

KiKaKo und Kunst

Namhafte Künstler aus Brunsbüttelkoog haben die KiKaKo ab den 70er Jahren verewigt, wie die folgenden Bilder zeigen. Der abgebildete fiskalische Bagger „Titan“, gezeichnet von Jens Rusch, wurde im Jahre 1974 aus dem Verkehr gezogen.


“Titan“ und KiKaKo von Jens Rusch
Das schon fast „fotografische“ Kunstwerk des Brunsbütteler Marine-Malers Holger Koppelmann ( Marinemaler Holger Koppelmann) zeigt einen italienischen Liberty-Frachter beim Phosphat-Löschen (50er Jahre)
Das Bild zeigt den amerikanischen Frachter "Harry Culbreath" im Jahr 1955, der mehrfach seine Phosphat-Ladung bei der Kali gelöscht hat. Es handelt sich um ein Kriegsstandardschiff Typ C2, 8200 BRT. (Bild und Daten Holger Koppelmann- Marinemaler Holger Koppelmann

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