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Küste gegen Plastik

Aus Dithmarschen-Wiki

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Inhaltsverzeichnis

Gemeinsam für ein plastikfreies Meer

Küstenbewohner gründen Verein „Küste gegen Plastik“ auf Eiderstedt

Das Problem Plastikmüll fällt uns in den Küstenregionen buchstäblich vor die Füße. Kein Tag, an dem man am Wasser nicht über Verpackungen, Tüten, Kanister oder Netzreste stolpert. Die Plastikverschmutzung der Meere nimmt zu – mit ernsten Konsequenzen für Menschen, Tiere und die Umwelt. Um der bedrohlichen Entwicklung entgegenzuwirken haben 10 Küstenbewohner aus Dithmarschen, vom nordfriesischen Festland und den Halligen am Freitagabend den Verein „Küste gegen Plastik“ in Reimersbude offiziell gegründet.

Ziel des neuen Vereins ist es, die Verwendung von Plastik zu verringern. Hierzu wollen die Vereinsgründer Gäste und Einheimische über das Problem Plastikmülll informieren und mit Partnern im Handel an plastikarmen und umweltverträglichen Verpackungsalternativen arbeiten.

Bei der Gründungsversammlung in der KunstBude Reimersbude wurde der erste Vorstand gewählt. Er besteht aus Jennifer Timrott (Hallig Hooge), Martin Kühn (Husum), Angelika Kühn (Hallig Oland), Andrea Emling (Idstedt), Kristina Jelinski (Ostenfeld), Achim Schmacks (Reimersbude) und Tanja Matthies (Büsumer Deichhausen).

Die Mitglieder sind sich einig, dass eine große Chance darin liegt, dass der Verein gerade an der Küste gegründet wurde. „Das Meer bedeutet vielen Menschen etwas. Es schafft Identifikation und Motivation. Es wäre gut und wichtig, wenn von hier aus ein kräftiger Impuls gegen Plastikverschmutzung und Verpackungsflut in das Binnenland hinausgeht“, sagte die Vorsitzende Jennifer Timrott. Dass das Thema viele Menschen bewegt, kann man bereits auf Facebook sehen. Dort hat die Seite des neuen Vereins bereits über 1600 Fans gewonnen.

Kontakt:

Jennifer Timrott Ockenswarft 4 25859 Hallig Hooge

Telefon 0176 68280364 jtimrott@jennifer-timrott.de

Aktionsgruppe "Küste gegen Plastik"

An der norddeutschen Westküste hat sich eine von Künstlern und engagierten Mitbürgern getragenen Aktionsgruppe im Dezember 2013 gebildet. In dieser Gruppe sollen Ideen ausgetauscht und Aktionen/Kampagnen entwickelt werden, die möglichst viele Menschen zum Handeln ermächtigen und es ihnen ermöglichen, im Alltag gegen Plastik zu protestieren, Forderungen zu stellen, Alternativen zu verlangen und ohne demotivierende Hürden selbst etwas gegen Plastik und Plastikmüll unternehmen zu können.

Netzwerk FACEBOOK

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Suchbild: Wo ist der Schwan ...? (Foto Uwe Möller)


Entwicklung im Landtag Schleswig-Holstein

2014

Landtag sagt dem Plastikmüll den Kampf an

Kiel (SHL/13.11.) Der Landtag ist sich im Grundsatz einig: Der Plastikmüll in Schleswig-Holstein soll verringert werden, um die Meere zu schützen. Über mögliche Wege gibt es aber Streit. Letztendlich wurde ein Antrag der Koalition verabschiedet. Der sieht im Kern den Aufbau einer Modellregion im Lande vor, in der „neue Lösungsansätze entwickelt und auf ihre Praxistauglichkeit hin überprüft werden“.

Die Piraten hatten einen ähnlich lautenden Ursprungsantrag vorgelegt, der wie das Koalitionspapier auf eine freiwillige Selbstverpflichtung des Handels, eine Gebühr für Plastiktüten und mehr Aufklärung der Verbraucher setzt. Ein interfraktioneller Vorstoß kam aber nicht zustande - aus „parteipolitischer Profilierung der Piraten“, wie es aus Kreisen der Koalition hieß.

In der Debatte betonte Angelika Beer (Piraten): „Uns geht es darum, die Ursachen für den Plastikmüll im Meer zu beseitigen“. Die Ideen der Regierungskoalition und des Umweltministeriums reichten nicht aus. „Das Thema ist uns so ernst, dass wir den Kurs der Regierung mit der grünen Semantik nicht mehr mitgehen“, sagte Beer. Das Geld für die Förderung der Modellregion wollten die Piraten unter anderem durch eine Anhebung des Erdöl-Förderzinses erwirtschaften.

Koalition will Rechtslage klären

Der gegen die Stimmen der Opposition verabschiedete Antrag von SPD, Grünen und SSW sieht die Aufnahme von Gesprächen mit dem Handel vor und eine Prüfung der rechtlichen Möglichkeit, auf Landesebene eine Abgabe auf Plastiktüten zu erheben. Zudem soll die Landesregierung sich im Bundesrat für eine nationale Regelung zur Verringerung von Plastikabfällen einsetzen. Und: Die Entsorgungskosten sollen fester Bestandteil der Hafengebühr werden, wo das noch nicht der Fall ist.

Plastikmüll sei ein „drängendes und weltweites Problem“, betonte Umweltminister Robert Habeck (Grüne). Allerdings dürfe man nicht allein die Tüten, sondern müsse sämtliche Verpackungen in den Fokus nehmen. Der Minister begrüßte lokale Initiativen wie „Fishing for Litter“, bei dem schleswig-holsteinische Fischer Müll aus Nord- und Ostsee holen und an Land ordnungsgemäß entsorgen.

Umweltminister will Wertstoff-Gesetz ändern

Er forderte die EU-Verpackungsrichtlinie endlich in nationales Recht umzusetzen. Diese sehe vor, dass EU-weit die Plastikverpackungen bis 2018 um 80 Prozent reduziert werden müssen. Habeck regte zudem eine Änderung des Wertstoff-Gesetzes an: „Wenn die Recyclingquote für Plastik bei 100 Prozent festgeschrieben werden würde, gebe es auch kein Plastikmüll mehr im Meer.“

CDU und FDP lehnten den Koalitionsantrag ab, die beiden Fraktionen sehen noch Diskussionsbedarf.


Hintergrund

Nach dem die Piraten-Fraktion das Thema Plastikmüll bereits im Mai diesen Jahres in den Europaausschuss eingebracht hatte, legt sie nun einen Antrag vor, der statt auf Verbote auf eine freiwillige Selbstverpflichtung des Handels setzt. Außerdem sollen Verbraucher gezielt über die Gefahren des Plastikmülls aufgeklärt werden. Und: Händler, die den Verbrauch von Plastik reduzieren oder ganz darauf verzichten, sollen für ihre Bemühungen mit dem Prädikat "Umweltpartner Schleswig-Holstein" belohnt werden.

Über ein Informationsnetzwerk sollen Verbraucher Ideen und Informationen zur Vermeidung von Plastikmüll austauschen. Zur Finanzierung solcher Maßnahmen soll der Erdöl-Förderzins um 0,1 Prozentpunkte angehoben werden.

Allein in Deutschland werden nach Schätzungen jährlich rund sechs Milliarden Plastiktüten verbraucht. Von ihnen werden nur zehn Prozent recycelt. Nach Angaben des Bundes für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) landen weltweit jährlich rund 7,5 Millionen Tonnen Plastikmüll in den Meeren. Angaben des schleswig-holsteinischen Umweltministeriums zufolge gelangen jedes Jahr schätzungsweise 20.000 Tonnen Plastikmüll allein in die Nordsee. Rund 600.000 Kubikmeter Abfall haben sich inzwischen auf dem Grund des Meeres angesammelt.

Dort dauert es bis zu 500 Jahre, bis sich der Kunststoff vollständig zersetzt hat. Der Plastikmüll hat massive Auswirkungen auf Meerestiere, Strände und den Sauerstoffaustausch am Meeresgrund. Seevögel halten Plastikteile für Nahrung und verschlucken sie. Kleinste Plastikteilchen, sogenannten Nanopartikel, ziehen organische Schadstoffe an und können derart belastet von den Meereslebewesen aufgenommen werden. Dies betrifft auch den Speisefisch.

Statt Verbot heißt die Devise nun Selbstverpflichtung

Die Piraten stellen nun einen Antrag zur Vermeidung von Plastikmüll in Schleswig-Holstein zur Diskussion. Nachdem sie das Thema bereits im Mai in den Europaausschuss eingebracht hatten, legen sie nun einen Antrag vor, der statt auf Verbote auf eine freiwillige Selbstverpflichtung des Handels sowie auf die Aufklärung der Verbraucher setzt.

Händler, die den Verbrauch von Plastik reduzieren oder ganz darauf verzichten, sollen für ihre Bemühungen mit dem Prädikat „Umweltpartner Schleswig-Holstein“ belohnt werden. Über ein Informationsnetzwerk sollen Verbraucher Ideen und Informationen zur Vermeidung von Plastikmüll austauschen. Zur Finanzierung solcher Maßnahmen will die Piraten-Fraktion den Erdölförder-Zins um 0,1 Prozentpunkte anheben.

Jüngst hat die Kieler Ratsversammlung fraktionsübergreifend ein gemeinsames Vorgehen von Politik und Wirtschaft für „Kiel als plastiktütenfreies Vorbild“ angeregt.

In Frankreich soll ein generelles Plastiktüten-Verbot greifen

Die Piraten wollen zudem die Möglichkeit prüfen, eine generelle Gebühr von 50 Cent auf Plastiktüten zu erheben. Besonders wichtig für das Land zwischen Nord- und Ostsee sei auch die Abschaffung von Müllgebühren an Häfen, die für Schiffer anfällt. Hierdurch entfalle der Anreiz, Müll kostenlos auf offener See zu entsorgen, betonen die Piraten.

Auch EU-weit werden Möglichkeiten zum Verbot von Plastiktüten diskutiert. Frankreich hat angekündigt, Plastiktüten vollständig verbieten zu wollen, in Deutschland befürchtet man, damit gegen das derzeit geltende EU Recht zu verstoßen.



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