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Jessen, Otto

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--Ditschie (Diskussion) 08:16, 7. Sep. 2017 (CEST)

Prof. Otto Jessen

Otto Jessen war ein deutscher Geograph.

Inhaltsverzeichnis

Biographische Daten

  • Geburtsdaten: 18.02.1891 in Sophienkoog bei Kronprinzenkoog;
  • Sterbedaten: 09.06.1951 in München);
  • Vater: Apothekersohn, Seemann und späterer Landwirts Franz Carl Jessen (1855 – 1926);
  • Mutter: Doris Catharina Jessen, geborene Paulsen (1866 – 1942);
  • Ehefrau: 1926 heiratete er Hedwig Müller aus Stuttgart (1899 – 1956), mit der er keine Kinder hatte.

Werdegang

  • Besuch des Gymnasiums in Neumünster;
  • 1910: Beginn eines Semester Geographie, Geologie und Anthropologie an der Universität Freiburg im Breisgau;
  • 1910: wechsele an die Universität München, wo er bei Erich von Drygalski hörte;
  • 1912: Assistent am geographischen Institut der Universität Hamburg, kehrte aber kurze Zeit später an die Münchener Universität zurück;
  • 1914: promovierte er an der Universität zum Dr. phil.;
  • während des Ersten Weltkriegs leistete er Kriegsdienst als Offizier und erlitt an der Somme schwere Verletzungen. Danach arbeitete er als Kriegsgeologe in Elsaß-Lothringen;
  • nach Kriegsende ging er als Assistent von Carl Uhlig an das Geographische Institut der Universität Tübingen, wo er sich 1921 habilitierte;
  • 1924 oder 1925: erhielt er einen Ruf der Universität als außerordentlicher Professor;
  • 1928: Übernahme eines Lehrauftrages für geographische Auslandskunde;
  • 1929: erhielt er einen Ruf der Universität Köln auf eine Professur mit Lehrauftrag für physische Geographie;
  • 1933: folgte er als Professor für Geographie an der Universität Rostock auf Wilhelm Ule;
  • während des Zweiten Weltkriegs leistete er für einige Zeit Kriegsdienst, Beförderung zum Oberleutnant;
  • nach Kriegsende übernahm er 1946 das Ordinariat für Geographie an der Universität Würzburg;
  • 1948 Wechsel im selben Fachbereich an die Münchener Universität.

Arbeiten als Geograph

Otto Jessen beschäftigte sich in seiner Anfangszeit und der Habilitationsschrift mit der Morphologie von Küsten. Dabei fand er heraus, dass die Entstehungsgeschichte der Nordsee und der Wechsel von Ebbe und Flut entscheidend dafür waren, dass die Hauptrinnen der Flussmündungen der Meereszuflüsse sich grundsätzlich nach links verlagerten. Außerdem erkannte er, dass aktive morphologische Abläufe an deutschen Küstengebieten mit den trockenwarmen Zeitabschnitten, die in einem 35-Jahreszeitraum wechselten, identisch waren.

Während dieser Zeit beschäftigte sich der Geograph auch mit Fragen der Landschaftskunde und der Kulturgeographie. Besonders hervorzuheben ist dabei eine Studie zu Heckenlandschaften in Nord-West-Europa, in der er als erster beschrieb, dass die Umheckung von Feldern ein geographisches Problem sein kann.

Insbesondere während seiner Zeit an der Universität Tübingen reiste Jessen nach Spanien. Hier beschäftigte er sich mit der Suche der Tartessos und deren mögliche Lokalisation am Atlantik. Außerdem behandelte er Kastilien-La Mancha und die Zusammenhänge von Umwelteinflüssen auf Charakter und Gefühle der dortigen Bevölkerung. Seine Publikationen hierzu gelten als eindrucksvoll und scharfsinnig. Während dieser Reisen beschäftigte sich der Geograph erstmals mit möglichen geographischen Fernwirkungen. Später schrieb er hierüber eine als meisterhaft geltende Studie zur Fernwirkung der Alpen.

1930/31 ging Jessen gemeinsam mit seiner Frau auf eine Expeditionsreise nach Angola. Über seine Erkenntnisse berichtete er 1936 in einem allgemeinverständlichen Buch „Reisen und Forschungen in Angola“. Darin schilderte er Eindrücke und Beobachtungen, die er auf elf Strecken gewonnen hatte. Jessen beschrieb insbesondere das Relief und geologische Substrat, Botanik und Wirtschaftsformen und erweiterte damit die bis dahin kaum vorhandenen Kenntnisse über diese Region in bedeutendem Umfang.

Jessen beschäftigte sich später erneut mit Afrika und schrieb mit „Die Randschwellen der Kontinente“ sein wichtigstes Werk, in dem er die Niederguineaschwelle behandelte.


Mitgliedschaften

Jessen wurde 1937 zum Mitglied der Deutschen Akademie der Naturforscher Leopoldina gewählt und gehörte seit 1947 als ordentliches Mitglied der Bayerischen Akademie der Wissenschaften an.


Auszeichnungen

Die Geographische Gesellschaft München verlieh ihm die Erich-von-Drygalski-Medaille.


Werke

  • Morphologische Beobachtungen an den Dünen von Amrum, Sylt und Röm; München : J. Lindauer, 1914.
  • Die Verlegung der Flussmündungen und Gezeitentiefs an der festländischen Nordseeküste in jungalluvialer Zeit; Stuttgart : Ferdinand Enke, 1922.
  • Über die ehemalige Verbreitung der Weiher in Württemberg; Oehringen, 1923.
  • Südwest-Andalusien; Beiträge zur Entwicklungsgeschichte, Landschaftskunde und antiken Topographie Südspaniens, insbesondere zur Tartessosfrage; Gotha, J. Perthes, 1924.
  • Tartessas-Atlantis; Zeitschrift der Gesellschaft für Erdkunde zu Berlin ; 1925, Nr. 5-6.
  • Die Strasse von Gibraltar; Berlin : Dietrich Reimer, 1927.
  • Reisen und Forschungen in Angola; Berlin : Dietrich Reimer, Andrews & Steiner, 1936.
  • Heckenlandschaften im nordwestlichen Europa; [Hamburg], [1937].
  • Dorf und Dünen von Pillkoppen auf der Kurischen Nehrung : Gemeinschaftsarbeit des Geographischen Oberseminars der Universität Rostock : Ergebnisse einer Studienreise im Juli 1936; Rostock : Geographische Gesellschaft, 1937.
  • Die Randschwellen der Kontinente; Gotha, J. Perthes, 1948.
  • Das Wesen der Kontinente; München : Leibniz-Verl., 1948.
  • Otto Jessen : 18.2.1891 - 9.6.1951; Berlin de Gruyter [ca. 1952].

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