Dithmarschen-Wiki

Druckversion | Impressum | Datenschutz

Rusch, Jens

(Weitergeleitet von Jens Rusch)

Die neue Homepage: Jens Rusch


VogelmensxhenTafelwww.jpg
"Das Insektenkonzert" Öl auf Leinwand 2008-09

"Mißgunst bekommst du geschenkt, Neid mußt Du Dir erarbeiten !" Prof. E. Schlotter

Jens Rusch Foto: Thorsten Wingenfelder

Inhaltsverzeichnis

Allgemeine Galerie

Martinkurz.jpg

Biographie

  • Geboren am 26.April 1950 in Neufeld / Dithmarschen. Handwerkliche Berufsausbildung
  • 1964 bis 1967 Fernstudium "famous artist schools". Tutoren: Norman Rockwell und Robert Fawcett .Norman Rockwell bei Facebook
  • seit 1972 freischaffender Künstler Keine Nebeneinkünfte durch Lehramt oder Erbschaft
  • 1979 bis 1982 Studium als Meisterschüler bei Prof. Eberhard Schlotter in Altea/Spanien.
  • 17 Jahre halbjährige Aufenthalte im spanischen Atelier in Callosa de Ensarria
  • Kurze Ausbildung bei dem Ernst Fuchs-Schüler Peter Proksch.
  • 1990 Verleihung des dithmarscher Kulturpreises
  • 1991 Premio de Comune di Mapello / Italien
  • Heirat am 4.9.97 mit Susanne Fehling
  • 1998 Susanne Rusch eröffnet eigene Galerie in Brunsbüttel, Aufgabe des spanischen Ateliers
  • 2001 Teilnahme am "Schleusen-Symposium" der Norddeutschen Realisten.
  • Ausstellung in Brunsbüttel und Eckernförde.
  • Oktober 2001 erkrankt Jens Rusch an einem Zungengrundtumor
  • November 2001 : Nikolaus Störtenbecker beruft Jens Rusch als Gast in den Kreis der Norddeutschen Realisten.
  • August 2002 : Teilnahme am "Schwansen-Symposium" der Norddeutschen Realisten
  • 2003 : Nach zwei Jahren Pause Weiterarbeit an der Carmina Burana.
  • 2003 Publikation des Buches " Der illustrierte Schimmelreiter" in Korea
  • 2004 Fertigstellung der Grafik-Suite Carmina Burana. Veröffentlichung in Vancouver / Canada
  • 2004 Auftrag vom Schleswig-Holsteinischen Landtag: Das Landeshaus und die Gorch Fock als Radierung.
  • 2005 Illustrationen zum Schimmelreiter erscheinen jetzt in 8 Schulbuchverlagen, sowie zwei Hörbuch-Ausgaben.
  • 2006 Veröffentlichung des Radierungs-Zyklus´ "Evolution" zu Charles Darwin
  • 2007 Aufnahme in die Enzyklopädie "Who is who"
  • 2007 Filmbeitrag zur Pegasus DVD "Das Geheimnis der Kunst-Das Geheimnis der Logen"
  • 2007 - 2010 Dozentur im Künstlerhaus Spiekeroog
  • 2008 Auftragsarbeit Symbolgemälde zum Schleswig-Holstein Convent
  • 2008/2009 Auftragsarbeit "Neocorus" Lebensgroße Bronzeplastik
  • 2009 Österreich: Aufnahme in das Habarta-Lexikon der Phantastischen Malerei
  • 2010 Dritte Auflage des illustrierten Schimmelreiters als Hardcover im Deich-Verlag in dem auch die "Lehrhefte" jetzt verlegt werden.
  • 2010 Der Film von Frank D. Müller Meerkampf.Watt? kommt in die Kinos.
  • 2010 NDR-TV Bericht über Krebs und Kampf.
  • 2011 Erstes "Solar-Gemälde" und zwei weitere Gemälde für die Stiftung der Landsparkasse Schenefeld
  • 2011 Auszeichnung "Botschafter Dithmarschens"
  • 2011 Auszeichnung "Mensch des Jahres"
  • 2011 Beginn der Arbeit am "Wacken-Zyklus"
  • 2012 Auszeichnung Bürgerpreis CDU Brunsbüttel
  • 2012 Einladung durch den Ministerpräsidenten des Landes Schleswig-Holstein, Herrn Thorsten Albig zu einem Empfang beim Bundespräsidenten Joachim Gauk
  • 2012 Gelehrtenstreit: Prof Reimer Hansen diffamiert, Prof. Dr. Günter Endruweit rehabilitiert: Die Wahrheit über Neocorus
  • 2013 Vierte Auflage des Buches "Der illustrierte Schimmelreiter"

Ausstellungen

  • 1982 Ausstellung in der Galerie "Dels Artistes" in Altea/Spanien
  • 1983 Ausstellung in der Galeria Rafael 2 in Altea/Spanien
  • 1989 Ausstellung im Goethe National-Museum in Weimar, DDR
  • 1993 Ausstellung im Goethe-Museum Düsseldorf Katalog der Ausstellung
  • Gemeinschaftsausstellung in Eckernförde und im Künstlermuseum Heikendorf mit den Norddeutschen Realisten.
  • Symposium "Farbige Debatten" im Kieler Landtag
  • Gemeinschaftsausstellung im Landeshaus mit A. Krigar, T. Duwe, M.N.und B. Borchert
  • Gemeinschaftsausstellung mit Niko Störtenbecker, Ulf Petermann und Frauke Gloyer in der Galerie Böttcher in Kiel
  • 2009 Ausstellung "Carmina Burana" im Palau der Miguel Hernandez Universität unter Unesco-Schirmherrschaft in Altea / Spanien
  • 2010 Ausstellung "Walfang" in der IHK-Kiel mit Hans-Peter Jürgens
  • 2010 Ausstellung im Kreishaus Heide anläßlich des 60ten Geburtstages.
  • 2011 Ausstellung in Altea Fundación Eberhard Schlotter. Lehrauftrag Universidad Miguel Hernandez Campus Altea
  • 2011 Ausstellung im Landeshaus Kiel "Carmina Burana bis Wacken"
  • 2011 Ausstellung Probstei Museum Schönberg "Hinter die Dinge"
  • 2011 Ausstellungs-Beteiligung im Museum Schloß Burgk "Freimaurer-Exlibris"
  • 2011 Ausstellung Kulturhof Itzehoe "Die geschenkte Zeit"

Ausstellungen

  • 1982 Ausstellung in der Galerie "Dels Artistes" in Altea / Spanien
  • 1983 Ausstellung in der Gallerie Passepartout in Kopenhagen / Dänemark
  • 1983 Ausstellung in der Galeria Rafael 2 in Altea / Spanien
  • 1984 Ausstellung in der "Sociedad de artistas" in Bogotá / Columbien
  • 1989 Ausstellung im Goethe National-Museum in Weimar/ DDR
  • 1993 Ausstellung im Goethe-Museum Düsseldorf Katalog der Ausstellung
  • Gemeinschaftsausstellung in Eckernförde und im Künstlermuseum Heikendorf mit den Norddeutschen Realisten.
  • Symposium "Farbige Debatten" im Kieler Landtag
  • Gemeinschaftsausstellung im Landeshaus mit A. Krigar, T. Duwe, M.N.und B. Borchert
  • Gemeinschaftsausstellung mit Niko Störtenbecker, Ulf Petermann und Frauke Gloyer in der Galerie Böttcher in Kiel
  • 2009 Ausstellung "Carmina Burana" im Palau der Miguel Hernandez Universität unter Unesco-Schirmherrschaft in Altea / Spanien
  • 2010 Ausstellung "Walfang" in der IHK-Kiel mit Hans-Peter Jürgens
  • 2010 Ausstellung im Kreishaus Heide anläßlich des 60ten Geburtstages.
  • 2011 Ausstellung in Altea Fundación Eberhard Schlotter. Lehrauftrag Universidad Miguel Hernandez Campus Altea
  • 2011 Ausstellung im Landeshaus Kiel "Carmina Burana bis Wacken"
  • 2011 Ausstellung Probstei Museum Schönberg "Hinter die Dinge"
  • 2011 Ausstellungs-Beteiligung im Museum Schloß Burgk "Freimaurer-Exlibris"
  • 2011 Ausstellung Kulturhof Itzehoe "Die geschenkte Zeit"
  • 2012 Ausstellung W:O*ART in Brunsbüttel
  • 2012 Ausstellungsbeteiligung PEGASUS "Freimaurerei & Kunst" im Rathaus Hildesheim
  • 2012 Ausstellungsbeteiligung Galerie Fine Art Leipzig
  • 2012 Ausstellungsbeteiligung W:O*Art auf dem Festivalgelände des WOA in Wacken
  • 2013 Ausstellung Kassel Steinmetz Fine Art
  • 2013 Ausstellung Haus Peters

Vereine und Organisationen

  • 1992 Austritt aus dem Berufsverband bildender Künstler nach 20 Jahren Mitgliedschaft
  • 1995 Aufnahme in die Freimaurerloge Ditmarsia
  • 1997 Aufnahme in die freimaurerische Forschungsloge Cuatuor Coronati
  • 1998 Aufnahme in die freimaurerische Künstlervereinigung PEGASUS
  • 2002 : Im März Gründung des Fördervereins für Kulturarbeit LYRA e.V. zwischen zwei Klinik-Aufenthalten.
  • 2004: Organisation der Großveranstaltung "Wattolümpiade" Benefiz für die Krebsgesellschaft Schleswig-Holstein: Benefiz-Erlös bislang: 150 000.- Euro zur Errichtung von zwei onkologischen Beratungsstellen in Westküstenkliniken.
  • 2005 Organisation eines Benefiz-Konzertes für die Opfer der Tsunami-Katastrophe. Benefiz-Erlös mit Folgeveranstaltungen. Benefiz-Erlös 20 000.- Euro. Unterstützung von BELUGA School for life in Na Nai / Thailand
  • 2007 Wechsel zur Hamburger AF&AM-Loge "Roland"
  • 2007 Eintritt in die Europäische Totentanz-Vereinigung
  • 2012 Ehrenmitgliedschaft durch die Frankfurter Loge "Lessing" verliehen
  • 2013 Aufnahme in die American Canadian Grand Lodge "Benjamin Franklin" Nr 1055 in Hamburg

Lehrtätigkeit

  • 1970 Unterricht in einem Heim für schwer erziehbare Kinder. "Waldhaus" Heide
  • 2007 bis 2010 Dozent im Künstlerhaus Spiekeroog. Leiter der Radierwerkstätten.
  • 2011 Dozent Miguel Hernandez Universität Campus Altea / Spanien
  • seit 2009 Sommer-Seminare in eigener Kupfertiefdruckwerkstatt

Publikationen und Bücher

Wird fortgesetzt.

Zyklen

Der 12. Februar 2009 ist der "Darwin Day", der weltweit zelebriert wird. In der Brunsbütteler Kupfertiefdruckwerkstatt entstand ein kleiner Zyklus von Radierungen zum zweihundertsten Geburtstag von Charles Darwin.


Carmina Burana

Zahlreiche Ausstellungen im In- und Ausland, Buchveröffentlichungen, u.a. "Der illustrierte Schimmelreiter" (zweite Auflage)
Goethes "Faust" etc. Buchcover u.a. für LULU von Almudena Grandes und zahlreiche andere spanische Autoren.
Illustrationen und Veröffentlichungen zu Shakespeares "The tempest", Arno Schmidt's "Schule der Atheisten" ( spielt in Tellingstedt / Dithmarschen )
Oskar Panizzas "Liebeskonzil", Hermann Melvilles "Moby Dick" und "Carmina Burana" von Carl Orff ,Totentanz
2007/2008 Teilnahme am Filmprojekt von Frank Müller "Meerkampf"
Grau, teurer Freund, ist alle Theorie... Faust-Zyklus. Aquatinta 1987

Galerie "Alsen-Bilder"

Diese Abbildung zeigt den Katalog-Titel zur Ausstellung, die Jens Rusch gemeinsam mit seinem Freund, dem Bildhauer Hans-Pierre Schumann 1991 im Brunsbütteler Elbeforum zeigte. Den Titel "Stadtgalerie" über dem Schriftzug "im Elbeforum Brunsbüttel" mußten die beiden Künstler gegen ihren Protest auf Betreiben der damaligen Stadtgaleristin Marina von Assel wieder entfernen, weil diese Arbeiten nicht dem "erwünschten Niveau" der Stadtgalerie Brunsbüttel entsprächen. Diese großformatigen Bilder entstanden im Atelier auf dem Alsen-Abbruchgelände in Itzehoe. Das Atelier stellte der heutige Landtagspräsident Martin Kayenburg Jens Rusch zur Verfügung.


Weitere Informationen zu diesem Zyklus:

Planet Alsen

Dort lesen Sie, wie diese Gemälde aus einem Müll-Container gerettet werden konnten und wertvoller Bestandteil der Wacken-Foundation wurden.


Alsen-Zyklus von Jens Rusch geht an die Wacken-Foundation

" Die Elchkuh ist vom Eis "

Die Formate der Gemälde sind beachtlich - einige von ihnen sind über 270 x 210 cm groß - und entsprechend dürfte auch ihr Wert sein, denn der Künstler Jens Rusch ist in Schleswig-Holstein durchaus kein Unbekannter. Seine Werke hängen im Landtag, ein Schleswig-Holstein Symbol-Gemälde sogar in der Staatskanzlei, in Banken und Reedereien. Seine Bronzen stehen im öffentlichen Raum. Er erhielt Kulturpreise und Auszeichnungen. Weshalb verschenkt so einer einen kompletten Bilder-Zyklus ? Seine Antwort:

"Weil sie in einer vierjährigen Ausnahme-Situation entstanden, und sie grenzen sich deutlich von meinem übrigen Werk ab ". Vier Jahre lang hatte ihm sein Freund Martin Kayenburg, bevor dieser Landtagspräsident wurde, auf dem Alsen-Abbruchgelände in Itzehoe ein Atelier zur Verfügung gestellt. Das Graffiti-Mekka wurde für Rusch zur Burn-Out-Bastion in der er sich seinen Frust und seine Wut über einen künstlerfernen Kunstmarkt von der Seele malte.

Ihn bewegte die Frage: Weshalb und unter welchen Bedingungen entstanden künstlerische Artikulierungen überhaupt ? Er besorgte sich Unterlagen über Höhlenmalereien und Felsritzzeichnungen, lernte Harald Pager kennen, der für die Uni Köln Studien am Brandberg in Namibia machte und durfte dessen Skizzen für seine Gemälde benutzen. Für die ersten steinzeitlichen Wandmalereien gab es weder einen Kunstmarkt, noch ein kommerzielles Interesse in irgendeiner Form. Die Werke ließen sich weder transportieren, noch veräußern. Andere, sehr frühe Felsritzzeichnungen, wie das der hier abgebildeten Elchkuh fand er in Nordschweden.

Nach diesen vier Burn-Out-Jahren wurden die Bilder in einer Halle der Pralinenfabrik Wagner in Brunsbüttel eingelagert und als Leihgaben Kanzleien, Freunden oder dem Theater Itzehoe anvertraut. Doch dann gab es einen Aufschrei, als bei Aufräumarbeiten des Lagers kleinere Bilder aus dem Zyklus in einem Müllcontainer landeten. Ursprünglich gab es eine Vorstellung, die Gemälde könnten das Projekt "Planet Alsen", für das eine eigene Stiftung geplant war, bereichern - aber diese Idee gelangte nicht zur Realisierung. Nun war ein gravierender Handlungsbedarf entstanden.

Parallel hatte Jens Rusch sich intensiv mit einem weiteren, umfangreichen Wacken-Bilder-Zyklus beschäftigt. Dieses Projekt erhielt den Arbeitstitel W:O*Art und in diesem Zusammenhang lernte Rusch auch das Förderprojekt "Wacken-Foundation" kennen und schätzen. "Die Ziele von Holger Hübner und Thomas Jensen, mit dieser Stiftung künstlerischen Nachwuchs zu fördern, deckt sich vollkommen mit meinen eigenen Vorstellungen" sagt der Künstler, der für sein eigenes Engagement im vergangenen Jahr die Auszeichnung "Mensch des Jahres" vom Schleswig-Holsteinischen Zeitungsverlag erhielt.

Es mag makaber erscheinen, aber der materielle Wert von Kunst folgt eigentümlichen Kriterien. Hinterlassenschaften, Künstlernachlässe, zumal wenn sie komplette Schaffensphasen dokumentieren, erzielen hohe Preise erst nach dem Ableben des Künstlers. Deshalb ist der Ratschlag des Künstlers selbst an die Wacken-Foundation, die Gemälde zunächst einzulagern, in diesem Lichte zu verstehen. Einen Einfluss hat er nach der Übergabe jedoch auf diese Vorgänge nicht mehr. Was mit den Arbeiten geschehen wird, bestimmt nach deutschem Stiftungsrecht nun ausschließlich der Stiftungsvorstand.

Studienreisen

  • Italien, Spanien, Irland, Thailand, Marokko, Portugal, Schottland, Südfrankreich, Österreich, Dänemark

Lehrtätigkeit

Optimalganz.gif

Die benutzte Palette von Jens Rusch wurde zum Logo des Künstlerhauses

Adresse

  • Galerie Rusch
  • Inh. Susanne Rusch
  • Schulstrasse 39
  • 25541 Brunsbüttel
  • 04852 4848
  • susanne.rusch(at)gmx.de

Eigene Homepages

Hauptseite mit fast allen Themen Ein künstlerischer Bauchladen

Workshops


Radierungen

Bronze


Weitere Informationen über Bronzen von Jens Rusch

Videos

Tal como somos300.jpg

Spanisches TV-Gespräch gemeinsam mit seinem Schüler Juan Ramon Durá bei Youtube.
In der Sendung "Tal como somos"

WIKIs

Jens Rusch ist der Initiator und Administrator der nachstehenden Wiki´s. "Ich sehe in dieser Form von intelligenten, editierbaren Plattformen eine gute Basis für kraftvolle Vernetzungen".

  • Dithmarschen-Wiki ebendieses
  • Wattopedia das Nachschlagewerk zur Wattolümpiade, Wattstock und Wattpsychologie
  • LYRA Der von jens Rusch gegründete Förderverein für Kulturarbeit
  • Freimaurer-Wiki von Jens Rusch ebenfalls gegründet und aufgebaut und heute (Oktober 2013) mit über 8 Millionen Seitenzugriffen und weit über 3000 Inhaltsseiten das größte freimaurerische Lexikon der Welt.

Mitarbeit

Empfehlungen

Gesundheitsrisiko Radierwerkstatt

Horst Janssen lieferte mir vor vielen Jahren ungewollt die Vorlage: „Ein Radierer hat anderen Künstlern gegenüber einen ganz entscheidenden Vorteil: Er kann sich seinen Krebs aussuchen! Arbeitet er mit Salpetersäure, bekommt er Lungenkrebs, arbeitet er mit Eisen-III-Chlorid, bekommt er Magenkrebs…“

Weil das so schön martialisch klingt, habe ich dieses Zitat oft in spontane Reden, bei Ausstellungseröffnungen oder bei Druckvorführungen eingeflochten, ohne groß darüber nachzudenken, wie das wohl auf bereits Betroffene wirken würde. Erst als mein Radierer-Kollege Klaus Böttger an einem Mundschleimhaut-Krebs starb, wurde ich etwas hellhöriger. Vor seinem Tod hatten wir einen Briefwechsel über diesen Zusammenhang und er warnte mich eindringlich, ganz besonders vor der so genannten „Pinselätzung", die wir beide im Repertoire unserer radiertechnischen Trickkiste hatten. Mit der Pinselätzung lassen sich durch direkt auf die nasse Platte gepinselte 65-prozentige Salpetersäure wolkenartige, sanfte Verläufe erzielen. Ich benutzte die Technik oft, besonders bei Landschafts-Radierungen. Sie ermöglichte so schöne Himmel…

Vor zwei Jahren hat es mich dann selbst erwischt: Zungengrundtumor. In der Uni-Klinik Kiel versuchten wir nach einer Reihe unschöner Operationen, Chemo- und Strahlentherapien den Ursachen näher zu kommen. Dabei konnten natürlich die erwähnten Säuren und die Gewohnheiten eines Radierers nicht außer acht gelassen werden. Nur grenzt es fast an forensische Detektivarbeit, einen zurückliegenden, langen Zeitraum auf diesen hypothetischen Verdacht hin einzugrenzen - aber: es ist nicht mit letzter Sicherheit auszuschließen, dass das Ambiente eines Radier-Arbeitsplatzes nicht das allergesündeste ist. Immerhin kommen zu den Säuren noch eine Reihe von Lacken und Lösungsmitteln, die allesamt mit Warnhinweisen versehen sind.

Dieses ist kein Lamento eines krebskranken Künstlers! Diese Zeilen sollen eine Warnung für Kollegen sein. Viele unter den Kollegen arbeiten mit den gleichen Mitteln, wenige kennen die Risiken. Wer sie wie ich kannte, aber dennoch ignorierte, der ist definitiv in Gefahr.
Wie aber soll sich nun ein Radierer verhalten, der genötigt ist, Konsequenzen aus diesem Wissen zu ziehen? Eine Umschulung beantragen? Seinen Beruf aufgeben? Kaum vorstellbar. Mit Schutzmasken zu arbeiten, Absaug- und Belüftungssysteme machen ein Radieratelier nur bedingt sicherer. Außerdem behindern diese Vorkehrungen die sensiblen Arbeitsprozesse sehr.

Mir kam nun zugute, dass ich nach der Therapie einen Ruf in die Gruppe der renommierten „Norddeutschen Realisten“ erhielt. Die Gruppe um Nikolaus Störtenbecker plante einige Plein-Air-Symposien. So nahm ich bei schönstem Wetter an der Freiluft-Malerei der Realisten in Schwansen und Heikendorf teil und lernte das Arbeiten unter freiem Himmel zu schätzen. Später malten wir vor laufenden Kameras im Plenarsaal des Kieler Landtages.
Dabei kam mir dann die Idee, mir eine Radierwerkstatt im Freien einzurichten. So konnte ich nach zweijähriger Pause die 20 Radierungen zur Carmina-Burana, ein Unesco-gefördertes Projekt einer spanischen Edition, zu Ende bringen und einige aufgestaute Exlibris-Aufträge zu Ende führen.

Darunter waren einige, die mich inhaltlich schon länger gereizt hatten. Außerdem hatten die langen Klinik-Aufenthalte ein großes Loch in unsere existentielle Basis gerissen. Zu den interessantesten Aufgaben gehörten das Luther-Exlibris, das Barbarossa-Exlibris und der „Staufische Reiter“ für Dr. Grebe. Auch das Schimmelreiter-Exlibris für Jens und Jutta Plambeck reizte mich inhaltlich, zumal ich das Thema bereits gründlich in Buchform bearbeitet hatte. Kurz zuvor waren die Illustrationen sogar in einer koreanischen Schimmelreiter-Übersetzung komplett publiziert worden.

Hinzu kommt, und das halte ich für besonders erwähnenswert, dass es sich bei diesen Auftraggebern um verständnisvolle Menschen handelt, denen der menschliche Hintergrund einer Künstlerexistenz nicht gleichgültig ist. Mir war in den Vorjahren das Arbeiten an Exlibris oft verleidet worden. Zu starke Beschränkung der eigenen künstlerischen Intensionen, Zeitdruck etc. ließen häufig keine guten Ergebnisse zu. Am Ende war ich sogar verbittert aus der Exlibris-Gesellschaft ausgetreten. Es machte einfach keinen Sinn mehr, die Ideen anderer in Kupfer zu bringen, während die eigenen, zumeist professionelleren Vorstellungen überhaupt nicht erwünscht schienen.
Nach dieser Zäsur beschloss ich, künftig nur noch Aufträge zu realisieren, die meinen Fähigkeiten einen genügenden Spielraum zubilligten und hatte das große Glück, auch bei Heinz Baur und Tomas Ostermann auf diese Voraussetzungen zu stoßen. Deshalb bin ich jetzt auch wieder der Deutschen Exlibris-Gesellschaft beigetreten.

Meinen Kollegen möchte ich die hier erwähnten Warnungen sehr dringend ans Herz legen.
Ich werde auf meiner Homepage [1] auch noch ausführlicher darauf eingehen. Außerdem bin ich gern bereit, Ratschläge und Hilfestellung zu gewähren.

Über allen Hinweisen steht aber mit Sicherheit: Finger weg von der Salpetersäure! Nicht in geschlossenen Räumen ätzen. Schafft Euch eine Arbeitssituation, die Euch ein gesundes Leben ermöglicht! Schaut Euch die Biographien der Radierer an. Viele sind an diesen Ursachen zugrunde gegangen. Nehmt diese Warnungen sehr ernst!

Jens Rusch

Siehe auch:


Finden

Durchsuchen
Startseite
Vorwort
Gruppe bei Facebook
Alle Artikel
Aktuelle Ereignisse
Letzte Änderungen
Zufällige Seite
Erste Schritte
Support
Bearbeiten
Quelltext anzeigen
Bearbeitungshilfe
Seitenoptionen
Diese Seite diskutieren
Neuer Abschnitt
Druckversion
Kontext
Versionen
Links auf diese Seite
Änderungen an verlinkten Seiten
Meine Seiten
Anmelden / Benutzerkonto anlegen
Spezialseiten
Neue Seiten
Dateiliste
Statistik
Mehr …