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Herwig, Karl

Aus Dithmarschen-Wiki

--Ditschie (Diskussion) 10:44, 23. Sep. 2016 (CEST)

Karl Herwig war NSDAP-Bürgermeister der Städte Wesselburen und Heide (Holstein) und SS-Oberführer.

Inhaltsverzeichnis

Persönliche Angaben

Karl Herwig war seit 1919 mit Elly Peters verheiratet und Vater von drei Kindern.


Beruf

  • Besuch der Oberrealschule in Heide, jedoch kein Abschluß;
  • ab dem 21.09.1914 war Herwig Soldat im Ersten Weltkrieg,
  • am 06.10.1917 wurde er zum Gefreiten befördert;
  • am 30.11.1918 wurde er nach Heide versetzt;
  • die Entlassung aus dem Militärdienst erfolgte am 19.02.1920.
  • Von Beruf war er Maschinenschlosser, benutzte aber die nicht geschützte Berufsbezeichnung Ingenieur.

Partei-Zugehörigkeiten und Mitgliedschaften

Stahlhelm

Von 1925 bis 1927 war Herwig Mitglied beim Stahlhelm - Bund der Frontsoldaten.

NSDAP / SA / SS

  • 1928 trat er in die NSDAP und die SA ein;
  • er übernahm 1929 die Leitung der Ortsgruppe der NSDAP in Wesselburen
  • 1929 zog er bei der Kommunalwahl für die NSDAP in den Stadtrat ein und wurde stellvertretender Bürgermeister von Wesselburen;
  • 1930 wurde Herwig Mitglied der SS;
  • von 1932 - 1945 leitete er die SS-Standarte 53.
Angaben zur SS-Standarte 53:
* Sitz: Wesselburen, ab 1941: Heide
* Stärke 1938: 1.161 Soldaten
* Stärke 1943: 1.053 Soldaten
* Stellenbesetzung:
Standartenführer: Karl Herwig
Führer der Sturmbanne: Pauly, Max, Walter Johst, Ferdinand Tomat, Hans Wigger, Willi Fentroß, Hermann Schröder und Dr. Otto Thomsen
  • 1932 wurde er kommissarischer Bürgermeister von Wesselburen,
  • zum 01.04.1933 wurde ihm offiziell dieses Amt übertragen;
  • am 01.04.1933 erschien auch ein Aufruf zum Boykott jüdischer Geschäfte im Dithmarscher Boten, unter dem Herwigs Name stand.
  • Eine Gruppe von SA- und SS-Männern unter der Führung von Herwig besetzte mit geladenen Karabinern am 13. März 1933 das Rathaus in Büsum und enthob den Büsumer Bürgermeister Otto Johannsen seines Amtes. Johannsen hatte am 07.03.1933 die Herausgabe der schwarz-rot-goldenen Fahne an SA-Männer verweigert.
  • Am 22.01.1934 wurde Herwig als Bürgermeister entlassen, da er die Verhaftung von vier SS-Leuten verhinderte, die ein Mitglied des Tannenbergbundes überfallen hatten. Nach zwei Tagen wurde er jedoch wieder als Bürgermeister von Wesselburen eingesetzt.
  • Als 1937 der Sitz der SS-Standarte 53 nach Heide verlegt wird, wird Herwig nach einem Bittbrief an Heinrich Himmler auch zum Bürgermeister von Heide eingesetzt und löst damit Hadenfeldt, Hermann vorzeitig ab.
  • 1937 übernahm Herwig zusätzlich die neu gegründete Sicherheitsdienst des Reichsführers SS (SD) - Außenstelle Heide.
  • Von Oktober bis Dezember 1940 war er für die Einwandererzentrale in Rumänien tätig. Die Einwandererzentrale organisierte die Umsiedlung von Volksdeutschen nach Rumänien.
  • Am 30. Januar 1941 wurde er von Heinrich Himmler zum SS-Oberführer befördert.
  • Im Mai 1941 verschickte Herwig Einladungen zur Hinrichtung des Zwangsarbeiters Stefan Slowinski in Norderwurth. Der Pole wurde des Verhältnisses mit einer Deutschen bezichtigt. Zeitzeugen berichteten, dass „Karl Herwig auf der Hinrichtungsstätte das Gefühl der Macht über Leben und Tod mit Nachdruck zur Schau stellt.“ Wer juristisch für die Hinrichtung verantwortlich war, ist nicht geklärt worden.
  • Im Rahmen der Aktion Gewitter nach dem gescheiterten Umsturzversuch vom 20. Juli 1944 ( umfassende Verhaftungsaktion der Gestapo) wies Herwig den Stadtdirektor an, eine Liste von ehemaligen Vertretern der Linksparteien zu erstellen. Die drei Sozialdemokraten Auguste Ebeling, Thord Jibsen und Schmekel, Emil und der Kommunist Erich Böhlig wurden daraufhin verhaftet. Nur Ebeling und Jibsen überlebten. Schmekel starb im KZ Bergen-Belsen, Böhlig, Erich auf der Cap Arcona.
  • Vom 10.05.1945 - 24.11.1947 befand Herwig sich in Internierungshaft. Die Spruchkammer Bielefeld verurteilte ihn am 17.11.1947 zu neun Monaten Gefängnis und 2000 RM Geldstrafe, „weil er nach dem 01.09.1939 der SS und dem SD angehört hat, obwohl er wusste, dass diese Organisationen für die Begehung von Handlungen benutzt wurden, die durch Art. VI der Satzungen des Internationalen Militärgerichts für verbrecherisch erklärt worden sind.“
  • Durch Urteil der II. Strafkammer des Landgerichts Flensburg vom 04.07.1948 wurde Herwig wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit zu einem Jahr Gefängnis verurteilt. Zehn Monate dieser Strafe galten aber durch die Untersuchungs- und Internierungshaft als verbüßt.

Gedenken

Die Heider Ratsversammlung hat entschieden, in der Bürgermeister-Ahnengalerie kein Bild von Karl Herwig aufzuhängen, sondern lediglich mit einer Plakette auf ihn hinzuweisen.


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