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Hermanns, Gerhard

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Inhaltsverzeichnis

Gerhard Hermanns – der norddeutsche Holzschneider

Gerhard Hermanns, 2014
Gerhard Hermanns beim Drucken

Gerhard Hermanns wählte als einziges bildnerisches Medium die älteste graphische Drucktechnik, den Holzschnitt. Er entwickelte eine eigenständige Bildsprache und beherrscht die Technik des Farbholzschnitts in meisterlicher Perfektion bis hin zum Handdruck. Seine Art des Holzschnitts ist in der europäischen Holzschnittkunst ungewohnt: Gerhard Hermanns entwickelte eine einzigartige malerisch-impressionistische Bildsprache unter Ausnutzung der natürlichen Beschaffenheit der Hölzer. Es gibt bei ihm keine begrenzende Linie, keine einfarbige Fläche, keine Schwarzplatte. Die Teilflächen sind in feine Linien oder kurze Striche aufgelöst, die mit äußerster Präzision geschnitten und mit farblicher Delikatesse übereinanderkomponiert sind. Im Detail erinnern die Strichkombinationen an Stoffstrukturen und Muster, d.h. an die ursprüngliche Tätigkeit des Künstlers als Musterzeichner. Diese diffizile Anwendung der Holzschnitttechnik bei farbigem Druck ermöglicht eine überzeugende Darstellung atmosphärischer Phänomene, wie Regen und Dunstschleier und vergangenes Sonnenlicht, die man sonst nur im Aquarell glaubt darstellen zu können. (Auszüge aus der Einführungsrede zur Ausstellung „Letzte Landschaften“ von MA Helene Blum Spiecker, Kreismuseum Zons, Dormagen, 1994)

Homepage: www.gerhard-hermanns.jimdo.com


Vita

1935 geboren in Langenfeld/Rheinland

1951 – 1954 Ausbildung zum Musterzeichner für Textildruck

1965 – 1968 Künstlerische Ausbildung an der Werkkunstschule Dortmund Grund- und Gestaltungslehre/Freie und angewandte Grafik

1954 bis 1970 Musterzeichner in der Textilindustrie

ab 1968 Entstehung erster, einfarbiger Holzschnitte, bald Arbeiten ausschließlich in der Technik des Mehrfarbenholzschnitts im Handdruckverfahren.

ab 1978 Künstlerisch tätig in Barkenholm/Dithmarschen, Schleswig-Holstein

seit 1972 Einzelausstellungen und Beteiligungen an Gruppenausstellungen

ab 1982 wurden folgende Farbholzschnittzyklen gefertigt

2015 gestorben in Barkenholm/Schleswig-Holstein

Seine Werke

Es entstanden hauptsächlich Zyklen bzw. größere, zusammenhängende Themenkreise wie:

  • Koppel und Vorland (1982 bis 1987)
  • Letzte Landschaften (1987 bis 1991)
  • GAIA (1994 bis 19979
  • Holzgesänge (1999 bis 2007)

Sein Interesse an Lyrik und die bildnerische Auseinandersetzung damit führte zur intensiven Zusammenarbeit mit einigen zeitgenössischen Dichtern.




Koppel und Vorland

Der Zyklus Koppel und Vorland, entstanden 1982 bis 1987, umfasst 56 Farbholzschnitte, die im Handdruck gefertigt wurden. Koppel und Vorland ist eine bildnerische Auseinandersetzung mit der eigentümlichen Ästhetik der Westküste Schleswig-Holsteins, insbesondere Dithmarschens.


Letzte Landschaften

die 100 Farbholzschnitte zum Zyklus „Letzte Landschaften“ wurden in den Jahren 1987 bis 1991 im Handdruck erstellt. Der Zyklus thematisiert die Zerstörung der Umwelt und den schleichenden Verfall von Kulturlandschaft (s. Meine Holzwege durchs Katinger Watt im Katalog „Letzte Landschaften“, Kataloge der Museen in Schleswig-Holstein).



Gaia

Der Zyklus entstand 44 Farbholzschnitte entstand in den Jahren 1994 bis 1997 durch eine Zusammenarbeit mit dem Lyriker Siegfried Marquardt, Bremen. Es war ein künstlerischer Dialog zwischen Sprachbildern und Bildersprache. LICHT – FARBE – LEBEN war Thema dieser Zusammenarbeit. Zu 10 Gedichten des Lyrikers, jeweils bezogen auf eine bestimmte Farbe, entstanden folgende Farbholzschnitte: 10 kleinformatige Graphiken + Lyrik als Faltblatt in 10 verscheidenen Farbräumen 24 mittelgroße Formate, jeweils 3 Motive zu jeder Farbe 10 große Formate als Metamorphosen zu jedem Farbraum



Holzgesänge

Der Zyklus entstand in der Zeit von 1999 bis 2007. Er umfasst 25 Farbholzschnitte zu süd- und osteuropäischer Lyrik von durchweg zeitgenössischen Autoren (entnommen überwiegend aus „Buch der Ränder“, Wieser-Verlag)



Ausstellungen (Auswahl)

1985 Kreismuseum, Zons/Dormagen

1986 Dithmarscher Landesmuseum, Meldorf Kulturbrücke der Stadt Bochum

1988 Küstenmuseum Juist Schleswig-Holsteinische Landesbibliothek, Kiel Nordfriesisches Museum, Husum

1994 Ostholstein-Museum, Eutin

2000 Möllner Museum Literaturhaus Bremen

2006 Dithmarscher Landesmuseum, Meldorf Kreismuseum, Zons/Dormagen

2008 Küstenmuseum Nationalparkhaus Fedderwardersiel 2012 Kunstverein Husum 2015 Dithmarscher Landesmuseum, Meldorf Künstlermuseum Heikendorf



Dr. Jutta Müller, Dithmarscher Landesmuseum:

Im Verlauf seiner inzwischen mehr als zwei Jahrzehnte umfassenden Auseinandersetzung mit diesem druckgraphischen Medium hat Gerhard Hermanns die nicht zuletzt auch handwerklich anspruchsvolle Technik des Mehrfarbenholzschnitts zu höchster Perfektion entwickelt. Bei diesem aufwändigen Hochdruckverfahren wird für jede Farbe eine eigene Platte mit ent sprechenden Formen und Strukturen hergestellt, die anschließend separet übereinandergedruckt werden. Erst gemeinsam ergeben sie das Bild, das der Betrachter optisch wahrnimmt. Für seine technisch anspruchsvollen Farbholzschnitte benötigt Gerhard Hermanns oft bis zu acht Druckstöcke. Ihre ästhetische Wirkung beziehen diese Blätter einerseits durch die äußerst differenzierte farbliche Ausführung und anderer seits durch die geschickte Einbeziehung der Holz-Maserung in die formale Gestaltung. So kommt er zwar ebenso wie die Expressionisten zu einer einfachen, sehr reduziert wirkenden graphischen Formensprache, deren Erzeugnisse aber im Gegensatz zu den Werken expressionistischer Künstler, eine reiche Binnenzeichnung aufweisen. So dominieren keine harten Farbkontraste, sondern vielmehr weiche, fließende Übergänge. Mit ihrer Hilfe gelangt Gerhard Hermanns im Holzschnitt gerade bei der Wiedergabe von Licht und Schatten oder atmosphärischen Stimmungen in der Natur zu fast malerischen Lösungen. Seine Ausbildung zum Musterzeichner für Textildruckstoffe ist ihm sicher besonders im handwerklichen Bereich sehr von Nutzen gewesen, denn auch dort kommt es darauf an, präzise zu arbeiten und die Wirkung neben- und überein ander gedruckter Farben und Formen einzuschätzen. (Auszüge aus der Einführungsrede zur Ausstellung „Letzte Landschaften“ von Dr. Jutta Müller, Dithmarscher Landesmuseum, Meldorf, 1992)



Kontakt

Sie wollen mehr über das Leben und Arbeiten von Gerhard Hermanns erfahren? Sie wollen noch weitere seiner Werke sehen? Sie planen eine Ausstellung und würden gerne einige Arbeiten von Gerhard Hermanns zeigen? Oder Sie wollen eines seiner Werke erwerben?

Weitere Informationen finden Sie unter: www.gerhard-hermanns.jimdo.com


Iris


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