Boie, Heinrich Christian
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Heinrich Christian Boie (* 19. Juli 1744 in Meldorf; † 3. März 1806 ebenda) war ein deutscher Schriftsteller und Herausgeber.
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Leben
Boie war der Sohn eines Pastors. Er studierte 1764-1767 Jura an der Universität Jena, ab 1769 in Göttingen. Dort gründete er 1770 zusammen mit Friedrich Wilhelm Gotter die literarische Zeitschrift Göttinger Musenalmanach, deren alleiniger Herausgeber er 1770-1775 war. 1776 ging Boie als Stabssekretär des Generals von Spörken nach Hannover. Ab 1781 hatte er das Amt eines Landvogtes in Süder[Dithmarschen inne. 1790 wurde er dänischer Etatsrat.
Am 12. September 1772 gründeten Johann Heinrich Voß, Johann Martin Miller, dessen Vetter Gottlieb Dieterich Miller, Ludwig Christoph Heinrich Hölty, Johann Friedrich Hahn und Johann Thomas Ludwig Wehrs den Göttinger Hainbund. Boie stieß wenig später, mit den Grafen Stolberg und anderen, hinzu. Seine Zeitschrift, der Göttinger Musenalmanach, wurde das Sprachrohr des Hainbundes.
In den Jahren 1776 bis 1788 war Boie der Herausgeber des Deutschen Museums und 1789-1791 der Fortsetzung dieser Reihe, des Neuen Deutschen Museums. Er bot Platz für alle literarischen Richtungen. Er übersetzte u. a. Chandlers Reisen in Kleinasien und Griechenland aus dem Englischen, woraus Hölderlin später für seinen Hyperion schöpfte. Quelle: Wikipedia
Freimaurerei
Boie war wahrscheinlich Freimaurer, wie man aus Briefen der Freimaurer Kurt von Haugwitz und Bode entnehmen kann. Ein Beleg für eine Mitgliedschaft in Göttingen oder Hannover ließ sich bisher allerdings nicht finden. Auch der Freimaurer Johann Gottfried Herder stand in Kontakt zu Boie. Ab und an trafen sie sich persönlich bei Kuraufenthalten in Pyrmont. Boie half Herder ebenso einen geeigneten Spediteur (Kutscher) zu finden, der ihm beim Umzug von Bückeburg nach Weimar diente.
Das Hauptthema ihrer Korrespondenz war freilich die Dichterei, bspw. diskutierten sie ausgiebig über den Aufsatz "Von Ähnlichkeit der mittleren englischen und deutschen Dichtkunst" (Johann Gottfried Herder, November 1777, Zeitschrift: "Deutsches Museum").
Boies Schwester Ernestine 1756-1834 heiratete 1777 in Flensburg den Dichter und Hainbund-Gründer Johann Heinrich Voß 1751-1826 mit dem sie bis zum Tode in Heidelberg lebte.
Im Alter von 62 Jahren starb Heinrich Christian Boie am 25. Feber 1806 in Meldorf, Schleswig-Holstein
Literatur
- Urs Schmidt-Tollgreve: Heinrich Christian Boie. Leben und Werk. Husum Verlag, 2004
- Karl Weinhold: Heinrich Christian Boie. 1868
- Karl Weinhold:Boie, Heinrich Christian
- Heinrich Christian Boie, Luise Mejer: Ich war wohl klug, daß ich Dich fand. CH Beck, München 1963
Boie: Heinrich Christian B., geb. 19. Juli 1744 zu Meldorf in Ditmarschen, † das. 3. März 1806. Er besuchte die Schule in Flensburg, wohin sein Vater als Prediger versetzt war, und studirte 1764–67 in Jena die Rechte. Ostern 1769 ging er nach Göttingen. Mit Gotter verband er sich hier zur Herausgabe eines Musenalmanachs, in Nachahmung des Pariser Almanach des Muses, dessen erster Jahrgang im Januar 1770 erschien. Die folgenden besorgte B. allein bis 1775, wo er die Redaction aufgab. Durch diesen Almanach und seine Verbindung mit den jungen in Göttingen studirenden Dichtern: Hölty, J. M. Miller, Voß, Ch. und F. L. Stolberg, Hahn, K. Fr. Cramer, die sich zu einem Bunde vereinigten, ebenso durch seine Freundschaft mit Bürger und seine ausgebreiteten litterarischen Bekanntschaften war er von 1770–75 von unleugbarer Bedeutung für unsere Lyrik. B. selbst bearbeitete kleine Gedichte nach dem Englischen und Französischen, übersetzte auch wissenschaftliche englische Werke. Nafang 1776 ging er als Stabssecretär des commandirenden Generals nach Hannover und blieb dies bis 1781, wo er als Landvogt von Süderditmarschen nach seinem Geburtsort Meldorf kam. 1785 verheirathete er sich mit Louise Mejer, verlor sie aber schon 1786. Er vermählte sich zum zweiten Male 1788 mit Sara v. Hugo. Mit Dohm begründete er 1776 das „Deutsche Museum“, das er von 1778–1788 und als „Neues deutsches Museum“ bis 1791 allein herausgab, eine tüchtige Monatsschrift, welche der Litteratur und dem öffentlichen Leben dienen und vorzüglich die Deutschen mit ihren Nationalangelegenheiten bekannter machen sollte. Seit dem Aufhören des Museums trat B. der Litteratur ferner, doch regte ihn sein Schwager Voß noch zu manchen poetischen Versuchen an. B. war kein Dichter, aber ein formgewandter geschmackvoller Kenner. Er hat viele jüngere Talente durch seine Bildung, durch feines Urtheil und opferwillige Freundschaft gefördert.
K. Weinhold, H. Chr. Boie. Halle 1868.
Quelle:Empfohlene Zitierweise: Artikel „Boie, Heinrich Christian“ in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayrischen Akademie der Wissenschaften, Band 3 (1876), ab Seite 85, Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: http://de.wikisource.org/w/index.php?title=ADB:Boie,_Heinrich_Christian&oldid=441490 (Version vom 14. Januar 2009, 09:01 Uhr UTC)
Historisch-Kritische Ausgabe, Briefe 1776-1782 Von Friedrich Gottlieb Klopstock
Quelle: werke und briefe: Historisch-Kritische Ausgabe ... - Google Buchsuche-Ergebnisseite
von Friedrich Gottlieb Klopstock, Helmut Riege ... - 1982 - Poetry - 501 Seiten
... durch Boies Übersiedlung nach Meldorf im Frühjahr 1781: Besuche Boies in Hamburg ... die Grafen und einige Hausfreunde zum Abendessen eingeladen hatte. ...
Weblinks
- Vorlage:Zeno-Autor
- Deutsches Museum – Digitalisat der UB Bielefeld













