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Boie, Heinrich Christian

(Weitergeleitet von Heinrich-Christian Boie)

Boje.JPG Source: Dithmarschen

Painting by Heinrich Friedrich Leopold Mathieu 1773rd Inventory number: DLM 24 757

Heinrich Christian Boie war ein deutscher Dichter und Herausgeber.

Inhaltsverzeichnis

Persönliche Angaben

  • Geburtsdatum: 19.07.1744 in Meldorf;
  • Sterbedatum: 25.02.1806 in Meldorf
  • Vater: Johann Friedrich Boie (1716 - 1776; Prediger in Meldorf und Probst von Flensburg)
  • Mutter: Engel Katharina, geborene Boie Haberkorn (entstammte einer hessischen Gelehrtenfamilie)
  • 1. Ehefrau: Juni 1785 heiratet er in Celle die damals 38jährige Luise Mejer, die bereits ein Jahr später im Kindbett stirbt.
  • 2. Ehefrau: Er heiratet Sara von Hugo (1754–1842). Der Ehe entstammen vier Kinder, darunter der spätere Jurist und Ornithologe Friedrich Boie (1789–1870) und der spätere Jurist und Naturforscher Heinrich Boie (1794–1827).
  • Kinder: Boie, Heinrich und Boie, Friedrich
  • Die Familie Boje gehörte im 18. und 19. Jahrhundert zu den sogenannten hübschen Familien.
Die hübschen Familien repräsentierten im 18. und frühen 19. Jahrhundert in der Ständegesellschaft inoffiziell den – neben Adel und Geistlichkeit – dritten Stand, das Bürgertum, dessen soziale Spitze sie darstellten, und dienten häufig als Staatsbeamte.

Werdegang

  • 1757: Besuch Heinrich Christian Boies der Flensburger Gelehrtenschule.
  • 1764: Sommer: Heinrich Christian Boie beginnt in Jena das Studium der Theologie, wechselt jedoch kurz darauf zur Rechtswissenschaft. Er liest englische Schauspiele, übersetzt und bearbeitet einige von ihnen und verfasst erste eigene Gedichte.
  • 1767: Herbst: Boie kehrt nach Flensburg zurück. Auf der Reise dorthin macht er erste literarische Bekanntschaften, unter anderen mit Gleim, mit dem er danach sogleich eine Korrespondenz beginnt, und mit Lessing, den er später noch wiederholt in Braunschweig und Wolfenbüttel wiedersieht.
  • 1769: April: Boie geht nach Göttingen, um das juristische Studium zu beenden. Während er als Hofmeister seinen Unterhalt verdient, widmet er sich dort jedoch in erster Linie seinen literarischen Neigungen. Boie gründet zusammen mit Gotter, angeregt durch den seit 1765 erscheinenden französichen »Almanach des Muses«, einen deutschen Musenalmanach, der alljährlich eine Reihe von Gedichten in einer »Poetischen Blumenlese« sammeln soll. Die beiden Initiatoren werden dabei von Abraham Gotthelf Kästner unterstützt, der neben Heyne und Lichtenberg zu den Göttinger Professoren zählt, mit denen Boie privat verkehrt.
  • 1770: Der erste Jahrgang des »Musen Almanachs« erscheint.
  • 1771 – 1775: Nach Gotters Weggang aus Göttingen gibt Boie fünf weitere Jahrgänge allein heraus, wobei er die Redaktion des letzten Jahrgangs Johann Heinrich Voß überträgt.
  • 1771: Frühjahr: Heinrich Christian Boie tritt mit den in Göttingen lebenden jungen Dichtern in engere Beziehung. Er sieht seine Aufgabe mehr und mehr darin, heranwachsenden Talenten durch Anregung und kritisches Urteil fördernd zur Seite zu stehen. Er befreundet sich mit Bürger und lernt Hölty, Johann Martin Miller und Johann Friedrich Hahn kennen.
  • 1772: September: Durch Voß und einige seiner engeren Freunde erfolgt die feierliche Stiftung des »Göttinger Hainbundes«. Boie erhält als »Werdomar« (= Name des Führers des Bardenchors in Klopstocks »Hermannsschlacht«) eine Ehrenstelle in dieser Dichtervereinigung.
  • 1773 – 1774: Winter: Den als Vorbild verehrten Klopstock, zu dem die Brüder Stolberg den Kontakt hergestellt haben, besucht Boie mehrere Wochen in Hamburg. Boie steht mit Klopstock, der zeit seines Lebens sein literarisches Idol blieb, schon vorher in Verbindung, indem er als dessen »Premierminister« (Klopstock an Ebert, Juni 1773) tatkräftige Hilfe bei der Subskribentensammlung für die Gelehrtenrepublik leistet.
  • 1769 – 1770: Winter: Auf Reisen macht Boie neue literarische Bekanntschaften und rekrutiert dadurch Almanach-Beiträger. In Berlin lernt er Nicolai, Anna Luise Karsch, Moses Mendelssohn und Ramler kennen, in Potsdam Knebel, in Magdeburg Gottfried Benedict Funk und bei Gleim in Halberstadt Johann Georg Jacobi.
  • 1770: Frühjahr: Boie trifft in Erfurt erstmals mit Wieland zusammen.
  • 1771: Boie trifft in Braunschweig Johann Arnold Ebert und Carl Christian Gärtner. In Göttingen begegnet ihm mehrfach Herder, der ihm für viele Jahre ein enger Freund wird.
  • 1774: Boie sieht in Düsseldorf die Brüder Jacobi, in Ehrenbreitstein Sophie von La Roche, in Darmstadt Johann Heinrich Merck und in Frankfurt erstmals Goethe, der ihm seinen Urfaust vorliest.
  • 1775: Dezember: Boie erhält die Zusage für die Stelle des zweiten Stabssekretärs bei der hannoverschen Armee, um die er sich zur Erlangung eines festen Einkommens, das ihm die Arbeit als Redakteur nicht bieten kann, beworben hat.
  • 1776: Er überlässt die Weiterführung des Almanachs seinem künftigen Schwager Voß. Boie bereitet gemeinsam mit Christian Conrad Wilhelm Dohm (1751–1820) die Herausgabe einer neuen Monatsschrift vor.
  • 1776: Januar: Die erste Ausgabe der Montasschrift »Deutsches Museum« erscheint. Die literarische Schrift wird bis Juli 1778 von Boie und Dohm, danach bis Dezember 1788 von Boie allein herausgegeben. Sie entwickelt sich zu einem der wichtigsten Organe in der Geschichte des deutschen Zeitschriftenwesens. Boie kann für diese Zeitschrift aufgrund seiner weitreichenden persönlichen Beziehungen einen großen Mitarbeiterkreis gewinnen: Klopstock, Bürger, Hamann, Herder, Goethe, Lenz, Klinger, Friedrich Heinrich Jacobi und August Wilhelm Schlegel.
Februar: Er übersiedelt nach Hannover, und tritt seine Stelle als Stabsekretär in der militärischen Verwaltung an. Er behält sie für fünf Jahre. In Hannover trifft er Hölty und Johann Anton Leisewitz an.
Herbst: Während er in den Familien von Johann Christian Kestner und Georg Brandes verkehrt, lernt er Luise Mejer kennen, die seine engste Freundin und Briefpartnerin wird. Eine intensive Freundschaft entwickelt sich zu dem Arzt Johann Georg Zimmermann. Als Besucher stellen sich Claudius und Anton Matthias Sprickmann ein.
  • 1779: Sommer: Boie ist mit den Brüdern Stolberg zusammen, auf deren Wunsch er Ende des Jahres eine erste Sammlung ihrer Gedichte herausgibt (Leipzig 1779).
  • 1780: Boie lernt in Kopenhagen den dänischen Minister Andreas Peter Graf von Bernstorff kennen, der sich für seine beruflichen Pläne einsetzt.
  • 1781: Januar: Boie erhält die erhoffte Stelle des Landvogts von Süderdithmarschen in Meldorf, die mit seiner Ernennung zum dänischen Justizrat (1790 Etatsrat) verbunden ist.
März: Er übersiedelt in seine Geburtsstadt, wo er den Rest seines Lebens verbringt. Freundschaftliche Kontakte zu der Familie von Carsten Niebuhr sowie regelmäßige Reisen nach Flensburg, zu Klopstock und anderen Freunden in Norddeutschland lenken ihn von beruflichen Problemen und der Isoliertheit in der Kleinstadt ab.
  • 1788: Nach dem Tod seiner ersten Frau beginnt Boie wieder Gedichte zu schreiben, um die Mitte der 90er Jahre auch mehrere größere Verserzählungen.
  • 1789: Juli: Nach der durch den Verleger Weygand herbeigeführten Einstellung des »Deutschen Museums« will Boie die Zeitschrift bei Göschen unter dem Titel »Neues Deutsches Museum« fortsetzen. Dies gelingt ihm jedoch nur bis Juni 1791.
  • 1789 – 1792: Boie ist mehrfach Gast in Emkendorf, einem Schloß des Grafen Friedrich Reventlow, doch der religiöse Dogmatismus und politische Konservativismus des Kreises veranlaßt ihn zur Lösung der Beziehungen.
  • 1804: Als einzige Einzelveröffentlichung Boies erscheinen vier »Lieder der Freude« (Friedrichstadt 1804) auf die Geburtstage des dänischen Königs und Kronprinzen.

Ehrungen

In Göttingen hat Heinrich Christian Boie 1769 – 1776 in der Barfüßerstraße 16 gewohnt; an dem Haus befindet sich heute eine Gedenktafel.


Weblinks


Darstellung auf Englisch

Heinrich Christian Boie (born July 19, 1744 in Meldorf, † February 25, 1806 ibid) was Governor of Süderdithmarschen. He also practiced as a publisher and promoter of young talent poet influence on the literary life at the end of the 18th Centuries from. He stood with many German poets and scholars, some letter, some personal contact, such as Goethe, Klopstock, Herder, Schiller, Wieland and Gleim.

Life and work

Heinrich Christian Boie was born in 1744 in Meldorf / Holstein. In 1757 his family moved to Flensburg. Boie started 1764 in Jena to study theology, but switched soon after to study law. He left Jena in 1767 and then stayed on in Flensburg until 1769 - went to Gottingen - as a student and tutor. In 1776 Boie took over the post of second secretary at Department of the Army in Hanover. In 1781 he was moved by Provost Süderdithmarschen and back to Meldorf. Boie was married to his first marriage to Louise Mejer and secondarily with Sara Hugo. Four of the children from his marriage to Sara reached adulthood, including the lawyer and ornithologist Friedrich Boie.

Boie had arrived after 1769 in Göttingen, he began with Friedrich Wilhelm Gotter in the publication of an almanac muse to work on the French model. The collection combines poetic contributions of several German authors, the first year of Göttingen Muse almanac was published in early 1770th The following volumes of the Almanac was Boie then out alone. Already in 1774 he resigned the editorship. Boie had succeeded in increasing this period to open the Almanac of modern contemporary literature. In particular, the Musenalmanach to the year 1774 was to represent the new generation of writers. Among the contributors were like Goethe, citizens and Hölty. The Musenalmanach was in the course of a widespread form of publication in German speaking area. Boies collection is to be regarded as the cornerstone of the German cultural almanac, which lasted up to early Romanticism.

After Boie had resigned the editorship of the Göttingen Muse almanac, he was with Christian Wilhelm von Dohm since the year 1776 the "German Museum" out. In the diverse and extensive monthly magazine were found among other literary, philosophical and political essays. The "German Museum" was an important institution in the history of the German journal publication. Among the contributors were, among others Herder, Hamann and Klopstock. Boie, the anxious 1778 the editors were alone, the "German Museum" (from 1789 "New German Museum") out to 1791.

Besides his work as editor of the buoy was earned as a promoter of younger poets. He assembled in Göttingen in the early 1770s a circle around the poet, who became known as the Göttinger Hain in German literary history. Boie served as mentor to the influential poet grove, which also include Hölty, Johann Heinrich Voss and Friedrich Leopold Graf zu Stolberg included.

Boie wrote poetry in almost every phase of his life, but realized early on that his skills were limited. His poems were scattered in journals and yearbooks published.

Literature

  • Urs Schmidt-Toll Greve:Heinrich Christian Boie. Life and work. Husum 2004th
  • Charles Weinstein:Heinrich Christian Boie. Contribution to the history of German literature in the eighteenth century. Hall 1868th
  • Dieter Lohmeier, Urs Schmidt-Toll Greve, Frank trend (eds):Heinrich Christian Boie - Literary agents in the Age of Goethe. Heide 2008th
  • I was probably prudent that I found you. Heinrich Christian Boies correspondence with Louise Mejer, 1777-1785, ed. v. Ilse Schreiber. Munich, 1961, ² 1963rd Reprinted Munich 1975th


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