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Hartmann, Peter

Aus Dithmarschen-Wiki

--Ditschie (Diskussion) 19:37, 16. Nov. 2016 (CET)

Peter Hartmann war ein deutscher Seemann. Als Vormann des Seenotrettungsbootes "Hindenburg" rettete er etwa 400 in Seenot geratenen Menschen das Leben.

Persönliche Angaben

  • Geburtsdatum: 22.09.1884 in Friedrichskoog
  • 08.12.1982 in Cuxhaven
  • Sein Vater war als Fischer, Bakensetzer, Lotse und Rettungsmann auf See tätig.
  • 1910 heiratete er seine Frau Anna, mit der er 1980 schließlich sogar den 70. Hochzeitstag feiern konnte.
  • Peter Hartmann zeugte zwei Söhne, die als Cuxhavens Hafenkapitän und als Bezirksschornsteinfeger mit Segelambitionen in seiner Freizeit die seemännische Familientradition fortsetzten.
  • Im Alter von 98 Jahren verstarb Peter Hartmann.

Leben

  • 1896 fuhr Peter Hartmann erstmals an der Seite seines Vaters von Friedrichskoog aus zur See. Den Sommer über ging er, wie es damals bei den Fischerjungen üblich war, in der Nordsee auf Fischfang und kehrte erst mit Beginn der Herbststürme wieder zurück und besuchte in dieser Zeit den Schulunterricht bis zur nächsten Fangsaison.
  • 1900 trat er – wie vor ihm bereits einer seiner Großväter und sein Vater – dem Seenotrettungsdienst bei und sammelte hier seine ersten Erfahrungen vor der Küste Dithmarschens auf dem in Friedrichskoog stationierten Rettungssegelboot "Eugenie". Einen Grund für diesen Schritt sah Hartmann in dem Umstand begründet, dass er der Familientradition folgen wollte. Zudem kehrten vier Familienmitglieder von einer Fischfangfahrt nicht wieder zurück.
  • 1900 führte er auch, im Alter von 16 Jahren, sein erstes Kommando als Kapitän eines Krabbenkutters, nachdem er im gleichen Jahr den erkrankten Kapitän eines Frachtschiffes auf einer Überführungsfahrt adäquat ersetzen konnte und somit seine Führungsfähigkeit unter Beweis gestellt hatte.
  • 1921 verließ er mit seiner Ehefrau Anna die gemeinsame Heimat und zog nach Cuxhaven.
  • 1932 übernahm er das Kommando über das 1932 in Dienst gestellte Motorrettungsboot (MRB) "Richard C. Krogmann", das das stärkste und längste MRB der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) vor dem Zweiten Weltkrieg darstellte (das 17,10 Meter lange Boot, ein Zweischrauber mit zwei Motoren zu je 125 PS Leistung, ging jedoch im Zweiten Weltkrieg verloren).
  • Ab dem 22.12.1944 übernahm Peter Hartmann als Vormann und Kapitän das seinerzeit sehr moderne Seenotrettungsboot "Hindenburg (IV)" mit der internen Kennung KRA 101. Es war das vierte Rettungsboot mit diesem Namen – die unmittelbare Vorgängerin sank 1940 mit der aus sechs Mann bestehenden Besatzung vor Borkum. Die "Hindenburg (IV)" gehörte zu einem neuartigen und größeren Schiffstyp, als er bislang in der Seenotrettung üblich war.
  • 1950 war die DGzRS finanziell ziemlich angeschlagen – Peter Hartmann unternahm daraufhin mit „seiner“ Hindenburg „Werbefahrten“, um Städte, Kreise und Gemeinden an den Küsten für die Deutsche Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger und deren lebensrettendener Arbeit zu interessieren. Die Fahrt führte ins Binnenland, aber auch den Rhein und Main hinauf sowie bis zur damaligen Bundeshauptstadt Bonn. Hier begrüßte Hartmann dann sogar den amtierenden Bundespräsidenten Theodor Heuss auf seinem Rettungsboot, der am 11.03.1950 schließlich die Schirmherrschaft für die DGzRS übernahm.
  • Am 01.07.1958 ging Hartmann im Alter von 74 Jahren in den Ruhestand – zwei Wochen, nachdem „seine“ Hindenburg nach Dithmarschen verlegt und in Cuxhaven durch ein moderneres Schiff ersetzt worden war. Aus dem aktiven Dienst wurde er vom Ortsbeauftragten der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) Ewald Ottens verabschiedet. Die Tagespresse beschreibt Hartman trotz seines hohen Alters als jemanden, dem man sein Alter nicht ansieht.
  • Insgesamt wurden 800 Menschen mit der Hindenburg (IV) gerettet – über 400 davon von Peter Hartmann und seiner Crew.
  • Nach seiner Tätigkeit für die DGzRS war Hartmann noch einige Zeit als Lotse tätig, bevor er sich endgültig zur Ruhe setzte.

Auszeichnungen

  • Am 21.12.1951 erhielt Hartmann für seine Rettungstaten das Bundesverdienstkreuz. Dieses überreichte ihm der Stader Regierungspräsident Walter Harm, dem ein Vorschlag des damaligen niedersächsischen Ministerpräsidenten Hinrich Wilhelm Kopf vorausgegangen war. Hartmann war mit 370 bis zu diesem Zeitpunkt geretteten Menschenleben Niedersachsens erfolgreichster Lebensretter.

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