Schumann
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Ein dithmarscher Bildhauer in Carrara
Hans-Pierre Schumann geb. 1917 in Heide in der Marschstrasse / heute Büsumer Strasse
Nach Einschätzung des Dithmarscher Museumsdirektors Dr. Wolf-Dieter Könenkamp handelt es sich bei Pierre Schumann gemessen an seinem internationalen Renommee „um einen der bedeutendsten, wenn nicht den bedeutendsten lebenden schleswig-holsteinischen Künstler.“
„Pierre Schumann kann auf ein Lebenswerk von ungewöhnlichem Umfang und bemerkenswerter Kraft und Eindringlichkeit zurückblicken“, bescheinigte ihm der jüngst im Alter von 64 Jahren verstorbene ehemalige Schleswig-Holsteinische Kultusminister Peter Bendixen zum 70. Geburtstag. Mittlerweile hat der Dithmarscher Künstler die 90 erreicht.
Hans-Adolf Pierre Schumann verdingte sich ohne Abitur bei unterschiedlichen Handwerkern, lernte den Beruf des Steinmetz und studierte nach dem Krieg an der Hochschule für Bildende Künste in Hamburg. Dort bekam er von seinem Lehrer Edwin Scharff wesentliche Anstöße. Der junge Student orientiert sich aber auch den bedeutendsten Bildhauern der Vergangenheit wie zum Beispiel Rodin. 1950 setzte der Dithmarscher das Studium in Stuttgart bei Otto Baum fort.
Dr. Wolf-Dieter Könenkamp, Direktor des Dithmarscher Landesmuseums: „In Paris, wohin es ihn von 1954 bis 1964 jährlich zog, begegnete er großen Künstlern, unter anderem Hans Arp und Constantin Brancusi.“ Sein altes Atelier befand sich in der alten Mühle von Westermühlen bei Itzehoe. Er führte ein Leben zwischen der Familie dort, Hamburg und der künstlerischen Weltmetropole Paris.
Seit 1964 schuf er in Carrara, wo bereits Michelangelo seinen Stein beschlug, im eigenen Atelier Werke, die er gemeinsam mit Henry Moore bei einer Bienale in Venedig im Deutschen Pavillon zeigte. Dort erhielt er einen ersten Preis.
1976 zieht Schumann von der Westküste an die Ostküste; im alten Schulhaus von Sagau, nahe bei Eutin, richtet er sich Lebensraum und Atelier ein. Dr. Könenkamp: „Daneben zieht es ihn immer wieder für Monate nach Carrara, außerdem beschäftigen ihn die zahlreichen Ausstellungen seiner Werke nicht nur in Deutschland, sondern in ganz Westeuropa, ja Übersee, Sao Paulo etwa, Montreal und Sidney.“
1953 hatte Schumann die erste Einzelausstellung im Wenzel-Hablik-Haus in Itzehoe. Seither folgten jährlich mehrere Ausstellungen. Geschätzte Zahl: weit über 150. Daneben ist Pierre Schumann, zum Teil seit den frühen 50er Jahren, Mitglied in internationalen Künstlergruppen und Künstlerverbänden in Frankreich, Italien, Dänemark und Deutschland.
2007 Verleihung des Kulturpreises des Landes Schleswig-Holstein.
Ansprechpartner der Ausstellung im Dithmarscher Landesmuseum:
Herr Bernhard von Oberg Kreis Dithmarschen Stabsstelle Presse- und Öffentlichkeitsarbeit E-Mail: pressestelle@dithmarsc[...] Telefon: +49 (481) 97-1242 Fax: +49 (481) 97-1408
Anmerkung: Bei der eilig improvisierten Ausstellung (nach der Verleihung des Kulturpreises des Landes Schleswig-Holstein)im Dithmarscher Landesmuseum Meldorf waren nach Aussage von Hans-Pierre Schumann lediglich 8 Personen erschienen. "Anscheinend hatte man keine Einladungen versandt". So der Bildhauer.
Biographie
1917
wird Pierre Schumann in Heide geboren.
Er lernt sein Handwerkszeug nach seiner Schulausbildung zunächst als Steinmetz. Anschließend unternimmt er Reisen durch Frankreich, Belgien und Holland.
Der 2. Weltkrieg hindert ihn jedoch, sich seinen künstlerischen Studien zu widmen.
1947
geht er bei Erwin Scharff an der Hamburger Kunsthochschule in die Lehre, wo er aber nur einige Semester blieb.
Er reist nach Paris, dem damaligen künstlerischen Zentrum schlechthin, wo er u.a. Ossip Zadkine, Jean Arp und Hans Hartung kennenlernt.
Später geht er zu Otto Baum nach Stuttgart, unter dem er zu seiner eigenen künstlerischen Ausdrucksform findet.
In den darauffolgenden Jahren sind seine Werke auf vielen Ausstellungen zu sehen.
1952
stellt er in Hagen mit Picasso und Soulages aus
1954
stellt er im „Salon de le jeune Sculpture“ in Paris aus.
Es folgten Ehrungen und Auszeichnungen in Europa und auf dem amerikanischen Kontinent.
1967
erhält Schumann in Carrara den ersten Preis der internationalen Biennale für seine Skulptur „Madonna Nera“.
1973
bei der 5. Skulpturen-Biennale in Carrara hebt Henry Moore seine Arbeiten als die besten hervor. Seit dieser Zeit arbeitet er regelmäßig in Carrara, was bis heute sein bevorzugtes Arbeitsgebiet geblieben ist.
Quelle: Galerie Francaise
Links
Wertschätzung in Dithmarschen
Diese Abbildung zeigt den Katalog-Titel zur Ausstellung, die Hans-Pierre Schumann gemeinsam mit seinem Freund Jens Rusch 1991 im Brunsbütteler Elbeforum zeigte. Den Titel "Stadtgalerie" über dem Schriftzug "im Elbeforum Brunsbüttel" mußten die beiden Künstler gegen ihren Protest auf Betreiben der damaligen Stadtgaleristin Marina von Assel wieder entfernen, weil diese Arbeiten nicht dem "erwünschten Niveau" der Stadtgalerie Brunsbüttel entsprächen.
Kulturpreis
Bereits viermal wurde Schumann ohne Resonanz für den Dithmarscher Kulturpreis vorgeschlagen. Inzwischen wurde ihm der Landeskulturpreis verliehen.












