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Böhlig, Erich

(Weitergeleitet von Erich Böhlig)

Erich Böhlig (*1885, †1944) war ein Mitarbeiter des Heider Anzeigers, Vorgänger der Dithmarscher Landeszeitung. Er arbeitete als Schriftsetzer, später auch als Korrektor, bis er 1933 vorn den Nazionalsozialisten das erste Mal verhaftet und in einem Konzentrationslager inhaftiert wurde.

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Inhaltsverzeichnis

Eine geachtete Persönlichkeit

Erich Böhlig war eine bekannte und geachtete Persönlichkeit in Heide. Er arbeitete erst als Schriftsetzer, später als Korrektor beim "Heider Anzeiger". Er gehörte zur Generation der Frontsoldaten des ersten Weltkrieges, der seine Kriegserfahrungen in politisches Engagement münden ließ. Mit der Gründung der Heider KPD 1920 wurde er deren erster Vorsitzender und hatte dieses Amt bis 1923 inne. Er verkehrte in den Arbeiterlokalen und war Stadtverordneter der Stadt Heide. Neben seiner politischen Rednertätigkeit engagierte er sich für die sozial schwachen Mitmenschen. "Er sammelte während der Weltwirtschaftskrise bei Heider Geschäftsleuten für Arbeitslose..." (Zitat nach Pfeil 1996).

Konzentrationslager

Noch im März 1933 (also schon während des Nationalsozialismus in Heide) kandidierte er als Spitzenkandidat der Heider KPD für das Stadtparlament. Trotz massiver Hetze und Wahlbehinderung wurde Erich Böhlig gewählt. Sein Mandat konnte er nicht antreten, denn "Der kommunistische Vertreter war nicht geladen und ist auch nicht erschienen." meldet der "Heider Anzeiger" am 2. April 1933. Am 11. April 1933 wurde Erich Böhlig verhaftet und über ein Jahr in den Konzentrationslagern Schleswig und Glückstadt inhaftiert. Nach seiner Freilassung wurde er bei seinem Arbeitgeber nicht weiter beschäftigt und musste in der Hemmingstedter "Hölle" (so wurde die DEA -heute Shell- in Hemmingstedt genannt) arbeiten.

Gewitteraktion

Nach dem Umsturzversuch vom 20. Juli 1944 wurde Erich Böhlig vom Heider NS-Bürgermeister Herwig, Karl für die "Gewitteraktion" auf die Liste der zu Verhaftenden gesetzt. Erich Böhlig trat eine neue Leidenszeit im KZ Neuengamme an. In den letzten Kriegstagen noch wurde das KZ geräumt. Die Häftlinge zogen in Todesmärschen zu Fuß nach Lübeck und wurden dort in der Absicht, Spuren der KZ-Verbrechen durch eine Versenkung in der Ostsee zu vernichten, auf Schiffe verladen. Erich Böhlig kam auf die manövrierunfähige "Cap Arcona" und überlebte den Brand und die Kenterung des Schiffes nicht.

Bücher

Quellen: Rehn, Marie Elisabeth: Heider Gottsleider, Erstauflage Basel 1992, neu aufgelegt 2005, Pro Business Verlag Berlin, S. 44-45, S. 47, S. 60-63, S. 125-126, S. 260-261 Pfeil, Ulrich: Die KPD im ländlichen Raum in: Demokratische Geschichte, Jahrbuch zur Arbeiterbewegung und Demokratie in Schleswig-Holstein, Kiel 1996, S. 173/174 Pfeil, Ulrich: Vom Kaiserreich ins "Dritte Reich", Heide 1890 - 1933, Heide 1997, S. 149 f., S. 180 Gietzelt, Martin und Pfeil, Ulrich: Dithmarschen im "Dritten Reich" 1933-1945 in: Geschichte Dithmarschens, Heide 2000, S. 359/360 Dittrich, Irene: Heimatgeschichtlicher Wegweiser zu Stätten des Widerstandes und der Verfolgung 1933-1945, Band 7, Schleswig-Holstein 1, Frankfurt 1993, S. 72


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