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Schmekel, Emil

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Inhaltsverzeichnis

Kreuzstrasse 51

Emil Schmekel wird von seiner Frau als ruhiger und friedliebender Mensch beschrieben. Er hatte eine Kohlenhandlung in der Kreuzstraße 51 und war bis 1933 in der SPD aktiv. Anna Schmekel hatte verzweifelt versucht, ihren Mann auch mit der Hilfe eines Anwalts aus der KZ-Haft freizubekommen, in die er im August 1944 kam. Nach dem gescheiterten Umsturzversuch vom 20. Juli 1944 führten die Nazis eine groß angelegte Vergeltungsaktion durch, die so genannte Gewitteraktion. Funktionäre von SPD, KPD und Gewerkschaften sowie ehemalige Abgeordnete von SPD und KPD sollten festgenommen werden.

Verhaftungen

In Heide liess der Nazi-Bürgermeister und SS-Oberführer Herwig, Karl vier Personen verhaften: Erich Böhlig (KPD), Auguste Ebeling (SPD), Thord Jibsen (SPD) und Emil Schmekel (SPD). Nur zwei der Verhafteten überlebten. Die Hilfegesuche von Anna Schmekel bei Herwig blieben ohne Erfolg. Emil Schmekel wurde von Herwig als politisch unzuverlässig eingeschätzt, weshalb er es ablehnte, sich für ihn einzusetzen. Der Grund für diese Einschätzung war vermutlich, dass Schmekel nicht in die NSDAP eingetreten war. Herwig hätte aber durchaus etwas für Schmekel tun können, denn er kannte den Leiter des KZ Neuengamme, Pauly, Max , da beide aus Wesselburen stammten. Der Nazi-Kreisleiter von Norderdithmarschen Hans Christian Hinrichsen gab auf die Rückfrage der Gestapo an, die eine mögliche Entlassung prüfen sollte, daß er Schmekel für politisch unzuverlässig halte.

Bergen-Belsen

Emil Schmekel ist vom KZ Neuengamme weiter zum KZ Bergen-Belsen deportiert worden, wo er laut Sterbebuch am 22.11.1944 starb, nur etwa drei Monate nach seiner Verhaftung. Als Todesursache wurde "Lungentuberkulose" angegeben, was jedoch nach Aussage der Gedenkstätte Bergen-Belsen eine Standardangabe war und vermutlich nicht der Wahrheit entspricht. In den Gerichtsakten aus dem Verfahren gegen die für die Verhaftungen Verantwortlichen Herwig, Hinrichsen und Oesau steht: "Schmekel erkrankte im KZ Neuengamme an Lungenentzündung. Nach seiner Genesung musste er stundenlang in einer offenen, zugigen Scheune warten. Er erkrankte erneut an einer Lungenentzündung und bekam gleichzeitig noch die Ruhr. In diesem Zustand wurde er in das KZ Bergen-Belsen überführt. In diesem als Vernichtungslager bekannten KZ verstarb er kurze Zeit darauf."

Bücher

Quellen: Rehn, Marie-Elisabeth: Heider Gottsleider, Erstauflage Basel 1992, neu aufgelegt 2005, Pro Business Verlag Berlin, S. 125-126, S. 261 Erklärung von Anna Schmekel vom 16.10.1947 Urteil des Schwurgerichts Flensburg gegen Oesau, Herwig und Hinrichsen vom 01.09.1949 (BA Z38/437) Gedenkstätte Bergen-Belsen Martin Gietzelt und Ulrich Pfeil: Dithmarschen im "Dritten Reich" 1933-1945 in: Geschichte Dithmarschens, Heide 2000, S. 359/360

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