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Dithmarschen-Traktate 05

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Inhaltsverzeichnis

Dithmarschen-Traktate

Die Serie Dithmarschen-Traktate steht allen Autoren von Abhandlungen, Dissertationen oder Artikeln zu dithmarscher Themen zur Veröffentlichung offen. Wir weisen darauf hin, daß das Copyright bei den jeweiligen Autoren liegt. Sind Zitate oder ganze Beiträge gewünscht, setzen Sie sich bitte mit den Autoren in Verbindung. In der Regel wird Ihnen eine private Nutzung dann honorarfrei gestattet werden, eine Veröffentlichung ohne Genehmigung und Autorennennung verstößt gegen deutsches Urheberrecht.


Die Tapetenfarbe im Nirwana oder Mein Freund kennt jede Traktorspur zwischen Brunsbüttel und Lunden

Bernhard von Oberg

Die Kreidezeit

ist der Zeitabschnitt vor 144 bis 165 Millionen Jahren. Sie war geprägt von der Herrschaft großer Fleisch fressender Dinosaurier und einem plötzlichen Aussterben der Dinosaurier, als vermutlich ein Meteorit in die Erde einschlug. Mit einem großen Knall endete die erste Kreidezeit.

Das Ende der zweiten Kreidezeit erleben wir derzeit alle mit. Nach Schiefertafel, Griffel und Schwammdose im Schülerranzen steht, so heißt es, jetzt das Ende der guten alten Wandtafel vor der Schultür. Sie wird schleichend abgelöst von „elektronischen Tafeln“.

Schade, schade, liebe Freunde.

So manche hoffnungsvolle Künstlerkarriere, die in der Fünf-Minuten-Pause drei Schritte hinter dem Lehrerpult mit einer Karikatur begann, wird es in Zukunft – nach Einschätzung der Kieler Nachrichten – nicht mehr geben.

Zum Glück sehen wir heute die Arbeiten eines Künstlers, der das Glück hatte, nicht vom T-Rex verspeist zu werden und das Kratzen der Tafelkreide noch persönlich erlebte.

Letzteres hat seine künstlerische Vita nachhaltig geprägt – was die Malmittel anbelangt. Ich bin stolz, sein Freund sein zu dürfen. Ganz kennen gelernt habe ich ihn noch nicht. Er ist immer für eine Überraschung gut. Verglichen mit seinem Farbspektrum wirkt jeder Regenbogen blass.

"Europa" von Dieter Oeding

Oder – wie es eine Bewunderin angesichts seiner Bilder spontan bemerkte: „Das sind die Farben von Victor Vasarely.“

Wer in Dithmarschen lebt

, der kann nicht jeden Tag mit einem leibhaftigen Dschungelführer aus Kerala reden. Dschungelführer aus Kerala sind sehr selten bei uns.

Komplizierter wird die Sache, wenn dieser Dschungelführer als Schwarz-Fahrer Linienbusse steuert; denn, wie jeder weiß, ist das Reden mit dem Fahrer während der Fahrt verboten.

Übrigens: Dschungelführer in Kerala bewegen sich meistens auf dem Fahrrad fort, wenn sie nicht gerade auf einem Elefanten sitzen.

Der Künstler, von dem hier die Rede ist – wie Sie hören, erspare ich es mir über seine Kunst zu reden, da ich erstens kein Kunsthistoriker und zweitens kein Kunsthändler bin -, der hat bereits viermal die Entfernung Erde – Mond am Steuer seines Busses zurück gelegt, zweiundeinhalb Mal allein in Schleswig-Holstein. Er kennt jede Traktorspur zwischen Brunsbüttel und Lunden – so wie er die Elefantenfährten im Busch von Kerala kannte.

Indienfahrer

Ziemlich schnell in seiner Karriere entdeckte der Indienfahrer – er ist gebürtiger Hamburger und nicht stolz darauf, mit Udo Lindenberg Schach gespielt zu haben:

Du kommst allein mit der Kunst dahin, wohin kein Bus kommt – und kein Fahrrad und kein indischer Elefant. Allein die Kunst bietet Zugang zum Wesentlichen.

Blieb für ihn allein die Frage nach den Ausdrucksmitteln.

Und damit sind wir fast schon wieder am Ausgangspunkt der Geschichte angelangt. Inder pflegen in diesem Zusammenhang von Karma zu sprechen.

Für einen Busfahrer lautet das Karma „Raus aus dem Bus – Rein in den Bus“. Aber das nur nebenbei.

Das Karma

unseres Künstlers ist die Kreide:

Überall verfügbar und einsatzfähig wie ein Schweizer Offiziersmesser, vom feinen Strich bis zur breiten Schattierung.

Seit seiner Schulzeit hat sie ihn nicht losgelassen.

Aus den akkuraten Spazierstöcken – Ältere unter uns erinnern sich – und den Paukerportraits sind erotische Darstellungen geworden. Der Mensch wird reifer mit den Jahren.

Sie können mit ihm über alles sprechen, nichts ist ihm fremd. Nur eine Ausnahme müssen Sie unbedingt berücksichtigen:

Persönlich ist es ihm stets egal gewesen wie die Tapetenfarbe im Nirwana, ob blau oder rot gekauft wird.

Er ist und malt so, wie er ist. Und er ist gut so, mein Freund Dieter Oeding.

Wer mag kann selbst mit ihm über Ganesha, den alten Elefantengott, und die abenteuerliche Welt der Busfahrer sprechen, in der Galerie Nordlicht, die er mit der Bildhauerin Eve Wiemer aufgebaut hat (www.galerie-nordlicht.de).


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