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Dithmarschen-Traktate 02

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Inhaltsverzeichnis

Dithmarschen-Traktate

Die Serie Dithmarschen-Traktate steht allen Autoren von Abhandlungen, Dissertationen oder Artikeln zu dithmarscher Themen zur Veröffentlichung offen. Wir weisen darauf hin, daß das Copyright bei den jeweiligen Autoren liegt. Sind Zitate oder ganze Beiträge gewünscht, setzen Sie sich bitte mit den Autoren in Verbindung. In der Regel wird Ihnen eine private Nutzung dann honorarfrei gestattet werden, eine Veröffentlichung ohne Genehmigung und Autorennennung verstößt gegen deutsches Urheberrecht.


Dithmarschen-Traktate

Von nun an geht’s bergab oder doch nicht?

Von Bernhard von Oberg

Hilmar von Münchhausen, Georg von Holle und Christoph von Wrisberg, drei Namen, die bei der letzten Fehde – in unterschiedlicher Schreibweise – immer wieder auftauchen. Das Kerngeschäft der drei Adligen ist der Krieg, ihre Ware sind Söldner. Münchhausen ist der Neffe von Holle. Seine Mutter ist eine Margarete von Oberg.

Alle Kriege sind – aus heutiger Sicht – barbarisch. Da macht die letzte Fehde der Dithmarscher keine Ausnahme. War es ein besonders barbarischer Krieg, „der Krieg der Dänen gegen Dithmarschen“? In den Augen der Dithmarscher, vielleicht?

Aber: Wie beurteilte der Adel den Gang der Dinge. Die Weltsicht vom Söller einer Burg unterscheidet sich von der Perspektive am Dorfteich. Dithmarschen-Wiki macht es möglich, mit einem Klick die Perspektive zu wechseln und sich ein eigenes Bild der Ereignisse zu machen.

Nach den Ausführungen des Heinrich Rantzau über den Blitzkrieg im Brachmond 1559, übersetzt von der Dithmarscher Archivarin Helene Höhnk, hier nun das Sechste Buch des Neocorus – einleitend in Hochdeutsch. (Anm. des Autors: Die vollständige Übersetzung ist für Dithmarschen-Wiki in Arbeit.)


Folgt man den einleitenden Ausführungen Neocorus im Sechsten Buch, so macht sich Untergangsstimmung breit. Nach Ansicht des Büsumer Geistlichen, der 1559 als Kind erlebte, fühlten die Dithmarscher, dass alle Wege nach unten führen, dass Dithmarschens Aufstieg vorbei ist und die besten Tage hinter ihnen liegen.

Das Sechste Buch

Glaub- und denkwürdige Geschichte, die sich in Dithmarschen ereignet und zugetragen hat. Dieses Buch handelt allein von der letzten Fehde und der Eroberung des Landes.

Mit Dithmarschen geht es bergauf, bis hierher. Je umfassender die Dithmarscher die schlechten Gewohnheiten und den Aberglauben ihrer Voreltern ablegen, desto besser wird ihre Lage. Ihre Kraft wächst mit jeder Fehde. Plötzlich wendet sich das Blatt und die Dithmarscher sind im Begriff die Freiheit, ihr höchstes Gut, zu verlieren.

Nichts in der Welt hat Bestand: „Ja, wir sind Trojaner gewesen und haben bessere Tage gesehen. Plato hatte Recht, als er Timaeus sagte, es habe vor 9 000 Jahren ein viel schöneres Athen gegeben.“



Belli Dithmarsici – Die letzte Fehde

Stille Bündnisse mit der Hanse.


Eine Zeit lang herrschte Frieden im Lande Dithmarschen. Die fürstlichen Kontrahenten waren untereinander vollauf beschäftigt mit Verheeren, Blutvergießen und Bürgerkriegen. König Christian III. erwies sich als Geschenk des Himmels: Als gerechter und friedsamer König wünschte er keinen Streit mit seinen Dithmarscher Nachbarn - weder jetzt noch in Zukunft. Diese Friedensbotschaft legt er auf dem Sterbebett seinem jungen Herrn und Sohn Friedrich ans Herz. Gerne hätte der junge König den väterlichen Rat befolgt und gehorcht. Jedoch auf wunderliche Art und Weise wird der Kronprinz von seinem Onkel und Vetter, dem Herzog Adolph, und seinen nächsten Ratgebern zum Krieg geradezu genötigt. Davon handelt die folgende wahrhaftige Geschichte...


Dat Soste Bock

Geloff= unde denkwerdiger Geschichte So sich in Ditmerschen begeven unde thogedragen, alleine de lateste Veide unde Eroveringe des Landes belangede.

Bet anhero iß Dithmerschen erhöget; den jemehr it sich van ehrer Vorolderen bösen Gebruken unnd Affgoderie gewendet, je mehr iß it gebetert unnd sick sulvest meher unnd mehr steds averlegen gewesen. Nun wert it fallen unnd sine eddele Frieheit vorlesen, wo den nicht Bestendiges under der Sunnen, dat men seggen konne: fuimos Troes! Unnd Platoni bifallen, de vorgeven dorfte, dat vor negen dusent Jaren ein veel schoner Atheen gewesen. Plato in Timaeo.





Beschrivinge der jungesten Dithmerschen Veide

Wo Dithmerschen im Freden und sick in de Hense begeven.

It hadde dat Landt Dithmerschen nu eine Tidtlang Frede, dewile de, so it vorunrouwingen plochten, under sick mit innerlichen Krigen, Vorheringe unnd Blotvorgerende genoch to schaffen hetten. Unnd waß doch Konig Christian de drudde ein sonderliche Gave Gotteß, ein gerechter fredesamer Koning, de nicht allein bi siner Levendeßtidt gerne Frede geholden, sondern ock in sinem Dotbedde sinem jungen Hern und Sone den Frede geraden; dem ock de junge Koning gerne gefolget und gehorket, wen he nicht thom Krige wunderlich getagen unnd uth hochdringenden Orsaken genödiget, sowol van sinen Veddern H. Adolph, alß sinen vortruwesten Reden, wo folgende wahrhaffte Geschichte wert uthwisen.



Dewile se averst ehren olden Vienden, wen de thor Rowe gestellet, nicht wol getruwen dorsten, richten se mit den ummeligenden Seesteden eine Bundeniß an. Vorsehen sich unnd trachten darnha, wo se sich mit Geschutt, Krutt, Loth, Harnisch, Were unnd dergeliken tho Krigen nottrofftigen Vorrath vorsorgen muchten, den se lichtlich tho erachten; in maten duße ehre Rekeninge unnd Vorbedenken ehn nicht gefeilet, dat wen de Koningliche Stam tho Dennemarken undd dat Huß tho werklichen Frede unde Rowe einmal wedderumme gekamen, se mit densulven ahne Twiffel wurden möten tho doende hebben.

H. Adolph van Holstein geith mit Kriges Gedanken umme.

Nu ging Hertoch Adolph van der Tidt an, alß he na sinen kindtlichen Jaren thom vormögenden Older angaender Jogend etlicher maten gekamen unde wehrhafftich geworden, uth rachgirigen angebarnen forstlichen Gemöte, allein darmit umme, wo he de wedderwertige unnd ungeluckliche van sinen Vorvharen gedahne Schlachten in Ditmerschen, erwen mit einen nien Sieg unde Averwindinge, sinen Namen dardorch bi menniglich berömet tho maken unnd jahrliches Inkamen tho mehren, wederumme mochte vorgelden.

Solches understunt he sich bald, do he van Keiser Caroln in der Metzischen Belageringe Bestellinge gehat, unnd hernacher van dannen affgetagen. Deßgelichen alß Jurgen van Holle unnd Hilmer van Monnchusen im Stifte Bremen gelegen, mit welchen er vast allerdinge wol einß war.

It mangelet averst in der Tidt vornemlich daran, dat Koning Christian hochloblichen Gedechtnus mit Older unde Schwacheit nunmehr beladen, unnd gaff mehr Achtinge up siner Selen Heil, den he mit weltlichen Hendelen sich verners belode, wolde ock tho siner Tidt in vorgenamene Krigeßhandlinge unnd jegenwerdich Blottvorgeten offt wol solkes de Hertoch int Werk tho richten schon gefast, niemalß consentiren unnd vorwilligen, sondern undernam sich vele meher, datsulvige jummerdar tho hindern.

Derwegen muste Hertoch Adolph den Handell, unnd gelichwol etweß ungeduldicher Wise, instellen unnd betere Gelegenheit, deren he alle Tidt, sine Vorvharen tho wreken, unnd de Ditmerschen ehrer mit Gewalt hergebrachten Frieheit tho entsetten, flitich nagetrachtet, erwarten.


H. Adolph beschicket alles thom Krige.

Leftlich, alß he vormerket, dat it numehre an dem wehre, dat Got sinen Broder van dieser Welt worde affordern, wo he den also balt in Got entschlapen, gedachte de Hertoch, it were nun den Handel mit der Dath anthogripen, de rechte Tidt, bearbeidede sich thom Kile umme Gelt, brachte datsulve in gehem thosamen.

Vorreisede darnha ume Pascha tho Wulffenbuttel tho Hertoch Hinrich, plegede allerhande saken unde Rathschlage mit ehm, also dat vorgenhamene Krigeßhandlinge Hertoch Hinrichen unvorborgen gewesen.Denn it dothomal eine gemene Sage in Düdschen Landen gewesen, dat he Hertoch Hinrich jungeste Dochter, welche nhamalß H. Philips van Brunschwich tho Grubenhagen vormhalet worden, scholde thor Ehe bekamen.

Dem si wi em will, so iß doch unlochbar, dat Hertoch Hinrich aller Saken mit bewust unnd ehme domahl Vorschuss gedhaen. (Unvormerket under dißen Schine heft he alß he van Wolffenbuttel gekamen.) Unnd darmit he thor Vorsamlinge mochte kamen, heelt he einen Kreißdach, brachte dorch Daniel Rantzow, domalß Drosten tho Peine, demnha dißen Ortern daßulve wat entlegen, Wulf Schonewesen, einen wolerfarnen olden Krigesman, mit einem Regimente Votvolk, unnd Jochim Blankenborch mit einem Schwade Ruter in Bestellinge.

Worumme H. Adolph mit den Kriges=Anschlegen so gar heemlich umgan, ahne Vorweten des Printzen unnd sines Broders.

Richtede also deße Dinge mit einander in aller Stille unde ahne Vorweten siner vornemsten Rede, utgenamen etlicher weinich, alß Moritz Rantzouw unnd sonderlich D. Adam Drahteher, den Cantzeler, welchem he dißen sinem Radtschlach unde Meining entdecket, thor Hande. In Betrachtinge unnd des Vorhapendes, wen de Krigeßlüde nu bieinander, konde de Toch nicht so lichtlich hinderstellich gemaket werden unde tho rugge gaen. It muste etwen de Printz van Dennemark unnd H. Johans ehme alleine an den Ditmerschen sin Heil tho vorsöken gestaden, edder averst tho gelike mit ehm vortschriden unnd wedder de Fiende sulvest helpen den Angrepe dohen. Unnd twar dat erste wehre ehm an vordrechlichesten gewest, alß he den gentzlich in Hopening stund, demnha de Printz noch nicht gekrönet, men worde ehm den gantzen Handel allein tho vollenthen, avergegeven hebben. To deme heelt he alle Saken ock vornemlich darum also in geheim, dewile ehm nicht unbewust, dat de Holsteinische Rede keineßweges, unnd noch vele weiniger de Denische, in vorgenamenen Toch, wo nicht albereit beide Ruter unnd Knecht im Velde, worden vorwilligen, Unnd sonderlich, dewile Koning Christian allererst mit Dode affgangen und dem Printzen noch keine Krönung geholden. Och gedachte he, it were alle Gelucke und Wolffart deß Krigeß in der Ile und schlunigen Averfalling gelegen. Wen he de Ditmerschen unbereidt unnd seker, de sick des keineswegens vorseheden,mit Wolbedacht und wolgerusteder Krigeßmacht unnd Schreckenaverfelle, so weren se desto illigerunnd behänder tho underdrucken. Nu Got iß alle Ding bekannt, averst dit iß lichtlich tho ermeten, dat ehme solches ovel wehre uthgegangen sin, wo iverich he ock sonst thom Krige, begirich des Romes unnd flitich sine Lande tho vorwidern he sin mochte; den wat it ehme Gefahr gestanden, insodaner Macht unnd velen geplechten Rade, wert nhafolgende Historia uthwisen.

H. Adolph erlangt van Kaiser Caroln Besteding der Erbschop Dithmerschen.

It hadde ock Hertoch Adolph sich insiner Jogent an Caroli V. , des domalß mechtigsten Rohmischen Keiserß, Hoff begeven, unnd dorch sine getruwe Denste unnd sehr instendige flitige Bede so vele tho wege gebracht, dat hogstgedachter Keiser Carol uth Keiserlicher unnd des Römischen Riches Macht, de Belehnung, so vormalß van siner K.M. Grott=Vadern Frederico, dem drudden des Namens, Christiano dem ersten geschen, van niem bestediget, dat nomlich uth Holstein, Stormarn unnd Ditmerschen ein Vorstendom gemakt wurde, unnd daraver Römischer K. M. Breff unnd Segell erlangt, up de der Bröder Christian Koning, Johans unnd Adolph, alle Hertogen tho Holstein holdende. Im Jahre Christi unsers Hern 1548.


Wo solch H. Adolphs Vornemen entdecket.

Dewile nun der Stadtholder Koninglicher M. Landen in den Furstendohmen in sulvigen Landen residerende, hebben solche Krigesgewerbe ehme nicht wol vorhalen bliven mögen, alß he averst deß ichteß weß vormerket, hefft he, wo ehm nicht wol anders geboren mögen, solches an den jungen Printzen erstlich unnd darnach an sinen Vader H. Johan Rantzowen, Rittern, schrifftlich gelangen laten, doch vorhen alle Dinge wol vorkundschoppet.


H. Johan Rantzouw schrifft an H. Adolph.

Nhadem nun under andern de Statholder sinem Vader tho Gemöte gevöret, watt ein grott Upror hirop erfolgen wurde unnd watt vor Hatt under den verwantten Fursten tho besorgen, demnha he nha siner hogen Wißheit unnd groten Ansehende solchen anstaenden Ungelucke mit tidigen Rade bejegenen unnd thom Frede unnd Gedien des Vaderlandes raden unnd richten wolde: leth gedachter H. Johan Rantzouw ein Schrivent an H. Adolphengelangen, darin he ehn vormanet, he solche grote Hitte, Iver unnd groten Begir des Kriges in weinich miltere, unnd bedenke, so he allein sich den Krig tho fören sich understaen worde, in wt grote Beschwerden unnd Geferlichkeit he sich gudes Willens begeven unde setten worde, daruth he sich nicht licht ahne sinen groten Schaden uthwicklen konde. Den erstlich worden de Ditmerschen alß dapfere unnd starke Helde ehme mit aller ehrer Krigeßmacht Wedderstandt doen. Nahmalß hedde he hirin des Printzen, wo nicht apentliche, doch hemliche Vientschop, unnd gelicher Gestalt der Stede Lübeck unnd Hamborch Ungunst tho besorgen. Alß letzlich, dat, offt it schone an Gelde nicht mangelde unnd erwinden sollte, worde he dochan Profiant Gebrechen liden möten, welches der Printz unnd Stede ehme verweigern wurden. Biddet darup, dat he einem van sinen geheimen Reten an ehm schicken woll, mit deme he diße Dinge wittlusstigen handelen mochte.


H. Johan Rantzouw will tho Niemunster nicht in den Krig vorwilligen.

Up solchen Breeff schickte de Hertoch Bertram Sesteden, sinen Radt unnd H. Johan Rantzowen Schwager, an Johan Rantzouwen nha Niemunster. Dersulve understundt sich im Ingange de Beschwernissen, dern in deme Breve gedacht, tho wedderleggen unnd uth dem Sinne tho reden, sonderlich averst stundt he darup unnd begerde van ehme, datt, welches he ehrmalß jegen H. Adolph sich erbaden und ock gelavet, he itz vollenthen unnd eigener Persone mit vorttheen wolde. He averst schloch solches aff, mit Vormelding, dewile he itt nicht mit gekaket und de Hertoch sulvest mit ehme thom Botkampe, alß se darsulvest bi einander gewesen aver der Kintdöpe, dar H. Adolph Pawel Rantzouwen, sinen Sone, ein Kindt uth de Döpe gehaven, van den Ditmerschen vel einer andern Gestalt geredet, unnd gelichwol ein anderß, den he vorgegeven, im Sinne gehat, so wolde he ittgelichfallß, ock itt nicht mit utheten. Aver dat hedde noch de Printz noch H. Hanß hirin vorwilliget; welcheß so dat konde eröget werden, im Falle se etwederß sich mit in den Krig schlagen edder ehm solches allein avergeven wurden, wolde he sinen gedhanen Thosagen mit allem Ernste nhasetten. Alle dewile averst solches nicht gesche, konne he, unvorletzte Truwe und Redelichkeit, ehme nicht allein dartho helpen, an welchen ock de andern berechtiget, unnd also dem einen geven unnd den andern nhemen. Nademe he se alle der vor fine Fursten erkenne, se ock alle der van Koning Frederich geboren, dem he umme velfoldiger Woldat willen in Ewigkeit mitt Denste vorplichtet unnd demnha tho solchen gelicher maten berechtiget. Wedderhalede solches thom andern, wen de Printz unnd H. Johans mit in Spill geraden, wolde ehr mit allem Flite unnd Truwen, wo he in allen Wegen an Radt und Dath denen mochte, nichtes mangelen laten. Diese Antwort, dewile Bartram sich der nicht vorhapet unnd modet, muste he up sin Vorderen ehme schrifftlich thostellen.


De Stadholder vorstendigt H. Augustum, Curfursten, der vorlopenden Hendele.

Dewile solches under ehnen vorgenamen unde gehandelt wert, leth Hinrich Rantzow diese Saken an H. Augustum, des Römischen Rikes Churfursten, des Printzen Schwagern, gelangen unnd biddet, dat sine F. G. sich in den Handel schlagen unnd , weß Gudes tho raden stunde, guttwillich mittdehlen wolde. Darup der Churfurst diesen Bescheidt gegeven, datt he nicht an sinen und sines Vadern Truw unnd Vorsichticheit tiffele unnd eigentlich darvor holde, dat se wol dat beste raden wurden, welches se thom Freden und Wolstande des Vaderlandes nuttlich tho sin vormeinden.


Des Stadtholders Radtsplegunge mit dem Bischop van Lübeck.

It plegede ock gedachter Stadtholder allerlei Rades mit Andreas Barbei, Bischoppen tho Lübeck und Kantzler des Konings, ein weisen unnd vorstendigen Man; holden tho etlichen malen underschedtliche Underredingen, unnd erwegen die Saken wol, doch ahne Mit= unnd Vorweten des Printzen, und schluten entlich darhen, dat men Volk bestellen unnd darmit des Printzen Schlote dorch dat Forstendom Holstein besetten schöle. To dißen schleit sick ock Joha Rantzow, holden verner velfoldigen an mannigen Ortern Beratschlagung, bearbeiden sich darhen, wo broderlicher unnd vedderlicher Will unnd Fruntschop tho allen Delen erholden unnd im Lande kein innerlich Fur möge angesticket werden.

Wes de Printz van Dennemarken an H. Adolph gelangen laten, unnd wat ehm thom Bescheide geworden.

Hirtwischen hadde de Koning H. Adolphen schrifftlich besocht, frundtlich tho erkunden, weß he gesinnet unnd worumme he solch Volk bi ein samlete, efft he wor ein Krig mit den Ditmerschen Vorhebbenß were? Worup H. Adolph geantwortet: dat wol de Ditmerschen ehme merkliche unnd velfoldige Orsachen gegeven, wedder se uth billigen Torne etweß mit ernster Dath vorthonehmen; den se sinen Lüden dachlich vel Schadens thovögeten, in Meinung ehr den vormalß sinem Hern Vettern personlich vormeldet, wo he nämlich dißem tho bejegenen moste ingedenk sin. Nu were he gelichwol deß dißmal nicht in Affrede, unnd darbi angehengt; it mochten ehnen velicht de Ditmerschen, dewile he itziger Tidt van deß Keisers wegen up Lüde Bestellinge dede, sulvest einen Gruwel maken. Understund sich dermaten, allen Archwan den Lüden uth dem Gemöte tho bringen, dar sickt doch nicht anderß im Grunde vorhelt, alß he beschuldiget wart, dat de Lüde solches nicht geloven mochten unnd he also sunderlich de Hensestede, it nicht merketen, eluderet.

Weß de benaburten Hensestede bi des Konings Cantzelern, dem Bischop van Lübeck, vorkuntschoppet, und weß he gesinnet.

Lübeck unnd Hamborch averst, de lichtlich spöreten, so ei Krich entstunde, dat se dem nicht verne weren, erkundigten sick strax bi dem Bischoppe, offt solche Krigeßrustinge dem Printzen mitt were, deßgelichen deden ock de van Lunenborch, den allen einerlei Antwort gegeven worden, nemlich dat de Koning nichtes darvan wuste, wurde sich derwegen ock nicht anders als ein gnedigster Naber gegen ehnen ertogen unnd finden laten. Idt waß averst lichtlich tho merken, dat se diße Irrung und Krigeßemporinge nicht gesehen sondern lever gewolt, dat de Ditmerschen unangefochten gebleven, hedden ehn ock dartho wol Hulpe geleistet, so de Koning nicht mit int Spill geraden. Gedachten averst de Stede solches lichtlicher van dem Bischop, den vam Stadtholder tho erkunden, dewile se uth dißen Orsaken ehn etweß vordechtich helden: erstlich, dat he den Ditmerschen umme siner Vorvharen Nedderlage nicht wol genegt, unnd dat he mit H. Adolphen lichtlich einß were unnd sin Vornhemen sterkte, nha deme he mit ehme upertagen unnd thogelich mit ehme an Keiser Carols Hoff gewesen, derowegen ock sick ehm nicht gantz endecken dorfften.

Weß nun im anderen Gespreke dorch H. Johan Rantzouwen unnd Bartram Sesteden vorhandelt.

Bartram Sestede vorreisete nochmalß tho Johan Rantzouwen, Rittern, nha Bordesholm int Kloster, da he ehn mit Bede bescheiden des Fursten wegen, tögede ehme under andern an, wo Hertzog Adolph dat alles, weß he (dorch) ehm schrifftlich (up sine Bede) thogeschicket, wol erwogen, sich gefallen laten unnd derentwegen sich kegen den Printzen und Broder H. Johansen schrifftlich erbaden, ihrer K. M. unnd F.G. dat drudde Deel des Landes Ditmerschen thothostahn tho laten, under andern ock mit diesen Beding, so men densulven Andell, nach upgewendeten Krigeßkostens, deß ehr albereit ein temliches daran gewent, dragen unnd wedder erleggen worde. Solches leth H. Johan wedderumme an sinen Son, den Stadtholder unnd den Bischop, welke beide van ehme bescheiden unnd in der Negte in einem Dorpe bi Bordeßholm sich helten, gelangen, vormanede se ock allebeide, se flitich raden scholden, dat K. M. solchen des H. Vorschlach nicht abschlage, up dat nicht innerlicher Widerwill unnd Fuer, dat wol lichtlich angeweit, averst nicht lichtlich geleschet, anginge. Werden derhalven up gudt Bedenken Rades, dat de Statholder alle vorfallende Sachen schrifftlich Koninglicher M. endecken schöle. Unnd der Bischop alßbalt in Dennemarken vorreisete unnd solches jegenwardig dem Koning wittlufftiger erklerede. Darup man den de Bewerbung, darin man sich gesettet, ein weinich affgestelt.

Graff Antoni van Oldenborch, Johans Barner, Dorst thom Pinneberg, Frantz Bulouw bestellet. Nichtes tho minder hefft Hinrich Rantzouw vorschafft, dat Grave Antoni van Oldenborch Volk angenamen, Hans Barner, Dorsten thom Pinneberge, ein olden wolerfarnen Krigeßman, ock Gelt thogeschickt, damit he viffhundert Perde bestellen unnd Wartgelt geven. Frantz Bulouw, ock en berumbter Krigeßman, wert ock van ehm in Bestelling genhamen unnd tho der Behoff Gelt gelobt. Diß alles iß geschen umme den 18. Dach Aprilis.


Des Bischops unnd Stattholders Wervung an den Koning.

Der Bischop vorruckte strax int Koningrich, wo thovorne beratschlagt und vorwilligt. Gelicher Gestalt wart vam Stattholder ein Post affgeferdigt, darmit der Koning aller Dinge recht berichtet worde, men ock eigentlich wuste, offt solche Vorschlege van dem Hertogen gescheen, unnd dat men weten mochte, offt men dem Krigesvolke, welches alsobalt unnd innerhalff 4 Dagen worde tho Hope lopen, uth Willen unnd Gehete des Koninges Profiant scholde laten thofören.


Der Stadtholder radet dem Koning thom Krige.

De Stadtholder gaff dem Koninge einen solchen Radt, dat he ehn sulvest mit tho then ermanede. Schloch ehme dre Mittel vor, dat he sich Hertzog Adolphen etweder weddersetten, edder ock gar thom Handel stille tho sitten, edder ock sulvest sick mit in den Krich begeven muste. H. Adolphen tho wehren, dewile he allbereit im Antage unnd ein grote Macht bi eine hedde, unnd he ock mit in der Rede, were nicht allein vordechtich, sonder stecke ock vol Moyte. Stille tho sitten unnd H. Adolphen also den Vordel unnd Namen, dat he dat Land Ditmerschen allein bedwungen, avergeven, were hochschedlich. Demna am fuglichsten unnd besten sin worde, dat he sulvest mit thoge unnd sich tho ehm schloge. Unnd solches hatt ock entlich der Koning gewilligt unnd sin Gemöte tho dißem Krige gerichtet.


Hans Sesteden Instruction an den Koning unnd H. Johanßen.

Nicht lange na geschener dißer Unterredinge wart Hans Sestede van dem Kluvensicke, Bartrams Broder, van H. Adolphen an K. M. und HertochJohansen mit einer Instruction affgeferdigt, welcher vornemster Inholt gewesen, dat K. Mayt. Ehre Rede na Niemunster vorordnen unnd H. Johans in eigener Persone darsulvest ankamen scholde, alßden wolde men sich aller Saken broderlich unnd vedderlich vorgeliken unnd erkleren. Unnd so men sich vorgeliken konde, dat men den upgelopenen unnd uplelopenden Unkosten samblich up sick nhemen unnd tho gelich dragen wolde, scholde nhamalß ock de Gewin gelik gedelet werden.

De Hern kamen to Nortdorp thosamen unnd werden der Sachen einß.

Alß nun mehrmals de Post aff unnd thogegangen unnd man sich der Malstede nicht konde vorgeliken. Wart leftlich vorwilliget unnd beschlaten, dat alle der Hern sambt ehren Reden den 28. Dag des Aprilem in einem Dorpe, Norddorp genant, scholden thosamen kamen, unnd alse se darsulvest ankemen, vorharreden se in allerhandt vorgenamenen Radtschlegen beth up den ersten Dach Maji. Richten twischen ehn de Vordrage derogestalt up, dat H. Adolph de up erste Mustering gewante Unkosten, welche ungeverlich vor achtein dusent Daler gereknet, under welchen doch etliche dusent, so den Knechten gelehnet unnd in der ersten Betaling wedderumme affthokorten, begrepen, up Darleggung einer genochsamen Quitantz schöle entrichtet werden. Nachvolgende Kriges=Kosten averst schöle sambtlich unnd in einem upgewendet unnd gedragen werden. Wen nun de Ditmerschen bedwungen unde dat Lant ingenhamen, scholde it in geliche Dele unnd einen Idern sin gebörende Dehel mit dem Lotte thogedelet werden, so wolden se itt thogelich in unnd uth den Rechten vorbidden. Weß Lüde edder Underdhanen Schaden edder Brant entfengen, de mochten itt dragen, dar scholde de eine dem andern nicht tho antworden, sonder ein Ider sin Eventure sthaen.

Wo de Koning unnd H. Adolph sich under andern nicht wol truwen. (Paulo superius haec erant inserenda.)


It waß de Koning up angestelleden Dach na Nortorp tho vorreisen, demnha ehme etliche frombde Krigeßlüde dorch undergesettede Personen angebracht, wo itt geferlich, ad armatum hostem, thom gewapenden Viende, sich tho begeven, geven vor van hemlichen Practiken, unnd wo etlichen in Befhel gedahen, wider Koningliche Mayt. Volk anthonemen, welche Breve hernach upgefangen unnd se ideler Nichticheit averwiset. Den solche Lüde vinden sich wol an Hern Hoven. Darjegen gaff de Stattholder dem Koninge einen solchen Bericht, wo nomlich diese vermeinte Warnung ihrer Kön. Mayt. Nicht thom Besten gesche, sondern darhen gerekede, darmit se dorch solchen Vortoch tho langwerigen Krige worden upgelenket; den itt werden Frömbde, de in diesen Landen nichtes Egens hedden unnd demna eigentlich wusten, dat se nichts vorlesen konden, sondern velmehr dorch innerliche Spaltingen unnd Uneinicheit, Rikedom unnd Ehre tho erlangen vormeinten, de se in rouwigen Sachen nicht wol erlangen konden. Den gelich alß men nicht lichtlich die Ale venge, men hebbe dan thovorn dat Water gewlomet, also se och, in maßen se dat Regimente dorch ehre Anschlege nicht unrouwich maken, konden se tho ehren Vorhebben nicht gelangen. To deme hedde he sinen Broder sambt andern wolmeinenden bi dem Hertogen, de worden, wo schon der Hertog eineß solchen unbilligen Gemötes, wo he doch an seiner F. G., mit der he van Jogent up upgetagen, nicht twiffelte, und sich dessen tho ehme nicht vorsehe, dergelichen nichtes gestadeden. So plege man in dißen Landen nicht up Spanisch edder Welsch tho handelen, ein anderß nomlich im Herten vorbergen, unnd under dem Schine der Fruntsschop ein Ungeluck unnd Vorderben den Frunden unnd Blotsvorwanten stifften, welchem de Koning leftlich Geloven bigemeten und vorttgetagen. Wart averst dennoch dardorch so vele tho wegen gebracht, dat men allerlei Handling vlitich wargenamen unnd Upsehent gehat, unnd dat de Koning mit 500 Perden to Nortorp erschinen. Hertoch Adolph averst kam in 2 Kutschen an, dar frische Runen, de deß Lopens gewanet, vorgespannet, welcher sich, alß hernach gespöret, nichtes weiniger alß der Koning ock frombder Handeling befruchtet, sich aver sulvest solches uth den Sinne geredet unnd geschlagen, indem er sich also angeredet: Ick kenne min Geblöte, wi gedenken nicht solches jegen einander, geschwige datt we itt doen scholden, wen it averst in Welschlandt und anderen Orden mehr were upertagen edder gebarn, dar solches gebruklich, so worden wir einander nicht getruwen. Unnd twar, so obermelt frembde Krigeßlüde de Sake so witt gebracht, dat se diese der Hern Vorsamlinge unnd Underredinge mögen hinderstellich maken, hedde vorwar eine Widering daruth entsthaen mögen, unnd were ehnen ehr gantzer Radtschlach geraden, de dennoch dißer Gestalt tho ruggen gegaen und gebraken.


Vorordenung des Kriges tho Nordorp.

Up dußen Vordrach ward nhamalß alle Vorordening gedhaen. H. Johan Rantzouw Veltmarschalk erwelet, alß einer vor allen andern darto sonderlich bequem und duchtich, deß er sich doch gelichwol erstlich sines Olders halven widerte. Bartram Sestede ehme thom Leutenant thogeordnet, welcher, alß er dit tho dohnde gentzlich affschloch, dewile er sich besorgte, he sich etlicher Orsaken halven nicht wol mit dem Weltmarschalke mochte vorenigen, wart an sine Stede Frantz Bulow von H. Johan Rantzouw ernennet unnd van den Fursten bewilligt, welcher, offt he schone kein Holstein waß, waß he doch ehme mit Schwegerschop vorwant und mank des Konings Volke. It worden ock alsobalt van jedern Fursten twe Commissarien, de Ruter unnd Knechte tho mustern unnd allen dren Heren huldigen tho laten, affgeferdigt. Vam Koninge worden tho Musterhern gesandt Claweß Rantzow, Ambtmann thor Steinborch unnd Holger Rosenkrantz, Rikesrat uth Dennemarken. Van Hertzog Johan Otto van Tinen unnd Jasper van Bockwolde. Van H. Adolph, Schele Clas Rantzou und Pawel Rantzou, Hern Johansen Son. Deßgelichen werden ehnen Rentemeister thogeordent, mit welchem se eilende nha dem Krigeßvolke gerucket.

Men hefft ock sonderlich Vorordening wegen der Profiant gemaket, dewile men eine große MengeVolkes bi ein hatte, up dat nicht de Underdhanenthos sehr beschweret worden; solches iß averst vornemlich darum geschen, dewile men besorgte, vele Volkes mehr, men wollte, tho Hope lopen worde, wowol men darnha aver 500. beth thom Uthgange des Kriges beholden, welche – Jacob Blankenborch und Asche van Holle -. It sint ock Krigerete vorordent, deren Ambt waß, de Gelegenheit der Orte tho besichtigen, der Viende Vornemen tho erkunden, Vorspehers uthoschicken, de Thovor int Leger thobeschaffen, de Gefangen tho vorhören unnd in Straff tho nehmen; tho welcher Tidt unnd an welchem Orde de Viende antogripen, scholden se beratschlagen und einß werden, in Summa, alleß, weß thom Krihe nötig, bestelltn, dat men so offt de Vursten nicht averlopen dorffte. Diß weren nun de Vornembste unnd Oldeste am Adel, de ein Ansehen hetten, sonderlich der Veltmarschalk H. Johan Rantzo, sin Sohn Hinrich, Breda, Christoffer und Moritz Rantzo, Bartram und Benedictus van Alefelde, Holger Rosenkrantz, Bartram Sestede. Diese hebben herna, alß men tho Rade gangen, an sich getagen unnd tho Hulpe genamen, Wolff Schonewesen, den Oversten Wilhelm Wollerdom unnd Reimer vam Wolde unnd den olden Christoff Wrisperg, de in der Schlacht vor Drakenborch, wowol he geslagen, dennoch berömet worden.








Bestellinge der Ditmerschen Grentzen.

Men hefft ock vor gudt angesehen, dat men de Holsten nicht in Ditmerschen mit vören scholde, sondern tho allerlei Uthgang unnd Gelucke des Kriges, de Grentze tho besetten unnd vorwaren, vorlaten schölde. Also wart Clawes Rantzow, Ambtman thor Stenborch, ein older Krigeßman, der under Carolo dem Vunfften in Welschland gekrigt, beschalen, mit den Kremper= und Wilstermarschern, de unter sinem Ambte gelegen, de Jegent an der Elve tho vorwharen. Hinrich Rantzow, de Older, von Jogent up in Krigen vorsocht, de im Krige twischen den Denen unnd Lübschen vam Graven van Oldenborch gefangen unnd dorch Vorenderung des Geluckes entlediget wert affgeschickt, den Eiderstrandt tho vorsekern, unnd ehn werden de Fresen, Eiderstedischen unnd andere etliche uth den Forstendomen Schleswik und Holstein thogeordnet. Der Koning lavede ock etliche wolgerustede Schepe thogesecht, de uth Dennemark afflegen unnd up de Elve kamen scholden, de deß Orts ock de Fursten vorsekern scholden; diese Orte alle worden so enstichlich vorsekert unnd vorwart, up dat den Ditmerschen allen Paß belecht, unnd dat ehn nicht van jennigen Orde Hulpe unnd Thovor edderEntsetting geschen mochte, edder se ock dadorch der Flucht raden mochten, edder ock, alß men dem Gelucke des Kriges nicht wol unnd tho seher truwen mach, dewile it sehr wankelmötich unnd unbestendich, dat men up den Grentzen Volk hedde, dardorch unde mit deme men, so dat Geluck anders velle, beschutten mochte unnd de Nahjegers vordriven unnd sich upt nie sterken unnd upt nie eine Schlacht levern mochte. To dero Behoff iß ock vom Koning dem Adel in Fune unnd Jutland befalen, dat se sick tho Perde rusteden unde ider Tidt bereit weren, up dat men, so balt men ehrer bedorffte, tho ider Tidt se hebben mochte. Idt iß ock sehr gelegen kamen, dat twischen denKoningen uth Hispanien unnd Frankrich Frede worden, den etliche Krigeßoversten, nadem de Krich ein Lock gewunnen, uth Bevele der Fursten schrifftlich berichtet, dat se mit ehren Hupen heran ilen, unnd dar, unnd wo men ehrer bedorffte, instellen scholden. Also iß ock Hans Barnerbestelt, unnd, alß vorgemelt, Gelt up de Hand gegeven, darmit he 500 Ruter annhemen scholde, unnd noch einen andern gelichfalß ock so vele. Den men befruchtede sick nu so anderß tho einiger Tidt, dewile men mit den Ditmerschen tho schaffen, it mochten dewile frombde Forsten einen Infal dohen, dewile men wuste, dat etliche vorhanden, so den Hern nicht wol gewagen, ock de benaberten nicht ahne Vordacht wehren, dat se den Ditmerschen Hulff leisten, in Holstein aver einen Tumult errögen mochten. Worumme diß ock so wol bedacht unnd bestellet, so van einem andern Orte Gefahr entstunde, dat men alßbalt ein wohlgerust Volk hedde, damit men ehn bejegenen unnd Wedderstandt dohen mochte,. Also nomlich waß men bereit unnd allen Orden vorwrt, beide in Ditmerschen einen Krich tho voren unnd vor frömbden Infal sich tho beschutten. Men hatt ock alle Huser dorch dat Forstendom Holstein mit Volke - , ock so vel grotes Geschuttes hinder sich gelaten, alß men tho einem temlichen Krigeßher nödich geachtet.It iß ock in gemein bewilliget, dat ein Ider soß grote Velttgeschutt unnd 2 Murenbrecker, (den mehr achte men nicht nodt,) mit aller thogehörigen Nottrofft unnd Redtschop int Velt vören laten scholde, deßgelichen ock achte Rustwagen. Aver dat weren ock dusent Schantzgraver, Schepe, Bruggen beschafft, unnd dat de Ambtlüde van den Sloten ein Ider sinen gewissen Tall van Profiant daglik int Lager schickte, dewile men besorgde, de Stede, so nicht wol mit dißen Krige thofreden, den Ehren, Profiant thothoovören, wicht worden gestaden. In Summa, men hefft alle, wat nödich unnd in solcher Ile bestellet unde upgebracht werden konnen, vorordenet.




De Grave van Oldenborch erfordert.

Van dißen Orte ock hatt men an den Graven van Oldenborch geschickt, dat he etwan 13. edder vöfftein Venlin Knechte anhero schicken wollte, schrifflich gesocht unnd solches, wen er erst am befoglichsten konnte.

Der Fursten Afftoch van Nortorp.

De twe Hern Gebroder begeven sich van dannen, vorreiseden beide, de eine nha Rendeßborch, de ander nha Gottorp, makeden sich verdich, gentzlichen Vorhebbens, dem Handel in egener Personen bithowahnen. De erwelte Koning vorruckte nha Segeberg mit den Statholder. (Aus Deutschland und Dennemark von Reißigen, Tuge unnd Vottvolk aver 20 000 wolgerusteter Man thosamen gebracht, under welchen treffliche Leutt, welche eben Galliae et Angliae reges zihen lassen.)

Erste Mustering.

Wo van den dren Hern Musterhern ernennet unnd wo de van Nortorp affgetagen, deß iß thovorn gedacht. Unnd entrichtede de Stattholder uth des Koninges Befehl ehre Koninglichen Mayt. Commissarien vor de erste Musterung vofftein dusent Daler, dewile men in Ile uth Dennemarken nicht mehr upbringen mochte (Heriken Tonies hadde Schrivent genoch Up Hanen van ider Ploch.)

Koningliche Mayt. Helt Mustering tho Koldingen.

De erwelte Koning vorharrede 2 Nachte tho Segeberge, leth aldar sinn Hoffgesinde unnd begaff sich up Kutzwagen, (vor ider Cutzen der Rune,) mit der Poste ilendeß nha Koldingen in Jutland. Darhen weren de Funische unnd Jutlandische Edellüde, bi 1 500 edder 2 000, beschreven, desulven musterde he, unnd dewile men ehrer tho vorstaenden Handel nicht bedorfftich, dankede he ehn aff, bestelte unnd rustede alle sine thom Veldtage nottwendige Saken, entbott dem Stadttholder in schneller Ile tho, wen de Ruter unnd Knechte worden antheen, an ehn gelangen tho laten.

Wo Kon. Mayt. Wedder tho Segeberg ankamen, wo Mustering geholden, ei Dach tho Hogen=Westede angesettet.


Sonnavendes vor Pingesten (13. Maji) iß am Avent spade de Kon. Mayt. Wedderumme tho Segeberge gekamen unndwaß desulve Weken de Lantßknechte unnd Ruter mehrendelß gemustert unnd Gelt up de Hant gegeven. Allein Wolff Schonewesen unnd Reimer vam Wolde ehre Knechte werennoch nicht gemustert, mit den hefft men in den hilligen Pingstdagen Mustering geholden. Aß averst de Koning vor Gottorp avergetagen, iß under den Fursten voraffscheidet, dat volgendeß Middewekens nha den Pingesten im Dorpe Hoge Westede alle der Heren wolden bi einander sin.


De Printz helt Mustering.

Na geschenen Affschede vorruckt de Printz up den Mandach (15. Maji) na Niemunster, up dat he desto bequemer up ernenten Dach erschinen mochte. Den andern Dach (16. Maji) hernha musterde he unnd richtede sine Hoffane in de verhundert stark up, dehelt de Embter uth, de Fahne befhol he Jurgen Richen, einem Vornemen vam Adel uth Dennemarken, makede Jenß Drußen, sinen Marschalk, thom Rittmeister unnd vorordente Jochim Brockdorp, einen Holsten, vor einen Lutenant.


Dach geholden tho Hogen Westede.

Up bestemmede Tidt, nömlich den Midweken nha Pingesten, welche de 17. des Meyen, wo vorberort, (17. May, alia relatio 18.) kemen alle dre Heren mit ehren Reden an ernenten Ordt Hogewestede thosamen. Dar hefft men volgendes Dages einhellig beschlaten, welche Tidt men mit der gantzen Krigesmacht unnd Here, so vele an Reutern unnd Knechten men hebben konde, in Ditmerschen rucken scholde unnd wart dartho de voffte Dach na dissem, nomlich de twe unde twintigste Dach Maji ernömet. Ock wart de Fiende=Breff alldar vorferdigt, an de Acht unnd Vertich, bi welchen dat gantze Regimente des Landes stundt, unnd an sembtliche des Landes Ingesetene.


Worumme men also geilet.

It hedde wol dieser Krich mit betern Rade unnd geringern Geltkosten, dartho ock mehrer unnd vöglicher Vorordeninge, mögen vorgenamen werden, wo nicht H. Adolph so sehr geilet hedde, den der wolde etweders allen edder mit samender Hulpe de Viende angripen, unnd vormeintedat aller Vordel unnd Hopenung de Victori tho erlangendaran gelegen, dat men mit der Sachen nicht sumede. Ock duchte es den andern Hern nicht ratsam, lengere Vorwilung intowenden, dewile men dorch dachliche Boten unnd gewisse Kundtschop berichtet wart, dat de Ditmerschen sich mit schwerem Arbeide unnd groten Vlitt an allen Orten befestigten unnd wol vorwarten; den man der FurstenAnschlege unnd Vornement nicht so hemlich holden konde, dat mennicht eigentlich merken konde, wat se i Sinne hedden unnd worhen se gedachten, waß derhalven ock wol Ilendes von Nötten, dat men se averilete unnd ehr Vornehment dorch Schlunicheit vorhinderte.


Johannes Bolychius.

Alß der Prinz sin Volk dorchItzeho trecken leth, hatt der olde Senior Johannes Bolichius , wowol unvormögend an Live unnd in sinem Dotbedde liggende, Prawest tho Itzeho, sich vor de Döre leiten laten unnd gesettet, den Dorchtoch anthosehen, unnd gesecht: „o ho Ditmerschen! Ditmerschen eine gude Straff hesstu wol vordehnet, averst dit wert ock altho grodt!“

Ditmersche handelen mit den frombden im Lande.

Dewile nu (Carst. Schr.) de Ditmerschen lichtlich merkeden, wor dith henuth sach, ock doch wile se stetz in solchen Vellen gerust sin unnd sich vorsehen mosten, bescheiden se de Frömbden, so sick to ehn int Landt begeven unde neddergelaten, vor sick, der ock vele uth F. G. unnd K. M. Landen weren, so Dortschlageß unde anderer Velle halven fluchtich, ein Ider Carspel unde Geschlechte ock insonderheit de se wusten, vormanen se, efft se bi ehn bliven, Arch unde Gudt mit ehnen vorwachten unde utstahn willen, scholen se ehnen einen Eidt schweren unde angelaven, truwe unnd holt tho sin, wo averst ehn solches nicht geleve, schöle ehnen ein fri Paß gegunnet werden, welches ock ein Deel angenamen, mehrendelß averst gebleven unde sich ehrlich geholden.

Ditmersche rusten unde beschantzen sick.

De Ditmerschen weren demnha halt up unnd brachten de halve Manschop des Landes in Rusting, de helden gestrenge Wacht an allen Orden, unde arbeideden an den Vestungen hen unde wedder, groven Schantzen, dar man solches nödig achtet, wowol nicht, alß wol geeignet hedde, den vele sehr nhaleßig de Saken handelnden, doch wort eine schantze vor Hesell gegraven, dar vele Volkes redt, men scholde einen Kroch edder Stuck Landes dorchgraven, so konde men dat gantze Velt, dar ehr der Viende Dorchpaß sin scholde, gar mit Water bestouwen, averst men vorachtet solches; de eine redet dit, de ander dat, men scholde dar de Wisere vor raden laten.

Der Ditmerschen Sekerheit unde Vormetenheit.

It wolden ehre vele nicht gelöven, ehr den men itz den Viendt antheen sach, dat de Rusting int Landt kamen worde, ock do de Viendt bereitz im Antage, wolde men sich nicht thosamende holden, , efft it schone ock van frombden Nationen wißlich unde wol geraden unde entbaden wart, ock solches offtmalß thovorne gelucklich befunden, , sondern ein Ider gaff vor, he wolde vor siner Döre möten, dat mochte ein ander ock doen, ahne Twiffel, edder dat he sick siner egen Gefahr, so he dat Sine vorlete, besorgede, edder ock, dat se den Vient so geringe achteten. Darumme den, dewile de Beßen tordelet lichtlich gebraken wart, wo ock hernha volgende Geschicht deß gudt Ogenschin wert geven. Vele reden gar spottlich van der Saken: wo schöle wi mit ehne tho Schanden werden, dat wi thom Slagen kamen? Hebbe wi jo under andern keinen Kiff. Einer vormat sick hir, de ander dar, he wolde alleine teine bestaen, averst de so lichterferdich weren in Worden, weren ock so herna in Werken, den einer Carsten Woldrich, de sich vormeten, settet mi men – tho do it gelden scholde, redt he mit groter Schande, da he eine starke ansehnliche Persone, am ersten de Flucht. Iratus enim ad poenam Deus si quos trahit, Auferre mentem talibus primum solet.

Dithmersche Fruwen ermanen ehren Kindern ehre Menne, dapper tho vechten.

Nha older Düdschen Gewhonheit volgeten de Fruwen unnd Kinder ehren Mennern nha int Leger hen unnd wedder, unnd brachten ehn Eten, Drinken unde andere Nottrofft, unde ermaneden desulven kecklichen unnd dapper vor de Friheit des Vaderlandes tho vechten, welches den ahne Twiffel ehnen ein Ernst unnd Moth gemaket. Unde weren also nicht eine, sondern vele Archidamiae im Lande. Den nha deme de Stadt Spartam Pyrrhus de Epirotische Koning hart belegert, wart men Radeß, man scholde dat Fruwenvolk in Cretam averschepen unnd also dat Uterste vorsöken. Do gordet Archidamia, dewile solches velen ehrlichen Matronen mißhagede, alß de vornhemeste, ehr Schwert umme sick, geit vor den Radt, sprikt: wo si gi so unvorstendich, meinet, wen Sparta vorstort, dat Vaderlant vordorven, Man unnd Kind vorlaren, dat den de Spartanischen Wiver lenger leven willen? Sterket de Mans also mit Worden, bringt eine Macht Fruwen unnd Jungfruwen, ock olde Menner up de Muren den und Wall, up dat de junge Manschop thom Krige sick spare, also dat de Menner vor den Viendt staen willen, se tho Huß den Viendt weren.


De Viendebreff in Dithmerschen vorschicket.

Wo de Hern tho Hogenwestede Dach geholden, iß vorhen gedacht unnd wo aldar de Veidebreff vorferdiget; nu schedede de Printz van dar na Melbeke, welches ein Meierhoff, dem Stadtholder thostendich, und bleff aldar in den verden Dach, (beth up den 21. Maji.) Wart averst desulve Breff mit der drie Fursten Segel vorsegelt durch einen koninglichen Barden dre Dage thovor, ehr men mit dem Krigeßhere int Lant rueckde, nomlich den 20. May, vorsendet. De Bade hefft sich lange unnd vel geweigert unnd wolde unnode daran, da he sich de Ditmerschen befruchtede. Averst dewile he umme einer Oveldhath willen den Halß vorwerkt, wart he mit Drouworten unnd jegenwartigen Dodesschrecken genödigt, solches tho undernhemende. De Breff, auff einem witten Stocke, nha Krigeßgebruke, thor Heide averantwordet, ludede van Worden tho Worden, wo volget.

Entseggebreff van Koning Frederich dem andern zho Dennemark pp unnd ehrer Kon. Mayt. Veddern Johan und Adolphen, allen Hertogen tho Schleßwik, Holstein pp, den Ditmarsen thogeschickt.

Wyr Frederich van Gots Gnaden Koning tho Dennemark pp und Wi, van densulven Gnaden Johans unde Adolph, alle Hertogen tho Holstein pp Nademe gi, de acht und vertich Ratgevere, wo gi Juw nhömen, unnd alle unnd jede Inwhanere des Landes Ditmerschen, unß, alß Juwe rechte erffliche Landesfursten unde van Got vorordente Avericheit, jegen Gades Befehl unnd Vorordening der hogen Avericheit, tho Juwer Selen Unheil, nicht allein vorsetichlich ungehorsam unde wedderwertich, sondern ock in vele Wege unde unuphörlich mit unchristlichen, schimplichen unnd unlidtlichen Handlingen an unß vorfharen, ock unse Hoheit antorören nicht verschonet, de Underdhanen thom högsten Beschwerten, Roff, Mordt unnd Fredebröke geövet, wo den up unsen Lande, hillige Landt genhomet, dar der Kerken nicht verschonet, unnd geschuwet worden, Mort darin datlich tho öven unnd tho begaen, unnd andere unsegliche, datliche grusamliche Handlingen, de schwerlich tho vorholden, unnd in dem allen wedder Recht noch Billicheit geachtet, ock nicht Recht geven edder tholaten willen, darmiteine lange Tidt hero geduldet, Blotvorgeten tho vorschonen. Alß averst unse Langmödicheitt Juw halstarrig, datlich unnd unrechtmetig Fornehmen unde Ungehorsam mehr gesterket unde kein Billicheit tho vorhapen, sindt wi dorch Juwen Wrevel unde Mottwillen bewagen unnd grofflich vororsaket, Juw mit dem Schwert hemthosöken unde mit Gottliker Hulpe Juw in unsen Gehorsam, wo gi uns vorplichtet, tho bringen, unse gehorsame Underdhanen vor Juwen Wrevel gehanthavet unde vor Mort, Roff unde fredebrokigen Avervall vor Juw gesekert, dat we uns uth Götlichem Befele schuldich unde plichtich tho sin erkennen. Weren averst de vororsakede scharpe unnd wolverdente Straffe jegen Juw erghaen toj laten, vel lever verschonet gewesen. Unnd willen unß demnha, wowol solches jegen Juw, alse unse ungehorsame Underdhanen, nicht nötig gewesen, hirmit sambt unsern Helpern und Helpershelpers nottrofftiglich nha Krigeßgebruk tho Ehren vorwahret hebben. Darna Gy Juw tho richten. Datum Hogenwestede den 18. Tag Maji Anno 59.


De Veidebreff behendet unde beantwordet.

Diesen Breff hatte de Bade up einen witten Stock gesteken unnd brachte densulven thor Heide an, dar de acht unnd vertich Regenten Dach helten unnd de Inwahner deß Landes ehr Veltlager geschlagen, unnd averantworde densulven einem van den Acht und Vertigen, de ehm van Angesichte bekant waß (Den Baden hebben de Ditmerschen mit Drowworten angevaren, em gruwlich gevlöket, etliche ehm gedrowet, an den Boem tho hengen, etliche wunschet, dat ehme de Düvel int Liff vare.) Alß averst solches van Veidebreve ruchbar wart, worden de Inwhaner doll unnd dörich, errögenden einen Tumult unnd repen, men scholde den Baden dothschlaen. De Acht unnd Vertich averst kregen ehn aver de Halve unnd dem Volke uth den Ogen, bringen ehn in eines gemenen Mans Huß, lathen ehm Eten unnd Drinken riklich langen, beth so lange se sich under andern beraden unnd mit einer Antwort verdich werden, up dat men ehnen nicht ovels nharedede unde se einen gelegnen Baden hedden, bi den se den Breff aversenden mochten. Hebben ehn derowegen mit einem sekern Geleide wedder upt Rume gebracht, unnd den Breff, den Hermanus Averhoff, dohmalß Landschriver, gestellet ehme mit gegeven, dißes Inholts:

Antwort der Dithmerschen up den Viendebreff, dorch Hermans Averhoff, Landschriver gestellet.

Den dorchluchtigesten, grottmechtigsten, dorchluchtigen, hochgebarnen Fursten unnd Heren, Hern Frederichen dem 2. van Gadeß Gnaden erweleden Koning tho Dennemark. Norwegen pp unnd van densulven Gnaden Johan und Adolphen, Erven tho Norwegen, Hertogen tho Schleßwik, Holstein unnd Stormarn, Graven tho Oldenborch unnd Delmenhorst. Durchluchtigster, grottmechtigester Koning, durchluchtige, hochgebarne ursten unnd Hern! Juwer Koninglichen Mayt. Und F. G. Schriven, darin angetogt, dat desulve grofflich vororsaket, unß unnd de Gemende deß Landes tho Ditmerschen mit Heres Krafft to avertheen, unnd dorch dat Schwert tho geborlichen Gehorsam tho bringen, hebbe wi ungern bi kegenwertigen J. K. M. unnd F. G. in Dehmott tho erkennen, dat wi densulven an dem Lande tho Ditmerschen keine Gerechtticheit gestendig, sondern wi sint mit incorporerte Gelitmate der hilligen Kerke unnd des Ertzstiffts Bremen, under welches Schutt unnd Scherm wi dorch Gades Gnaden in de verhundert Jare unde mehr gewesen, wo lofflich tho bewisen unnd des mit Lande unnd Lüden van Romischen Pawesten unnd Keisern stattlich privilegert, unnd hedden unß tho Juwer K. M. und F. Gnaden alß lofflichen, christlichen, gotfruchtigen Koninge, Heren unnd Forsten, hohen Herkamens unnd Stammens, mit nichte vorsehen, nademe wi mit densulven in Unguden nichtes tho schaffen, sondern vele mehr allergenedigester gnedigen Befordering unnd Naburschop vortröstet, dat men uns wedder Gott, Voge und Recht, Segel unnd Breve, dorch J. Kon. Mayt. Unnd F. G. lofflicher milder Gedechtniß Hern und Vedern, Koninge unde Fursten, uthgegeven, ja ock wedder des hilligen Romischen Rikes hochvorpeenten Landtfreden gulden Bullen, scholden alß plotzlich, (wo leider itzunt vorhanden,) unaverwunnen des Rechtens, mit dem Schwerde avertagen hebben. Den dar wi in Umwegen gewesen, edder sonst einiger maten unß vorgrepen hedden, konden unnd mosten wi an geborlichen Orden, dar wi dingplichtich Erortering der Rechten wol geleden hebben unnd liden konen unnd wren deßfalß dem Rechten hoch unnd genochsam underworpen. Unnd willen thom Averflote alß vorhen uns tho Gelik unnd allem Rechte, Krafft dieser Schrifft, erbaden hebben. Im Falle aver baven Thovorsicht solch Erbeden ja nicht helpen mochte unnd men uns mit Lande unde Lüden, (wo am Dage) vorgewaldigen, Wiff unde Kindt, Wedewen unnd Weisen tho grundtlichen Vordervenunnd Undergange jemmerlich bringen unnd Blottvorgeten nicht vorkamen wolde, musten wi Got dem Allmechtigen, unsem Stritzfursten, Beschutter unnd groten Heilande, de Sake heimstellen, densulven embsig Dach und Nacht bidden unde anropen, dat he unß uth Gnaden sinen hilligen Frede dorch Christum vorlehnen, unnd dewile he J. K. M. unnd F. G. ock unser aller Herte in siner gewaltigen Handt, desulven mit sinen h. Geist regeren wolle, dat J. K. M. und F. G. van dißen ehren unchristlichen Vornhemen afftaen unnd in solch Blotvorgeten und groten Unradt, alß (beters Got) vorhandn, nicht volborden, sondern dat Ende, dar Got erst unnd left dardorch nicht gering ertornet, uth hochangebarner Kon. Und F. G. Gudt= unde Mildicheit behertigen, darmit beidersidts Lant unnd Lüde, Wedewen unnd Weisen, Wiff unnd Kind nicht tho Grunde vorderven, sondern in dem Freden na dem Willen Gades, dem wi J. K. M. unnd F. G. bevelen, erholden werden mögen. Datum am Dage Trinitatis (den 21. Maji,) in unserm Feltleger unnd Pitzer Anno 59. E Kon. Maj. und F. G. in alle Billigkeit gantz willige unnd unvordratene acht unnd vertich Vorweser unde gantze Gemeine des Landes Ditmerschen.


Antoch.

Den Maentag (22. Maji) am Morgen umme negen Schlegen kemen alle der Heren bi Olichßdorp an, stotten mit allem Krigsvolke, des veer Schwade Ruter unnd der Regiment Vottvolk, thosamen, makeden de Ordening unnd togen in Gades Namen an. Voran weren de Löper uth allen Regimenten, welchen dorch dat Lott solches thogefallen, vorordenet. Namalß volgete Moritz Rantzouwen Vahne, darnha dat geringe Veltgeschuttemit den Schantzgravern, darnha twe Regiment Knechte under Reimern vam Wolde unnd Schonewesen, in der Midden K Mayt. Unnd beider Hern Vhane; dersulven Rittmeister weren Bartram Sestede unnd Benedict van Alefellde, Gorg van Alefelde Fendrich. Disse Vahnen worden neven einander in einer Schlachtordning bestellet. Up diße volgede Wallerdohm mit sinem Regiment unnd leftlich Blankenborch mit siner Vhane, sambt Dirichen van Halle, welcher ock ungeferlich in die hundert Perde geföret (Wolff Schoenwese mit ein Regimente, Wilhelm Wallerthum, Ritter, mit 12 Venlin, wolgerust vor Melbeck avergetagen na Ditmerschen, da ock Reimer vam Wolde nicht witt van ehn.)

De gantze Hupe, wes de vormocht.

De gantze Hupe im ersten Antage vormochte engefer be dredusent unnd dortich Venlin Landesknechte. Namalß kam de Grave van Oldenborch mit vofftein Venlin noch dartho, dat also des Vottvolkes mit einander viff unnd vertich Venlin gewest.

Kriges Oversten.

De Aversten aver datsulve Volk weren Wilhelm Wallerdom, Wolff Schoneweß unnd Reimer vam Wolde, der thovorn gedacht; de Rittmester aver, ahne de aver deß Koningeß unnd der Forsten Vahne gesettet, deren (mit ehren Namen) thovorne Melding geschen, Jochim Blankenborch, Moritz Rantzouw und Dirich van Hall.

De Viende im Lande unnd ehr erste Leger.

Mit dieser also wol angerichteden Ordening ruckede men vortt unnd worden im Intoge etliche Huser, wowol ane jemandes Befele, angestickt, dat Leger wart tho rechter Tidt im Kerkdorpe, Alversdorpe genohmet, geschlagen, unnd worden de Hern in de Kerke loseret, de Ruter bleven im Dorpe, averst de Lantßknechte schlogen ehr Leger aver dat Water, welches bi dem Dorpe herfluth. (Splet Hering, alse den H. Adolph gefangen, leth den Dimerschen thoenbeden, se scholden sick men wol holden, he wolde ehn de Viende bringen, dat se se van Got nicht beter wunschen mochten, dat hefft he alß ein redelich Ditmerscher geholden, erstlich tho Alversdorp, 2 vor Hesel und 3 mat unnd möd up der Tilen unnd Owbrug. Junge Rode reedt, men scholde des Geluckeß unnd des Ordß Gelegenheit bruken, Alversdorp anfallen, dewile de Holsten noch vortzagt, den wen se bet in dat Landt kemen, worden se drister. Averst de Oldesten wolden nicht, feden, se hedden van ehren Olden gehört, wen se ehr Vorstwere vorleten, scholden se nen Geluck hebben, welches doch keinen Vorstendigen behagede, unnd alß solch Gerucht int Leger gebracht, sin se sehr vortzagt gewesen, de Hode wechgeworpen unnd ehren Dodt betruret.).


Alarm im Leger dorch 18. Ditmersche.

Desulvige Nacht werden twe Venlin Knechte unde 200 Ruter thor Wachte vorordenet, unnd erhoff sich in der Vorwacht ein geschwinder Lerme, welken 18 Kerls errögten, so up de Ruter, de in der Wachte helden, loßgeschaten unnd doch gelichwol nemantz beschedigt. Derwegen ein Knecht gekamen, zeterde und brachte vor, wo de Viende up de Wacht herin drungen. De Veltmarschalk H. Johan Rantzouw unnd mit ehme de Stadtholder weren ilendes up, besichtigden de Dinge, konden averst van vientlicher Gewalt nichtes mehr spören edder vormerken.

Rathschlach, darin vorgenahmen, de Viende tho besichtigen.

Volgendeß Dages kemen de Krigesrethe unnd nömlich H. Johan Rantzouw, Ritter, Hinrich Rantzouw sin Sone, Brede Rantzouw, Christoffer Rantzouw, Bartram van Anefelde, Holger Rosenkrantz, Benedict van Anefelt, Moritz Rantzouw unnd Bartram Sestede mit Christoffer van Wrißberge, welcher hirthoock gebrukt wart, sambt den dren Oversten Schonewesen, Wallerdom unnd Reimer vam Wolde thosamen, beschloten up vorgeplegetenRattschlage unnd van den Gefangenen dorch harter unnd schwererPine gefragete unnd ingenamene Kuntschop unnd Urgerichten, dat men uth dem Leger nicht scholde vorrucken, sonder thovornetliche, den Vient tho besichtigen, utheen. Deßulven Dages wart van der bestelleden Wachte einer van den gefangen, so de vorige Nacht de Lermen im Leger mit angerichtet. So wart ock den Vienden vele Vehes van Perden unde Oßen entföret unnd aver dem Rove sin beidersidts, wo den tho gescheen plecht, etliche dott gebleven.

Der Ditmerschen Antwort, dem Koninge behandet.

Welcher maten nha averantwordeden Veidebreve de Ditmerschen eine Antwort vorfarten laten unnd dem Baden behandigt, deß is thovorne Melding gescheen. Alß men nun des vorigen Dages even dat Leger im Lande beredt geschlagen, kam de Koningliche Bade, bi dem de Veidebreff den Ditmerschen thogeschicket, wedderumme an unnd averreckede den Heren dat Schrivent, welches die Ditmerschen nha vorlesen Viendebreve ehme, sinen Heren anthobringen, avergeven.

Wo de Hern de Tilebrugge dorch Anleidung Splet Harringes besichtiget.

Den 24. Maji togen de vorordentenKrigeßrehte smbt dem Veltmarschalke uth, nhemen des Blankenborges Vahne unnd Wallerdomes Regimente mit sick, dat se de Jegent ummeher besichtigen unnd de Gelegenheit affthomerken, an welken Orde men den Vient angripen möge, unnd wo solchs mit dem ersten unnd vöglichesten gescheen möge. Vunden averst allen dre Wege (Mittel), dorch welche men de Ditmerschen anfallen unnd angripen moste, de Tilebrugge, de Hamme unnd Meldorp. Den diße dre Were der Ditmarschen vornemeste Vestungen, dewile se desulven umme der Gelegenheit unnd Morastes willen am bequemlichsten mit Graven unnd Wallen vorwharen unde beschantzen mögen, darumme se den ock vornemlich daran Vlit gewendet. It brukeden averst de Heren hirtho der Anleidinge eines Ditmerschen, Splitt Harring genant, welchen H. Adolph vor twen Jahren uth Orsaken, dat he ehme Wilt affgeschaten, gefenglich ingetagen unnd tho dißer Nottrofft vorwharen laten. Ruckeden erstlich vor de Tilebrugge dar de Ditmerschen langest dem Water eine Schantze geschlagen unnd Wal upgeworpen, welche doch nicht van Gewalt waß. Unnd dewile men vormerket, dat etliche Wagen uth dem Leger int Lant gefohret worden, mit mannigerhande Gudt beladen, welches se an sekere Orde tho bringen gedachten, brachten Hinrich unnd Moritz Rantzouw Gevedderen etlich klen Veltgeschutte mit den Hakenschutten up einen Berch, schoten nha de Viende, konden ehn doch keinen Affbroke edder Schaden darmit thovögen. So deden ock wedderumme de Ditmerschen up tein Schöte mit graven Geschutt heruth unnd vorletzeden gelicher Gestalt nemant. Dothomal werden beide de Aversten unnd Knechte wolgesinnet unnd begirich, der Viende Schantzen anthofallen. Nu wolde averst de Veltmarschalk ahne Befehl unnd uth Orsaken darin nicht vorwilligen, den it leth sich ansehen, dat men de Vestinge lichtlich erstigen mochte; averst der Krigeßoverste, alß ein wolvorsochter Man, wuste der Lanßknechte Gebruk unnd Wise wol, dat se thom ersten wol hefftich unnd vurich sin, averst darnha --- nhagerade vordratzener werden, darumme wolde he ehres Ivers an einen vestern Ort erst gebruken. Weken derowegen also van dannen unde ruckeden vor de Hamme, dat waß de aller veste Were, unnd waß sehr woll am Morast up beiden Siden gelegen, was mit Wall unnd Graven befestet, unnd aver dat hadden de Ditmerschen einen torn darin gebuwet, (darin dat Bußenkrut, unnd daraff men mit groten Stucken scheten,)darvan den de Ditmerschen ock hefftich geschaten, averst nemant dardorch Schaden thogefögt. An demsulven Orde stickeden se dat Dorp de Hamme an, so hart under der Veste gelegen, unnd begeven sich van dar int Leger.

Meldorp dorch Anleidung Bartelt Petersen unnd twier andern besichtigt.

Den 25. Tag Maji ward Meldorp besichtigt, tho dißen Handel gebrukede men Bartelt Petersen, einen Ditmerschen, deß Brödere up Hillige Lande erschaten, hedde sich demnha uth sinem Vaderlande gegeven unnd sine Saken mit den Ditmerschen, sinen Landeßlüden, int Camergericht geappellert; ock gebrukede men hirtho eineß Holsten, welcher nha bi Meldorp gewhanet, unnd alß sick de Krig angefangen, up dat he hemlich darvan kamen mochte, mit einem Wagen vull Geestlemen geladen, darvan getagen waß. Ock noch eines anderen, welker mit dem Wive entlopen. Hirvor wart den Holstenern ein Pert erschaten, unnd up Jochim Brokdorp, ein van Holsten Adell, van der Ditmerschen einem, Rode Reimer geheten, welcher vormalß in Frankrich under den Rutern gelegen, mit einem korten Rore, welches men am Gurtel henget, loßgedrucket.

Wo man de Hern de Besichtung halven berichtet, unnd des Angriffs halven Rattschlagen angefangen. Wo ock de Grave van Oldenborch aver de Elve geruckt, kumbt Tidinge (wird Nachricht Zeitung).

Den 26. Maji wart den Herensambtlich van der Besichtung Bericht gedhaen unnd des Veltmarschalkes Vortekeniß, wo entweder de Tilebrugge edder averst Meldorp anthogripen, behendiget, welches de Heren tho beratschlagen vorgestellet. In dersulvigen Stunde schickt Claweß Rantzouw einen Baden, mit Meldinge, wo nomlich Graff Anton van Oldenborch diesen Dach mit sinem Regimente tho Weel aver de Elve toge; wart derhalven beschlaten, dat men nicht ehr antheen edder jennige Vestung anfechten scholde, ehr sine G. angekamen. Unnd wart ock de Forme deß Wachtlegers unde Wachte, darnach sich de Grave vorholden scholde, Clawes Rantzouwen van Hinrich Rantzouwen vortekenet thogeschicket, unnd dat ehme mit Voder, Havern unde Win geborlicher Wise Vorehrung scholde gedhaen werden, befhalen.


H. Johan Rantzow radet, dat men Meldorp erst angripen schole.

Wo men sonderlich dre Orterangripen moste, de de Ditmerschen sonderlich befestigt und mit starken Wachten und velem Geschutte vorsekert unnd alle Nacht vorwharet, dat se darsulvest vor de Frieheit des Vaderlandes, Liff unnd Levent, Have unnd Gudern, beth up den lesten Atem uterstes Vormögens fechteden, des iß thovorn gedacht. Wart derhalven nun ernstlich vorgenhamen tho handelen, welchen Ort men erst angripen scholde. Nu wart in gemeinem Rade van Johan Rantzouwen vorgegeven, dat men Meldorp, alß dat hovet des Landes, erstlich anfallen scholde, unnd dat uth dißem Bedenken. Erstlich sede he; alle de, so dat Landt Ditmerschen angefechtet, hebben mit wichtigen unnd ernsten Bedenken, dat se sich der Orter allenthalven wol erkundigt, diß Meldorp alle Tidt erwelet tho erovern ( Graff Gerhart wart doch in der Hamme erschlagen.); den it iß midden im Lande gelegen, alß dar sick de Suderstrandt van der Marsch edder Norderndeel Ditmerschen scheidet, darin vornemlich alle ehre Macht unnd Volk vorhanden, wardt derwegen darmit sodane Macht getrennet unnd van einander gedehlet, up dat se sich nicht in einen Hupen thosamen rotten mochten, unnd demnha mit grotern Gemöte unnd unzaschafftern Hertzen, ock gewißer Hopening unnd Vortrösting der Averwinninge, sich wehren unnd vordedigen konden, solche getrennet Hupen averst underschedlich unnd desto lichter dempen unnd erleggen mochten; den dat Water, welches vor Meldorp voraver flut in de Se, nomlich de Mile, schedet alda dat Lant, dat men ehn lichtlich wehren mach, dat se den Ehren, de Nodt liden, jennige Hulpe unnd Bistandt leisten mögen (Konden se ok langest den Dik buten umme theen, unnd hindertz ehn so nichtes.). Darnach ißet allen, so deß Krigeß Erfarenheit hebben, bekant, dat it am nutelichsten unnd sterkesten si, dat men de Landeßknechte am ersten, wen er Krefft unnd Herte noch unerschrocken unde frisch, unnd nicht dorch Arbeit unnd andere Beschwernißen geschwecket unnd gemindert, an de vornemesten unnd schweresten Handel bringe unnd gebruke, up dat nicht, wen man de Tidt in ringern unnd lichtern Dingen uthorichten thobringet, de Landeßknechte dorch de lange Tidt avertrotisch unnd dorch Schwernißen an Krefften unnd Mode affnhemen. Entlich iß solches ock nicht in den Wint tho schlaen, sundern mit Ernste tho bedenken, dat de Lantzknechte itz einen groten Mot und Hapen hebben, de Averwinning tho erlangen, dewile se mit Buren und Kriges unerfarnen Lüden kroigen schölen, darumme se den thom ersten Anlope unnd Gefahr desto drister unnd vüriger sin werden; so wi nun an der sterkesten Vestung erst unse Heil vorsöken undt de Averhandt gewinnen werden, werden se tho den andern Ordern, de nicht so grote Gefar, Moyte unnd Arbeidt dragen, desto williger unnd ernsthaffter hebben. So se nun averst an einer geringenVestinge sick versöken unnd dar befunden werden, welche fine, lange, grote unnd starke Menner de Ditmerschen, de keine Gefahr, ock den Dodt nichtes schuwen noch achten, unnd mit so dapferen Heldenmoth unnd Stanthaffticheit sich unnd ehr Vaderlandt vorbedingen, wol merkt nicht, dat dardorch vele van ehren Krefften, Herte unnd Vlite affgaen worde? Darumme so wie gedenken, nicht allein diesen Krich wißlich antofangen, sondern ock gelucklich tho volenden, (da Got Geluck tho geve,) so holde ick dit for dat nuttlicheste und radtsameste, dat men erst an Meldorpe, den vestesten unnd sterkesten Ordt, der Landknechte Ernst unnd Vüricheit, so noch dorch keine Gelegenheit geschmecket, vorsöke, den sonst an einer nicht so vesten unnd wolvorwarten Vesting, alß de Tilebrugge, (alß de Vöte) desulven an= unnd afflopen laten.


Breda Rantzowen Jegenbericht.

Darup hevet an Breda Rantzouw, ein wiser unnd beredter Man, unnd wedderradet solches met allem Ernste, unnd redet under andern up duße Meninge: Men kanß nicht lochnen, (es lässt sich nicht leugnen) sondern iß uth den Jarbökern klarr unnd wahr, dat unsere Vorolderen amStedelin Meldorp sehr damit mißgelungen, se nicht allein an der gantzenAverwinninge vorzagt, sundern nhademe se groten Schaden genhamen, mit der schentlichen Flucht er Levent redden möten. Unnd efft schone sich dennoch iß ehne sodane Erovering so weinig nutte gewesen, dat se ock darnha gantz unnd gar van den Vienden erlecht unnd in eine schendtliche unnd erbermliche Nedderlage geraden. Darumme dat we nicht tho gelichen Uthgange unnd Ende mit einem hefftigen Schaden van dem twiffelhafften unnd ungetruwen Geluck gestrafft werden, schal men nicht an einem ungelucklichen unnd unsern Voroldern hochschedtlichen Orde des Krigeshers erste Macht unnd Sterke in Gefar setten, sondern dat men thor Tilebrugge, welches nicht so wol vorwaret unnd veste, unnd mit geringerer Moyte, Arbeide unnd Gefare erovert unnd ingenhamen mach werden, daran den keimant twiffelt, den Anfang mache; dat rade ick. Den so de Landßknechte ein mal gelucklich mit den Buren sick schlaen werden. werden se, andere Dinge ernst unnd driste tho vollenbringen, vele bereider sin unnd grotere Lust hebben, unnd so vele Sterke unnd Modes dißen thowaßen wert, so vele wert den Vienten entagen werden unnd entfallen, de sich mit ehrem Vehe, nadem wi diesen Ort ingenhamen, in de innersten Orde des Landes vorkrupen werden. Welch min Radt, so de Juw (alß ich wunsche unnd hope) gefallen wert, wert solche der Viende Vestung in korter Frist unnd ahne groten Arbeit unnd Schaden der Landßknechte in unse Hende kamen. Den sendet bi Nachtiden, unnd averschicket etliche Venlin Ruter unnd Knechte tho minem Broder Hinrik, de den Eiderstrandt mit velen Eiderstedischen unnd andern vorwharet, dat he mit den Sinen von achter tho up de Viende valle, wi willen van vorn tho se anfahren unnd also lichtlich und ahne Moyte, (wen Gott geluck gifft,) innemen.

Wes man einß Radtß geworden, nomlich Meldorp antofallen.

It was wol dieser Breda Hertoch Johans overster Radt unnd eines groten Ansehenß unnd Namens, dewile ehr nicht allein ein sehr older Man, sondern ock vor ein wolerfarnen unnd vorstendigen Man geholden wart, tho dem waß he ock wol beschwatzt; averst in Krigeßleufften hadde he weinich Geluckes, den ehrmalß waß he van Georg Schenken Volke, de dat Stedlin Damme in Freßland uth Befehl des Romischen Keisers, Caroli V., belegert, gefangen worden, dewile mit etlichen Volke, van Christian des 3. Konings in Dennemarken wegen, he datsulvige entsettenschölen. Also waß he avermalß im Denischen Krige vorgedachtesKoninges jegen de van Lübeck van dem Graven van Oldenborch gefangen worden. Averst it gewan unnd beheelt den Platz des Veltobersten Meinung unnd wart desulvige vam Printzen van Dennemarken unnd beiden Fursten bewilliget; den wat gemelter Breda sines Broders halven vormeldet, wart dieser Gestalt wedderlecht, dat men den Burßlüden, de des Krigeß unerfaren unnd ungewhanet, nicht truwen dorve, unnd sonderlich deß Ordeß; de so velicht, datt Got affwende, (er kennt doch den Ausgang, schildert es aber so, dass der Hörer dran teilnehmen kann am nächsten Schritt!)dorch dat widerwertige Geluck de Krig nicht ehreß Vorhapendes, sonder ungelucklich affginge, mochten se sick Hapening maken, dat se ehre Frieheit wedder erlangen wolden, unnd derowegen Muterie anrichten. Breda averst stund up unnd sede: de Uthgang wert itt uthwisen, welcher van unß am besten geredt unde geraden hebbe.

Wo de Angrepe jegen Meldorp vorordnet unnd angerichtet.

Derwegen uth Befehl der Fursten itt geschach, dat up Artt unnd Wise, wo der Veltmarschalk H. Johan Rantzouw na Krigeßbruke, alß gemeldet, angeordenet, sich thom Angrepe stellede. Erstlich scholde de Rumormeister bi dem Troße im Leger bliven unnd, datsulve tho vorwharen, ehn beth in de 40 Ruter unnd ein dusent Lantzknecht thogegeven werden. Nahmalß scholen twe Venlin Knechte unnd Blankenborch mit 200 Perden na der Tilebrugge vorordent werden. Fort dorde, schölen 2 Venlin sambt Blakenborg, Lutenant, mit 200 Perden na der Hamme tehen. Thom verden, schal men de Schepebruggen 60 Flecke, dartho de Wagen vorordent mitnhemen. Tom vofften, schal Schoneweß, Reimer vam Wolde unde Wallerdom , mit Dirich vam Hall unnd sinen Rutern gesterkt, unnd Bartelt Petersen ehn den Wech wisen, bi der Norder Siden, bi einem Huse, nicht witt van Meldorp, anfallen. Thom sosten schall de Grave van Oldenborch mit sinem Vorvolke unnd Rutern, sambt dem Lutenant Frantz van Bulauw im Vortoge, unnd Moritz Rantzouw mit siner Vhane im Nathoge, up der Suder Siden, vor Wintbergen aver, van einen Uthfluchtigen, de nha darsulvest gewhanet, gefhöret, up Meldorp theen und darsulve vam Rucken anfallen. Thom sövenden, schölen de Heren sambt ehren beiden Vhanen ock vor Meldorp, , unnd gelikwol nicht beth, unnd dat Geschutte vorrucken, de ver Venlin Knechte bi dem Geschutte , darsulve tho vorwharen, bliven unde an dem Galgenberge geschantzet werden.Thom achten,welcher van den beiden Regimenten averkumbt, schal ein Vientteken geven, unnd so ein Del aver de Borstwere gekamen, schölen de Herrn de Molle, so bi Meldorp. anzunden, darmit men it weten möge.

Worumb de Heren an dren Orten thogelike dat Landt anthofallen beratschlagt.

Dat dat Landt an dre Orten thogelike, alß vor der Tilebrugge, Hamme unnd Meldorp, scholde angefallen werden, wart dorch wichtigen und sehr nutten Radt beschlaten, unnd eine Stunde ehr, ehr men itt mit Meldorp anfenge unnd ein Anfall dede, up dat nomlich dorch solch velfoldich Getummelt de Ditmerschen thortrennet worden unnd nicht wusten, wor se vornemlich henlopen unnd den ehren in der hefftichesten Nodt tho Hulpe kamen scholden, unnd also an keinen Ordt hupenwiß bi eine sich holden mochten. Unnd solche Meininge hefft nicht gefeilet, den de an den beiden Ortern weren, alß se segen unnd der Holsten gewar worden, begerten se der andern Hulpe unnd meldeden ehre Gefahr, alß den bescheiden waß, mit Vüre.

Weinig Ditmerschen, darunder Hans Lubkenß, jaget vele der Viende unnd legt Rohm in. Bi Swinhusen.

Wo de Hern etlich Volk an de Eider gelecht, iß gemeldet, also (D. Joh. Schneck Scr.) waß ock etlicheß gelecht im Stapelholme aver de Eider, in de Dorpere Tilen, Scheppern, Bargen, im Carspel tho Ervete, jegen dem Delve aver; Jurgen Knutzen tho Husum iß ehr Hövetman gewesen. Solch volk averst iß gewesen van Milstede, Rantern, Ostenvelde unde dar ummeher an der Treja. De Hövetman hefft dit Volk gedwungen, thovorne ehr Meldorp angelopen, dat se mosten aver de Eider varen in Ditmerschen, mit einem Venlin unde Trummen, de Fendrich hefft geheten Ketel Koering; alß se in Ditmerschen aver de Eider gekamen, lopen etliche nha dem Dorpeken Wallem, im Carspel Tellingstede, nit witt van Schwinhusen, sticken datsulve in Brandt. It legen averst Ditmersche tho Swinhusen, deßgeliken thom Delve, dewile men sich dar eines Infalles befruchtede. Alse nu de tho Schwinhusen gesehen, dat de Huse tho Wallem angesticket unde brenden, hefft Hans Lubkens, (3. Jun.) ein jung, lang, stark Man tho der Tidt, nu Carspelsvagt thom Delve unde de Oldeste im Rade, gesecht: Broeder, wat se dar gedaen, werden se hier ock balde doen; wille gi mit, so wille we tho ehn hen unde willen uns sehen laten. De meisten weren nicht willich dartho. Hanß Lubkens nimbt sine lange Speisen in de Handt, geiht vor unde secht: dat ein gudt ehrlich Kerl is, de volget mi nha. Ehn folgen ungefehrlich teine, darmit iß gewesen sin Moller, up Schwinhuser Möllen, Buesner Hans (ock Claes Boie, Otten arkus Claes, hebben leftlich ock mit Klöten gesmeten.) De Viende kamen heraff van Wallem bi dem Dike, laten ehr Venlin flegen unde Trummen slaen. De Ditmerschen, ehrer elven, de gaen ehn entjegen frimödich, de anderen van Schwinhusen volgen strounse van verne na. De Viende scheten aff tho den Ditmerschen in, wente itt weren meist Hakenschutten; wowoll etliche der Ditmerschen gedrapen, iß doch nemant dodt gebleven. Alß de Bußen affgeschaten, settet Hans Lübkens mit sinen Helpern tho ehn an, itt werden ehrer ein halff Stige (10) erschlagen in der Ile, alß dat de andern sehen, wendense sick, laten dat Venlin vallen, lopen nha der Eider, ith waß averst hol Ebbe. De Ditmerschen krigen einen Moth, volgen nha, also dat Viende so vel int Boot vallen, dat it sinket, de andere lopen in de Eider jegen Scheppern aver. Alß dit de andern van Swinhusen sehen, kamen se ock stouwens naeinander an, de van Delve kamen ock, ungeferlich der Man, ock van der Tilenbrugge 25, unde doen ein herliche Averwinninge, de Hövetman iß ock dar gebleven, wowol it thovorne mehrendeiß dorch weinigen vorrichtet waß. De so vordrenket, sint up der andern Siden upt Lant getagen unde up dem Kerkhave tho Ervede im Stapelholme begraven worden.

H. Adolphs Ordel van den Fluchtigen.

It iß darnaha H. Adolph christmilder Gedectniß tho Ervede gekamen, up den Kerkhoff gegaen unde begert, de Pastor wolde mit ehm gaen. Alß nun sine F. G. einen hogen Buel suet, alß dar vele begraven, fraget he: efft dar de Lüde begraven, de de Ditmerschen in de Eider gejagt; unde de Pastor geandtwordet: ja; hefft he verner gesecht: sint se it wol wert, dat se dar mang framen Christen liggen schölen?


Dergeliken Geschichte up Buesen vorrichtet.

Dergestalt hefft sick umme desulve Tidt ock ein merkliches up Buesen thogedragen, den de Eiderstedischen, dar, wo gemeldet, ock etliche thor Bestelling gelecht, nun vormeinden, de Tidt were vorhanden, dat se ehren velmalß geledenen Schaden nu sulvest uprichten unnd dergeliken den Buesenern bejegenen laten konden; vallen darumme ehrer etliche ungefehr – in Evern – lopen de Eider up, kamen vor Buesen in den Groden an, in Melding, (dewile se meineden,) wo itt den ock in der Warheitt waß, alleß wat wehrhafftich, jung unde olt, nemandes vorschonet, Knecht und Here were im Leger, wolden drwegen Busen in Brandt sticken, unde van Gude unnd Vehe, weß se vormochten unnd krigen konden, roven unde darvan bringen. Nu waß up Busen ein jung Geselle domalß an der Schole, Nicolaus Simonis, van Sunderborch, ein behertiget unnd frimödich Minsche, dieser waget it, bringet etliche Knaben van 14. 15. 16. 17. Jaren up Perden, helt dar Wachte mit, ock weß sunst van gar olden wehrlosen Lüden gelaten sin mochte. Alß he averst vormerket, dat Viende vorhanden unnd de Nodt ansettede, bringet he ock behertigde Fruwen mit Speisen, Messforken unnd sonst, wat se hebben, up de Bene, de binden dorch sinen Radt witte Döke ummet Havet, theen langst unnd under dem Dike her, laten alleine dat witte haven aver den Dike blicken, up dat de Viende meinen scholden, it weren geharnschte Rute edder Knechte; den se wol wusten, dat de Ditmerschen Fruwen keinen Linnen Flege up den Hövede dragen; he averst, Nicolaus Simonis, leth sick up dem Dike mit weinig Perden sehen, van verne ropt: heran, heran! Thuet ock alß richtich up de Viende tho, de sich uth den Evern bereit an Landt begeven hadden unnd thotasteden mank dem schonen Kruppe unnd Veh, welkes dar weidede. Alß se dieses manliche Herte sehen unnd vormoden, deile he so driste ankumbt, ock in Ile dat Blicken der Döke lang dem Dike sehen, dat eine grote Macht unde Nadruck vorhanden, raden se de Flucht, laten dat Veh gaen, vallen in de Ever mit solcher Hast unde Schrecken, dat se einen Ever gar ummetheen, unde hedden sich de Fruwen uth dem Hinderholte begeven, hadde men se lichtlich alle miteinander erworgen edder im Water vorquelen mögen, den se sich gar nicht thor Wehre gestellet, efft schone de truwe Helt so nha an de Eider gereden, dat he ock mit einem halven Haken darmang geschaten, unnd de jungen Knaben van verne helden, dat de Posse nicht gemerket unde vorraden worde. Men meinet, Bartolt Petersen, Wiben Peters Broder, hebbe wol umme diesen Handel geweten, den he uth Hate unnd Nite jegen de van Busen, sines Broders halven, wol ein Ergers gegonnet; den alß he tho Meldorp in unnd strax de Westerstrate dael gereten, gefft he gesecht: hei Busen, steistu noch? BISTU NICHT IN DE aSCHENß WELCHES VAN DEN Lüden; so umme eh gewesen unde in de Flucht geraden, gehört worden, de solches bestendig berichten.

Dergeliken bi Schülpe.

Even tho der Tidt vallen ock de Eiderstedischen aver tho Schülpe, in Meinung, it in Brant tho sticken unnd Krup to roven (crop getreide), averst de Klok wert geschlagen, de Fruwen binden Döke umme den Kop. Etliche Derns unnd Knechte stellen sick thor Wehre unnd willen vorbeden, Krup tho nehmen. Aver M. Marcus kumbt, gebutt, dat se henlopen schölen unnd de Evere affschuven, alß dar ein viff Dernes henlopen, do vorlaten se dat Veh, danken Gade, dat se wechkamen.

Des Graven Volk gemustert.

Dewile solch, alß gemeldet, beratschlaget unnd beschlaten wert, wart des Graven Regiment tho Hoge Aspel den 29. May gemustert, unnd volgendes Dages thoch he an unnd kam deßulven Dages in Ditmerschen Landt und legerte sich in einem Dorpe, Tinßbuttel genant, eine halve Mile Weges vor Alverßdorpe, kam also mit dem vöfften Lager int Landt. Quintis jam castris eo perveniens.

De Lübschen bearbeiden sich, durch eine Legation de Parten tho vordragen.

Umme diße Tidt begaff sich Sebastian Ersam, Lübscher Secretarius, in der Hern Leger, in Meininge, van wegen siner Hern, derer van Lübeck, Underhandlinge vorthonemen, schickede mit Vorweten einen Dener aff, ehme bi den Ditmrschen umme Geleit tho werven, vor de Hamme, welcheß se, de Ditmerschen, ehme vorgunnet unnd sick in ehrem Schrivende also undertekenet: Wi Oversten, Kriges=Commissarien, Hövetlüde unnd Bevelichebber, so itziger Tidt in der Hamme liggen ( Berichtet demna felschlich alia relatio, das ehr mit Schimpff und Droworten abgewißen, dabei manß bewenden lassen und de Gesanten mit etlichen Reutern einen guten Weg na Lübeck beleitet.)

Wo sich ein Scharmutzel erhaven unnd der Lübsche Legat affgetagen.

Alß men gemelten Sebastians Ersams Dener beleidete, van den Ditmerschen dat Geleide sinem Hern tho halen, entstunde ein Scharmutzel, in welchem etliche van den Ditmerschen darnedder gelegen: up der Hern Siden wart ein Spork, ein Luneborgischer Edelman, dorch dat Geschutt, averst nicht dotlich, vorwundet, unnd ein ander Holsteinscher Knecht dodt geschaten. Alß nun der Secretarius solches, unnd dat wi in korten anthogripen unnd ummer siner Handelinge willen nicht stille tho staende gesinnet, vormerkede, wolde he up thovor genamen Geleide nicht hentheen, sondern begaff sich mit einem Geleide uth dem Leger weg.

Schlacht vor Meldorp geit an.

Postridie calendas Iunii thoch men mit thovor vortekender Ordning an, deß Fridageß Avendes tho 6 Schlegen, alß de Sunne undergaen wolde. Erstlich de Schantzgraver unnd Dirik van Hall`s Ruter, de veer Venlin darup, darna dat Wagen=Geschutt, hirup de Schippbruggen, up welches der Heren Vanen volgeten, na dißem de der Regimente, unnd Schoneweß im Vortage, Reimer vam Wolde in der Midde und Wallerdom im Nachtage. Mit den ver Venlin Knechten, sambt dem Schantzmeister ruckte der Veltmarschalk vort unnd leth in Geheim am Galgenberge schantzen. In der Nacht 3 lange Mile in Ile getagen, dat men umme 2 vor Meldorp in der Nacht. Splet Herring secht men, hebbe gelavet he wolde de Viende leiden, alß se de Ditmerschen wunschen mochten, alß den bi Hesel gescheen. Den wen se up de Kne gefallen, hedden se nicht beter kamen konnen, averst it weren alleine Weßlingburen unnd Busen dar unnd weinig Dage thovorn de Nienkerker mit ehren stattlichen Geschutte affgefordert nha der Hamme.

Schoneweß bi Hesel, de erste Angrepe.

Schoneweß (den 3. Juny) mit etlichen Schantzgrevern und dem Vörer Bartolt Petersen bringet allererst de Schipbruggen aver und kumbt an der Vient Schantzen (munitio.) Em volget Dirich van Hall mit sinem twen Venlin unnd Rutern, averst Schoneweß ilet altho sehr, dewile he vorhapet, de Bruggen vor Dage henaver tho schlaen, bringt sich mit sinem Volke derhalven in uterste Gefahr, den alß he se avergebracht unnd de Schantze erstegen, waß Bartolt Petersen na sine Perde wedderumme thorugge geilet, welche he hinder sich gelaten unnd tho Bote gegangen was. Hirtwischen, unnd dewile de Viende uth einer Schantzen hart up de unsen schoten, worden se, in Meinung, dem Geschutte uth dem Wege tho entwiken, van einem Ditmerschen, so under den Knechten unnd des Ordes Gelegenheit nicht wuste, (den, dewile he uth Ditmerschen gewesen, weren, dar thovorne keine gewesen, Graven gemaket unnd uthgeworpen,) in etliche depe Graven gefört, in welchen de Knechte beth an den Halß wadeden unde binha schwimmen mosten, also dat se nicht ahne Vorwunderinge unnd sonderliche gottliche Hulpe mochten dorchkamen. Warhafftich wo Dirich van Halle nicht mit sinem Regimente aver de Graven geilet unnd bi Tiden ehn tho Hulpe gekamen unnd Entsettinge gedhaen, were Schoneweß mit allen sinem Volke dar gebleven. Den in solchen harden unnd geferlichen Stande, in welken de Landßknechte twemal van den Ditmerschen thorugge gedreven, dewile dat Pulver natt geworden. Nit anzunden willen unnd demnha der Bußen nicht gebruken konden, wart he mit einem Lode dorch dat Been geschaten. Schoneweß averst, de dappere Helt, alß he den Sinen manlich thogespraken unnd jegen den Viend mit den Speten hanteret, wart mit einen korten meßnen Rore, alß einen halven Falkenetlin, darnedder geschaten, van welchem Schote he nhamalß am verden Dage nach der Eroveringe tho Meldorp sin Levent laten moste. De anderen Regimente sumeden nicht lange, kemen bald herbi, aldar geschach van den Ditmerschen ein harder Stant, hebben sick trefflik gewehret unnd hefftich geschaten, unnd beidersitz ein hefftich, und beth in de anderhalff Stunde lang warendes Schlaent unnd Scheten, ungemerkt, welchem Dele Got dat Geluck unnd den Sieg wolde vorlehnen, (alia relatio, 3 Stunde ehr de Schantze erovert) (Als de Ditmerschen hen unnd wedder solch Schetent van beiden Dehlen gehört, wo den solch vast averalle gehört worden, sin se hen unnd wedder in de Kne gefallen unnd Gott um de Averwinninge angeropen, unnd sin der ock so gewisse gewesen, dat etlike junge Knaben van Busen van den olden Lüden angemanet, se int Leger then scholden unnd mit plundern helpen, in Meinung, dat gude Bute fallen scholde, welche bei Oldenworden vele andere Tidinge vornhamen.) Entlich averst musten d Ditmerschen erliggen unnd nhemen de Flucht, unnd de Landessknechte breken dorch de Vestinge unnd ileden in dat Blik, den Ditmerschen nasettend. De andern Knechte, welche up eine even Wische gestaen, sind wol eine halve Stunde jegen de Ditmerschen darnha getagen unnd hebben jegenander im Vorttheende mit Gewalt thosamen geschaten, so lange ein Part dat ander reken konen. Wat in der Schantze sich thor Wehre gestellet unnd tho lang vorharret, iß alles erschaten unnd umgebracht, dat de Doden sehr dicke gelegen. Under deß, dewile dißeStridt wahrede, zundete de Statholder, alß thovorne angelecht, de Möle an, darmit de Grave wen he dit gesehen, mit sinem Gesinde vort ilen unnd diesen, so itzund mit dem Viend sich bearbeideden, scholde tho Hulpe kamen, (den it waß bescheden, dat men an 3 Orden Meldorp, alß gemelt, thogelike scholde anfallen, Schoneweß van der Siden, vam Ruggen de Grave unnd vanvorne Rantzouw mit den Vursten. Averst dieser wolbestelden Sakenhefft ahne Vormodent Vortögering gebracht, dat se langsamer, alß men gehapet, vortgerucket,) welches sick etweß lenger, den men gehapet hedde, vortagen. Etliche seggen, de Orsake dißes sie, dat de Knechte sick vortthothen geweigert. (Eodem mane Lubkens Historia accidit.)


Meldorp gestormet.

Mittler wile Schoneweß mit sinen Hupen sich aver de Graven arbeiden, hadde H. Johan Rantzouw, Ritter, unde Wrisberg, nademe se alle dat Veltgeschutt up den Vient gerichtet unnd affgeschaten, de veer Venlin, angemanet, unnd demnha H. Johan sulvest vam Perde affgestegen, mit densulvigen den Flecken Meldorp van vornen angelopen, sich vorn an der Spitze manlich gewehret unnd gekempffet. (Relatione Reimer Mollers, qui 15 annorum, quod eques illum in foveam averrede unnd gestott, den ein ander gestrafft unnd gesegt: he deit di nicht; woldest du de Sunde wol up di nhemen? Tum ille optime respondit: ego minime feram, unnd vam Perde gesprungen, bi der Hand upgeholpen unnd tho rechte gebracht.) Den he gedachte, dat sick dorch solk sin Vornemen de Landßknecht, so velicht etweß langsam, dardorch schemen wurden unnd deste flitiger unnd ernster kempen, dat men ehn nicht nhaseggen mochte, dat se ehren Veltmarschalk vorlaten unnd mit Macht nagesettet; unnd solch hefft ehn nicht gefeilet, den se hefftich tho den Viend mit ingesettet, unnd ob se sich mechtich gewehret, den se sich, alß dapferen Mennern egnet unnd in sodaner utersten Nodt wol ansteidt, mit ehrenstarken Gelidtmaßen unnd unerschrecklichen Hertzen halstarrichlichtho weddern gesettet, unnd hefft ein Ider sine Stede, dar he up tho staende kamen, mit sinem Live bedecken unnd mit dem Antlate, welches he dem Viende gebaden, de Erde kußen willen, alßdesulve dorch eine schentliche Flucht vorlaten unnd sint nicht upeine, sonder vele entfangene Wunden, gefallen. Entlich averst, alß de Ditmerschen erlegt, hefft men den Wal erstegen, de Zingelupgebraken unnd in den Flecken gefallen, umme elven Schlegen. Nach diesen iß alßbalt H. Adolph mit dren edder ver Perden allein, deKoning mit siner Vane, welchen beider Hern Vane gefolget, in Meldorp vorrucket; in dem Stedtlin unde ummeher wart in der ersten Hitt unnd ersten Anlope alles, waß men gefunden, tho Dode geschlagen unnd sin alle Wege, Straten unnd Hüßer mit Blode unnd doden Lihammen besprengt.

Eines Landsknechtes mottwillich Dat.

Also dat ein Landessknecht in ein Huß gefallen und alß he alles apen gefunden, iß im Pisel eine Wege gestanden, darin allein ein klein Kindlin geseten, den alle dat ander war entweder up der Straten gebleven edder vorlopen, welches mit einen Stroh gespelet unnd dem Landtßknecht lefflich thogelachet, er averst uth unmenschlichen Herten iß thogefaren unnd solches erbermlich ersteken; welches, siner eigen Bekenntniß nha, em stedes sin Herte beschwert, dat he nha begangener solcher unmenschlichen Dad nimmer fro werden könen.

Van Manheit der Fruwen.

Men hefft ock der Fruwen nicht geschonet, den ehrer vele findt van den Landtßknechten getödt, ehrer vele vorjagt worden; den men geloffwerdig in Erfaring kamen, dat ein Wiff twe Knechte mit einem Brodtmeßer naeinander ersteken; ein ander ehrer der mit einer Vodervorke ersteken. Ock hefft men, nademe men de Erschlagenen geplundert, etliche Fruwen gefunden, de sich, mit Manneskleider unnd Harnischen angedhaen, mank den Mennern thor Were gestellet, unnd baven fruwliche Art unnd Natur, vorn an der Sitze gekempfet. Graff Antoni iß mit einen Regiment dorch dat Stedtin getagen, der Meining, dat he de vluchtigen Buren thovor queme, unnd men achtet, hedde he weß sehrer geilet unnd tidtlicher vorgeruckt were keiner van den Buren darvan gekamen, den men nicht uth Gnaden verschonet. (Vide aliam relationem de rege, ducibus et munitionibus.)


Wat van beiden Siden dodt gebleven.

In solchem Storm sindt van den Ditmerschen in de 400 erlecht. Van der Hern Dehle, so in der Schlacht up der Wahlstadt gebleven, unnd balt hernha van den Wunden gestorven, in de 100 ungefer (Ungefehr additur, ut nec studium mentiendi intelligatur et aperti mendacii convincatur.) wo ehre Chroniken sulvest bekennen; under den iß Hanß Struckman, ein Denischer Overster, gewest. Also iß ock Schoneweß und Daniel Rantzouw, Overster, sambst sinen Vendrich hardt vorwundet. Hedden de Landtknechte sich nicht gesumet unnd men hedde an dren Ortern angefangen tho stormen, were de gantze Volk ummeringet unnd weren alle, so darin gewesen, in der Viende Handt geraden, unnd ock nicht einer dorch de Flucht dat Levent gereddet. Alß averst de Ruter tho Osten ingebraken, lepen de in dem ersten Stride thorugge gedrevene Ditmerschen tho Hope, unnd vellen deß Ordes uth, dar de Grave herkam, unnd ilenden strax up ehn tho, dewile se anderß nergens wech kamen konden. Deßglichen deden sick de andern im Suderstrandt ock hervor, leten negen Venlin vlegen unnd hadden ock ungefer bi 20 Stucke Veltgeschuttes bi sick, setteden ock tho den Graven in. Mit den deden de Ruter, Moritz Rantzouw Vane ein Drepent, erleden ehrer, nevenst Erovering 25 Stuck groteß unnd kleineß Geschutteß, deßgelichen vel Krutt unnd Loth unnd etlichen Venlin, beth in 200. Ditt alleß vorlep sich den 3. Dach Brachmantzs. (Etliche, der ich geschwig, dar ein, alß Peter Kruse, herna tho Ehren gekamen, sint na Busen vorlopen, darvan aver int Lant Hadelen tho then; averst de Frowen hedden se bina in den Evern erschlagen und mit Gewalt wedder int Lager gedreven. Deß sin Vader sede: schlat den Schelm dal!)

Die Landknechte plundern Meldorp, hebben dat beste gedaen.

Alß Meldorp nun umme 11 Schlegen ingenhamen unnd alle Inwhaners unnd Beschuttere thom Dele erschlagen, thom Dele gefangen, thom Dele vorlopen, wurden de Knechte wedderumme in de Schlachtordning gebracht unnd musten also eine Tidtlang in der Schlachtordnung sthaen, dat men Tidung krech, dat de Ditmerschen sick wedderumme bi dem Water – thosamen geven und ermanneden. Averst alß desulven dorch de Ruter getrennet, wor thovorn gemeldet, iß den Landtknechten tho rovenunnd plunderen erlovet; den grott Vorrat da gewesen, an Betten, Kledern, Pofiant, unnd wat van der Geest darhen gevluchtet.

Nachtlager.

Wolf Schonweß, Wilhelm Wallerthum, Reimer van Walde, vor Meldorp nha Hemmingstede sick gelegert, ein Schantze up de Högte upwerpen laten unnd Geschutt darup gebracht. Alß averst de Avent sich nahete, gaff sich dat Vottvolk up Meldorp unnd schloch sin Leger tho Norden jegen Middernacht up der linken Siden vor Meldorp, de Grave mit sinem Gesinde im Dorpe Ammerßworden jegen der Sonnenundergang, thowesten Meldorp (Cilicius tho Suden,) unnd negst bi ehme Moritz Rantzouw mit sinem Volke; de Hern aver sambt den Rutern weren in dem Stedtlin losert. Unnd also erwisede de Uthgang, dat uth wolbedachten Rade mit beterer Gelegenheit der Sake de erste Angrepe an Meldorp, alß der vornemesten Veste, demnha dat Krigsvolk noch frisch unnd der Buren Manheit unerfaren, gedhaen; den so men den Viendt uth den andern nicht so wol bevestigten Orten und de lichtlicher tho gewinnen, in diese Vestung scholde gedreven hebben (De Buren so geschwinde geschaten unnd ilend, dat vele van den iseren Stucken thosprungen unnd sich sulvest Schaden gedaen. De Ditmerschen weren in Willen, Meldorp anthofallen an dren Orden, averst wart van den Weßlingburern gehindert, dewile de nicht henan wolden. Rex etc. der Ditmerschen, X. Venlin, XXX. Gute gegatene Stucke Bussen erobert. Geschmedete Stucke, dubbelde Haken ein groten Tall.).


Uneinicheit aver der Büte.

Deß andern Dages, welcher de verde dißes Maentes, moste men mit dem gantzen Hupen uth Orsaken, dat sick de Rüter mit den Knechten wegen der Büte nicht voreinigen konden, stille liggen; den des Roves vele, dewile de Ditmerschen in Meldorp, als einen sekern Ort, up solche Kriges Emporing ehr Gudt thosamen gedragen hadden; unnd meineden de Landknechte, dewile se voriges Dages dat Beste gedaen unnd dorch ehre Arbeit unnd Gefahr Meldorp erovert, dar de Rüter, dorch de Graven gehindert, dem Viende weinich Schaden thovögen mögen, se demnha alleine thor Bute berechtigt, unnd hedden de Rüter keinen Deel daran. Wart averst dieser Alarm grot unnd gefehrlich, dat de Aversten sich dartwischen schlaen musten unnd mit velen Beden kume de Parten van einander holden konden, dat se nicht thor Wehre grepen unnd tho einen Schlaen geredten; entlich averst dorch der Fursten ernste Befel unnd Gehör gestillet.


Brunsbuttel antofallen beradtschlagt.

Na gestilleden Tumult wart beradtschlagt, dat men deß volgenden Dages mit dem gantzen Krigesher na Brunßbuttel tho vorrücken, welches alß it in vernere Ratschlagung getagen, wart men eines anderen tho Radt, unnd wart best geachtet, dat men solcheß in den dorden Dach sparen unnd upsetten scholde; den Reimer van Woldt mit sinen Venlin unnd Blankenborch mit sinem Regimente Ruter, worden Clawes Rantzouwen, de an de Elve de Warte helt, mit sinem Volke thogeschickt, up dat se van achtern tho anfallen scholden, wen de Veltmarschalk mit dem Mehrerdehel des Krigeßvolkeß van vorne tho Brunßbuttel angrepe; den men helt it darvor, wen men de Viende also beschantzet, dat men se am lichtesten dempen unnd den andern Ditmerschen, so velicht ehn tho Hulpe kamen mochten, den Paß unnd Anleit beleggen konde.

Wo men Brunßbuttel tho eravern angefangen.

Reimer vam Wolde unnd Blanckenborch mit ehren Knechten unnd Rutern begeven sick, genhamenen Radtschlage tho Volge, uth Ditmerschen unnd nhemen den Ummeschweiff dorch Holstein, up dat weß se Vorhebbenß, de Ditmerschen nicht merken mochten, unnd kamen also tho Clawes Rantzouwen. Under deß hefft men dat Lager besichtigt, de Doden thosamen gedragen, getellt unnd begraven, ock heft men verner geradtschlagt unnd Vorordeninge gedaen, wo men it mit dem Trosse anfangen, unnd wo men de Viende, so in der Hamme unnd andern hogen Orden deß Landes hen unnd wedder sich beschantzet, anfallen wolde.

Schonweß dot, unnd tho Itzeho begraven.

Am Sondage tho Nacht starff Schoneweß, welcher im ersten Angrepe inmaten baven angerögt, mit einer Bußen hart vorletzet worden, alß he sick thovorne mit Got voreinigt und dat men ehn im Lande Holstein begraven wolde, begeret; welches ock gescheen: den de Liche mit 40. van den Hern dartho vorordenten Perden beleitet, tho Itzeho in der Kerken gehörender Wise ehrlich thor Erde bestedigt. Solch Geleide averst wart darumb so stark gegeven, dewile de Ditmerschen allenthalven de Wege flitich besettet, dat men sich befruchtede, de Liche mochte van der Wacht genhamen werden, unnd mochten se, wen de in ehre Hende keme, desulve gruwlich handelen.

Christoff Wrißberg an sine Stede.

It wart in deß Schonewesen Stede vorordent Cristoffer Wrißberg, dewile de Fursten densulven erwelet hadden, efft schone aller Hopen stundt up Daniel Rantzouwen und tho ehn alß einen dapfern und ernsten Man wol genegt weren, he ock, alß van adelicher Herkumbft unnd deß Kriges wol erfaren, solches Ambtes wol werdich gewesen, dennoch iß Wrißberg, dem Koning tho Gefallen, vorgetagen worden, up dat nicht aller Handel in dißem Krig dorch de Rantzouwen gehandelt worde, efft schone de Landeßknechte etweß ungeduldich daraver. Cilic.)

Wo de Ditmerschen dorch einen Kundtschafter vorföret (Burdrewes, alß Schipper van Busen, wart mit etliken van Busen unnd Worden, darunder twe van Hans Clawes Sonen, so noch in der Veide gebleven, nha Helmsandt geschicket uth Wördner Haven, dat se de Marne uplopen scholden, unnd vorkundtschoppen umme den Viendt. De sulff drüdde upgelopen unnd befunden, dat it allenthalven Alarm.)

Men hefft van den Gefangenen erfaren, dat de Ditmerschen einen Kuntschopper in der Fursten Leger gehat, de Nacht thovorne, alß Meldorp folgendes angefalen; de uthgebracht unnd vormeldet: dat de Hern etliche weinich volk na der Tilebruggen tho schicken bedacht, de dar de Ditmerschen upholden scholden, men wolde averst dat andere Krigeßvolk upt hemlichste an de Hamme vören; darumme de in der Hamme desulve Nacht an de van Meldorp geschickt, ehnen solches geapenbart unnd in dieser alß jegenwardigen Nodt und Gefahr ehre Hulpe begeret unnd hebben darup de van Meldorp ehnen, ehr de Sunne upgegaen, viffhundert nha ehrer Art wolgerusteder Man thogeschickt. Also hebben Ditmerschen dorch Vorhenkniß deß Almechtigen sulvest den Flecken Meldorp der Besettinge entblötet. Daruth men lichtlich sehen kann, wo woll unnd nuttlich beschlaten, dat men etliche Hupen an de beiden Orden vorschicken scholde, dat men dardorch de Ditmerschen vorvöret, dat se nicht tho rechter Tidt den ehren tho Hulpe kamen mögen. Den dat iß gelofflich, hedden se sich mit aller Manschop, Macht unnd Sterke thosamen geholden, hedden se mögen den Vienden Schaden thovögen unnd mit groter Köhnheit unnd nicht so groden Schaden vordedingen, unnd den Holsteinern de Victoria etweß surer maken, edder ock se gantz und gar erleggen unnd obsigen. At deus etc. (Als de Ditmerschen sick beraden, Meldorp an dre Orden, alß van Hesel, 2) aver de Milbrugge, 3) van Sudhalenbrugge antovallen, iß Peter Nekels van Ketelsbüttel sulffsoßte den Wordern und Busenern nagereden, dat se nicht bi Dikelank anstehn scholden, deß sick de so seher erschrecket, dat se ehre Spete, Harnisch etc. vorlopen unnd meinen nicht anders, it weren de Vient. Unnd weren se thogetagen, weren se alle umme de Helfe gewesen, wente de andern van Weßlingburen und Nordthammer woldn nicht vort. – Worder unnd Busener legen bi Hogeworder Schluse, dar se sick beschantzet (s. unten S. 202)


H. Johan Rantzow mit dem Leger nha Brunßbuttel.

Den 6. Juny thoch de Veltmarschalk mit Wrißbergen, Wallerdom, dem Graven van Oldenborch und Moritz Rantzouwen Vähne, in Meinung, den Suderstrandt tho eravern, voriger Beratschlagung na, an; unnd waß, alß gemelt, thovor bestellet, dat Clawes Rantzouw mit den Marschlüden uth der Kremper= unnd Wilstermarsch, unnd Reimer vam Wolde mit sinem Gesinde, den Viendt an demsulvigen Orde also tho ummeringen, scholden entjegen theen. Se legerden sick deßsulven Dages an einem Dik, daruth se ehr Water haleden unnd darvor se eine Schantze upgeworpen hadden, harde vor Brunßbuttel; alß se averst thor Besichting utheen unnd erkundigen, wo man volgenden Morgen thom voglichsten mochte den Viendt angripen, wart Wrißbergen in der Besichting sin Perdt under dem Live mit einem Haken neddergeschaten (De Ditmerschen hedden de Lose under ander, im Falle de Strandt worde averfallen, scholden se ein Mollen ansticken. Aver dewile se averrasket unnd nicht konden, (wente solches wedderraden(?)) worden dar Huse angesticket thor Lose, dat dat Leger van Heide unnd Hemmingstede scholde upbreken. Wo thom Brakenwolde Reimers unnd Hanß Nanne up dem Bedde gelegen, unnd alß uth dem Strandt etliche dar gekamen unnd sick deß beklaget, dat de Strandt gewunnen, hebbe ein van ehn gesecht: Worum stickeden se de Mollen nicht an, alß bescheiden? Resons. Mit Beschede: so se konden. – H. Peter Boje, Veltprediger, hefft berichtet, dat Wolt etliche Male in Frowen Kledern int Leger gekamen. Den de Riffer bevalen, man scholde ehm den Hoiken herhalen.).

De ander Angrepe jegen de Ditmerschen vor Brunßbuttel.

Up den andern Dach, nömlich den sövenden dieses Mantz, thogense beth daelwertz an de Elve, drepen einen thovor unbewusten harden Sandvort an, setteden henaver unnd geschach also de ander Angrepe wedder de Viende. Alß solches de Ditmerschen sehen, vorlaten se also vortt ehre Schantzen, de Ruter mit ehren herna dringenden Knechten drepen up se dar; se averst geven sich ilend in de Vlucht, de Landßknechte belopen ehn den Wech unnd werden ehrer densulven Dach bi verhundert erlecht unnd ehnen ein Venlin affgedrungen; de andern sin dorch de Flucht darvan gekamen.

De Ditmerschen dohn den Vienden Schaden.

De vorgangene Dage aver hadden se dem Leger vel Schaden thogevögt, etliche vel Proviant=Wagen genhamen; insbesonderheit averst unnd under andern deß Koningß Jungen einen, Qualen genant, welcher mit Breven van ehn an de Koninginne affgeferdigt, eine halve Mile Weges van Meldorp, in einem More, twe Kugeln mitten dorch den Liff geschaten. Desulvige iß gelichwol van der Stede noch entreden, nhavolgenden Dageß averst gestorven unnd tho Meldorp begraven.


Brunßbuttel ingenhamen.

Densulven Dach toch Her Johan mit des Graven Regiment noch vortt, ruckede nha Brunßbuttel, nham it ock ahne sonderlichen Wedderstandt in, den he fandt keinen Minschen dar, dat se sick nicht getruweden, den apenen Vlecken tho erholden, weren demnha alle vorgeweken. Alß nun Claweß Rantzouw, welcher thovor van der andern Siden her tho bejegenen vorschickt worden, de Holsteinischen dar vornhamen, begaff he sich mit den anderen thogeordneten, Reimer vam Wolde unnd Blankenborgen, heraver uth der Wilstermarsch; tohandt vorsendte H. Johan Blankenborch mit siner Vanen, den Hern Tidinge tho bringen, unnd ehre Besettung tho sterken, thorugge int Lager. Unnd alß de Landßknechte segen, dat alleß so schlunig unnd gelucklich van Steden ginge, lepen se, unnd sonderlich de Oldenburgische, up de Büte henuth.

Wallerdohm mit den Oldenburgischen jaget den Vienden nha.

Mittlerwile kam ock Wallerdohm, welcher am Morgen den Vienden nhagejagt unnd derwegen sich thorügge etwas gesümet, wedderumme an sine Schütten, dede sich thogelik mit den Oldenburgischen, unnd gelichwol ahne Befehel, henuth, hengeden den Vienden nha, Vorhebbens, desulven gantz tho vorjagen. Dewile it averst nun mehr spade, umme achte edder negen Uhren, unnd de Nacht schon herbi gefallen, wolde H. Johan, de Grave sambt den Oversten, de andern Knechte nicht wedderumme uthfören, unnd besloten up volgenden Morgen ock an den averigen Vienden ehr Heil tho vorsöken.

Nachtlager.

De Veltmarschalk unnd de Grave legerden sich in Brunsbuttel, unnd Wallerdom nicht witt van der Eddellake.

De Bocklenborg. Ditmerschen, de sick ergeven, werden tho Gnaden genamen.

In dieser Nacht ward Blankenborges Lutenant mit 200 Perden nha de Bocklenborch, darsulvest de Buren, welche den Lantßknechten uth den Handen kemen, tho entfangen vorschicket. Gelicher Gestalt vorordente H. Johan Rantzouw Moritz Rantzouwen mit 300 Perden, in Betrachtinge, dat solches Nott sin worde, up de Geest, unnd vorrucked he mit den averigen Gesinde jegen Dach vordan. Nu hadden sick averst de Buren mehrendehlß de Nacht aver vorlopen, uthgenamen etliche, unnd ungeferlich in de 400, welche sich mit velen Wivern unnd Kindern up einem Plane bi twen Hüsern, so mit Water unde Moß ummegeven, up ehre Sprake eine Werve genantt, mit Wagen, Bedden unnd dergeliken Dingen upgeworpenen Schantzen bevestiget unnd vorgraven unnd nhamalß mit Water ummelopen laten. Alß se averst mit Krigeßvolke gentzlich ummeringt, also dat se an keinen Ort Uthflucht hebben mochten, , worpen se de Wehre van sick unnd ergeven sick up Gnade unnd Ungnad. Nademe averst de Marschalk gesehen, datt irt blote unnd werlose Lüde, wolde he unvortögentlich diese Dinge an de Hern laten gelangen, unnd weß men sick mit ehnen holden scholde, erkundigen. Under deß kam even de Köning unnd Hertoch Johan eigener Persone tho dem Handel, unnd leth sick de Koning, se tho Gnaden anthonehmen, alsobalt bewegen; worde gelichwol densulven Avent, wo mit ehnen scholde gehandelt werden, nicht gentzlich voraffscheidet. Deßmal worden den Vienden wedderumme 7 Stuck Veltgeschutz entagen.

Bescheidt, wo mit den Gefangenen to handelen.

Volgenden Morgen, 8. Juny, worde allerlei Gespreke unnd Ratschlege daraver geholden. Beide Hern sambt etlichen dersulvigen Rethe, nomlich Breda Rantzouw unnd Bartram Sestede, hedden wol liden mögen, dat men se erstmalß tho Dode geschlagen, alß de, so van so gruwlichen wötenden Volkern, de keine Barmherticheit unnd Medelidicheit eigende, gebaren, ehre eddelen unnd berömeden Vorolderen alß ein Dodenoffer schlachteden. Alß averst nhamalß de Veltmarschalk im Leger angekamen, unnd tho der Saken ock sinen Rath, wo idt nömlich tirannisch, mit werlosen Lüden also strenge tho vorfharen, angebracht und Kon. Mayt. Up sine Siden gekregen, iß na langer Beradtschlaginge entlich de Sentenze in gemein ergangen, dat men de Vornhemesten daruth scholde nhemen unnd hen unnd wedder in dem Lande Holstein up de Hüser vordehlen, beth up den Uthgang des Kriges, den gemeinen överigen Pöpel mit Wiff unnd Kindern in de Schepe setten unnd aver de Elve föhren. Dieses Gescheffte tho vollenthen, wardt dem Lutenant befalen, unnd den Ditmerschen eine Forme des Eides, welchen se schweren scholden, vorgeschreven unde thogeschickt. Also iß dorch Eines bequemen und gnedigen Ratdt den allen dat Leven erholden, dat so vele Selen van den jegenwardigen Vorderben und Dode gereddet.

Radtschlach verner tho handelen.

It wart dorthomall verner beschlaten, dat men Namiddage wedderumme tho Rade gaen unde wo de Viende verner anthogripen, scholde radtschlagen, dewile men nu den Strandt edder Suderndel bedwungen unnd de Norderdeel sich mit aller Macht unnd Krefften unnd Flite beschantzet unnd sin Heill tho vorsoken, bedacht.

De Ditmerschen guder Anschlach, dorch einen Fluchtigen gemeldet.

Diesen Dach kam ein Uthfluchtiger van den Ditmerschen, welker uth ehrer Schiltwacht entlopen, bi den Heren an, mit Antöginge, dat se, de Ditmerschen, vorgangene Nacht unse Leger an dren Orden thogelik anthofallen, Vorhebbens gewesen; den tho Hemmingstede dat Landt thosamen unnd einig geworden, dat de Nordthammer van der Geest an, de Weßlingburer van Norden den Landweg, unnd Busener van Westen edder dem Hemme an, unnd alles in Brandt steken, unnd solches Antages Fuer thor Lose gemaket. Alß nun de Busener mit ehrer Döffte sammenthafft angetagen, iß Peter Nekelß mit viff andern nhariden gekamen, daraver se sich entsetet unnd gemeinet, idt de Viende gewesen, unnd gaff vor, dat de van Osten unnd de van Norden up beiden nich vortthen wolden, derwegen sich nicht in Gefahr setten scholden (Vergl. Oben S. 198.). Demnha se sich ein weinich erhalet, unnd ere Kleider, Were, so se affgeworpen, wedder gesamlet, de averst in der Nacht sine nicht wedder bekamen, iß des Morgens ilendes upgewesen unnd dat Sine wedder gesamlet. Unnd twar dieser Dinge hadden se nene schlechte Orsaken, den se wusten, dat de meisteunnd werhaffteste Deel van Meldorp affgeföret, unnd dat allein de Hupe tho Meldorp vorbleven, de in der Eroveringe dessulven Flecken vel dapfere Menner thogesttet unnd sehr geringert unnd geschwecket, dat se desulve lichtlich tho schlaen unnd erleggen gedachten. To deme gedachten se, wen de ander Hupe wedderumme sich herdael begeve, de Fursten tho entsetten, worden se doch tho spade ankamen unnd dennoch se ehre Mit=Vorwanten, alse den Strandman, so in üterster Nodt, redden unnd tho Hulpe kamen. Unnd geve hirmit Iderman tho erkennen, wat nutlichers unnd bequemers doch van den Ditmerschen hedde vorgenamen mögen werden; unnd ahne Twiffel, hedden se ehren Anschlach nha darmit vorfahren, hedden se de Hern, wen de Flecken in Brandt gestick, mit weinigen vor Liff unnd Levendt sulvest stahen unnd kempen möten, dewile itt an dren Orden ummeringet unnd darmit alle Hopening der Flucht ehnen benhamen.

Twedracht aver de Büte.

Alß de Lutenant Frantz Bulouw ehme befhalene Geschefft vollendet unnd wedderumme int Leger angekamen, entstundt avermalß der Büte halven eine seher geferliche unnd beschwerliche Muterie unnd Getzanke, den der eine wollte, men scholde itt dehelen unnd parten, de ander averst meinde, men scholde it vorkopen, unnd wowol de Hern ehnen unnd ehre Gesinde unnd Fanen daran gebörende Gerechticheit guttwillich nagegeven, konnte men sich dennoch aver den Handel gentzlich nicht vorgeliken. Tolest avers und nha vorgehabter Beratschlaginge wart vor gudt angesehen, dat men uth ider Rotte Bütemeister, welche im Leger bi der Büte desulve to delen vorbleven, scholde vorordenen, mitlerwile averst mit den Hupen den Vient verner nailen. Unnd also iß de Muterie geschlichtet.

Vorordnung, den Viend verner anthogripen.

Wo men nun deß eigentlich gesinnet, den averigen Vient verner tho vorvolgen unnd gentzlich tho erleggen, richteden de Krigeßrede de Ordening dermaten an, dat nömlich de Grave van Oldenborch, beide mit sinen Rutern unnd Knechten, sambt Moritz Rantzouwen Vahnen, in der Hern Leger vorrucken, unnd dat Geschutte aldar tho vorwaren, bet op den dorteinden des Brakmonatz scholden vorharren, densulven Morgen averst fro upbreken unnd sick jegen den Viendt nicht anders ertögen, alß wolden se mitt vollem Gewalt na Hemmingstede hin theen unnd den Weg up den Tufelßwarff, da Koning Johan ermal sin Nedderlage erleden, vornhemen, up dat de Ditmerschen also vorvöhret worden, unnd meineden, dat se aver desulve Strate ock antheen wolden; de averigen der Regimente, sambt den Hern unnd Blankenborges Vahne, den twelffden gemelten Monatz Junii, up den Avent, ungefehrlich umme der edder ver Uhren vortheen, na der Tilebrug sich begeven unnd aldar den Viendt angripen.

De Grave van Oldenborch will mitt Morden an den Ditmerschen Ridder werden und Ehre inleggen.

Dieser also van den Krigeßreten gemakeden Ordenung waß de Grave van Oldenborch, in Betrachting, dat he mit sinen Gesinde anderen geliche Ehre mochte erlangen, entjegen, widerte sich, im Leger to bliven unnd rouwsam unnd fredlich darinnen der anderen Moyte unnd Arbeith thothosehen. Solcher Gestalt muste men vorgehabten Radtschlag vorendern, unnd wart an des Graven Stede Wallerdom mit sinem Regiment int Leger thom Geschutte vorordenet.

Dewile de Krigeßknechte drunken unnd nhabliven, wert de Koning des Kriges averdrötich.

Alß averst de Knechte mehrendelß etlicher maten drunken, dat ehrer vele im Leger beliggen bleven unnd kume de halve Dele, alß se scholden, ehrem Venlin navolgeden, worden de Hern noch lenger stille tho liggen vororsaket. To deme wolde dat Votvolk mit einander, uthgenamen ungeverlich 2 Venlin, welke bi den Rütern weren, nicht vorttobringen sin, de se etliche male up dem Wege bestaende gebleven unnd nicht vortthen willen. Derhalven Kon. M. densulven Dach tho hefftiger Ungedult bewecht unnd gesecht: diese Boven scholden einen deß Krigeß möde maken, ick hedde wol dat Handtwerk lenger tho gebruken eine Lust, averst ick will van dißem Vornhemen affstaen; se sind betalt, unnd aver dat unß noch schuldich, richten gelichwol, weten nicht worumme, alein van der Bute wegen solche Muterie an; wat scholden se doen, wen wi ehen schuldich weren? Den watt, dat se sich umme de Bute hadern, wat hebbe wi darmit tho doen?

Men rucket gelichwol vort na Alverßdorp.

Unnd demnach der Saken vögelicher nicht tho vorhelpen, gaff men den Fendrichen ernstlichen Befeel, de Venlin flegen tho laten unnd unvortogentlich vorttorucken; welcher maten de Knechte lestlich thom Gehorsam unde thom Antage gebracht. In dieser Ordenung: Blankenborch mit siner Vane hadde den Vortoch, dem volgede Wrißberg mit Schonewesens Regiment, twolff Stucke deß kleinen Geschuttes sambt allen Schipbruggen unnd den Schantzengrevern, hirup alle der Hern mit beiden unnd nomlich des Graven unnd Reimers vam Wolde Regimenten, des Graven Ruter averst weren im Natage vorordent. De Toch wart stark nha Alverßdorpe, dem olden Leger, gerichtet, an welkem Orde vormalß etliche Schipbruggen nhagebleven.

Vorordenung aver de Bute.

Als men nu darsulvest angekamen, tögeden de Aversten den Rottmeistern an, wo it vorthin mit der Büte tho holden, dat nömlich ein Ider, wat ehme thokeme unnd he erlangede, vor sich mochde beholden, it scholde averst thovorn unnd ehr de Viendt gentzlich erlegt, nemant sich derwegen entüteren edder der Büte nhalopen.

Tilebrugge erovert unnd van den Ditmerschen vorlopen.

Alß de Dach anbrak, (12. Juny, up den Dingeßdach,) ruckede men up vorgemakeden Anschlach na der Tilebrug, Vorhebens, desulve an twen Orden mit einander antogripen. De Velther sambt etlichen andern, makede sich voran hen, in Meining, aller Dinge Gelegenheit unnd wo de Veste am vögelichesten antogripen, sich tho erkundigen. Nu waß it umme de Tilebrug dermaten geschapen: to ringeß ummeher iß it mit einer Schantzen van Mor unnd Graven vorsehen unnd nur ein Wech edder Strate henin bevestigt, up welke se ehr Geschutte gerichtet; unnd demnha se ock romlicher Wise uthgeven, hebben se thovor mehrmalß up demsulven Wege ehre Viende geschlagen; wo men nu densulven Wech herin getagen unnd de Ditmerschen de Schantzen nicht vorlopen (Vorlaten, in Meinung, man se tho Hemmingstede söken worde, also ock dat Geschutt mit dahen gevöret, waß nur eine Wacht dar gelaten, de alßbalt na Hemmingstede gelopen, unnd de Kundschop gebracht, unnd hefft ein, so mit im Krige gewesen, gesecht: wen he 200 edder 100 Ditmerschen gehat, wolde he up der Tilebrug der gantzen Macht wol erwachtet unnd vor ehn erholden hebben), sundern se mit aller Macht sich dar thosamen geschlagen, hedden se den Vienden ahne Twiffel, groten Affbrok gedhaen. Alß men averst darvor gekamen, hebben se de Schantze vorlopen, aldar sin de Holsten angefallen, mit Macht dorchgedrungen unnd den Wech vor der Schantzen ingereten, den dewile weinich der Ditmerschen dar vorhanden, sondern alleine etliche thor Wacht aldar gelaten, konden se solches nicht vordedigen, sondern mosten, sobalt se deß Viendes ansichtich, vorlopen, den de andern weren na der Heide geilet, dorch den Graven, de sich up Hemmingstede sehen laten, vorleidet.

De Veltmarschalk erilet up de Ouwwbrug.

Nu begaff sich de Veltmarschalk sambt etlichen andern voran hen, funden etliche Buren bi einem Dorpe, welche, nademe van den Holsten ock etliche geschaten worden, mehrendeleß erlegt. To dißer Handling kam ock Blanckenborch, unnd alß H. Johan veler Antöginge na in Erfaringe gekamen, dat twischen der Heide unde dem Dorpe nichtes, dar se mochten Stand hebben, den eine Ouwe unnd darbi ein Mor underwegen, unnd averst nemant, dem deß Ordes Gelegenheit gentzlich bewust, demnha de Kundschopper alle thorugge, erinnert Hinrik Rantzow, bi dem Harvardt Lange, dat ein Landtßknecht ehme unterwegen gesecht, dat ehme de Weg bekantt were. Up dißes gewisse Anleidung ruckt de Veltmarschalk umme 1 Schlag Namiddag, ungever mit vertich effte vofftich Perden, vorrt unnd vindet de Ouwe leddich (Alia relatio describit locum.- Haec alia relatio: Tschischen der Heide unnd Owbrug hinder 3 kleinen Bergen gut Geschutt, darmit up de Ruter geschaten, averst dewile se tho hoch, efft neddrig, weinich Schaden.), thuet dar henaver unnd leth thorugge entbeden: he hadde nunmehr de Ouwe in, Blankenborch scholde ock unvortogentlich nhailen. Deßgeliken dede he Kon. Mayt unnd beiden Hern ock tho weten, de sick nicht lange gesumet unde geliker Gestalt ilend na der Ouwe gerucket.

De Hern willen sich in der Heide losern laten, Zank daraver, ehr se de gewunnen.

Alß nun de Ruter mehrendeleß daraver, de Landtknechte averst noch etweß thorücke weren, wolde men in der Stadt Heide unvorhapet, dat noch jemant, de sich thor Wehre stellen worde, darinne, quarteren laten. Aver dat entstunde noch under den Oversten unnd Ritmeistern, demnha kein Dehel dem andern, dat he allein in dem Stedtlin einloseret worde, vorgonnen wollte, ein Twispalt unde Uneinicheit. Tolest wart dorch den Veltmarschalken solches geschlichtet unnd Vorordning gedaen, darmit beide van Rütern unnd Knechten de halve Deel darin scholde liggen, sunderlich averst de Fursten.

Gelegenheit des Vlecken Heida.

It iß averst Heide ein vornhemer Ort deß gantzen Landeß, unnd dewile alle Sonavendt des gantzen Jares herdorch de Ditmerschen van allen Orten dar thosamen kamen unnd kopen unnd vorkopen, ock sonst de acht unnd vertich Regenten dar ehre Thosamenkumbst unnd Landessamling tho holden plegen, iß it der zirlicheste Flecken, in dem de Huser am artigesten unnd schonesten gebuwet (Periere 300 Dith. Contra H. Erich Podebusch unnd Andreaß Frese geschaten.).

Blankenborch unnd Aske van Holle vor der Heide.

Up solches, alß gemelt, dede sich Jochim Blankenborch unnd Aske van Holle, de de Ruter, so friwillich mit vortgetagen, vöreten, mit Vorwetendt des Marschalkes jegen dem Stedtlin, aldar schenketen etliche Wiver Blankenborg Mede. Se vornemen gelikwol hat, dat in dem Stedtlin van werhafften Lüden noch ein Hinderholt vorhanden.

Veer Venlin vallen thor Heide uth, unnd werden binha alle erlegt. (Nordthammer).

Demnha Blankenborch unnd Aske van Holle sambt den Quartermeistern nha henan gekamen unnd veer Venlin heruth vallender unnd ehnen nhailender Buren gesehen, sint se mit einander ilend wederumme thorugge geweken. Unnd sagten de Bueren nhamalß, dat se einen Prediger up dem Torne gehat, welcher se vor geloffwerdig berichtet, dat der Viende nicht mher den 200 Perde vorhanden, durch welches Antöginge se dermaten froidich heruth tho kamen vororsaket. It helden averst de Viende hinder einem Berge, darumme se den van ehm alsobalt nicht mochten gesehen werden. Alß nu disse veer Venlin mit etlichen Geschutt sich etlicher maten wittt heruth gedaen unnd even unse Ruter erblickt, welche nha ingenhamener Kundschop unde Tidinge van der Viende Thokumbst sich alsobalt tho Stund erbarer unnd thom Angrepe wolgeschickter Schlachtordning nicht konen schicken, wendeden sich (de ver Venlin,) thohandt, Vorhebbens, in dat Stedtlin wedderumme inthotheen; unse Ruter togen ahne Vortoch up se dar, setteden in se unnd drep Kon. Mayt. Fane unde ehre M. in eigener Persone im ersten Gelidt bi einem Berge, tho welkes Siden ein Mor, van vernen tho strak up dat Geschutte thor linken Hande, beide Heren sambt den Irigen thor rechten Hand unnd tho negest van vornen her; Jochim Blankenborch kam bi H. Adolphen van hinden tho twischen der Stadt unnd dem Viende thom Drepen, also dat van den Buren nemant jege der Stadt einige Thoflucht mochte tho hapen hebben; derhalven se denne binha alle unnd ungeferlich beth up achtentich edder negentich darnedder geschlagen, welche na dem More, be welchem Kon. Mayt. Vane im Stridt gewesen, de Flucht genhamen, wowohl an demsulven Orde, alß even ock de Hakenschütten angekamen, ehrer noch vele erschaten worden. Mit diesen vogeden unse Hakenschütten, indem se sich weigerten unnd nicht nehger heran wollten, sondern langsam vorttogen unnd up der andern Siden des Gemores den Vienden nhasetteden, des Koninges Fane an Perden sulvest mit dem Geschutte nicht geringen Schaden tho.

Der Ditmerschen Manheit.

In der Warheit hir mochte men mit Frowden sehen, wo twe Landessknechte, wen se loßgeschaten hadden, vor einen Buren lopen; unnd twar iß under den Krigesgewehren nicht de ringeste unnd tho vorachten eine lange Speise, sonderlich den, de se wol unnd wißlichen to gebruken weeth, wo den in dessen Krige erfahren (De Nordhamer togen van Hemmingstede, drunken sick thor Heide vull, meineden, wolden den Schimp vor Hemmingstede uthwetten, wolden de Viende allene slaen.).

Wes de Hern Schaden geleden und de Printz in Gefahr.

In diesen Angrepe worden vel vornehmer Lüde unnd sonderlich under deß Koninges Vahne vorwundet, deren etliche up dem Platz dodt gebleven. Erich Podebusch, ein Denischer Edelman, wart bi dem Koning unnd an siner Siden erschaten; de Marschalk Jens Trußen, alß he sick etweß witt henuth gedhaen, fell mit sinem Perde unde wart in de Borst mit einem langen Spete ovel vorwundet. Claweß Trußen hefft einen Schöte dorch dat Liff bekamen, averst dennoch dat Levendt erholden. Also iß Andreß Frese ock dooth geschaten.

Negen Venlin de Ditmerschen erlegt.

Alß men nu dermaten mit dem Viende gehandelt, die Vorwundeten unnd Todten affgebracht, kam men in Erfaring, wo noch negen Venlin Buren dar her tögen (Hi putantur Ludinenses, licet a M. Marco Wrangio moniti, ne facerent, sed Heidam munirent, nihil enim illos contra totum exercitum in planicie effecturos.). Darmit averst desulven desto beter up de Evene unnd under de Ruter gebracht worden, vorruckeden alle Fanen, up dat se de Viendt nicht erstmalß thogelik konde sehen, hinder de Berge. Dat Votvolk, so vele dessen darthomale vorhanden, wart in de Schlachtordening gestellet, welches de Veltmarschalk, de Buren wider heruth tho locken, etweß lenger upgeholden. Desulve begeven sick mit ehrem Geschutte mödich uth der Heide, ruckeden beth up dorttich edder veertich Schritt beth an unse Geschutt heran; alda schengeden sich avermalß de Rüterfanen jegen dem Viende, helden sich woll, unnd drap des Koninges Vahne thor linkern Handt vor der Stadt voraver, beider Hern unnd Blankenborgs Vhane up der rechtern Siden na der Stadt, also dat etliche Buren in der Midde twischen den Rütern unnd Knechten ingeschlaten, de in eine, mit Graven unnd einer klenen Schantze ummegevene, Wische vorweken unnd van dersulven heruth sich manlich gewehret.

Der Dithmerschen Manheit.

Under anderen setteden se veer Vendrichen der unsern hart tho, deren einen se dat Venlin genhamen, alß he dat vor sich in de Erde gesteken, sich darmede aver den Wall unnd Graven tho schwengen, hebben sick verner aver de Graven unde Walle heraver gegeven unnd gesprungen, (den deß findt de Ditmerschen dorch langen Gebruk wol gewhanet,) unnd se sambt ehren bihebbenden thorugge gedreven unnd vorjagt.

H. Adolph sprikt den Sinen, so sick in de Flucht gekeret, manlich tho, wert van einem Dithmerschen ovel vorwundet.

Alß dieses H. Adolph, demnha he nicht witt van dannen up einen Buel heelde, ersehen, makede he sich unvortögentlich mit etlichen weinigen der Sinen up ehn bestelleden Deneren herbi, schrie den Venrichen tho, ermanet se ehnen gehörenden Redelicheit, greff se sulvest bi dem Live, ruckede se umme unnd wisede ehn: dar, dar iß de Viendt! Vormeldet verner, dat se keinerlei Wise mit vorgenahmener schentlichen Flucht dermaten ehren Namen vorkleneren, sondern vele mehr an Manlichert unnd den Krigeslüden rohmliche Ehre woldn gedenken, efft se sich nicht schemeden, dat se, alß de i Krigen upertagen unnd geövet, jegen Buren, de nichtes van Krigen wusten, de nu ummeringt unnd schir averwunden, de Ruggen geven; wo se sich dapfer worden holden, scholde alle vorschenen Nacht begangene Misshandling unnd Avertredinge gentzlich in Vorgetent gestellet werden. Mit solcher Vormaning brachte he se lestlich darhen, dat se sich jegen den Viendt wedderumme wendeten. To deme ruckede he ock sulvest mit vort, stodt sin Perdt an, unnd nhademe he van wegen vorgangener gantzen Nacht, einen vernen Wech, de Gelegenheit unnd Vordele inthonehmen gedane Reise, dorch jegenwardigen Dages schwere Hitte, tho deme ock de vorige Nacht dorch mit dem Koninge gespelet, unnd nunmehr ock dorch dat erste Drepent etlicher maten vormödet, sine Rustinge unnd Harnisch affgelecht, gereth he an einen Buren, schott up densulven loß unnd drap ehn; hirjegen sumede sich de Bure, unangesehen, dat he dorch den Schöte vorwundet, nicht lange, stak ehn hart mit einer Hellebarden baven in den Rucken. Nu hadde sick averst de Hertog, alß he geseen, dat de Buer siner also begerig, bi dem Klepper neddergelaten, gebuckt, welker Gestalt ehn de Bure nicht so wol drepen konen, sonst hedde he ehn lichtlich an der Stede mögen ersteken. He leth sich, alse he sick so schwerlich vorletzt befande, in einer Gutsche afforen, unnd in einem Dorpe, welches in der Nhae bi der Ouwe gelegen, vorbinden.

Der Ditmerschen veel erlegt.

Alß nun dieses die Knechte, so dothomal vorhanden, unnd de albereit etliche mehr angekamen, (de ehrer beth in de 2000 tho dieser Handlingniemalß kamen, sondern der Büte nagejaget unnd wol vordenet, dat men der Strenge nha mit ehnen vorvharen were,) gesehen, setteden se dn Vienden hefftich tho, dreven se uth der Wische. Der Buren bleven beth in de 300 up einen engen Platze, demnha se averilet weren, hupich up einander; unnd waß ein köner dapfer Knecht mit einem Schlachtschwerde vorhanden, dewile de andern sumeden, de schoff ein Gesetll van einer Bußen fur sich aver de Schantzen, dissen volgeden etliche andere, unnd dringen de Viende, so noch nicht ummegekamen, aver de Schantze henuth tho wiken, welke, nhademe se undr de Ruter edder dat andere Vottvolk geraden, worden se mehrendeleß erlecht, vele averst reddeden sich mit der Flucht, dewile de Perde so sehr vermattet, dat ein lichtlich densulven entlopen könen.

Rüter erlegt in der Heide.

Mitterwile weren de Vanen Rüter, unnd gelichwol ahne Jemandes Befehl unnd sonderbahren Vorordening, derwegen ock tho keinem der Saken Upnehmen edder Rutte, in de Heide gerucket; dewile se averst nichts sonderliches darinnen mochten uthrichten, in dem de Ditmerschen in den Husern legen, under se, alß na den Andtvagelen, heruth schöten, unnd se kein Vottvolk bi sich hadden, thogen se wedderum thorugge uth. Hedden vorsichtlicher gehandelt, dat se sich deß entholden und an dem weß ehne befalen, geholden. Den in demsulven Larme wart in dem Flecken Marquart Renow, de leste van dem Geschlechte unnd sines Vaders einige Sone, thorugge unnd in de Blase geschaten; de nhamalß tho Itzeho gestorven, na siner Landtart wechgefort unnd aldar thor Erden bestedigt.

Moritz Rantzouwen Standt mit den Ditmerschen.

Dieser Tidt kam ock Moritz Rantzouw, alß he deß an diesen Orde geschenen Barnens unnd Schetens wahrgenhamen, ungeferlich mit 60 Perden van Hemmingstede herwartz an, unnd konden gelichwol de Holsteinschen, sonderlich averst de Knechte, erstmalß unnd beth se neger herbi gekamen, nicht lichtlich vormerken, effte se Frunde edder Viende, gedachten wo velichte etliche Ditmerschen itzund Perde mochten tho Wege gebracht hebben. It worden der Ditmerschen, so vorgeweken, ock etliche unnd beth in de 300, so up dieser Siden an ehn unnd de Sinen geraden, erlegt. Darjegen wert Dirich van Halle (des Thummprobsts Herr Thomas von Halle) Sone van den Ditmersen mit einem Spete ersteken.

Ditmerschen wiken in de Marsch.

Alß dieser Gestalt nu ock up dieser Siden , unnd sonst binha allersidts, darhen de Ditmerschen jennige Flucht mogen nhemen, mit Rütern unnd Knechten de Wech vorlegt, unnd diß de Buren segen, so dothomal noch einen Standt heleden unnd sich redelich wereden, sindt se nha der Marsche, welche mit Graven unde Schütten ummegeven, mit einander geweken.

De van Weßlingburen willen nicht heran.

Nu helt ein bunteß Venlin, welches Reimer Grote geföret, twischen der Lohe unnd Rkelßhoff, darunder weren de Weßlingburer, unnd worden ernstlich vormahnet, se de Iehren in der Nodt nicht vorlaten, sondern antheen scholden; den M. Marcus sonderlichen erinnert, wat darup stunde, dat an dißem Dage de Ditmerschen Kröpel edder Köninge sin worden! Averst deß ungeachtet nimbt he sin Venlin thosamen unnd thuet mit den Sinen aff. Carsten Reimer leth dat Venlin vlegen up M. Marcus Vormaning, averst Reimer Grote want it thosamen.


De Heide angestickt.

Alß nun de Avent sich nahede, gaff de Veltmarschalk den Rütern Befehel, dat se jegen de uthgewekene Dithmarschen theen unnd sich stellen scholden, darmit he nomlich dat Vottvolk mitt mehrer Sekerheit an de Heide fören mochte, dat se sich nicht beforchteden, dat de Ditmerschen se van achtern tho anfallen mochten, unnd also desto frimödiger weren, de Heide inthonehmen. Dat Stedtlin wart an etlichen vell Orden angestickt, unnd ruckede de Veltmarschalk mit allen Regimenten darvor, efft schone etliche sich darjegen sperreden, den solch sin Anschlach mißgefill; averst he leth sich nicht anfechten unnd van sinem Vornhemen affharren unnd affholden; den er meinede, wo de Buren nicht uth dem Flecken gejagt worden, sondern darin bleven unnd datsulve inne beholden, men de gantze Nacht aver keinen Freden edder Rouwe vor ehnen hebben mochte. Dotomale erhoff sich allererst ein gewaltich Krachen unnd Scheten, in dem datt Pulver unnd Geschutte, mit welchem de Buren innerhalff wol vorsehen gewesen, van dem Bure angezundet, unnd de Buren ock manlich unnd dapper sich wereden, beth se gentzlich miteinander tho Dode geschlagen unnd vorbrendt worden. In dem Stedtlin funden de Knechte Mede unde Beer, darmit se sich in ehrer groten Matticheit erquicken mochten, so vast van Hitte, Dorst unnd Hunger, ock Mödicheit vorlahren. It wolde averst ehnen dat Buer lang aldar tho vorharren unnd zechen nicht gestaden.

H. Rantzow voret de Knechte aff.

Dewile averst de Avent gentzlich herbi gelopen unnd H. Johan dat Nachtleger darin tho hebben nicht vor radtsam achtet, föret he de Knechte thom Geschutt henuth, bi welchem Kon. M. mit ehren weinigen geholden, samlede dat overige unnd den Vienden affgedrungene Geschutte thosamen, nam datsulve mit sich wech unnd befohl Blankenborch, bet dat Lager geschlagen, im Natage tho vorharren.

Grote Arbeit des Dages uthgestanden. (214) Solcher Gestalt geschegen up densulven Dach , (dies Adolphi, an welchem Dage in , Sunne in den Krevet geith (Hic dies universae Ditmarsiae et gloriam et vetustissimam libertatem finivit. Iustin. L.9.),) der Angrepe, welche in der Warheit alle schwerlich unnd hart angingen; den van der Tidt an, alß men vorigen Dages am Avende unnd ungeferlich umme der edder ver Uhren van Meldorp uthgetagen unnd de gantze Nacht aver einen vernen Wech gereiset, musten de Ruter unafflatich ahne jennige Vodering, ahne Eten unnd Drinken, aver de 24 Stunde, nomlich up dißen Avent, nha der Sunnen Neddergang, bet dat Lager geschlagen, up den Perden sitten; derwegen ock einer van des Koninges Denern van Amacht under dat Perdt gefallen unnd gestorven. So hadde man sich nicht weinich tho vorwundern, dat unse Perde einen solchen Last unnd Arbeit erdragen mögen, sonderlich in den Hundes=Dagen.

Kon. M. radet, dat men van der Heide des Dages afftoge unnd de unangefochten lete; H. Johan Rantzow averst will nicht.

It hadde gelichwol K. M. sulvest nicht uth unbedachten Rade den H. Johan derwegen thovorn angeredet, offt men nicht in Erwegung, dat Idermennichlich van wegen der wilden Reise unnd nun ock erledener Arbeit vormödet, unndt aver dat ein gudt Deel Knechte thorugge bleven, afftheen unnd eine Tidtlang scholde rouwen. Dißem Radtschlach leten sick etliche unnd under andern de Bischop van Lübeck, Barby, nicht ovel gefallen. It gaff averst hirup der Ritter eine solche Antwort: Her, sagt he, sollten wi nu allererst nha so widt gebrachter Saken unsen Vordeel avergeven, unnd I. M. vor den Buren wiken? Vel lever wollte ick nicht gebaren sin! Darup sede K. M.: wolan, in Gades Namen, ick late it also gescheen.

Irrung, wor datt Lager tho schlagen.

Alß nun beide Rüter unnd Knechte mehrendelß bi Kon. M. thosamen gekamen, entstunde erstlich eine Irrung, worhen nomlich dat Leger scholde geschlagen werden, den etliche, de ehre Perde nicht sonderß wol mehr konden vortbringen, wol sehen mögen, dat men diße Nacht up de Walstede gebleven. Dewile averst solches etlicher maten ungelegen unnd insonderheit K. M. und H. Johan R., in Erweginge, dat ith der Stadt tho nah unnd dat Water tho verne, aver dat ock H. Adolph vorwundet in dat Dorp affgeföhret, nicht alto wol dartho geneigt, toch men lestlich thorugge nha dem Damme, (Ouwbrug,) schloch hart darvor an einer kleinen Ouwe dat Leger, ordente dat Geschutte vorher, diesem nha dat Vottvolk, de Rüter averst, van wegen dr Perde, tho hinderst an der Ouwe. Idt sint averst disse Nacht voraver unnd den Morgen, van wegen der an densulven Dage ahne jennige Voderung erledenen langwerigen Hitte unnd Arbeit, vel guder Perde, beide den Hern unnd Knechten, affgangen unnd gestorven.

H. Adolph im Lager, unnd sehr krank.

H. Adolph leth sich in Betrachting, dat he bi dem Hupen mit mehr Sekerheit mochte bliven, den Avent noch int Leger van Vilse in sine, ehm thogeordente Telte fören, unnd kam de Koning nha geschenen Nachteten, ungeferlich umme twelff Uhren in der Nacht, tho ehm unnd besochte ehn. It stundt in der Wahrheit sehr ovel umme ehn, dat ock sine Dehner gentzlich vormeineden, he worde ehnen van Schmerten unnd Geferlichkeit dieser Vorwundinge mit Dode affgahen.

Wovele der Ditmerschen erlegt, unnd wat de Viende vor Schaden genhamen.

Van den Vienden (D. i. den Dithmarschen. Joh. Ranzau spricht hier) sin am gemelden Dage, wo se herna getellet, ahne dejennige, so vorwundet unnd geschaten, de ock, so van der Walstede in der Nacht weggekrapen unnd nhamalß gestorven, beth in de der dusent erlecht worden. De unsern (De Oldenburger Fruwen in Butjaner Lant unnd dar ummelangest, herbergen noch keinen Ditmerschen nicht, dat se so ehre Menner herovet, hutes Dages), demnha de Vottknechte sich des Handels nicht mit also grotem Ernste angenhamen, unnd binha de Rüter dat beste mosten doen, bleff eine geringere Antall dodt. Under den Rütern worden, ahne de baven angerogte, de Grave van Oldenborch under dat Kne geschaten. Unnd volgende H. Johan Rantzow aver dat Kne, van einem Stucke vam Lode, so ummesprang; H. Ive Reventlouw, dorch den Vott; Pawel Ritzerouw (Rantzow) unnd Borchert van Anefelde, dorch de Bene; Hans Rantzow, dorch de Lenden mit einem kleinen Lode vorletzt. Georg van Alefelt, wart dorch de Lenden geschaten, unnd alß de Schade erstmalß vorsumet worden, starff he deßen halt am negenden Dage tho Rendeßborch. An sinder Stede bequam Jochim Rantzow, de ehr H. Adolph sinen Hövetbanner geföret. Dem Hern van der Dona wart dorch de Handt, deßgelich Frantz van Bulaw, dem Lutenant, in de Borst gesteken, Gelicher Gestalt worden Hinrich Rantzouw, Jasper Rantzow Sone, Moritz van Anefelde, Hinrich van der Wische, Christoffer van Anefeldt vorwundet. Hanß unnd Emeke Poggewische, Benedictus seligen Sone, unde Otto Röde geschaten. Van frombden Junkeren bleven Jochim Pleße, Claweß Barner, Luther Kleinßuw, Jurgen unnd Hans Wulffsdorp dodt.


Der Koning balt sulvest erschaten.

It were ock balde im ersten Angrepe K. M. binha erschaten, wo nicht Bartram van Alefelt sin Perdt angestot unnd tho deme ingesettet, unnd vorgekamen were, dem, de up dem Koning mit einer Bußen thogeholden; unnd hefft desulve Bartram van Anefelt so vele tho schaffen gegeven, dat he ehn mit der Bußen geschlagen, dat he under dat Perdt gestortet, unnd hadde ehn vollens ersteken, ummegebracht, wo nicht der Koning ehme wedderumme geholpen hedde.

Van Wachte unnd Vodering des Nachtes.

Diese Nacht dorch wart dat Leger mit starker Wachte wol vorsehen, den thor Nachthöde ungeverlich negen Venlin vorordenet gewesen; to deme so nehmen ock de Ruter ehrer Saken even whar. Van Profiandt konde men twar de Menge nichtes besonders hebben, jodoch bekemen de Knechte Beer na Nottrofft, unde vordeleden sick datsulve under dat Regimente.

De Ditmerschen in Willens, dat Leger antofallen.

It tögeden de Ditmerschen nhamalß an, dat se Vorhebbens gewest, wo se alleine de Schütten, so jegen de Schepe gelegen (S. 165), hedden mögen tho sick bringen, in der Nacht dat Leger anthofallen unnd den Handel noch doch einmal tho vorsöken. Welchen ehren Radtschlag, so se int Werk gerichtet hedden, se ahne Twiffel, in Ansehing, dat vor dem Leger eine Evene, up welche de Rüter fiendlichen Anfal tho demmen genochsame Gelegenheit hebben mogen, unde de Knechte, so nun alle bi einander, de infallende Viende, beth de Rüter thosamen gekamen, wol konnen upholden, geringen Nutt darvan gewarten solen; unnd weren de averige unnd in vorgeholden Scharmutzelen unnd Schlachten avergeblevene solcher Gestalt lichtlich upgelesen worden.

Radtschlach, de Viende verner anthogripen.

Des andern Dages, (13. Juny, up einen Middeweken; alia relatio 14.) muste men, umme der Perde willen, demnha se van gistriger Arbeite noch unvormöglich, stille liggen, unnd wart under deß, welcher maten de Viende wider anthogripen, in Beradtschlaginge getagen. Den Ditmerschen iß, wo ock Holstein, so daran schütt, in twe Dele gedelt, Gest unnd Marsch; de Gest hadden nun de Hern, na deme se de Heide eravert, vaste in. Nademe nun diese Nedderlage ruchtbar, hedden sich de andern van den Ordern unnd Dorpern, dar de Viendt nicht gewesen, in de Marsch begeven, unnd dewile itt mit Graven dorch wol vorgraven, mit Water averlopen unnd also van Natur vaste, hadden se strax im Anfange des Kriges de Kinder unnd Fruwen, so thom Krig unduchtich, unnd sonst ehr beste Gudt darin gebracht, unnd alle, so van den Schlachten noch averich weren, ock darhen geflagen, unnd alle, so thor Wehre duchtich, helden sich thosamen, alß de dar bet upt üterste sich holden wolden. So wart nun diß Del vorhanden, daraver men radtschlagede, wo it tho gewinnen.

Ditmerschen begeren Gnad.(Habet has vices conditio mortalium, ut adversa ex secundis, ex adversis secunda nascantur. Occultat utrorumque semina Deus, et plerumque bonorum malorumque causae sub diversa specie latent. Plin. Panegyr.)

Up den Avendt schickeden de Ditmerschen twe (alia relatio, 3) ehrer Pastorn unnd Kerkendehner, alß H. Ciriacus van Alverßdorp, (dem 20 fl. Tho sinen Bökern, so vorbrant, geschenket,) unnd H. Eilhelm Durkern, Cappelan van Oldenworden, mit witten Stökelin unnd einer underdenigen bittlichen Schriffte, doch apen unnd ane Segel, umme ein seker Geleide in unse Leger. De Breff waß up nhavolgende Wise vortekent.

Supplication, so die Predicanten van wegen der Ditmarschen den Hern averantwordet.

Dem durchleuchtigesten grottmechtigesten, durchleuchtigen hochgebarnen Fursten unnd Heren, Hern Frederichen, dem andern, von Gadeß Gnaden erwelten Koninge tho Dennemarken, Norwegen, unnd von densulven Gnaden Johans unnd Adolph, Erben tho Norwegen, Hertogen tho Schleßwik, Holstein, Stormarn und der Ditmarschen, Graven tho Oldenborch unnd Delmenhorst, unsen gnedigsten unnd gnedigen Hern underdenichlich.

Durchleuchtigester grotmechtigester Koning, durchleuchtige hochgebarne F. und Hern. InUnderdenicheit hebben wi Breffstogere, Prediger Gottliches Worts, Predicanten an I. K. M. unnd F. G. mit mundlichen Wervungen affgeferdigt, demna dorch Gott biddende, I. K. M. unnd F. G. wollen unse Gesante tho gnedigster unnd gnediger Gehöre gestaden, alle Saken in Rowe unnd Bestande stellen, unnd uns mit einem Christlichen Koninglichen unnd Furstlichen Geleide aff unnd an vorsorgen unnd tho Gespreke genedigst unnd genediglichen gestaden. So willen wi I. K. M. unnd F. G. unse Meining unnd Anliggen in Underdennicheit vorgeven laten; der Thovorsicht, I. K. M. unnd. F. G. werden uth hochangebarner Koniglicher und Forstlicher Güde unde Mildicheit dessen groten Jammer und Unrecht behertigen und unß mit Landt und Lüden beholden, Liff unnd Gudt in allen Gnaden gnedigst unnd gnedichlich annehmen, up dat Blotvorgetinge vorhödet, de Frede geplantet unnd Gottes des Allmechtigen Rike gebuwet werden möge. Diß hebben wi I. K. M. unnd F. G. in unsen Anliggen demödichlich willen vorbringen, unnd bidden umb genedigste unnd genedige Antwort. Datum, under unsen undergedruckeden Pitzer, den 13. Dag Juny, Ao.59.

De Ditmerschen erkennen de Holsten vor ehre Hern.

In vorgesetteder Upschrifft, wo den in Koningen unnd Fursten Breven gebruklich, so angenamen unnd uthgegeven werden, nömen se de Hern vor ehre Heren, welchen Titul, alß de ehrer Friheit gantz nadelich edder tho weddern, se in keinem ehrer Breven gebruket hadden, sundern thom hefftigsten unnd högesten stedtß vorfechtet.

De Prediger der Ditmerschen Supplication angebracht (Hedden de Dithmerschen gebeidet, weren Induciae gestellet, den de Koning moste aff, H. Adolph waß krank, H. Johan had kein Lust.)

It leden de Hernn de Prediger dorchß Geleide tho sich halen, dat se darmit alß mit einem herlichen unnd vornhemen Exempel ehre sonderliche Frommicheit unnd Woldedicheit jegen solche Dehner Göttliches Wordes betugen mochten, unnd hefft K. M. desulven in sinem Getelte gar fruntlich entfangen unnd deß besten vortrostet, unnd sinem Veltprediger, H. Nicolao Koldingensi, befohlen, dat se mit ehme eten unde de Tidt vorschnacken scholden, beth S. M. im gemeinen Rade wegen der Antwort entschlaten.


Antwort up der Dithmarschen Supplication.

Solch gebeden Geleide wart den Ditmerschen vorgonnet unnd solcheß mit Vorwetend der Hern van H. Johan Rantzouw, alß geordneten Feldtmarschalke, under sinem Pitzer unnd Segel vorteknet, behendigt; welcher aver dan einen siner Trommeter, gemelte twen Pastorn henin tho beleiden, unnd de van den Acht unnd Vertich vorordente Gesandten heruth tho vörn, ehnen thogegeven; dat Geleide averst wart up volgende Wise unnd Inholt vortekenet.

Geleites=Vorsekeringe im Namen unnd van wegen K. M. tho Dennemarken unnd der F. G. tho Holstein, den Ditmerschen mitgedelet unnd avergeven.

Nach dem de 48, alß se sich nomen, Vorweser, mineß genedigsten und genedigen Hern Lande Ditmerschen, eine Supplication bi twen ehren Pastorn aversandt, darin se underdenichlich bidden, etliche der ehren an I. K. M. und F. G. tho vorgeleiden, de des Landes Anliggen underdehnigst vordragen mochten, so betruge ick Johan Rantzouw, Ritter, vorordenter Veltmarschalk, hir mit dißen apentlichen Geleide, dat ick uth Befehl höchstgemelter K. M. unnd F. G. tho Schleßwik, Holsteine, solche Lüde de se alhir int Leger afferdingen werden, welche doch Morgen Donnerßdages tho twelff Uhren in dat Leger ankamen sollen, fri, felig, aff unnd tho geleide, vor allen dejennigen, de alhir im Leger sindt, to deren Nottrofft ick ehnen jegenwardigen Trommeter avergesandt. Ick hebbe mi ock vorspraken, dat mittlerwile van dißen Krigeßlüden in dißem Leger kein Angrep schal gescheen. Deß tho mehrer Orkond hebbe ick Johan Rantzouw, Ritter, van wegen miner gnedigsten unnd gnedigen Hern mit minen angebarnen Pitzer vorsegelt. Datum, im Veldtlager bi der Heide, den 14. Juny Ao. 59.

(de, so thom anderen male mit den Predigern tho den Heren getagen, sin gewest:

Detleffs Junge Johan, Thomas van Vlede, Wolt Reimers, Hermanus; unnd van der Geest sin dartho geropen, de se beleidtsaget hadden, Reimer Vagt, Johann Detleff, Peter Junge.- Wiben Bartelt hefft noch underwegens sine Landtlüde, wo he gekont, gewarnet, wat se wol erholden konden unnd ock biswilen entachtert unnd bi der Ditmerschen Wagen harret er gereden, sach it noch gerne gut. – De Hern legen bi der Ouwbrugge, wo dar naoch an den Graven tho sehen, dar de Disch ingegraven, de Ditmerschen dar gegeten unnd wol gehandhavet; einer uth dem Telte gekamen, herumme gesprungen, de Hand havent Hövet kamen laten: Gottes dusent! De Buer will sick geven.)


De Ditmarschen senden ehre Legaten.

(Achte Personen, 2 Predicanten, 5 van den 48 unnd Herman Schroter, Land=Secretarius.) Diese Predicanten kamen an, berichten den 48 allen Handel, averantworden dat Geleide in – Huse up der Wische, den Trameter averst in Gerhardeß Huse, dat tho Oldenworden furet; hebben averst vorordent, dat Tomeß van Blede, Dulves Junge Johan vam Delve, Wolt Reimerß unnd Hermans Averhoff (Schroter), tho den Hern int Leger then scholden tho Perde, (up einen Dingsdach, 15. Juny.)Hebben averst vorerst up de Kne gefallen, alle, so vele an olt unnd jung dar gewesen, unnd gebeden, dat Got van Hemmel Radt geven, effte se sich geven scholden, edder Modt geven, sich tho vordedigen, darup sich up de Perde gesettet (unnd de Prediger up den Wagen, der Wagendriver Dirkes Hans, Johan Hans van Busen,) nha Worden tho dem Trommeter getagen, dar ein mall ummegedrunken mit demsulven, do de Prediger mit ehn up einen Wagen affgefaren; unnd sind van verne nagetagen olde Reimer Vagt, Peter Jung unnd Johan Detleff. Alß se an de Lohe gekamen, iß Wiben Bartelt sulff teinde dal riden kamen, unnd se alle mit hengefordert, efft schone de Prediger unnd de 3 sich deß geweigert, im (Peterß) Delffweg vor der Loh se entfangen. Se wurden in Pawel Rantzouwen, deß aversten Veltmarschalkes Sone, Getelt gebracht, unnd ehn dat Middages=Mall gesettet. Midler Tidt averst vorsamleden sich de Hern in H. Adolph Getelte, in Betrachting, dewile he vorwundet unnd van dannen, siner Schwakheit halven, sich tho begeven, ehme nicht radtsam, dewile he noch bedderedich, unnd men darumme sonst an keinem Orde beter unde vogelicher aller Handelinge halven mochte Gespreke holden.

Radtschlach der Hern.

In dieser Thosamenkumbst, dewile nemant twifelde, de Viende nunmehr sin dermaten geschwekt, dat se henforder sonderlichen Wedderstand tho doen nicht vormochten, wart velfoldinge Handelinge unnd Beratschlaginge vorgenhamen. De Handelung averst bestundt darup, efft men de Ditmerschen vordan dorch Krig vorheren unnd vorderven scholde, edder efft men se tho Gnaden annemen sollte. Unnd dewile noch H. Adolph levent in groter Gefahr unnd Eventur stundt, rede nemant so frie heruth, alß em ummet Herte waß, dewile he eines Idern Wort unnd Meinung sulvest anhörede. Derwegen H. Adolph, alß de solches merkede, efft he schone eine geferliche Wunde entfangen unnd derwegen hefftiger unnd unbermhertiger waß, dennoch hefft he sick tho ewigen Rome unnd lofflichen furstlichen Exempel thor Lindicheit unnd Sachtmodicheit begeven unnd allererst offentlich mit velen Worten geraden, dat men solche Vorschlege maken scholde, darmit men den Vienden, de Gnade begerden, Gnade bejegnen lete. Solche Sententz, alß de vol iveriger Gotfrochticheitunnd Beschedenheit, wart alßbalt van allen alß uth einem Munde gelavet unnd angenamen unnd beschlaten, dat men se tho Gnaden scholde annemen. Den ditt wart ock sehr wol betrachtet, wen men de Ditmerschen gentzlich vordelgen worde unnd uthraden, hedden de Hern, aver mehr hirut tho gewertigen, 1. innerhalff etlicher vel Jaren des Landes keinen Nutz unnd Inkamen tho vorhapen. 2. Dike unnd Damme, dartho ock de Schlußen, so vor de Sehe, worden tho Grunne gaen. 3. Ein ider Overster unnd Bevelhebber an dem Lande willen Dell hebben. 4. Aver dit alleß hedde men in lnger Tidt de Knechte van der Büte bringen unnd ehrer im Lande nicht mogen loß werden, unnd dorften noch wol ehrer vel, de ock thom Handel sonderlich nichtes gedaen, sich daraver gesperret hebben, unnd im Lande sich tho berikern vormeinet hebben.

Vordrages Artikul vorferdigt.

Nu worden aldar na vorgehabten, wolbedachten, algemeinen Rade de Vordrages=Articuln up hirna vortekende Wise vorfatet unnd der Ditmerschen Gesandten avergeven.

Capitulation, darup de Inwhaner des Landes Ditmarschen tho Gnaden upgenamen unnd thom Frede thovorstadet.

  • 1.De Ditmerschen scholen K. M. und F. G. tho Holstein laven unnd schweren, alß Underdahnen van Rechtes unnd Gewhanheit wegen gehöret, unnd sollen de Hovetbanner unnd Vhanen, so in Koning Johansen unnd H. Frederichen Erlegginge erovert, sambt allen Klenoden, so bi ehnen vorhanden, bi Eede averantwordet werden.
  • 2.Thom 2.schölen de Ditmerschen de vororsakeden Krigeskosten erstaden, de up soß mal hundert dusent Gulden erstrecken. It sollen K. M. unnd F. G. Macht hebben, der Vesten an Orden, da it K. M. unnd F. G. gelegen, in dat Landt tho Dithmerschen mit ehrer Hulpe unnd Thodoen leggen tho laten.
  • 3.Unnd schölen alle Schantzen unnd Vesten, so itziger Tidt im Lande befunden, gentzlich geschleifft werden. K. M. unnd F. G. wollen ock hirmit vorbeholden hebben, tho gemelten dren Vestingen so vel Acker, Wische, Weide, Grasingen unnd Holtingen, alß ehr K. M. unnd F. G. tho gemelten Husern nödig tho gebruken, unnd schölen de Underdahnen tho den Husern dachliche Denste doen unnd leisten.
  • 4.It willen sich ock K. M. unnd F. G. hirmit alle Hocheit, Herlichert, Gerechticheit, Jagten, Fischerien unnd wat dem anhengig, uthdrucklich vorbeholden hebben.
  • 5.Alle Geschutte, Munition, Gewehr und Harnisch schal K. M. unnd F. G. van den Ditmerschen heruter gegeven unnd averantwordet unnd ahne Bewilgung nicht wedder getrüget werden.
  • 6.Unnd wen der K. M. unnd F. G. de Krigeskosten erlegt unnd betalt worden, schölen de Inwhaner des Landes Ditmerschen van ehren Ackern unnd Grasingen jarlich K. M. unnd F. G. alß ehrer Overicheit so vel gevenunnd entrichten, alß de itzund darvan nehmen, wen se desulven anderß uthgedaen hebben.
  • 7.Alle breffliche Orkunden van Keisern unnd Pawesten, ock andern geistlichen unnd weltlichen, de bi dem Lande Ditmarschen vorhanden, sollen in guden Geloven vormittelst vorgemelter ehrer Eide averantwerdet werden, unnd wor de nicht averantwordet mit Breven unnd Segeln, krafftloß geschreven werden
  • 8.Unnd schall aller Gerichtes=Dwang, Gericht, Recht dorch K. M. unnd F. G. tho Holstein vorordenet werden unnd de Appellation an ehre K. M. unnd F. G. tho Holstein, unnd nicht ferner, fristaen, unnd de Bröke der K. M. unnd F. G. bliven, in maten solches mit andern K. M. unnd F. G. Underdhanen geholden wert.
  • 9.It scholen ock de Inwhaner deß Landes tho Ditmerschen mit den Underdahnen des Forstendohmes Holstein edder Stormarn Schattingen unnd Landbede unnd Landtvolge geven unde leisten, unnd aller Confederation unnd Vorbuntniße, darinnen se itziger Tidt stahen, affseggen unnd sich erleddigen unnd jennige verner nicht annehmen.

Up vorgesettede Articul, wen de ingerumet, bewilliget unnd darup Geloffte unnd Eide gedaen, willen K. M. unnd F. G. tho Holstein de Ditmarschen alß ehre Underdahnen tho Gnaden upnehmen unnd bi ehren Gudern gerörter maten bliven laten, unnd schal Gnade mit geborlichen Vottvalle gebeden werden. Scholen ock de Ditmerschen Breff unnd Segel darup geven, unnd mittler Tidt, dat solches alles, alß haven gemelt, vollentagen, acht van den gebedenden Acht und Vertigen unnd tein van den Besten unnd Vornemsten des Landes, tho Giselen K. M. unnd F. Gnaden tho Holsten tho Handen stellen unnd averantworden.

De Legaten werden mit sonderlichen Rade gefort, dar der Ditmarschen am meisten dodt liggen.

Mit dieser Capitulation unnd schrifftlich behendigten Vordragsmitteln worden der Ditmarsen Gesanten durch Frantz van Bulouwen, den Lutenant, unnd Hinrich Rantzouwen beleitet, (unnd iß ehn de vorige Trommeter thogedaen nha Oldenworden,) weder in ehre Gewarsam hengebracht (Den de Landsknechte, so gerne lenger im Lande gehuset, unnd nicht gerne Fredens=Handlung segen, weren etwas ungeduldich unnd leten sich offentlich hören, men scholde den Fredenshandelern den Weg wisen.); men föret se averst mit sondern Flite dn Wech aver de Walstede, unnd mitten dorch de ummeher gestrouwede erschlagene unnd noch unbegravene Viende unnd gewesene ehre Mit=Geselln, up dat se nömlich anschouweden, mit wat Straffe desulvige van wegen ehres Ungehorsames gefallen, deren ock se geliker Gestalte, so se tho jegenwardiger Fredeshandling nicht der Geböre nha sick ertögeden, ahne Twiffel nicht mochten entgehn.

De Printz thueth aff nha Itzeho, schicket sich up de Kroning unnd befehlt sin Dingen Rantzouw.

Deß anderen Dages (16. Juny Fridages) vorreiset de Printz uth dem Leger nha Alverßdorp unnd van dar nha Itzehoe, (dar sine Fruw Moder; de Köninginne, gewesen,) in Betrachtinge, dat allein van dem Freden tho handelen noch averich unnd de Krich nunmehr binha thom Ende gebracht, dartho konde he uth Orsaken, dat de thor Kröninge bestemede Dach albereit vorhanden unnd alle dartho gehorige Nottrofft noch tho bestellen, nicht wol lenger uth dem Rike vorharren. He avergaff averst thovorne H. Johan Rantzouw (unnd den Kriges=Commissarien,) unnd sinen Sone Hinrich Rantzouw (unnd Bartram van Alefelde,) beide den Freden anthonehmen unnd uthtoschlaen, volkomlich Gewalt unnd schrifftlichen Befeel. Leth ock densulven Gelt, dat se, in maten it nödig, verner Volk thor Krigesnottrofft annhemen scholden.

Dithmersche kommen wedder an.

Up vorgesettede avergevene Capitulation langeten de Ditmarschen wedder an, des drudden Dages hernha, 17. Junii, den so lange Tidt hadde men ehn, sich tho bedenken unnd tho beratschlagen, gegeven, unnd worden desulven mit Rütern angehalet, int Leger gebracht, unnd ludet desulve, wo volgt:

Antwort der Ditmerschen up avergevene Capitulation.

  Wi, de Inwohner deß Landes Ditmerschen bidden dorch Gott unnd sin hilliges düres Liden underdehnigst, men wolle unß mit Lande unde Lüden,  sambt unsen elenden Wiff unnd Kindern, Wedewen unnd Weisen. Dern thom weinigsten  vel dusent, in Gnaden gnedigst unnd gnedichlich beholden, Liff unnd Gudt annehmen unnd thom kolden Water unnd gruwlichen Undergange unnd Vorderven nicht bringen noch wissen.
  • 1.Unnd seggen thom ersten in dr Capitulation vorfateden Articul Ja, unnd willen densulven, wo he na den Bokstaben ludet, werklich nhasetten.
  • 2.Tom 2.Art., dat de Ditmarschen de vororsakeden Krigeskostinge, nomlich 600,000 Gulden erleggen sollten, sagense, dat ehnen solches unchristlich, undohnlich unnd unmoglich, in Ansehung, dat dat mehrer Dehel Inwhaner deß Landes ehrer Güder berovet, entsettet, ehre Hüser affgebrant, varende Have genhamen, ehr Korne vornichtet unnd nichtes mehr hebben, alß se gahen unnd stahen sit ehren Kleidern, an Wiven unnd Kindern.
  • 3.Thom 3. de Landtwere unnd Schantzen tho vornichtigen, seggen se Ja; averst der Vesten tho buwen mit ehrer Hulpe, dartho Acker, Wische unnd Weide, so vele deß nodich, tho nehmen, seggen se, dat ehnen datsulve allenthalven beschwerlich, dan wen ir tho dren Vesten Güder, Acker, Wische, Weiden genhamen, worden de armen Underdanen erer Güder entsettet unnd mosten uth dem Lande wiken.
  • 4.Thom 4. Articul, alle Hocheit, Herlicheit unnd Gerechticheit, Jagten, Fischerien unnd wat dem anhengig, sagen sie Ja.
  • 5.Belangend, dat se alle Munition unnd Wehre van sich doehn sollen, darinnen willen se underdehnigst, dar it anderst ja nicht sin kann, willich vorholden.
  • 6.Angaende, dat de Ditmerschen van ehren Ackern unnd Grasingen jarlich der K. M. unnd F. G. so vele geven unnd entrichten sollen, alß se itzundes darvan nhemen, darup erkleren se sich also: dat se underdehnigst doen bidden, se de Ditmerschen nicht eigen tho maken, sondern dat se ehrer Güder, gelich den Fresen, mechtich werden, unnd der Friheite, so den Fresen, Kremper= unnd Wilstermarsch=Lüden vorgonnet unnd gegeven, se de Ditmerschen ock geneten mochten, unnd dat se mit keinen Havedenst beschweret, sondern darvan erledicht, in maten de Fresen, Cremper unnd Wilstermarsch.
  • 7.Alle breffliche Orkunden, Privilegia unnd Vordrege, so vele der vorhanden unnd nicht ummekamen, will man averantworden, unnd wat nicht averantwordet, krafftloß schriven laten.
  • 8.Item den Gerichtesdwang, Gericht unnd Recht belangede, datsulve dorch de K. M. unnd F. G. sollte vorordenet werden, stellen se de Ditmerschen tho der K. M. unnd F. G. gnedigesten unnd gnedigen Gefallen. Konde ock gestadet werden, dat ein Radt, wo in Eiderstede, vorordenet unnd desulven nha des Landesboke scheideden unnd vunden; jedoch de Appellation an de K. M. unnd F. G. tho appellern vorbeholden, dat segen de Ditmarsen vor keinen Unradt an.
  • 9.De Confederation unnd Bündniß, so wi mit de Stadt Lübeck unnd nemande anders hebben, schall krafftloß sin unnd willen uns tho ewigen Tiden mit nemande verner vorbinden, unnd wat se der K. M. unnd F. G. laven unnd schweren, willen alß se alß ehrliche Lüde holden. De Landbede, Stüre unnd Schattinge bedrepende, wat deßfalß de Fresen, Cremper= unnd Wilstermarser dohen, darin willen sich de Ditmarsen alß gehorsame Unterdanen weten tho schicken.
  • 10.De Huldinge, den Votfal unnd wat van Segelen unnd Breven gefordert schall werden, dartho seggen de Ditmerschen Ja. Und willen alle ehre Munition unnd Krigeßrustinge van sich doen unnd undergeven. Achten de Giseler unnödig, jedoch stellen se solches tho der K. M. unnd F. G. gnedigstem unnd gnedigen Gefallen, ungetwiffelt, man werde christlick unnd furstlich mit den armen Ditmarsen handelen, Blotvorgetent ummeggen unnd ehres högesten Vordervens nicht begeren, sondern Wiff unnd Kind, Olt unnd Junge henforder unbeschedigt laten, in Betrachting, dat dat Landt den Schaden, Nadel unnd Averfall bi Minschen Leven nicht averwinden kann, ahne dat dar ock vel dusent armer elender Wedewen, Weisen unnd Kinder vorhanden, nacket unnd blot, de bedelen möten unnd thom kolden Water gewiset sin unnd nummer in der Rusting kamen konen.

De almechtige Got unnd Vader unses H. Jesu Christi wille ehre K. M. unnd F. G. Herten bewegen, dat ein helliger, bestendiger unnd ewiger Frede, tho Erholdinge der armen Underdahnen, also upgerichtet, dat Gott de Allmechtige erst unnd lest gelavet, unnd dat Lant unnd bedrövede Underdanen im Besten vortgesettet, erholden unnd gehandthavet werden mögen et.

Wo men sick beidersids vorgeliket.

Nach dieser der Ditmerschen avergevenen Vorantwording unnd verner mehrer geplegenen Handeling, ergeven sich de averiche Ditmerschen unnd worden van den Hern unnd des Konings vorordenten volmechtigen Befelichebbern up vorertelte Articul, bet men sege, wo se sich hirjegen wolden vorholden, thor Rouwe gestellet, deden beidersids einen anderen Vorschrivinge unnd wart volgendes diese Handling van der Rom. Keiser. Mayt. Hiraver gegevene Confirmation, wo uth dersulven Copie, welche tho Ende diesem Schrivende angehengt, tho sehen, vorwilligt unnd bestedigt.


Hulding der Ditmerschen.

Solcher Gestalt kemen de Ditmerschen up bewilgte Vorschriving bi der Marsch tho Ende der Heide, twischen der Lohe unnd Rikelßhoff, den 19. Juni, (12. die Calendas Iulias (so Cilic. P. 139. – Joh. Ranzau hat irrig den 30sten.) , (20 Dingßdages,) 19/30 (20) Dach Juny,) des Morgens umme 10 Schlegen up de Marsch an, vöreden dat averige Geschutte, (nur 10 gegaten Stucke,) Harnisch, Spete, Rusting, Krudt unnd Lodt vor sich her, unnd averantwordeden datsulve, welches verner nha Meldorp nha dem andern Geschutte vorschickt worden. An gemelten Orde deden se vor H. Johansen unnd Adolphen, welker noch dathomal tho Roße nicht altowol reisen mochte, unnd den Koninglichen Stadtholdern unnd allersidtß Reden, den thovor voraffscheideten Votfall unnd begangener Mißhandlinge Affbede, schworen unnd laveden den Heren mit entblötedem Hövede unde up den Kneen liggende an. Unnd ludet de Eidesforme:

De Edt, welchen de Dithmerschen der Kön. M. tho Dennemark unnd F. G. tho Holsten den 19. Juny sembtlich geschwaren.

Wi de Inwhaner des Landes Ditmerschen schweren, dat wi unnd unse Erven unnd Nhakamen, Koning Frederichen tho Dennemarken, Hertog Johansen unnd H. Adolphen, allen, als Hertogen tho Holstein, getruw unnd holt sin willen, ehr Bestes weten unnd Argstes nha allen unsen Vormögen affwenden helpen, wedder Radt noch Dath dartho geven noch dohen, dat ehrer K. M. unnd F. Gnaden unnd ehren Erven unnd Nhakomlingen mochte tho Schaden gereken an Live, Lande, Lüden unnd Güdern; wat wi tho weten bekamen, dat ehr K. M. unnd F. G. unnd ehren Erven thoweddern, datsulve wille wi truwlich vormelden; alleß, wat wi uns jegen der K. M. unnd F. G. unnd ehren Erven vorschreven vor uns unnd unse Erven, truwlich holden unde handhaven, unnd unß sonst in allem, alß truwen Underdahnen geböhret, jegen ehre K. M. unnd F. G. unnd dersulven Erven mit Liff unde Gut ertögen. Alß unß Got helpe unnd sin hilliges Evangelium.

Ordenung der Huldinge.

De Ordening averst wart also gemaket: Die Fürsten unnd Rede helden in der Mitte im Kreise, dar legen ringeß umbher die Ditmerschen, alß gemeldet, umme de ummeher helden de Rüter.

Forcht der Ditmerschen.

Unnd mochte men sehen, wo de Ditmerschen zetterden unnd in groten Frochten stunden, dat men se mit den Perden thorpeddede unnd ummebrachte. Den ock ein Prediger tho einen andern sines Ordens sich gewant unnd up Latin, welches er vormeinte kemant van den Reden vorstunde, up duße Wortt gefallen: O wi armen Lüde! Wo werde wi thor Schlachtebang geföret, itz, itz werden se gedahnen Geloven nicht achten, up unß vallen, alß dath Vehe schlaen unnd schlachten! (O nos miseri, ad quam servamur lanienam: jamjam foedere fracto in nos impetum facient et veluti pecora ferient atque jugulabunt: totus profecto morte futura palleo atque horresco, nam extrema mox passurum me video.) Ick erschrecke, zettere vor den jegenwardigen Dodt, den ick se, dat men itz dat Leste mit mi spelen wert! Densulven, als de van den Hern unnd Reden sich keines guden vorsach unnd unbillich van ehn redede, hefft de Koningliche Statholder Hinrich Rantzouw mit diesen Worten gestrafft: meinstu, dat wi sin alß Gi? Gi weren twar wert, dat men jegen Juw wötede, averst achten unß tho gudt dartho, dat wi solches doen. De thogesechte Truwen breken wi nicht, willen se ock nicht breken. Quid? Tu nos ex vobis judicas? Vos quidem digni essetis, in quos saeviretur, at nobis indignum, qui saeviamus. Datam nec revocamus fidem, nec frangemus. Men hefft ock de 24 Gisell averantwordet unnd ehn befaln, dat se sich tho Rendeßborch instellen scholden.

Mit wat Worden H. Adolph de Ditmerschen gelaten.

Nademe alß de Eidt geleistet, sede H. Adolph tho allen: Gath nu tho Huß unnd etet watt warmes Koleß. Welches velen, so ehre angebarne Frieheit leff, schmerttlich tho Herten gangen. Qui planctus! Qui ejulatus! Quae lamentiones! Ubi domum redeuntes de suis quisque quaesivit, imo inter cadavera requievere ; multi et amissi et desiderati, idque amissa etiam libertate .

Den Ditmerschen etliche Were weddergedaen.

Darmit averst de Knechte nicht vorthen in de Marsch lepen unnd ehnen van wegen affgenhamener Wehre datjennige, weß se im Krige beholden, verner affstroifeden unnd entforeden, leth men ehnen etliche vel Spete, darmit se sich unnd dat ehre beschermen mochten, weddetumme volgen.

Dat Krigeßvolk vororlobet.

Volgendes Dages, 20. Juny, breken de Hern mit dem gantzen Hupen up, thogen nha Meldorp, behelden von Knechten allein Schonewesen Regimente be sick; de Grave van Oldenborg vorruckede mit sinem Gesinde jegen Elmesshorne, Wallerdom up Niemunster, unnd Reimer vam Wolde nha Bramstede.

De Krigeßknechte unwillich.

Dewile averst de Knechte ungern also balt van einander weken unndvell lever in Ditmerschen de Kohe unnd Oßen tho driven noch lenger vorbleven, fingen se an, etlicher maten tho murren, deden van wegen eines Schlachtsoldes unnd der Büte bi den Hern Anforderinge; welchen Tumult gelichwol etliche Oversten erstlich wol mögen vorhöden. Namalß, alß se gesehen, dat se solcher Gestalte nichtes erholden mögen unnd de Hern, so dardorch ertornet, mit den Rütern in de Nege gerucket, musten se sick, demnha men ehnen widerß nicht schuldig, an ehrer Besolding vornogen laten unnd vorlepen van einander.

Vorsichticheit der Hern.

Wurden averst de Regimente mit sonder Rade dermaten thordelet, dartho muste men dat Geschutte mit Behendigkeit, in Meinung, alß wolden de Hern datsulve bi sich beholden unnd sich darmit jegen de Buren schütten, van den Knechten bringen.

Antall desß eroverten Geschuttes.

Nu hadde man vam Geschutte hundert unnd etliche Stucke up Redern, under welcheren der, de grotesten, Schlangen, de averigen Falkenetlin unnd Quartirschlangen, wo se datsulve in der Marsch unnd depen Lande thom vogelichsten gebruken mögen, unnd sonst van graven Geschutte nichtes bi Handen. Welches, alß it in der Dele affgesondert unnd dat Loß geworpen, kemen Idern Hern, ahne de so thosprengt, soß unde drtich gegatene Stucke vor sinen Dele tho.

Dithmerschen Behendicheitt mitt dem Geschutt.

Diß mag averst mit der Warheit van den Ditmerschen gesagt werden, dat se mit ehrem Geschutte, datsulve anthobringen unnd tho richten, dothomal so geschickt unnd ferdich gewesen, alß men immer Krigeßlüde rgent mach funden hebben, den se it in der Schlachte vor der Heide van einem Vordel in den andern bracht; gelichwol averst konten se den Holsten weinig Schaden darmit thovögen (Busen hefft 87 Menner, darunder fast mehrendelß olde Lüde, vorlaren, 14 van Werven, 31 van Dikhusen, 42 van Nordorp.)

Averlevering der olden Dinge, so de Dithmerschen den Heren ermalß genhamen.

Nevenst vorgedachten Geschutte, worden noch der Murenbreker, welke etwa vor Tiden den Hern van Holsten in Ditmerschen affgedrungen, demnha solches de Wapen unnd darup gegaten Nettelblade uthwiset, nhamals averantwordet. Tho Meldorp avergeven se den Hern ehre Privilegia unnd Frieheiden, nevenst resignerter aller Bundniße, so se mit Jemant jemalß gehatt. Aver dat ein Beker, welcher Koning Frederichs hochloblicher Gedechtniß gewesen, und in voriger Tide vorlopenen Krige entnhamen. So worden dothomall den Hern ock de Venlin, welche ehren Voroldern im Lande affgewunnen, wedderumme thogestellet, under welchen ein Stuck vam Banner was, welches man secht, dat it vor Tiden einem Denischen Koning dorch Miracul wedder de Rußen gegeven, unnd dat vormalß Johans, in Hopening, dardorch jegen de Ditmerschen geluklich tho striden, mit genhamen unnd vorlaren.

Wrißberge beholden, darna affgedankt.

Wrißberg bleff mit Schonewesen Regimente ungeferlich noch achte Dage aver tho Schapstede in Ditmerschen, beth dat ander Gesinde van Knechten gentzlich vorlopen. Namalß wart he na Bramstede bescheiden,aldar sine Knechte affgetalt unnd ehnen vor 8 Dage mehr, alß se gedenet, Solt entrichtet, de Hövetlüde unde Venriche, wo gelicher Gestalt van den anderen Regimenten denjennigen, so mans gegonnet, wedderfaren, wol vorehret.

Rütere affgedanket (unnd Knechte Sot.)

De Rüter dankede men tho Groten Aspe aff, aldar entangen se ehre Betaling, bekemen ock aver gedeente Tidt einen Mante Soldt vor den Antritt unnd Afftoch; de Ridtmeister worden gelichfalß statlich vorehret. It hadden sich de Knechte, furnemlich averst ehre Hovetlüde, nicht sonderlich tho klagen, den se van nien nicht gemustert, sondern na dem olden ersten Muster Zedel betalt worden. ( Wiben Bartelt krech 6000 Mark vam Lande, iderß Jars 1000 Mark in söß Jaren).

Rhom der Hern unnd Rantzouws.

Solcher Gestalt unnd up dße Wise nam diese Krig ein Ende, ahne jennige der Inheimischen edder Uthlendischen, ock einer deß Keisers edder Richstede Beschwering. Wowol de Grave van Oldenborch allein 700 Wedewen in sinem Lande gemaked, wat sonsten van andern Nationen gebleven, wo ock einer korter Jaren mit vollem Coritzer in der Kerken tho Heide upgegraven, des doch in ehren Chronichen nicht gedacht.

Volge up den Krich.

Victoriae finis est, ut in pace vivatur ac sine injuria et metu. Also hebben de Hern sich sehr gelimplich gestellet, unnd de Ditmarschen, de sunst in steden Fruchten stunden unnd sthaen musten, wen se van Krigen unnde Knechten gehört, inFreden gesettet.

NB. Johan Tope hefft sick uth dem Lande begeven unnd, ehr noch de Viende uth dem Lande, tho Meldorp angetogt, dat de Heidbroker mit 300 Perden ehn thothen wolden, wolden umme de Besolding lange Tidt töven; hernach an Lottringen unnd Paltz am Rine Thoflucht genhamen, sick tho Lünenborch tho wahnen begeven (deßgeliken Hans van der Lidt), entlich int Land gekamen, in Eiderstede avergetagen, doch wedder avergetagen, sin Broder averst iß vordrunken gewesen, demna vorraden, gefangen, 17. Weken mit 4 Helden geseten, gepinigt. Johan Tope averst iß tho Lunenborch ingetagen, up Springingudt, hefft apentlich vor alle Borger, so tojegen, sick vor einen HolstenHern Viendt erkleret, loß gefunden unnd int Hoff loß erkandt.- Tede Evekens ock nicht geschwaren, iß, van Embden up Hamborch willens, up de Store vorraden, entlich alß he gesehen, aver Bort gesprungen, licht thor Brunßbuttel, multi et extra regionem conscii unnd were wegen der jungen Manschop injuratam. Sed bello arcis Gotanae omnia aperta reperta, quibus Adolphus internecionem minatus.

Vorschrivinge der Dithmerschen, darinne alle Punkten der Voreininge vormeldet.

Im Namen der hilligen untorhelden Drefoldicheit. Wi, de gewesene acht unnd vertich Vorwheser unnd gemeine Inwhaner des Landes Ditmerschen bekennen unnd dohen kundt, vor unß, unsen Erven, Nachkamen unnd sonst Idermenniglich, den dißer Breff tho sehen, tho lesen unnd tho hören vorkumbt: Nadem die durchleuchtigster, grotmechtigster, dorchluchtige, hochgeborne Fursten unnd Hern, Her Redrich de 2., erwelter Koning tho Dennemark und Norwegen etc, Her Johan unnd H. Adolph Gevetern unnd Gebroder, Erven tho Norwegen, Hertogen tho Schleßwik, Holstein, Stormarn unnd der Ditmerschen, Graven to Oldenborch unnd Delmenhorst, unse gnedigest unnd gnedige Hern unnd Landesfursten, van wegen unser langwiligen Rebellion, Ungehorsam unnd Wedderspensticheit, damit wi unß ehrer Kon. M. unnd F. G. weddersettet, tho einer befogten Krigeshandeling vororsaket, dadorch wi avertagen unnd vormittelß Gottlicher Schicking bedwungen unnd averwunden worden, unnd averst ehre K. M. unnd F. G., uth angebarner Koninglicher unnd Furstlicher Güde unnd Mildicheit, up unser underdehnig, kleglich, demodich Bidden unnd Frsöken, unß mit unsen armen Wiff unnd Kindern, unangesehen unser Vorwerkinge, tho Gnaden upthonehmen unnd tho unsen Güdern, so vel dern overig, genedigest unnd genedich tho vorstaden, bewegen laten, darfor wi, negst Got dem Almechtigen, tho ewiger Dankbarheit ehrer K. M. unnd F. G. unß schuldich erkennen, dat wi demnha bi unsen Eiden unnd Truwen unnd allen denjennigen, dat einen frommen ehrlichen Man binden kann, unß vorplichtet, vorstricket unnd vorspraken, vorplichten unnd vorspreken uns hirmit, unnd in Krafft dieses Breves, vor unß, unse Erven unnd Nhakomene, dat wi mit unbewehrter Handt, sambt unsen Wivern, Kindern und Hußgesinde, mit einem Vottfal hochst unnd hochgedachter K. M. unnd F. G. unse Demuth ertögen unnd ummer Vortiinge unser Missedath unde Vorhandlinge bidden. Unnd wi, de gewesene acht und vertich Vorweser des Landes, aller gehabten Regeringe unnd Vorwaltinge unß gentzlich vortien unnd entütern wollen unnd sollen, unnd wollen volgend ihrer K. M. alß einen Hertogen tho Holstein, sambt beiden unsen genedigen Hern unnd Landeßfursten, Hertoge Johansen unnd H. Adolphen, unnd ehrer K. M. unnd F. G. Erven unnd Nhakamen am Hertochdome Holstein, laven unnd schweren, alß Underdahnen van Recht unnd Gewahnheit gebört, unnd ehre K. M. unnd F. G. solchen Eid unß wortlich werden, stafiern unnd vorholden laten. Ock wolle wi de Hövetbanner unnd Vanen, so in weiland Koning Johansen tho Dennemarken unnd Hertoge Frederichen tho Holstein etc Nedderlage erovert, sambt allen Klenoten, so bi uns vorhanden, bi unsen Eiden averantworden, unnd sollen henforder alle Regalia, Hocheit, Herlicheit, Gerechticheit, Jagten unnd Fischerien unnd wat dem anhengig, im gantzen Lande ehrer K. M. unnd F. G. tho staen. Ock schall aller Gerichdesdwang, Gericht unnd Recht dorch ehre K. M. unnd F. G. Erven unnd Nhakamen am Hertochdome Holstein, ahne alle unse Hinderinge unnd Inrede, vorordent werden, unnd de Appellation an ehre K. M. unnd F. G. alß Hertogen tho Holstein, unnd nicht verner, ftristhaen; ock de Bröke unnd Gerichtes=Velle ehrer K. M. unnd F. G. bliven, in maten solches alles mit andern ehre K. M. unnd F. G. Underthanen geholden wert, unnd schal bi ehrer K. M. unnd F. G. Willen unnd Gefallen stahen, wo, wat Gestalte unnd dorch weß Personen ehre K. M. unnd F. G. de Gerichte bestellen wollen. Wi schölen unnd willen ock, vormittelß unser Eide, tho ehrer K. M. unnd F. G. Handen averantworden, alle brefflichen Orkunden, wo de Namen hebben mögen, von Römischen Keisern unnd Pawesten, ock geistlichen unnd weltlichen Fursten unnd Stenden uthgegeven, de bi dem Lande Ditmerschen vorhanden; unnd im Falle eine edder mehr, welches doch mit unsen Weten unnd vorsetziglich nicht geschen solle, hinderbleven unnd nicht averantwordet worde, derer dohen wi uns hirmit wetentlich, ahne alle Geferde, weiniger nicht, den ob se namkundich alhir gemaket, oder wortlich invorlivet weren, bi unsen lifflichen geschwarnen Eiden unnd in der bestendigsten Forme unnd Mate, alß solches tho Rechte gescheen schall unnd mach, hirmit vortien unnd begeven, desulven tho keinen Tiden vor unß, unse Erven unnd Nakamene in einige Wege tho vorwenden, tho gebruken, noch Jemans anders van unsent wegen, in oder uterhalven Rechtes, förthowenden unnd tho gebruken, gestaden. In gelichen sollen unnd wollen wi alle dat Geschut, Munition, Gewehr, Harnsch unnd Rusting heruth geven, tho ehrer K. M. unnd F. G. , edder dersulven Vorordenten Handen averantworden, unnd ahne ehre K. M. unnd F. G. unnd dersulven Erven unnd Nakamen Bewilginge, keine andere wedderumme tugen. Wi willen ock ahne alle Vorwilinge alle Schantzen unnd andere Vestingen im Lande nedderriten unde vornichtigen, unnd ahne ehr K. M. unnd F. G. unnd dersulven Erven unnd Nakamen Weten unnd Willen keine andere wedderumme buwen noch upwerpen. Ock schall dat Holtlin, de Hamme genant, forderlich affgehouwen werden, jodoch dat gefellede Holt, den it bet anhero erflich thogehöret, bliven. Unnd alß den ehre K. M. unnd F. G., up unse klegliche demödige Bede, unse arme vordervete Gelegenheit genedichst unnd genedichlich ansehen, unnd de Wedderlage deß upgewendeten Krigeskostens, im gelichen de Vordering van wegen drier Huser, de wi im Lande upbuwen scholden, ock wat an Acker, Wischen, Grasingen, Holtingen, dartho gelegt werden sollte, genedigst unnd genedichlich thor Rouwe gestelt unnd unß bi unsen Güdern erf unnd eigen tho laten, in Gnaden bewilligt, darfor wi ehre K. M. unnd F. G. in aller Underdehnigkeit dankbar: Sollen und wollen wir unnd unse Erven ehrer K. M. unnd F. G. dersulven Erven unnd Nhakamen tho jarlicher Plicht unnd Bekentniß geven, van Idern Morgen Marsch=Landes, binnen Dikes, gebuwet unnd ungebuwet, de Morgen 5 Roden in de Brede unnd sostige Roden in de Lenge, unnd de Roden 16 Vote lange gerekent, jarliches einen Gulden Munte, den Gulden tho 24ß. Gerekent, unnd der Geste de halve Sadt, de de Geistman seiet. Schollen unnd willen de Landbede, Landvolge, Denste unnd in allen andern unß jegen ehrer K. M. unnd F. G. ehre Erven unnd Nhakomlinge ertögen unnd holden, wo solches van den Fresen, Strandern, Eiderstedern, Crempern unnd Wilstermarschen geholden wert. Wi willen ock de Bundniß, so wi mit den van Lübeck ahne Middel upschriven unnd unß aller andern Vorbuntniß unnd Confoederation tho ewigen Tiden gentzlich ütern unnd entholden. Solches alles unnd iderß, unnd wat sonst mehr frommen, ehrlichen, getruwen Underdahnen eignet unnd geböret, gereden unnd gelaven wi, de gewesene 48. unnd gemene Inwohner des Landes Ditmerschen fur unß, unse Erven unnd Nhakamene bi unsen Eiden, Ehrn unnd Truwen stede veste, unvorbroklich wol tho holden; darwedder, wedder mit Gedanken, Worden unnd Werken nicht to doen, noch tho handelen, noch Jemant anderß van unsetwegen tho doen oder tho handelen vorstaden, alles sonder Argelist unnd Geferde. To deß mehrer Orkunde, Sekerheit unnd Wetenschop, hebben wi mit sambtlichen eindrechtigen Rade unnd Bewilging dat Insegel, welcheß sick dat Landt Dithmarschen bet anhers gebruket, wetentlich laten hangen an dessen Breve; de gegeven Dinstageß na Viti, (20. Juny,) im Jahre nha Christi, unsers Seligmakers, Gebort 1559.

Reversal gegeben.

Up duße Vorschrivinge hebben ehre K. M. unnd F. G. den Ditmerschen ein Rversal gegeven, dat se aver datsulve nicht schölen beschwert werden. Demna averst unnd dewile ehre K. M. unnd F. G. nhamalß up de Voreiniging van der Rom. K. M. eine Confirmation unnd Bekrefftiging, wo volgend tho ersehen, erlangt unnd dersulven dat Reversal invorlivet, iß datsulve ock sonderlik alhir tho setten, (in Betrachting, dat it uth der Keis. Confirmation van Worte tho Worte tho vornhemen,) vor unnödig geachtet worden.

Rom. Keis. M. Confirmation unnd Bekrefftiging des Vordrages, welchen Koning Frederich, dieses Namens de ander tho Dennemark et. , unnd ehrer Kon. M. Veddern Johan unnd Adolph, Gebröder, alle Hertogen tho Schleßwik, Holstein etc. im Brakmonat des 1559 Jares mit den Ditmerschen upgerichtet.

Wi Maximilian de ander, van Gades Gnaden erwelter Römischer Keiser, tho allen Tiden Mehrer des Rikes, in Germanien, tho Hungern, Behmen, Dalmatien, Croatien unnd Slavonien Koning, Ertzhertoch tho Osterrik, Hertog tho Burgund, tho Brabant, tho Stier, Kernten tho Crain, tho Lutzemburg, tho Wirtemberg, Aver= unnd Nedder=Slesien, Furst tho Schwaben, Margrave tho Merhern, Ober= unnd Nieder=Lausenitz, gefursteter Graf tho Habsporch, tho Tirol, tho Pfirt, tho Kiburg unnd tho Gentze, Lantgrave in Elsas, Her auff derWindischen Mark, tho Partenow unnd tho Salmß etc. bekennen offentlichmit diesem Breve unnd dohen kunt allermenniglich, dat unß de durchleuchtigeste Furst, Her Friderich de ander, tho Dennemark, Norwegen, der Wenden unnd Gotten Koning, unnd die hochgebarne Johan unnd Adolph, Hertogen tho Holstein etc., Gevettern unnd Gebröder, unsere leven Frunde, Ohmen unnd Fursten, dorch ehre volmechtige Botschaffter, de ersamen Gelerden, unsere unnd des Reichs liebe getruwe Georg Lorichen unnd Valentin Heiden, der Rechten Doctorn, fruntlich unnd underdehnlich haben ersuchen unnd bidden laten, dat wi den Vordrach, so ehre Leveden kort vorschener Tidt mit dem Lande Ditmerschen upgericht, alß Römisker Keiser tho confirmeren, tho bekrefftigen unnd tho bestedigen, frundlich unnd genedichlich gerouweden, welke Vordrach van Worde tho Worde hernach geschreven steidt unde also ludet:

Im Namen der hilligen Drefoldicheit, wi Frederich de 2. van Gades Gnaden erwelder Koning tho Dennemark, Norwegen, der Wenden, Gotten etc. unnd wi Johanß unnd Adolph, van densulven Gnaden Erven tho Norwegen, Herthogen tho Schleßwik, Holstein, Stormarn unnd der Ditmerschen, Graven tho Oldenborch unnd Delmenhorst, Geveddern unnd Gebröder, bekennen unnd doen kund vor unse Erven, Nakamen unnd sonst Idermenniglich, na deme wi na erlangeten Sige wedder unse ungehorsame unnd wedderspenstige Underdahnen, de 48., unnd de gemene Inwhaner unses Landes Ditmerschen, desulven, so bi Leven gebleven, unnd der Affgegangenen Erven, up ehre demodige , klegliche unnd jemmerliche Bede, wedderumme tho Gnaden upgenhamen, unnd de vorwerkede Straffe ehrer Rebellion unnd beleidigten Mayt., dardorch se ehre Live, Leven, Have unnd Guder gentzlich vorwerkt, uth angebarner Koninglicher unnd Forstlicher Mildicheit unnd Güde genedichlich erlaten, darup se sichjegen unß, unse Erven unnd Nakamene vorschrewe, vorbrevet unnd vorsegelt, wo solches ehre, under des Landes Insegel uthgegevene Vorschrivinge, Dingstedageß na Viti, deß 59. Jares datirt, ferner deit uthwisen. Dat we demna ehnen henwedderum genedigst unnd genedichlich nhagegeven unnd vorgunstigt, nageven unnd vorgunnen, hirmit unde in Krafft dieses Breves, dat se, de angerögede gewesene 48 unnd gemene Inwhaner unses Landes Ditmerschen, so vel dern bi Leven averig, ehres Lives unnd Levendes berörter Rebellion unnd beleidigter May. Halven gesekert unnd uth Sorge in Rouw gesettet sin schölen, unnd schall ehnen alle Vorwerkinge hirmit gnedichlich nhagegeven unnd erlaten sin. Wo den henwedderumme twischen ehnen unnd allen denen, so unß tho diesem Krige geraden unnd gedenet wat Gestalt solches gescheen, alle Wedderwil, Fientschop unnd Vordreet gentzlich unnd gar schole sin upgehaven, also dat de Ditmarschen wedder dejennigen, so unß geraden unnd gedenet, datsulve nicht upruken, noch mit Worten edder Werken tho wreken unnd tho ivern sick understaen schölen ; nevenst dem hebben wi uth Gnaden bewilliget, bewilligen ock solches jegenwardichlich in Krafft dieses Breves, dat offt gedachte gewesene 48. unnd Inwhaner des Landes Ditmarschen beholden schölen ehre Huser, Have, farende Have, Acker, Wische, Grasingen, Weiden unnd Holtingen, in aller maten, wo se de hiebevor gehat, darbi wi se, alß bi ehrem Erve unnd Eigenen laten willen, jodoch dat se uns darvan jarlich up Nicolai doen unnd geven, wo ehre uthgegevene Segel unnd Breven doen uthwisen. Van dem Marschlande averst schölen van iden Morgen Marschackers, binnen Dikes, unß jarlich up desulve Tidt, nomlich up Nicolai, ein Gulden Munte, den Gulden tho 24 ß. Lübsch gereknet, gegeven werden, unnd schölen vor idern Morgen fiff Roden in de Brede unnd 6 Stige Roden in de Lenge, 16 Vote up de Roden tho rekenen, affgemeten werden; ock mit Wedderstadinge des upgewendeten Krigeskostens se genedichlich vorschonet. Se mögen ock up der Eider an ehrer Siden, jodoch gelich anderen unsen Underdhanen, mit unserm Weten unnd Willen, de darbi whanen, den Strandt vischen. Darmit ock de Geestman so vel desto beter bi siner Naringe moge beholden werden, hebben wi den Geestlüden de besondere Gnade ertöget, dat se ehre Holtinge, Wische, Weiden unnd Grasingen sollen fri hebben, unnd allein tho jarlicher Plicht unnd Bekentniß de halve Sadt, de se seien, jarlich up Nicolai tho geven schuldig sin. It schölen ock hinfortan de Ditmarschen in unsen Furstendomen unnd Landen, gelich anderen unsen Underdahnen, fri, seker mit Kopmanschoppen unnd anderen redelichen Gewerbe tho handelen unnd tho wandelen Macht hebben. Unnd willen se bi Gelik unnd Recht schutten, henwedderumme ock schal andern unsern Underdahnen fristaen, in unsem Lande Ditmarschen tho Water unnd tho Lande, uth unnd in tho reisen, darsulvest beharren, unnd mit des Landes Inwhanern redeliche Handling unnd Gewerve tho driven. Unnd willen sonst, wen gemelte unse Underdanen, de Ditmarschen, ehren Eiden, Gelofften unnd Geböhr, alß wi uns vorsehen willen, nasetten werden, se bi Gelik unnd Recht ehrer Have unnd Guder genedichlich erholden unnd sonst ehnen mit Gnaden erschinen, unnd schal der Denste unnd Butndike halven mit ehnen, den Crempern, unnd Wilstermarschen gelich geholden werden. De Guder, Renten unnd Tinse, so hibevorn bi den Kerken gewesen, soln hinfuro an unvorrukt darbi bliven. Unnd alß under andern den Ditmerschen uperlecht, dat se dat Holtlin, Hamme genant, sollen ummer houwen, hebben wi bewilliget unnd nagegeven, dat Wolt Reimers unnd Johan Reimers, denen dat Holtlin erfflich thosteit, dat ummegehouwen Holt an sick nhemen, datsulve vorkopen unnd alß mit ehrem egenen Gudt darmit handelen unnd geberen mögen, ohne unse edder Jemantz anders Vorhinderinge. Solches alles, wie oben steit, gelaven unnd vorspreken we Koning Frederich etc., Hertoch Johans unnd H. Adolph etc. velgemelten unsen Underdahnen, den Ditmarschen, Köninglich unnd Furstlich tho holden unnd tho vorvolgen. Jedoch dat se henwedderum ock datjennig leisten unnd dohen, darmit se sich Inholt ehrer Segel unnd Breve jegen unß vorplichtet. Unnd hebben deß tho mehrer Orkunde, Sekerheit unnd Vesterholding, unser Köninglich unnd Furstlich Scret wetentlich laten hangen an diesen Breff, de gegeven in unsen Veltlager vor der Heide, Mandages nha Viti, im Jahre nha Christi, unsers Selichmakers, Gebort, föfftein hundert negen unnd vofftich.

F. Friderich. A.H.Z.S. Holstein Manu propria.

Deß hebben wi angesehen solch ehr frundlich, demodich, temlich Soken unnd Bidden, unnd darumme mit wolbedachten Mott, guden Radt unnd rechten Weten obgeschrevenen Vordrach in allen sinen Worden, Puncten, Clausuln, Articuln, Inholdingen, Meinungen unnd Begripingen, alß Römischer Keiser frundtlich unnd gnedichlich confirmert, bekrefftigt unnd bestedigt, confirmern, bekrefftigen unnd bestedigen densulven ock hirmit van Romisker Keiserlicher Macht=Vollkommenheit wetentlich, in Krafft dieses Breves, wat wi wi van Rechtes edder Billicheit wegen daran tho confirmeren, tho bekrefftigen unnd tho bestedigen hebben, confirmeren solln unnd mogen. Unnd meinen, setten unnd willen, van berorter unser Keiserlichen Macht, dat obgeschrevener Vordrach in allen sinen Worden, Clausuln, Inholdingen, Meiningen unnd Begripingen krefftich unnd mechtich sin, stedt, vest unnd unvorbroklich geholden unnd voltagen werde, unnd sich obgemelte unse leven Frunde, Ohmen unnd Forsten, de Koning tho Dennemark und Hertogen tho Holstein, ock ehrer Loffden Nhakamene, dessulven alß sines Inholdes frouwen, gebruken, geneten, unnd gentzlich darbi bliven sollen unnd mogen, vanallermenniglich unvorhindert, doch unß unnd dem hilligen Rike an unserm, unnd sonst menniglich an sinen Rechten und Gerechticheiden, unvorgrepen unnd unschedlich.

Unnd gebeden darup allen unnd jeden, Curfursten unnd Fursten, geistlichen unnd weltlichen, Prelaten, Graven, Frihern, Hern, Riddern, Knechten unnd Landvagten, Hövetlüden, Vitzthummen, Vogten, Pflegern, Vorwesern, Ambtlüden, Schultheisen, Burgemeistern, Richtern, Rehten, Burgern, Gemeinen, unnd sonst allen andern, unserß unnd des hilligen Rikes Underdahnen unnd Getruwen, wat Werden, Standes edder Wesendes de sin, ernstlich unnd vestichlich mit dißem Breve, und willen, dat se de obgemelte unse leve Frunde, Ohmen unnd Forsten, den Koning tho Dennemark unnd Hertogen tho Holsten etc. unnd ehrer leffden Nhakamene, an obgeschrevenen Vortrage, allen darin vorliveden Puncten unnd Articuln, unnd dieser unser Keiserlichen Confirmation unnd Bestedigung, nicht hindern noch erren, sondern se deren gerouwlich gebruken, geneten unnd gentzlich darbi bliven laten, unnd herwedder nicht doen, noch des Jemanne anders tho doen gestaden in keine Wise, alß leff einem Iden fi, unser unnd des Rikes schwere Ungenad unnd Straff, unnd dartho eine Pene, nomlich hundert mk. Lödigen Goldes, tho vormiden, de ein Ider, so offt he wreventlich hirwedder ded, uns halff in unser unnd des Rikeskamer, unnd den andern halven Deel obgemelten unsen leven Frunden, Ohmen unnd Fursten, dem Koninge tho Dennemark unnd Hertogen tho Holstein, unnd ehren Nhakamene unnalathlich tho betalen, vorfallen sin schöle. Mit Ohrkund dieses Breves besegelt, in unsem Keiserlichen anhangenden Insegel. Gegeven in unser Stadt Wien, am 29. Dage des Manatz Augusti nha Christi, unses leven Hern, Gebortt, vofftein hundert unnd im 65, unser Rike, deß Romischen im dorden, des Hungerischen im andern unnd des Boheymischen im söventeinden Jahre.

M a x i m i l i a n. 

Ad mandatum Sacrae Caesareae Majestatis proprium, HALLER. Vice et nomine Reverendiss. Domini, Domini Archicancellarii Moguntinensis, ZASIUS.


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