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Dithmarschen-Traktate 16

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Inhaltsverzeichnis

Schlag nach bei Neocorus!

Sin Lepel upstêken oder 14 – 3 – 4 wird Heide Quartier

Bernhard von Oberg

Seit 575 Jahren bewährt


HEIDE/MELDORF. Nicht nur in Dithmarschen war der Löffel das Hauptgeschirr beim Essen. Fleisch und Fisch wurden in die Hand genommen. Eine Gabel wird nicht gebraucht. Nach der Mahlzeit steckten die Landleute den Löffel in eine Öffnung des Löffelbretts, das sich an der Wand befand. Neocorus, so lesen wir es bei Jens Rusch im 1. Band auf Seite 90 des Manuskripts, war dieser Brauch durchaus geläufig. Dieses Wegstecken des Löffels benutzte der Dithmarscher Chronist als willkommene Metapher für das Sterben:

Vp dat nicht junge Lüde dorch der Olden Velheit mangel leden, sondern wen se vth dem Wege vnd den Lepel vpgesteken, genoch hedden.

Den Löffel an die Wand stecken, damit junge Menschen wegen der Mehrheit von älteren Menschen keinen Mangel leiden und genug haben.

Stunde null

Ich führe dieses über 400 Jahre alte Sprachbeispiel nicht an, um zu zeigen, dass auch ein Neocorus eine Meinung zum demographischen Wandel hatte. Lesen wir diese alte Redensart einmal anders, bezogen auf zwei Gemeinwesen, die am 28. September 1434 einen Wettlauf starteten. Die eine hatte Jahrhunderte Vorsprung, für die andere schlug die Stunde null.

Im April 7 – 5 - 3 schlüpft Rom aus dem Ei. Das ist zwar seit Asterix und Obelix, dem Comic-Vorbild aller Freiheitskämpfer aus dem Reich der Gallier, ein so bekannter wie berühmter Reim – da schwingt Respekt mit. Was aber reimt sich auf „14 – 3 - 4“?

Anno 1434, das ist die Stunde null der nachmaligen Kreisstadt Heide. Am Abend des Erzengels Sankt Michael, dem vierhundertsten Jahr nach Gottes Geburt, danach im 34. Jahre im Land der Dithmarscher trafen sich auf dem weiten Feld „uppe der Heide“ Vögte, Schlüter und die Männer der acht Kirchspiele Oldenwöhrden, Hemmingstedt, Neuenkirchen, Lunden, Weddingstedt, Tellingstedt, Albersdorf und Nordhastedt mit den ehrsamen Bürgermeistern und Ratsmitgliedern der Stadt Hamburg. Sie schlossen ein Bündnis für den Schutz von Kaufleuten in Krisenzeiten.


14 – 3 – 4 wird Heide Quartier!

Vogt, Schließer und Geschworene sowie die ganze Gemeinde des Kirchspiels Meldorf treten am 13. Februar 1435 dem Bündnis bei. Die achtundvierzig Regenten des Landes wurden 1447 eingesetzt. Mit Verabschiedung des Dithmarscher Landrechts, nur 13 Jahre nach dem historischen Treffen, hatte Heide als politische Metropole der Bauernrepublik Dithmarschen die Konkurrentin Meldorf überholt. Hier fanden die Landesversammlungen statt, tagten die Regenten und wurden die entscheidenden Versammlungs- und Markttage abgehalten. Heide konnte seine Funktion als Verwaltungsmetropole für den Norden Dithmarschens durch alle Jahrhunderte beibehalten und nach der Kreisreform 1970 wieder auf ganz Dithmarschen ausdehnen. Der mit 4,7 Hektar größte unbebaute Marktplatz Deutschlands signalisiert auch heute noch die Handelsfunktion der Kreisstadt, der im Jahre 1870 Stadtrechte verliehen wurden. An die Vergangenheit erinnert der jährliche Marktfrieden, der sich seit 575 Jahren bewährt hat.

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