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Dithmarschen-Traktate 01

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Inhaltsverzeichnis

Dithmarschen-Traktate

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Dithmarschen-Traktate


LIBERA DITHMARSIA FUIT

„Schluss mit Lustig” oder “Die Dithmarscher Freiheit ist gewesen” Anmerkungen von Bernhard von Oberg


„Fräulein Helene Höhnk“ bekam Freitag, den 24. Juni 1910 „aus der Breitenburger Bibliothek zur freundlichen Überlassung“ das Buch „Belli Dithmarsici“, gedruckt in Basel, 1570, „verehrt“. Drei Jahre später, im Juni 1913, schreibt Helene Höhnk in Bad Oldesloe ihren Namen unter die Vorrede zur „Geschichte des Dithmarscher Krieges“, die auf 88 Seiten „zum ersten Male“ als freie Übersetzung des Textes von Christian Cilicius Cimber alias Heinrich Rantzau aus dem Lateinischen im Verlag „Heider Anzeiger“ zum Preis von 60 Pfennigen erscheint.

In ihren einleitenden Worten verweist die Autorin darauf, dass die Darstellung von allen „Geschichtsschreibern älterer und neuerer Zeit“ benutzt worden sei – auch von Neocorus, der – so Höhnk – in seiner Darstellung von der Unterwerfung Dithmarschens fast wörtlich Heinrich Rantzau folgt“.

Dass sich Neocorus nicht allein auf das „Liber Secundus“ („das Zweite Buch“) von „Belli Dithmarsici“ aus der Feder von Heinrich Rantzau stützt, ist eine andere Geschichte.

„Der Dithmarscher Krieg“ – mir lag ein Exemplar vor, das Helene Hönk „Herrn Gustav Frenssen mit landsmanschaftlichem Gruss“ widmete – handelt die Ereignisse um das Ende der Dithmarscher Freiheit vom Brachmond 1559 und dem „Dies Adolphi“, dem „Tag des Adolph“, so Neocorus, als beim Fall Heides die Sonne in den Krebs geht. Quelle: Bernhard von Oberg




Der Dithmarscher Krieg

Adolf, Herzog von Holstein, ein Mann von edler Gesinnung und Gerechtigkeitsliebe, hatte kaum das waffenfähige Alter erreicht, als er, empört über die schimpfliche Niederlage seiner Vorfahren, seinen ganzen Sinn darauf richtete, sie in ehrenvoller Weise zu rächen. Sein Plan war, durch einen neuen Krieg die alte Schmach und die alten Verluste zu tilgen, zugleich aber den Ruhm seines Namens, seine Macht und Einkünfte zu erweitern. Schämen müsste sich, meinte er, sein ganzes Haus, ja, der ganze Cimbrische Stamm eines solchen Makels, wenn es die unwürdige Handlungsweise des übermütigen Volkes, das den alten Beleidigungen täglich neue hinzufüge, ungerächt hingehen lasse. Denn in diesem hinfälligen und armseligen Leben, dem die Natur enge Grenzen gezogen, sei nichts ruhmvoller und eines Fürsten würdiger, als zunächst das Heil seiner Seele im Auge zu haben und dann, durch Zeugnisse seiner Tapferkeit und Geistesstärke einen ruhmvollen Namen auf die späteste Nachwelt zu vererben. Das sei die zweifache herrlichste und ehrenvollste Frucht des flüchtigen irdischen Daseins, wenn man den Weg der wahren Tugend beträte und sowohl die angenehme Hoffnung eines immerwährenden Ruhmes genieße, als auch seine Herrschaft möglichst weit auszubreiten trachte.

Ausgezeichnet als Fürst durch die herrlichsten Gaben des Körpers und Geistes war er schon in frühester Jugend von dieser Gesinnung durchdrungen. Mit dem größten Eifer legte er sich auf das Kriegswesen und suchte in brennendem Ehrgeize sich das anzueignen, was ihm dauernden Ruhm und einen unsterblichen Namen eintrug. Um den Kreis seiner Taten zu erweitern, begab er sich an den Hof Kaiser Karl V., wo er sich in der höchsten menschlichen Gesellschaft du sozusagen und Angesichte des ganzen Erdkreises befand. Da der Kaiser bald seine kriegerische Tüchtigkeit und Brauchbarkeit erkannte, wählte er ihn zum ständigen Begleiter auf seinen Feldzügen. Adolf suchte sich überall die Herzen der Soldaten zu gewinnen. Durch reichliche Geschenke verpflichtete er sich besonders die Obersten, die nicht in schimpflich schmutzigen Gewinn durch Unterschlagung des den Soldaten zukommenden Soldes, sondern in wahres Lob den Lohn des Kriegsdienstes setzten, so dass sie immer, wenn er es verlangte oder bedurfte, ihrer Hilfe versichert sein durfte. Mit Ungeduld hatte er schon lange den Augenblick ersehnt, wo er den Dithmarschern die Schmach vergelten könnte. Mancher Plan wurde von ihm entworfen und mit wachsamem Auge wartete er auf eine günstige Gelegenheit. , seine Entschlüsse zur Ausführung zu bringen. Eine solche Gelegenheit schien sich ihm auch endlich zu bieten. Nach der Belagerung von Metz entließ Karl V. einige Truppen, die sich unter dem Oberbefehl von Georg von Halle und Hildemar von Münchhausen ins Bremer Land begaben. Mit diesen erwog Adolf den Plan zum Kriege. Jedoch König Christian von Dänemark, ein frommer und friedliebender Fürst, stand, solange er lebte, den Versuchen seines Bruders hartnäckig entgegen. Sein vorgerücktes Alter und ein sehr wachsames Gewissen hatten eine große Scheu vor dem Kriege in ihm erzeugt. Mit Vernachlässigung seiner weltlichen und politischen Angelegenheiten hatte er nur das Heil seiner Seele im Auge und konnte durch keine Vorstellung dahin gebracht werden, zu einem Rachezug gegen die Dithmarscher seine Zustimmung zu geben. Adolf war unwillig über das Zögern seines königlichen Bruders, der, im Grunde genommen, den Bauern nicht weniger zürnte als er. Denn oft genug hatte König Christian im Kreise seiner Vertrauten das trotzige Bauernvolkverwünscht, doch sobald ihn der jugendlich ungestüme, tapfere Bruder bat, er möchte sich die Dithmarscher mit Gewalt unterwerfen, antwortete er: „Zwar verdienten sie harte Strafe, aber für ihn als Greis, der nicht auf Erweiterung seines Gebietes, sondern auf seinen seligen Ausgang aus diesem Leben denken müsse, sei ein Krieg, der schon an sich so viel des Übels hätte, eine zu schwere Aufgabe, die zu lösen er seinen Nachkommen überlassen müsse. Kaiser Karl hatte auf die Bitte des Herzogs Adolfs die Schenkung seines Großvaters Friederich in betreff des Herzogtums Holstein bestätigt und stellte 1548 ein neues Diplom für die Gebrüder Christian, Johann und Adolf aus.

Allein, die Dithmarscher kümmerten sich ebenso wenig um die neue Belehnung, als sie es 100 Jahre vorher getan hatten. Kein kaiserlicher Spruch hatte Macht über sie, keine Oberherrschaft wollten sie anerkennen. Sie versagten den Gehorsam und erlaubten sich obendrein mancherlei Übergriffe auf holsteinischem Gebiet. Außerdem wagten sie durch Spottreden und Schmählieder Herzog Adolf zu verletzen. Da sie durch mehrere Jahrhunderte hindurch ihre Freiheit glücklich behaupteten , waren der Stolz und die Kühnheit dieses unbändigen Volkes zu der törichten Anmaßung ausgewachsen, dass sie sich für unüberwindbar hielten. In diesem eitlen und verderblichen Übermut befangen, lehnten sie jede Vorstellung einer friedlichen Unterwerfung ab. Das Joch war mehrmals durch die Kühnheit und den Mut ihrer Vorfahren abgeschüttelt worden und sie waren gleichfalls bereit, sich mit der hartnäckigsten Gegenwehr zu verteidigen. Da war freilich nicht der Ort Gerechtigkeit, Billigkeit und Sittsamkeit zu suchen. Es konnten in Wahrheit keine so milden Bedingungen erdacht werden , auf die sie jemals eingegangen wären. Durch keine Güte und Nachsicht waren sie zu bestimmen, sich den Ideen des Völkerrechts zu fügen und Schaden von ihrem eigenen Lande abzuwenden. In ihrem Übermute deuchte ihnen jede Gefahr gering. Sehen wir doch im Menschen zuweilen ein Geschwür sich bilden, dem kein Heilmittel hilft. Durch ihre Anwendung und Berührung wird es nur noch stärker gereizt. Es verbreitet sein Gift über den ganzen Körper und muss schließlich den Tod herbeiführen. Einer solchen zehrenden Krankheit gleicht die Hartnäckigkeit trotziger und störrischer Menschen. Mit Strenge und Härte behandelt, um sie in den Schranken des Gehorsams und der Pflicht zu halten schrecken sie vor keiner Gefahr und keiner verwegenen Tat zurück. Wie von Wahnsinn befallen, stürzen sie sich ohne Rückhalt in ihr Verderben und schenke vernünftigen Ratgebern kein Gehör. Lässt die Nachsicht der Obrigkeit ihnen Verzeihung für ihre Anmaßung widerfahren, um sie durch rücksichtsvolle Milde auf die Bahn des Rechtes zu führen, so wittern sie in dem Verfahren List und Trug. In solchem Wahnsinn befangen waren auch die Dithmarscher. Er führte sie so weit von dem Wege Rechtens, dass keine Milde, kein Übereinkommen und keine Versprechungen imstande waren sie zu besänftigen. Den König erfüllten, wie wir gesehen haben, diese Verhältnisse mit dem gerechtesten Unwillen. Er sah ein, dass hier nur Gewalt gebraucht werden konnte, aber dass es für ihn, dem Tode Geweihten, nicht geziemend sei, noch am Ende seines Lebens einen blutigen Pfad zu betreten. Sein Bruder Adolf verhielt sich zwar ruhig, da er an der Ausführung seines Planes gehindert war, aber nicht ohne Groll und Ärger. Er hatte keineswegs den Gedanken aufgegeben, einstens die Schmach seiner Vorfahren zu rächen, sondern harrte nur einer günstigen Gelegenheit, ihn zu verwirklichen. Als nun der König im Alter von 59 Jahren starb, da beschäftigte er sich mit der Wiederaufnahme des Krieges. Um die Zeit der Jahreswende (Es war die Zeit des Umschlags, octavum trium regum, vom 8. bis 15. Oktober, die Hauptgeschäftszeit für das Herzogtum Holstein.) , als der holsteinische Adel einer alten Sitte gemäß in Kiel versammelt war, begab sich Adolf nach Kiel so schnell er konnte. Schnelligkeit war ihm überhaupt von großem Werte. Alle großen Angelegenheiten gelangen seiner Ansicht nach nur, wenn sie nach schnellem Entschluss ausgeführt würden. Adolf betrieb in Kiel vor allen Dingen die Sammlung von Geldbeträgen und brachte in kurzer Zeit eine beträchtliche Summe zusammen. Um Ostern reiste er ohne jede Begleitung nach Wolfenbüttel zu Herzog Heinrich von Braunschweig. Es ging damals in Deutschland das Gerücht, dass Herzog Heinrich seine jüngste Tochter, die nachher die Gemahlin Philipps von Grubenhagen wurde, Herzog Adolf vermählen wollte. Ob bei diesem Besuch die Kriegsangelegenheiten behandelt worden sind, lässt sich nicht mit Bestimmtheit feststellen. Es ist aber mehr als wahrscheinlich, dass der Braunschweiger in Adolfs Plan eingeweiht war. Bald nach seiner Rückkehr berief Adolf einen Konvent der Holsteinischen Ritterschaft in Kiel. Er wollte Gelegenheit bekommen, ein Heer zu sammeln, ohne gerade seinen Plan zu offenbaren. Auch ließ er Truppen anwerben durch den Holsteiner Daniel Rantzau, einen kriegstüchtigen Mann, der schon in Italien unter Karl V. mit Auszeichnung gedient hatte und von Adolf zum Kommandanten der Burg Peine ernannt war. Ferner beauftragte er den Obersten Wolfgang Schonvesius, einen alten Kriegsmann, tüchtig im Dienst und allgemein beliebt bei den Soldaten, wie Joachim Blankenburg, Befehlshaber einer Reiterabteilung, ein Heer zu bilden. Alle diese Anordnungen wurden so heimlich betrieben, dass selbst seine vertrautesten Ratgeber nicht darum wussten. Nur Moritz Rantzau und sein Geheimschreiber Adam Traziger sollen seinen Plan gekannt haben. Der Grund seiner Verschwiegenheit war der, dass er hoffte, die Dithmarscher durch einen plötzlichen und unerwarteten Angriff und durch die Schnelligkeit seiner Maßregeln besiegen zu können. Unterdessen waren die Truppen ausgehoben und dem Feldzuge stand nichts im Wege. Es fragte sich nur, ob der künftige König von Dänemark, sein Neffe, und sein Bruder Herzog Johann von Holstein ihm allein den Krieg überlassen oder sich an seinem Unternehmen beteiligen würden. Er wünschte nichts mehr, als dass man ihn allein ließe und ihn nicht unterstützen würde und hatte dies um so bestimmter angenommen, als der König noch nicht in sein Reich eingesetzt war. Adolf brannte vor Verlangen, seine Herrschaft auszudehnen und sich an dem verhassten Volksstamm zu rächen. Allein, er wusste ebenso wohl, dass er, auf sich selbst gestellt eines großen Heeres bedurfte, da er der Unterstützung von Seiten der Holsteiner nicht gewiss war und auf die Dänen noch weniger rechnen konnte, als sie noch um ihren König trauerten und den Sohn und Erben noch nicht wieder auf den Thron gehoben hatten. Übrigens konnte er von der Mehrzahl des holsteinischen Adels überzeugt sein, dass, wann und wo immer er seiner Hilfe bedurfte, er in keiner Gefahr ihn verlassen, sondern mit der größten Bereitwilligkeit ihn unterstützen würde. Denn wie anderswo hält auch der holsteinische Adel das Kriegswesen für seinen eigentlichen Beruf.

Er folgt seinen Fürsten mit Anhänglichkeit und Treue ins Feld und ist überzeugt, dass sein Ruhm durch nichts mehr verherrlicht und verewigt wird, als durch Kriegstaten. Mit ausharrendem Eifer strebt er diesem Ruhme nach und hält die Schätze für die Ehrenvollsten, die in den Anstrengungen des Krieges gewonnen werden. Er setzt lieber sein Leben aufs Spiel als mutlos und feige der Schlacht zu entgehen. Kriegerische Tüchtigkeit und Standhaftigkeit gelten ihm für die höchsten Tugenden und nicht mit Unrecht, insofern Vernunft und Rat Anteil haben an der Regierung und Recht und Gerechtigkeit über Wohl und Wehe des Staates und der Fürsten waltet. Allein, Adolfs Pläne ließen sich nicht so verheimlichen, dass sie der Wachsamkeit des königlichen Statthalters in Holstein und Amtmannes von Segeberg, Heinrich Rantzau, entgangen wären. Als ein Mann von Einsicht und Klugheit durchschaute er die Sache und bemühte sich, rechtzeitig Anstalten zu treffen, um dem plötzlichen Ausbruch des Ungewitters vorzubeugen. Durch einen reitenden Boten benachrichtigte er den König von den Plänen, mit denen Adolf sich trug.

Gleichzeitig offenbarte er seinem Vater, dem Ritter Johann Rantzau, einem Manne von durchdringendem Verstande und weiser Lebenserfahrung, den ganzen Sachverhalt. Er ließ ihn seine Befürchtungen wissen, welch` ein Brand entstehen könne, welche Zwistigkeiten unter den Verwandten auszubrechen drohten, wenn das Unternehmen zur Ausführung käme, Er forderte ihn auf, sein Ansehen und seine Klugheit bei den Fürsten zu verwenden und das Unheil im Keime zu ersticken. Johann Rantzau richtete sogleich ein Schreiben an Herzog Adolf, in welchem er bat, sich nicht unbedachtsam in ein Wirrsal von Schwierigkeiten und Gefahren zu stürzen. Er werde sich zu Feinden machen erstens die Dithmarscher, die an und für sich ein gefährlicher Feind wären und durch seine Geheimtuerei zweitens seinen Vetter, den König, nebst seinem Bruder Herzog von Holstein, drittens die benachbarten Seestädte Hamburg und Lübeck. Endlich möchte ihm auch Mangel an Getreidezufuhr daraus entstehen, wenn ihm auch die Gelder zum Kriegführen nicht fehlen würden. Der König und die Seestädte nicht ins Einvernehmen gesetzt, würden Macht haben, jegliche Ausfuhr von Getreide zu verbieten. Er bäte den Herzog, einen Vertrauten aus seiner Umgebung zu ihm zu schicken, mit dem er die Verhältnisse näher prüfen und untersuchen wolle. Nach Empfang des Brieses sandte der Herzog Bertram Sehestedt, einen ebenso klugen als ernsten Mannund Freund des Vaterlandes zu Johann Rantzau nach Neumünster. Sehestedt suchte mit wenigen Worten die Gefahren und Schwierigkeiten, auf welche Rantzau verwiesen hatte, als unbegründet darzulegen und forderte ihn sogar auf, sich an dem Feldzuge zu beteiligen. Johann Rantzau lehnte dies aber entschieden ab und erwiderte, er sei ja zu den ersten Beratungen zu dem Feldzuge nicht hinzugezogen, und der Fürst habe in Betreff der Dithmarscher, an dem Tauftage seines Neffen auf Bothkamp, den er selbst zur Taufe gehalten, seinen jetzigen Plänen durchaus entgegenlaufende Ansichten geäußert. Aus diesem Grunde und da der Plan ohne Wissen und Willen des Königs und seines Bruders entstanden sei, versage er jegliche Teilnahme an dem Unternehmen, würden sie aber hinterher Herzogs Adolfs Plänen beistimmen, so würde auch er bereit sein, seinem königlichen Herrn Heerfolge zu leisten. Er fügte wiederholt hinzu, wenn auf einstimmigem Beschluss und königlichem Befehl der Krieg erfolgen solle, so werde er nicht ermangeln, seine Kriegserfahrung und seine Tatkraft in den Dienst der Fürsten und des Vaterlandes zu stellen. Diese Antwort übergab er schriftlich dem Gesandten, dem sie unerwartet genug kam. Während diese Verhandlungen in Neumünster stattgefunden hatten, war Johanns Sohn Heinrich ebenfalls nicht untätig gewesen: Er hatte zunächst den Kurfürsten August von Sachsen von der Angelegenheit in Kenntnis gesetzt und ihn gebeten, mit Rat und passenden Mitteln zu helfen. Der Kurfürst erwiderte, er zweifle nicht an der Tüchtigkeit und edlen Gesinnung seiner Verwandten. Er sei überzeugt, dass sie nur solche Pläne entwerfen würden, die zum Nutzen des Staates gereichten und dessen Ruhe und Sicherheit aufrecht erhielten. Ferner weihte Heinrich als königlicher Statthalter den benachbarten Fürstbischof und Kanzler von Lübeck, Andreas Barby, einem Mann von scharfem Geiste und feinem Urteil, in die Verhältnisse ein, und nachdem sie zu wiederholten Malen zusammen gekommen waren und die Sache reiflich überlegt hatten, fasste sie den Entschluss, ohne Wissen des Königs zwar, aber i seinem Namen, ein Heer auszuheben, das in erster Linie zur Besatzung der königlichen Burgen in Holstein dienen sollte. Mit Barby und dem Statthalter Heinrich Rantzau traf auch Johann Rantzau mehrmals zusammen, und man einigte sich dahin, die Sache so zu führen, dass zwischen dem König und seinen Verwandten keine Zwistigkeiten entständen. Kurz zuvor hatte auch der König Herzog Adolf freundlich und liebevoll um Aufklärung gebeten, zu welchem Zwecke er die Truppen sammle, ob er vielleicht einen Krieg gegen die Dithmarscher plane. Adolfs Antwort darauf war: Nach vielen und mannigfachen Beleidigungen durch die Dithmarscher und da sie täglich seinen Untertanen neuen Schaden bereiteten, habe er die Überzeugung gewonnen, dass es notwendig sei, dieses übermütige Volk mit Waffengewalt zu beugen. Er leugne seinen Plan nicht, habe ihn aber geheim gehalten, damit die Dithmarscher nicht vorher von der Gefahr in Kenntnis gesetzt würden. Deshalb suche er überall den Glauben an einen Krieg zu unterdrücken, möchten die Leute alles mögliche denken, wenn sie nur seine wirklichen Absichten nicht erraten würden. Er war besonders bedacht, die Nachbarstaaten durch Verheimlichungseiner Unternehmungen zu täuschen. Durch die Verhandlungen des Statthalters Heinrich Rantzau mit Andreas Barby hatten abr die Lübecker und Hamburger Wind bekommen, dass in Holstein ein Krieg auszubrechen drohe. Die Hamburger, dem Schauspiel dieses Krieges am nächsten, witterten Gefahr und schickten Gesandte zu Andreas Barby, die anfragen sollten, ob der Krieg mit Zustimmung des neuen Königs unternommen würde. Dasselbe tat die Bürgerschaft von Lüneburg. Barby ließ den Städten sagen, dass der König an der Kriegsrüstung unbeteiligt sei. Sie möchten sich selbst beim Könige überzeugen, dass er nur freundschaftliche Gesinnung gegen seine Nachbarn hege. Die Gesandtschaften, die zwecks Erforschung der Kriegsrüstungen ausgeschickt waren, beschlossen, sich lieber an den Bischof als an den Statthalter Heinrich Rantzau zu wenden. Sie waren der Meinung, dass Heinrich Rantzau wegen der Niederlage, die auch seine Vorfahren in Dithmarschen erlebt hatten, feindlich gegen die Dithmarscher gesinnt und jedenfalls im Einverständnis mit den Plänen Adolfs, dessen vertrauter Freund und Genosse er am Hofe Karl V. gewesen war, sein müsste. Unter solchen Verhältnissen kam Bertram Sehestedt, dessen wir vorhin gedachten, in Bordesholm, einem Kloster jener Gegend, mit Johann Rantzau zusammen. Er teilte mit, dass Herzog Adolf nach genauer Prüfung seiner Ratschläge ihm gefolgt sei und dem Könige und seinem Bruder Johann in einem Briefe verheißen habe, wenn sie mit vereinten Hilfsmitteln und vereinten Streitkräften gegen die Dithmarscher zu Felde ziehen würden, so sei er bereit, ihnen Zweidrittel des eroberten Dithmarscherlandes abzutreten, jedoch mit der Bedingung, dass sie sich auch an den Kosten der bisherigen Rüstungen beteiligen sollten. Dazu kamen noch einige andere Bedingungen von geringerer Bedeutung. Den Vertrag kündigte er dem Bischof zu Lübeck und seinem Sohne Heinrich Rantzau mit und trug ihnen auf, dafür zu sorgen, dass der König auf das Anerbieten seines Oheims eingehe und seine Truppen mit denen Herzog Adolfs zusammenrücken lasse. Nach einer nochmaligen Beratung entschloss man sich folgendermaßen: Der Stadthalter Heinrich Rantzau sollte dem König in einem Briefe die ganze Sachlage möglichst deutlich auseinander setzen, der Bischof dagegen persönlich nach Dänemark reisen und beim Könige vorstellig werden, dass es Ehrensache sei, an dm Kriege teilzunehmen. Johann Rantzau betrieb, obwohl der Vertrag noch nicht abgeschlossen war, die Anwerbung von Soldaten durch den Grafen Anton von Oldenburg. Auch Johann Barner, Burgvogt zu Pinneberg, einem würdigen Greise von ausgebreiteter Kriegserfahrung, bot er Geld zur Anwerbung von 300 Reitern. Mit dem Gelde pflegten die Reiter gedungen zu werden, nachdem sie ihre Namen dem Obersten angezeigt haben. Darauf leisten sie den Fahneneid und treten in Dienst und Sold. Zu demselben Zwecke verhieß er Franz von Bülow eine bestimmte Summe Silbers. Gleichzeitig trat Andreas Barby die Reise nach Dänemark an, und Heinrich Rantzau schickte Boten an den König, um ihn hinlänglich von dem Stand der Dinge zu unterrichten. Heinrich, als Stellvertreter des Königs in Holstein, riet entschieden, an dem Kriege teilzunehmen. Einer von den beiden Wegen, so argumentierte er , müsse notwendig eingeschlagen werden, und zwar wäre der kürzeste und gradeste auch hier der beste. Er könne Adolfs Plan entgegen sein und sich neutral verhalten oder er müsse in Gemeinschaft mit seinen Oheimen die Waffen ergreifen. Gesetzt den Fall, er stelle Adolfs Unternehmen Hindernisse in dn Weg, so setze er sich keiner geringeren Gefahr aus, denn Adolf hätte eine große Truppenmacht zur Verfügung. Sollte er aber vorziehen, neutral zu bleiben, so müsse er bedenken, dass Adolf alleine den Ruhm davontrüge, das Land Dithmarschen bezwungen und unterworfen zu haben. Es sei jedenfalls am ratsamsten mit vereinigten Kräften den Krieg zu beginnen. Der König ging auf diesen Vorschlag ein und Herzog Adolf schickte daraufhin Johann Sehestedt, einen Bruder Bertrams, an den König und an den Herzog Johann. Adolf bat den König, er möge einige seiner Räte nach Neumünster schicken, denn er selbst könne sich aus dem Lager nicht mehr entfernen. Dorthin käme auch Herzog Johann. Sie würden sich über den Krieg beraten, wie es sich unter Verwandten ziemte, und falls sie sich einigten, gemeinsam die Kosten der bereits geschehenen Rüstungen tragen, würden auch Vorteil und Gewinn des Krieges ihnen in gleichem Maße zufallen. Es wurden noch zu wiederholten Malen Bevollmächtigte von der einen wie von der anderen Seite geschickt, da man sich über Ort und Zeit der letzten Zusammenkunft nicht einigen konnte. Endlich wurde beschlossen, dass die Fürsten mit ihren Ratgebern sich auf den 4. Mai in einem kleinen Dorfe bei Nortorf einfinden sollten. Und so geschah es. Die Fürsten weilten über den Beratungen bis zu Anfang des folgenden Monates und trafen über Beginn und Art der Kriegsführung folgende Verordnung: Adolf sollten die Kosten seiner bisherigen Rüstungen vergütet werden, sobald die erste Aushebung stattfände. Die Rückerstattung der bereits bezahlten Gelder dürfe nur auf Ausstellung einer eigenhändigen Bescheinigung geschehen. Die Kosten wurden auf 200 000 Taler geschätzt. Dabei waren jedoch die Gelder übergangen, die man den Soldaten bei ihrer Werbung als Handgeld gegeben hatte. Sie sollten bei der ersten Soldzahlung abgezogen werden. Sobald dr Beitrag zu den Kosten bezahlt worden, sollte alles mit gemeinsamen Mitteln beschafft werden. Falls sie Dithmarschen erobern und besiegen würden, sollte das Land in drei gleiche Teile geteilt und durchs Los entschieden werden, welcher Teil einem jeden von ihnen zufalle. Bauern und Untergebene, die durch Plünderung oder Feuersbrünste Schaden erlitten, sollten keine Entschädigung erhalten. Keine solle überhaupt Genugtuung dem anderen schuldig sein. Jeder habe für sich selbst herzukommen. Unter solchen Vereinbarungen schlossen sie ein Bündnis auf Schutz und Trutz und begannen sofort die nötigen Anstalten zum Kriege zu treffen. Auf einstimmigen Beschluss war zunächst Johann Rantzau zum obersten Feldherr des ganzen Krieges erwählt. Seine große Tapferkeit und Charakterstärke, seine Einsicht und Tüchtigkeit im Kriege befähigten ihn vor allen anderen zu diesem wichtigen Posten. Er übernahm die Würde trotz seines vorgerückten Alters. Bertram Sehestedt, dr zu seinem Unterfeldherrn ernannt wurde, schlug das Amt aus, weil er fürchtete, nicht in allen Punkten mit dem Oberfeldherrn übereinstimmen zu können. An seiner Stelle erwählte Johann Rantzau Franz von Bülow, der, obwohl ein Ausländer, mit dem holsteinischen Adel verschwägert und vor kurzem in königliche Dienste getreten war. Die Fürsten bestätigten unverzüglich seine Wahl und ernannten Männer aus ihrem Gefolge, die die Aushebung von Reiterei und Fußvolk besorgen und den Soldaten nach Kriegsbrauch den Fahneneid abnehmen sollten. Der König ernannte Nikolaus Rantzau, Amtmann auf Steinburg, und seinen Minister Holger Rosenkranz. Herzog Johann wählte Otto von Thienen und Caspar von Buchwaldt. Graf Adolf ernannte zwei Rantzaus, Nikolaus, mit dem Beinamen Luscus und Paul (Paul Rantzau war der Vater von Josias Rantzau, der 1650 als maréchal de france starb) den Sohn des Oberfeldherrn. Den Feldherren wurden sogenannte Quaestores beigeordnet, welche die Finanzverwaltung hatten und sich stets in der Begleitung der Vertrauensmänner befanden. Heinrich Rantzau zahlte im Auftrag des Königs zur Anwerbung von Soldaten zunächst 1500 Taler, da eine größere Summe in der Eile nicht aufzubringen war. Nun wurde zur Wahl von Kriegsräten geschritten, deren Aufgabe es sein sollte, die Örtlichkeiten zu besichtigen, die Absicht der Feinde auszukundschaften, die Auszahlung des Soldes zu besorgen, die Gefangenen anzunehmen und die gerichtlichen Untersuchungen zu leiten, kurz, auf alles, was den glücklichen Fortgang des Krieges befördern könnte, Acht zu haben, damit die mit der eigentlichen Leitung des Krieges Beauftragten nicht zu oft in ihrem Geschäfte unterbrochen würden. Zu Kriegsräten waren die edelsten und verdienstvollsten Männer der Ritterschaft gewählt worden. Zunächst Johann Rantzau, ferner sein Sohn Heinrich, Breida, Christoph und Moritz Rantzau, Bertram und Benedikt von Ahlefeld, Holger Rosenkranz, Bertram von Sehestedt. Zur Beratung zogen sie hinzu Wolfgang Sonvesius, Wilhelm Waltherthumbius, Reimarus vom Walde und einen älteren Obersten Christoph von Wrisberg, der sich in der Schlacht bei Drakenburg hervorgetan hatte. In Betreff der Werbung ward beschlossen, dass die Städter und Landbewohner nicht übermäßig beschwert werden sollten. Dieser Beschluss wurde gefasst, weil man fürchtete, dass sich mehr Freiwillige als man wünschte, von Ruhmsucht getrieben, dem Kriege anschließen würden. Trotz der scharfen Sichtung der Angeworbenen befanden sich schließlich doch über 500 Freiwillige im Lager unter Anführung von Jakob Blankenburg und Askamus von Halle. Ferner wurde bestimmt, dass kein holsteinischer Einwohner oder Ackerbauer mit nach Dithmarschen zöge. Vielmehr sollten alle für den Fall eines unsicheren Schicksals und zweifelhaften Ausgang des Krieges zum Schutz der Grenzen zurückbleiben. Nikolaus Rantzau, Amtmann von Steinburg, der unter Karl V. gedient hatte, und ein ausgezeichneter Befehlshaber war, wurde mit seinen Untertanen aus der Kremper- und Wilstermarsch zur Deckung der Elbe angestellt. Heinrich Rantzau der Ältere, der den größten Teil seines Mannesalters den Waffen gewidmet hatte und im Kriege Christians von Dänemark gegen die Stadt Lübeck durch den Grafen von Oldenburg gefangen genommen war, später aber seine Freiheit erlangte, wurde Anführer der Friesen und Eiderstedter, um die Ufer der Eider zu besetzen. Zur weiteren Sicherheit versprach der König, seine ganze Seemacht aufzubieten. Die Schiffe sollten vor der Elbmündung Anker werfen, zur Deckung der Bundesgenossen und um dem Feinde alle Möglichkeiten abzuschneiden, über die Elbe in die Nordsee zu entkommen. Alle Anordnungen wurden mit solcher Umsicht getroffen, dass die Dithmarscher von allen Seiten eingeschlossen wurden. Sie konnten weder fliehen noch auf Hilfe von außen oder auf Zufuhr und andere zur Kriegsführung notwendige Unterstützung rechnen. Im Falle ihnen aber wider Hoffen und Erwarten das Schicksal in ihren Unternehmungen nicht günstig sein sollte, so könnten sie mit der an der Grenze aufgestellten Ergänzungsmannschaft sich leicht vereinigen, um den Andrang der Feinde aufzuhalten und ein verlorenes Treffen wieder einzuholen. Zu gleichem Zwecke befahl der König dm Adel in Fünen und Jütland, im misslichen Kriegsfalle ihre Reiterei gerüstet zu halten, um bei seiner Aufforderung sofort heran rücken zu können. Da bei dem gleichzeitigen Friedensschluss zwischen Spanien du Frankreich manche Offiziere entlassen waren, traf man mit ihnen die Übereinkunft, mit ihren Truppenabteilungen zu des Königs Heer zu stoßen, sobald Hilfe nötig sein würde. Johann Berner, den wir schon erwähnten, hatte nochmals Befehl erhalten, 500 Reiter anzuwerben. Man fürchtete nämlich damals besonders, dass, während man mit der Unterjochung der Dithmarscher beschäftigt wäre, auswärtige Herzöge einen Aufstand erregen könnten. Auch die Haltung der benachbarten Städte ließ argwöhnen, als wollten sie gegen das Reich feindlich vorgehen. Für alle Fälle empfahl es sich, ein gewaffnetes Heer in Bereitschaft zu halten. Alle Burgen in Holstein wurden befestigt und erhielten entsprechende Munition und Besatzung. Von der Fürstenversammlung erhielt auch der Graf von Oldenburg ein Schreiben mit der Aufforderung zur Unterstützung mit einem Heer über die Elbe zu kommen. Auch über die Leistungen in Betreff der Munition einigte man sich dahin, dass jeder von den Fürsten sechs Wurfmaschinen für den Kampf in der Ebene und zwei Böller zur Belagerung mit dem dazu gehörigen Gerät und ebenso acht Packwagen zu stellen habe. Außerdem wurden 1000 Schanzgräber, mehrere Schiffsbrücken gebaut und die Zufuhr von Lebensmitteln besorgt. Es wurden alle Gutsbesitzer in Holstein verpflichtet, täglich eine bestimmte Menge Getreide ins Lager zu liefern, denn die Fürsten fürchteten, die Staaten möchten bei der ungünstigen Stimmung, die das Kriegsunternehmen hervorgerufen hatte, die regelmäßige Zufuhr verweigern. Kurz, alles, was zum Kriege gehört und was bei der Schnelligkeit der Anstalten durchzuführen war, ward angeordnet. Von einem längeren Aufschub rieten alle ab.

Es ging das Gerücht, dass die Bauern mit größter Anstrengung nach allen Seiten hin durch Anlegung von Gräben und Wällen ihre Verteidigung vorbereiteten. Die Pläne der Fürsten hatten ihnen nicht länger verborgen bleiben können. Die Dithmarscher wussten genau, dass das Ziel des Unternehmens ihre Unterjochung war. Sie beeilten sich daher, die Feinde nicht unvorbereitet ins Land fallen zu lassen. Der Krieg hätte noch mit größerer Vorsicht und geringerem Kostenaufwande geführt werden können, wenn nicht Graf Adolf so sehr geeilt hätte. Seiner Meinung nach hing alles Kriegsglück davon ab, die Dithmarscher möglichst schnell und unvorbereitet zu überfallen, Der König hatte sich erst nach langer Überredung bewegen lassen, an den Unterhandlungen in Nortorf teilzunehmen. Von ausländischen Offizieren und gedungenen Leuten wurde ihm eingeflüstert, er gehe einen gefahrvollen Gang. Unbewaffnet käme er zu einem bewaffneten Feinde. Auch von Verschwörungen gegen das Leben des Königs war die Rede und gewisse Personen sollten den Auftrag haben, Truppen gegen den König anzuwerben. Briefe, die man später auffing, bewiesen, dass alles leeres Gerücht und Verleumdung war. Solche Art Leute, die dergleichen Gerüchte auszustreuen pflegen, gibt es an Fürstenhöfen meistens eine große Anzahl. Durch verleumderische Angebereien suchen sie die Gunst des Fürsten zu gewinnen. Gegen den einen erregen sie Missgunst, gegen den anderen Verdacht. Durch Hass, Zwietracht und Bedrückung, durch den Fall anderer suchen sie Vorteil zu gewinnen. Mit solchen Kunstgriffen suchten jene Männer auch den König zu umstricken, der damals gerade die Zügel der Regierung in die Hand nahm. Aber das künstliche Gewebe von Schmeichelei und Verleumdung wurde durch die Wachsamkeit eines treuen Anhängers des Königs zerrissen. Heinrich Rantzeu der Jüngere, der oben bereits als Kanzler des Königs eingeführt worden ist, ein Mann von großer Scharfsicht und gerader Sinnesart, wies den König auf die Haltlosigkeit dieser Gerüchte hin. Nur um Zwietracht zu erregen, wären sie erfunden, denn Zwietracht der Fürsten gewähre gerade denjenigen die meisten Vorteile, welche die Urheber jener unwahren Vorspiegelungen gewesen. Da sie fremde seien und kein Eigentum im Lande besäßen, hätten sie nichts zu verlieren. Aus der Umwälzung der bestehenden Verhältnisse dagegen , die meistens eine Folge des Streites und der Zwietracht unter den Fürsten sei, würden sie vielleicht zu Reichtum gelangen, woran in ruhigen Zeiten nicht zu denken wäre. Im übrigen wisse er sowohl vom Grafen Adolf als auch von seinem Bruder und anderen, die ihm verwandtschaftlich nahe ständen, dass, falls jemand etwas gegen den König im Schilde führen sollte, so würden seine Verwandten alles daran setzen, solche Pläne zu vereiteln, denn nach der Art und Weise eines Italieners oder Spaniers zu handeln und heimtückische Pläne unter einem glatten Äußeren zu verbergen, das sei im Lande der Cimbern etwas Unerhörtes. Der König ließ sich überzeugen und machte sich auf den Weg, obgleich die Vorstellungen seiner Schmeichler seine Furcht wach zu halten suchten, so dass er die größte Vorsicht beobachtete und mit einer Bedeckung von 500 Reitern nach Nortorf kam. Adolf dagegen begab sich auf zwei leichten Reisewagen, mit munteren Rossen bespannt auf die Reise, so dass er beim Anblick der bewaffneten Begleitung des Königs eher Ursache haben konnte, für sich zu fürchten. Nach beendeter Zusammenkunft trennten sich die Fürsten im besten Einvernehmen. Herzog Adolf begab sich nach Rendsburg, Herzog Johann auf seine Burg Gottorp und beide betrieben die Rüstungen zum Kriege auf ihre Weise. Der König aber reiste mit seinem Kanzler Heinrich Rantzau nach Segeberg, der als Statthalter hier die königliche Burg inne hatte. Zwei Tage verweilte er als Gast bei Heinrich Rantzau und brach dann mit Zurücklassung seiner ganzen Bedeckung nach Kolding in Jütland auf, wohin er den Adel aus Fünen berufen hatte. Er sollte sich daselbst mit Pferden und Fußvolk stellen. Der König nahm die Musterung der Mannschaften ab, dankte dem Adel, seinem Rufe Folge geleistet zu haben, und versicherte, dass er nur im Falle der dringendsten Not die erbetene Hilfe in Anspruch nehmen werde. Vorläufig beabsichtige er nur, sich den Rücken zu decken und alle nötigen Vorsichtsmaßregeln zu treffen. Dan inspizierte er das Lagergerät und die zum Marsch und zum Kriege erforderlichen Werkzeuge und Waffen, die auf sein Geheiß in Kolding aus verschiedenen Teilen des Reiches vereinigt waren. Am Tage vor Pfingsten kehrte er nach Segeberg zurück. In derselben Woche hatte die Aushebung der Reiterei und eines großen Teiles des Fußvolkes stattgefunden. Die Söldner unter dem Oberbefehl der Obristen Wolfgang Schonvesius und Reimer von Valde wurden während der Festtage gemustert. Als der König auf seiner Reise nach Kolding in Gottorp vorgesprochen hatte, war unter den Fürsten vereinbart worden, am Mittwoch nach Pfingsten eine Zusammenkunft in Hohenwestedt zu halten.. Der König begab sich drei Tage vorher nach Neumünster, um dem Versammlungsorte näher zu sein. Am Tage vor der Zusammenkunft musterte er seine Leibwache und verteilte Belohnungen. Zum Fahnenträger ernannte er einen Dänen mit Namen Georg Rautenus. . Zum Obersten der Leibwache setzte er den Dänen Johann Trucius ein und verlieh ihm den Titel Marschall. Zu dessen Stellvertreter aber berief er den Holsteiner Joachim Brockdorff. Unter dieser Reiterfahne dienten 400 Mann. Der Verabredung gemäß trafen die Fürsten am 16. Juni mit ihren Räten und Kriegsobersten zusammen. Nach eingehenden Beratungen wurde einstimmig der Beschluss gefasst, dass die zusammengezogene Reiterei und das zur Verfügung stehende Fußvolk innerhalb fünf Tage in das feindliche Gebiet einrücken solle. Der König begab sich nach Schluss der Beratungen auf das Heinrich Rantzau gehörende Schloss Melbeck und verweilte daselbst vier Tage. Auf der Zusammenkunft war auch ein Schreiben abgesetzt, das dem völkerrechtlichen Gebrauche gemäß, den Dithmarschern den Krieg ankündigte. Diese Art der Kriegserklärung nannte man auf Lateinisch Fecialum (Bei den Römern waren 40 Priester, die sogenannten Fetialen, als höchstes Gericht über Krieg und Frieden eingesetzt). Sie wurde drei Tage vor dem Einrücken des Heeres von einem königlichen Parlamentär überbracht und gelangte am 20. Juni an die 48 Landesvorsteher der Dithmarscher.

[[Anmerkung: An dieser Stelle irrt der Autor mit dem Datum der Kriegserklärung und Helene Höhnk folgt ihm ohne Wenn und Aber. Wollte der Augenzeuge Rantzau mit dem falschen Datum der Kriegserklärung eine Spur legen, die von seiner Autorenschaft ablenkte? Am 20. Juni fand die Eroberung Heides statt (siehe oben: „Dies Adolphi“)]]

Im Original des Belli Dithmarsici heißt es auf S. 85 des Liber Secundus „Triduo ante quam fines eorum hostilis exercitus ingrederetur, per tabellarium regium perlatae sunt, Eae litterae ad quadraginta octo viros, penes vos ex omnibus pagis delectus totus terrae procuratio fuit & universosDithmarsiae incolas, decimoquinto calendas Junii date erant, & in hunc modum concepte.“

Es hieß in dem Schreiben: Da die Dithmarscher den rechtmäßigen Herren und der von Gott eingesetzten Obrigkeit sich nicht nur häufig und frevelhafter Weise widersetzt hätten, sondern auch der Majestät und Würde der Fürsten entgegen gewesen wären, indem sie ihren Namen öffentlich verspotten ließen durch Schimpfen und gotteslästerliche Reden und ihre Untertanen mit Raub und Brand und Plünderung fortdauernd bedroht und geschädigt hätten. Aufgrund dieser Missetaten sei es beschlossen, sie mit Krieg zu überziehen und mit Gottes Hilfe zu unterwerfen. Die Fürsten erachteten es als ihre Pflicht, die bedrängten Untertanen gegen Raub, Plünderung und Gewalt zu schützen. Sie wären lieber der Strafvollziehung enthoben gewesen, aber die Dithmarscher hätten ihr Schicksal selbst gewollt. Sie möchten es noch als besondere Freundlichkeit ansehen, dass man ihnen den Krieg erkläre. Mit Rebellen und Mordbrennern werde sonst nicht also verfahren.

Der Bote, der das Schreiben überbringen sollte, sträubte sich lange, dieses Amt zu übernehmen, weil er die Wut und Grausamkeit der Dithmarscher fürchtete. Allein, zum Tode verurteilt, ließ er sich durch Drohungen und die Furcht vor dem gewissen Tode bestimmen, einem ungewissen Schicksal entgegen zu gehen. Den Brief (Der Brief ist abgedruckt in Michelsen, Urkundenbuch des Landes Dithmarschen, Kiel 1834, Seite 199), der mit den drei fürstlichen Siegeln versehen und an einem weißen Stabe befestigt war, brachte der Bote nach Heide, dem Hauptort des Landes, woselbst die 48 Regenten versammelt waren. Als sich das Gerücht von der Kriegserklärung verbreitete, stürzte das empörte Volk mit lautem Wutgeschrei sich auf den Boten. Die Landesregenten nahmen ihn jedoch in Schutz und ließen ihn in einer Privatwohnung sicher verwahren, während Rat über das Antwortschreiben gepflogen wurde. Am 18. Juni kehrte er mit einem Antwortschreiben an die Fürsten zurück. Wir geben den Inhalt, so gut wir es vermögen, in lateinischer Übersetzung wieder:

Großmächtiger König, erlauchteste Herzöge! Mit Unwillen haben wir Euren Brief empfangen, der uns kund tut, dass Ihr gesonnen seid, uns mit Krieg zu überziehen, und dass Ihr uns unterwerfen wollt zum Gehorsam und zur Knechtschaft. Wir antworten Euch nicht mit beleidigenden, sondern mit demütigen Worten. Wenn Euch ein Recht zustände auf Dithmarschen, würden wir uns, wenn auch ungerne, doch billig fügen. Aber wir gehören zum Erzbistum Bremen. Wir haben unter dessen Oberhoheit und Gottes Beistand mehr als vier Jahrhunderte gestanden und werden in dieser Stellung zu bleiben trachten. Wir sind durch Urkunden und Dokumente von Päpsten, Kaisern und Königen hinreichend versichert. Wir können auch Euch ebenso wenig als Euren Vorfahren Rechte einräumen, die Ihr nicht beanspruchen könnt. Wir haben Euch nicht herausgefordert, folglich versündigt Ihr Euch gegen Gottes und Menschen Gebot, gegen Versicherungen, die uns gegeben und durch königliche und fürstliche Siegel bestätigt worden sind. Wir geben Euch zu bedenken, wie frevelhaft Ihr gegen den in der Goldenen Bulle geheiligten Frieden gehandelt und alles verletzt habt, was uns die Gnade Gottes durch lange Zeiten verliehen hat. Sollte unsere Handlungsweise in irgend einer Art unbillig gewesen sein, oder sollten wir uns eines Frevels schuldig gemacht haben, so hätte man uns nach den Rechten richten sollen, um Euch in diesem Falle Genüge zu leisten, bieten wir Euch an, uns einer gerichtlichen Entscheidung zu unterziehen. Sollte Ihr wider unser Hoffen und Erwarten unser Anerbieten nicht annehmen, sondern uns und unser Land mit Gewalt zu unterjochen suchen, unsere Weiber und Kinder, Witwen und Waisen dem Untergange und Verderben preisgeben und Eure Hände mit unschuldigem Blut beflecken wollen, so stellen wir dem allerhöchsten Gott im Himmel unsere Sache anheim. Ihn werden wir in heißem Gebet Tag und Nacht anflehen, dass er uns, unser heiliges Recht und seinen gesegneten Frieden schenken möge, dass er Euer und unser aller Herzen in seine Gewalt nehmen und Euch mit seinem göttlichen Wesen erleuchten möge, von Eurem unseligen Vorhaben abzulassen und Eure Seelen von der schweren Schuld des Blutvergießens zu befreien. Eingedenk der verhängnisvollen Fahrten in unser Land bitten wir im Namen unserer beiderseitigen Gattinnen und Kinder um Ruhe und Frieden. Solches wollen wir Euch in aller Ehrfurcht anempfohlen haben. In höchster Verehrung des Königs und der Herzöge die 48 Landesverweser und alle Einwohner Dithmarschens.

Am 19. Juni standen die ganze Reiterei und 30 000 Mann Fußvolk 9 Uhr vormittags bei Ölixdorf in der Nähe von Itzehoe an der Stör vereinigt. Der König und die Herzöge waren selbst zugegen. Man beriet noch über die Ordnung des Heeres und ließ dann ausrücken. Den Vortrab bildete ein Ausschuss aus den verschiedenen Truppengattungen, durch das Los bestimmt. Ihm folgte eine Reiterabteilung unter Moritz Rantzau. Dann kam die von Schonwesius und Reimarus von Valde befehligte leichte Artellerie. In der Mitte folgten die Leibwachen des Königs und der Herzöge nebst der auserlesenen Schar, die Walthertumbius befehligte. Den Nachtrab bildeten 10 000 Mann unter Blankenburg und Theoderich von Halle. So rückte im stattlichen Zuge das Heer vor und schlug am Abend desselbigen Tages bei Albersdorf an der Grenze Dithmarschens sein Lager auf. Das ganze Heer war 39 000 Mann stark, wovon 4000 auf die Reiterei und 35 000 auf das Fußvolk kamen.

Es wuchs aber auf 50 000 an, als Graf Anton von Oldenburg mit 15 000 nachrückte. Anführer waren Wolfgang Schonwesius, Wilhelm Walthertumbius und Reimar von Valde für das Fußvolk. Die Reiterei befehligten Joachim Blankenburg, Moritz Rantzau, Cais Sohn und Theoderich von Halle. Die Leibwache des Königs und der Herzöge wurde geführt von Johann Trucius, Bertram Sehestedt und Benedikt von Ahlefeldt. Das Fußvolk schlug jenseits des Flusses, der an dem Dorfe vorbeifließt, seine Zelte auf. Die Reiterei besetzte das Dorf selbst. In der Nacht hielten 3000 Mann Infanterie und 200 Reiter Wache. Da ereignete es sich, dass 18 Bauern eine Bombe explodieren ließen unter die wachthabende Mannschaft, ohne erheblichen Schaden anzurichten. Gleichzeitig meldete ein Soldat dem obersten Feldherrn, dass die Feinde sich zum Angriff auf die Wachtposten anschickten. Auf diese Nachricht ritt Johann Rantzau mit seinem Sohne Heinrich zur Rekogniszierung aus. Man gewahrte aber nichts von einer feindlichen Bewegung. Am folgenden Tag versuchten die Einwohner, ihre Pferde und Rinder in Sicherheit zu bringen, wobei an verschiedenen Stellen gekämpft und gefochten wurde. Auf beiden Seiten gab es sogar Tote, Verwundete und Gefangene. Häuser und Hütten im nächsten Umkreis des Dorfes wurden von den Soldaten in Brand gesteckt. Im Kriegsrat beschlossen die Hauptleute einstimmig, nicht eher das Lager zu verlassen, als bis man von den Plänen des Feindes unterrichtet sei. Zu diesem Zwecke wurden zunächst Gefangene mittels der Folter zu Aussagen gezwungen. Gleichzeitig begaben sich die Kriegsobersten unter Bedeckung der Waltherthumbischen und Blankenburgischen Schar ins feindliche Gebiet, um auszukundschaften, wie und wo dem Feinde am leichtesten beizukommen wäre. Man fand drei für einen Einfall passende Wege. Zu entscheiden war zwischen der Erstürmung der Thielenburg, Hamme und Meldorf. Diese drei Orte waren die festesten Bollwerke Dithmarschens, die durch Anlegung von Gräben und Wällen noch mehr befestigt waren. Der erste Angriff galt der Thielenburg. So stark und vortrefflich die Befestigungen auch gemacht waren, dem Andrang der großen Truppenmassen vermochten sie nicht zu widerstehen. Beiläufig erfuhr man, dass mehrere Wagen mit Kriegsgerätschaften und Munition ins Innere gebracht worden waren. Heinrich und Moritz Rantzau ließen deshalb Wurfmaschinen auf die benachbarten Hügel bringen und beschossen die Feinde im Rücken, jedoch ohne Erfolg. Nun drangen von der anderen Seite die Bauern in zehn Abteilungen mit kleinen Kanonen vor, doch auch ihre Angriffe blieben erfolglos. Offiziere und Soldaten des königlichen Heeres warteten voll Ungestüm auf das Zeichen, mit Sturm in die feindlichen Reihen einzudringen. Allein Johann Rantzau trug Bedenken, ohne Einwilligung der Fürsten die offene Feldschlacht zu wagen. Der Feldherr, ein Mann von den ausgebreitetsten militärischen Kenntnissen und Erfahrungen, kannte wohl den Charakter der Söldner, bei denen Mut und Begeisterung mit dem ersten Angriff erlischt. Deshalb beschloss er, die Soldaten in einem schwierigen Unternehmen auf die Probe zu stellen. Er brach von der Thielenburg nach Hamme auf, einem stark befestigten Platze, der den Eingangspunkt in die Marsch bildet. Hier unterlag einst Herzog Gerhard von Schleswig dem tapferen Widerstande der Bauern. Bei Annäherung der Bundestruppen versandten die Dithmarscher einen Regen von Pfeilen und Geschossen auf die Feinde, ohne ihnen jedoch erheblichen Schaden zuzufügen. Nachdem ein dem Geschütz unmittelbar ausgesetztes Dorf eingeäschert war, zogen sie sich in ihr Lager zurück. Zur Auskundschaftung der Befestigungswerke und der nächsten Umgegend bediente man sich eines Dithmarschers namens Splittering. (Splet Hering)Er war vor sechs Jahren wegen Wilddiebereien im Holsteinische ergriffen und in Gefangenschaft gewesen. Am folgenden Tage rekogniszierte man in der Gegend von Meldorf. Wegweiser waren ein Holsteiner, der in der Nähe der Stadt gewohnt und beim Ausbruch des Krieges in verstellter Flucht auf einem Lehmkarren sich fortbegeben hatte, und der Dithmarscher Barthold Peters.

Dieser war aus seinem Vaterlande verbannt, weil er in einem Erbschaftsstreit mit seinen Landsleuten an das Reichskammergericht appelliert hatte, als er sich durch einen unbilligen Rechtsspruch übervorteilt glaubte. Bei Meldorf fiel nichts Bemerkenswertes vor. Ein Pferd stürzte und von einem Dithmarscher Reinhold Ruhe, der unter den Deutschen in Frankreich gedient hatte, einem kühnen und starken Manne, ward auf einen Holsteiner eine kleine Handbombe abgeschleudert. Zurückgekehrt statteten die Offiziere ihrem Oberfeldherrn Bericht ab. Johann Rantzau entwarf darauf den Plan, dass entweder auf die Thielenburg oder auf Meldorf der Angriff zu machen sei und berief zu dem Zwecke einen Kriegsrat. An drei Orten stand, wie wir erst bemerkten, der Eingang in die Marsch offen. Die Thielenburg war am stärksten von den Bauern befestigt. Ihre ganze Macht war dorthin zusammengezogen. Sie waren bereit, für die Freiheit des Vaterlandes, für Leben und Gut mit dem letzten Blutstropfen zu kämpfen. Hamme war, aller Ansicht zufolge, der gefährlichste Punkt, dessen Bestürmung das größte Wagnis erschien. Von Nikolaus Rantzau kam an diesem Tage ein Bote mit der Meldung, dass Graf Anton von Oldenburg seine Truppen gegen Meldorf vorrücken und über die Elbe setzen lasse. Auf diese Nachricht wurde beschlossen, nicht eher anzugreifen, als bis der Graf angekommen sei. Heinrich Rantzau sandte ihm ein Schreiben, in welchem er ihm Anweisung gab, wo er rasten und übernachten könne, um seinen Bedarf an Heu, Hafer und Wein zu bekommen. In dem abgehaltenen Kriegsrat stimmte Johann Rantzau für den Angriff auf Meldorf, das für den Hauptort galt und begründete seinen Plan in folgender Weise: Alle, die früher bereits die Dithmarscher bekriegt hätten, waren bei genauer Ortskenntnis zu der Ansicht gekommen, dass es klüger gewesen wäre, Meldorf zuerst anzugreifen. Es läge in der Mitte des Landes und teile Süder- und Norderstrand voneinander. Wenn dieser Platz genommen sei, wären die Feinde getrennt, dass sie ihre Streitkräfte nie wieder zusammenziehen könnten. Getrennt würden beide Teile leicht zu unterwerfen sein. An der Stadt vorbei fließe ein breiter Fluss ins Meer, der die Trennung der Streitkräfte auf natürlichem Wege erleichtere.

Die Erfahrung lehre ferner, dass, solange der Mut der Soldaten und ihre Kräfte frisch seien, man sie zu den schwierigsten Unternehmungen gebrauchen könnte, wogegen durch zu langes Zögern Mut und Tatkraft geschwächt würden. In diesem Falle wäre auch noch zu beachten, dass die Soldaten gegen des Krieges unkundige Leute kämpfen sollten und bei dem ersten Angriff den größten Eifer zeigen würden. Wenn die Erstürmung des ersten festen Platzes gelänge, so würde man sie auch zu weniger schwierigen Unternehmungen gebrauchen können. Da, wie zu erwarten stehe, die Feinde mit Aufwand aller ihrer Kräfte, mit Hartnäckigkeit und Todesverachtung sich verteidigen würden, gelte es, die Stimmung der Soldaten auszunutzen. Seine Meinung wäre daher dass, um ein schnelles und möglichst glückliches Ende des Krieges herbeizuführen, es am ratsamsten sei, einen Sturm auf das feste Meldorf zu unternehmen.

Dieser Meinung des Oberfeldherrn trat Breida Rantzau entgegen. Zu verschiedenen Malen, so führte er aus, sei dieser Ort unglücklich von unseren Vorfahren bekämpft worden. Nach verschiedenen vergeblichen Versuchen hätten sie nicht nur die Hoffnung auf Sieg aufgeben müssen, sondern wären nach harten Niederlagen sogar gezwungen gewesen, ihre Rettung in schimpflicher Flucht zu suchen. Allerdings wäre der Platz auch eingenommen worden, aber der Vorteil so gering gewesen, dass sie trotzdem die schmählichste Niederlage erlitten hätten. Er riete also entschieden davon ab, auf Meldorf vorzugehen, einen Platz, der den Vorfahren so unheilbringend geworden wäre. Er meine, dass die Thielenburg zu besetzen sei, die, weil weniger stark befestigt, mit leichter Mühe genommen werden könnte. Wenn das Heer einmal über die Bauern gesiegt hätte, würde es mit größerer Zuversicht schwierigeren Angriffen entgegen gehen. In demselben Maße, wie ihr Zuvertrauen wachse, würde das der Feinde abnehmen. Wenn sie die festen Bollwerke nach und nach besetzen und einnehmen würden, müsste der Feind sich immer weiter zurückziehen und würde schließlich ganz in die Enge getrieben. Im Falle sein Vorschlag dem Kriegsrat annehmbar erscheine, hoffe er Gewähr für den glücklichen Ausgang des Krieges geben zu können. Er riet noch, bei Einbruch der Dunkelheit einige Fähnlein Reiter und Fußvolk zu seinem Bruder Heinrich zu schicken, der mit einer großen Mannschaft aus holsteinischen Einwohnern gebildet, an der Eider stehe und nur auf Nachricht warte, um über den Fluss zu setzen und die Feinde im Rücken anzugreifen. Auf diese Weise müsste ihnen der Sieg mit Gottes gnädiger Hilfe gewiss sein.

Breida Rantzau war der erste und vornehmste im Kriegsrat der Feldherrn, nicht allein wegen seines Alters, sondern mehr noch wegen seines scharfen Verstandes und seiner Beredsamkeit. Im Kriegswesen allerdings stand sein Ruhm weniger hoch, da er nämlich während der Belagerung der friesischen Stadt Dam durch den kaiserlichen Oberst Georg Schenk, von König Christian mit der Entsetzung beauftragt, sich hatte gefangen nehmen lassen. Ebenso war er als Befehlshaber in einem der Kriege Dänemarks gegen Lübeck in die Hände des Grafen von Oldenburg gefallen. Der Oberfeldherr blieb dessen ungeachtet bei seiner Ansicht und fand damit die Zustimmung des Königs und der Herzöge. Beim Verlassen der Versammlung meinte Breida Rantzau, der Ausgang würde lehren, wer den besten Rat erteilt hätte und wer Recht behielte. So ward denn auf der Fürsten Befehl der Beschluss gefasst, Johann Rantzaus Plan auszuführen und zur Bestürmung Meldorfs zu schreiten. Alles Gepäck unter der Bedeckung von 1000 Mann Fußvolk und 40 Reitern sollte im Lager zurückbleiben. 2000 Mann sollten nach der Thielenburg aufbrechen und Blankenburg mit 200 Reitern ihre Flanken decken. Dieselbe Mannschaft wurde nach Hamme beordert, unter Anführung eines Hauptmannes, der in Blankenburgs Diensten stand. An beiden sollte eine Stunde vor dem Sturm auf Meldorf ein Angriff geschehen, damit die Feinde in mehrseitige Gefahren verwickelt und ihre Kräfte auf diese Weise geschwächt würden. Johann Rantzau hatte sich in dieser Berechnung auch nicht enttäuscht. Kaum hatten die Besatzungen auf der Thielenburg und in Hamme das Anrücken dr Feinde bemerkt, als sie durch Alarmfeuer sich gegenseitig von der Gefahr unterrichteten und Unterstützung und Verstärkung verlangten. 20 000 Mann mit Brücken und Schutzdächern versehen, unter Anführung von Schonwesius, Reimar von Valde und Waltherthumbius, drangen darauf von der Nordseite gegen Meldorf vor. Der Angriff sollte bei einer kleinen Hütte, die unmittelbar vor der Stadt liegt, erfolgen. Als Wegweiser diente Barthold Peters. Dietrich von Halle sowohl als der Graf von Oldenburg stießen zu dem Angriffsheer. Der Graf von Oldenburg kam mit Franz von Bülow von der Ostseite, indem er das Dorf Windbergen seitwärts liegen ließ. Ihm folgte Moritz Rantzau mit seiner Schar. Als Führer diente diesem vereinigten Heere jener Holsteiner, der bei Meldorf gewohnt hatte und später nach Holstein zurückgezogen war. Auch die Fürsten rückten mit zwei Fähnlein gegen die Stadt vor, hielten sich aber außerhalb des Bereichs der Gefechtslinie. 4000 Mann blieben zum Schutze der Kanonen, die auf dem Galgenberg aufgestellt, mit Dämmen und Wällen aus Flechtwerk aus Erde gesichert waren. Die zuerst ankommende Kolonne sollte durch Feuern ein Zeichen geben, und wenn eine Abteilung über das Geschütz hinaus vorgerückt sei, sollten die Fürsten die in der Nähe auf einem erhabenen Punkt belegene Mühle anzünden lassen und damit das Signal zum Angriff geben. Während dies geschah, hielt der Graf von Oldenburg bei dem Dorf Hohenaspe eine Musterung seiner Truppen ab und brach denselben Tag mit dem ganzen Train auf. Am folgenden Tag schlug er in dem Dorfe Tensbüttel , eine halbe Meile von Albersdorf, im Feindesland, sein Lager auf. Er hatte auf seinem Marsche fünf Kastelle getroffen. Um dieselbe Zeit kam Sebastian Ersamenus als Abgesandter der Stadt Lübeck ins Lager. Er bot sich im Namen seines Staates an, die beidenden streitenden Mächte zu vergleichen. Mit Genehmigung der Feldherrn sandte er seinen Geschäftsträger auch nach Hamme, um eine Erklärung der Dithmarscher zu verlangen. Er erhielt ein Schreiben mit der anmaßenden Unterschrift der Bauern:

Wir, Oberbefehlshaber, Obersten und Leiter des Krieges, zur Zeit in Hamme. Da der Gesandte, der Sicherheit halber mit einer Bedeckung abgeschickt worden war, entspann sich ein leichter Kampf mit den Feinden. Es fielen mehrere Dithmarscher, von Seiten der Holsteiner aus der Reiterei. Verwundet wurde ein Lüneburger aus der Adelsfamilie von Sporch, jedoch nicht tödlich. Ersamenus, der einsah, dass die Fürsten sich eben zum Sturme anschickend, sich auf Unterhandlungen nicht einlassen würden, verließ das Lager und kehrte nach Lübeck zurück. So zog man denn nach Kriegsrat vom 29. Juni, als sich die Sonne zum Untergang neigte, aus dem Lager. Voran gingen die Schanzengräber unter der Begleitung Theoderichs von Halle mit 4000 Mann. Ihnen folgte das schwere Geschütz sowie die Fähnlein der Leibwache. Den Beschluss bildeten 30 000 Mann unter Schonwesius, Reimer von Valde und Waltherthumbius.Der Oberfeldherr Johann Rantzau rückte mit vier Fähnlein in Begleitung der Quartiermeister vor und brachte auf dem für die Kanonen bestimmten Hügel Wälle und anderweitige Befestigungen an. Schonwesius mit einigen Schanzengräbern und dem Wegweiser Barthold Peters drang bis zu dem Geschütz der Feinde vor. Ihm folgten 20 000 Mann Infanterie und Theoderich von Halle mit seiner Reiterei. Schonwesius, in der Hoffnung, vor Tagesanbruch die Brücken aufwerfen zu können, stürzte sich mit seinen Truppen in die größte Gefahr. Als er schon alle Schwierigkeiten des Marsches überwunden und eben der Wegweiser Barthold Peters bei dem heftigen Andrang der Feinde sich entfernt hatte, um sein zurückgebliebenes Pferd zu besteigen, , wurde er von einem des Weges unkundigen Soldaten geradewegs in die tiefen Gräben hineingeführt. Barthold Peters war lange nicht in der Marsch gewesen, so dass die Veränderungen in Grabenanlagen ihm unbekannt waren. Die Soldaten wateten bis an den Hals im Wasser, und wenn Theoderich von Halle mit seiner Schar ihnen nicht Hilfe gebracht hätte, wären sie elendiglich umgekommen. Theoderich von Halle wurde bei dem Rettungswerke in einen gefahrvollen und schwierigen Kampf mit den Bauern verwickelt, durch einen Pfeilschuss verwundet. Schonvesius wurde von einem kurzen, ehernen Geschosse durchbohrt und starb vier Tage darauf an Wundfieber. Er hatte seine Pflicht als Soldat erfüllt und seine Soldaten durch Wort und Beispiel angefeuert. Diesem Beispiel folgte ein blutiger Kampf zwischen den nachrückenden Truppen und den Bauern. Lange wurde gefochten unter dem fortwährenden Feuer der Geschütze. Endlich erlahmte die Kraft der Dithmarcher. Sie wichen und ergriffen die Flucht. Die Soldaten drangen durch das Geschütz in die Stadt ein. Während hier mit schwankendem Glücke gekämpft wurde, ließ Heinrich Rantzau verabredeter maßen die Mühle vor der Stadt in Brand setzen. Auf dieses Zeichen rückten die Oldenburger heran und eilten, ihren Bundesgenossen zu Hilfe zu kommen. An drei Stellen sollten die Einwohner angegriffen werden, von der Seite durch Schonwesius, im Rücken durch den Grafen von Oldenburg und von vorne durch die Fürsten und Johann Rantzau. Die Ausführung dieses so wohl durchdachten Planes erlitt einen Verzug. Der Marsch ging langsamer vor sich, als der König forderte. Die Soldaten sollen Schuld daran gewesen sein und sich geweigert haben vorzugehen. Allein, Johann Rantzau und Wriesberg feuerten die Artillerie an und drangen geradewegs in die Stadt ein. Währenddessen erlitten die Truppen des Schonwesius beim Übersetzen über die Gräben einige Verluste. Als Johann Rantzau, ein Führer voll unerschütterlichen Mutes und unbezwinglicher Tapferkeit, erfuhr, dass die Soldaten bei den Gräben in Gefahr seien, sprang er vom Pferde und mischte sich unter das Fußvolk, in dessen ersten Reihen er auf das Verwegenste mitkämpfte. Auf die Weise allein glaubte er die Soldaten anfeuern zu können. Er wollte nicht, dass man von ihm sagte, der Oberfeldherr habe furchtsam seine Soldaten verlassen. Das Beispiel tat auch hier Wunder. Es sammelte sich alles zum Angriff und drang auf die Bauern ein. Zwar kämpften die Dithmarscher mit ihren nervigten Gliedern und ihren gewaltigen Armen wie tapfere Männer in der letzten Entscheidung. Keiner von ihnen dachte, vom Platze zu weichen. Jeder wollte das Schlachtfeld mit seiner Leiche decken. Wunden konnten ihren Mut nicht lähmen. Endlich, als ihre Reihen gelichtet, der Wall verloren und die Tore erbrochen waren, stand die Stadt den Siegern offen. Herzog Adolf mit drei oder vier Rittern seiner Grafschaft, der König mit seiner Leibwache und Heinrich Rantzau hielten ihren Einzug. In der ersten Wut und Siegesfreude der Einziehenden wurde alles niedergemetzelt, was sich in der Stadt und deren Umgebung vorfand. Alle Straßen und Häuser füllten sich mit Leichen. Auch die Frauen schonte man nicht. Manche fielen den Soldaten zum Opfer, manche wurden als Gefangene aus der Stadt geführt. Während des Blutbades wurde es nämlich ruchbar, dass sich auch Frauen unter die Verteidiger gemischt hatten. Eine Frau soll sogar zwei Soldaten hintereinander mit dem Schwert erschlagen haben. So überwand die Liebe zur Freiheit und zum Vaterlande sogar die dem weiblichen Geschlecht angeborene Weichheit und Schüchternheit. Es fielen bei der Erstürmung von Dithmarschen ungefähr 400. Auf der anderen Seite betrug die Zahl der in der Schlacht Getöteten und später an den Wunden Gestorbenen gegen 100, unter ihnen der dänische Obrist Johann Strugmann, Auch erlag seinen Wunden, wie schon erwähnt wurde, Wolfgang Schonwesius, ein Mann, ebenso hervorragend als Mensch wie als Feldherr. Ferner der Fahnenträger in Daniel Rantzaus Schar. Wenn beim Anrücken der einen Abteilung nicht gezögert worden, sondern der Sturm von drei Seiten zu gleicher Zeit vor sich gegangen wäre, so würde den Bauern kein Ausweg zum Entkommen geblieben sein. Alle, die sich in der Stadt aufhielten, wären den Unsrigen in die Hände gefallen. Allein, da die Reiterei auf der einen Seite zurückgeworfen wurde, entkamen sie in der Richtung, in welcher der Graf von Oldenburg mit seinem Heere heranzog. Ungefähr neun Fähnlein stark, zwanzig Stück grobes Geschütz mit sich führend, gingen sie gerade dem Heer des Grafen entgegen. Die Reiterei machte einen Angriff auf sie und Moritz Rantzaus Schar hieb gegen 300 von ihnen nieder, wobei er 25 Kanonen, eine große Menge Pulvers und einige Fahnen erbeutete. So wurde am 30. Juni um die elfte Vormittagsstunde Meldorf erstürmt und eingenommen, seine Besatzung teils getötet und teils gefangen genommen. Die Soldaten blieben zunächst in der Stadt kampfbereit stehen, da das Gerücht verbreitet wurde, dass die Feinde sich an einem kleinen Flusse vor der Stadt zusammengezogen hätten. Als aber der Haufe durch die Reiterei auseinandergesprengt worden war, gestattete man den Soldaten auf Plünderung auszugehen. Sie verließen gegen Abend die Stadt und bezogen außerhalb ihre Quartiere. Die Reiter dagegen machten es sich im Orte bequem. Der Graf von Oldenburg schlug in dem Dorfe Ammerswurth, östlich von Meldorf, seine Zelte auf. Nicht weit von ihm Moritz Rantzau. Am folgenden Morgen wurde noch in der Stadt wegen eines Streites zwischen Fußvolk und Reiterei über die Beute Halt gemacht. Das Fußvolk beanspruchte die ganze Beute für sich, da besonders durch ihre Anstrengung der Sieg erfochten sei. Die Reiter hätten wegen der hindernden Gräben dem Feinde gar nicht beikommen können. Trotz des Dazwischentretens und der Vermittlung von Seiten der Feldherren konnte es nicht verhindert werden, dass die Streitenden die Waffen gegen sich selbst kehrten. Das Ansehen der Fürsten beruhigte endlich die aufgeregten Gemüter und so wurde denn beschlossen, am folgenden Tage alle Truppen gegen Brunsbüttel vorgehen zu lassen. Die Ausführung dieses Plans wurde jedoch auf den dritten Tag hinausgeschoben, weil bessere Ratschläge gegeben waren. Reimar von Valde wurde mit 1000 Mann und Blankenburg mit einer Reiterabteilung zu Nikolaus Rantzau geschickt, der die Ufer der Elbe besetzt hielt. Rantzau sollte von Süden her Brunsbüttel angreifen, während der Oberfeldherr mit dem größeren Teile des Heeres den Ort von vorne zu stürmen gedachte. Jene Korps begaben sich nun auf Umwegen durch das holsteinische Gebiet zu Nikolaus Rantzau, um die Dithmarscher so wenig wie möglich von dm Plane merken zu lassen. Inzwischen fand eine Lagerinspektion statt, die Toten wurden aufgesucht und beerdigt. Gleichzeitig wurde ein Kriegsrat abgehalten, was mit dem Gepäck geschehen sollte, und wie die Feinde, die sich in Hamme und an den höher gelegenen Orten Dithmarschens verschanzt hatten, anzugreifen seien. Schonwesius Leiche wurde, wie er es gewünscht hatte, nach Holstein gebracht und mit allen kriegerischen Ehren in Itzehoe beigesetzt. 40 Reiter begleiteten die Leiche, Da die Bauern alle Wege und Pässe, um die Zufuhr abzuschneiden, besetzt hatten, fürchtete man, der Leichnam möchte aufgefangen und von den Bauern geschändet werden. An Schonwesius Stelle trat Christoph Wriesberg. Es geschah dies auf besonderen Wunsch der Fürsten, obschon aller Augen mehr auf Daniel Rantzau gerichtet waren, der durch vornehme Herkunft und große Kriegstüchtigkeit sich Hoffnung machen konnte. Der König hatte besonders Wriesberg ihm vorgezogen. Es sollte nicht heißen, dass der Krieg allein unter Leitung des Rantzauschen Geschlechts geführt werde.

Von den Gefangenen erfuhr man, dass die Feinde einen heimlichen Kundschafter im Lager hielten, der unter anderem berichtet habe, es sei der Beschluss gefasst worden, in der Nacht des Sturmes auf Meldorf eine Schar Reiter und Fußvolk nach Thielenburg zu schicken, um die Feinde an der Vereinigung zu hindern, während eine andere Abteilung der Truppen einen Angriff auf Hamme unternehmen sollte. Demzufolge habe die Besatzung von Thielenburg noch in derselben Nacht nach Meldorf geschickt, um so bei drohender Gefahr Hilfe zu erlangen. Von der Besatzung seien sofort 500 Mann nach der Thielenburg abmarschiert. Man sieht also, wie vorteilhaft der Plan war, nur dem Anscheine nach einen Angriff auf Thielenburg ins Werk zu setzen. Es ist nicht unwahrscheinlich, dass, wenn die Dithmarscher ihre ganze Macht an einem Punkte hätten konzentrieren können, sie vielleicht dem Feinde eine Niederlage bereitet hätten. Ohne Zweifel wäre ihren Gegnern der Sieg bei weitem schwerer gemacht worden.

Am dritten Tage nach der Einnahme von Meldorf brach Johann Rantzau mit dem Heer des Grafen Oldenburg, den Wriesbergischen und den Waltherthumbischen Truppen nebst der Schar Moritz Rantzaus auf und lagerte sich an einem Flüsschen nicht weit von Brunsbüttel, wo die Feinde Befestigungen angelegt hatten, um unter Deckung das nötige Trinkwasser schöpfen zu können. Als man sich dem Flusse näherte, um auszukundschaften, wie in der Frühe am besten ein Angriff zu bewerkstelligen sei, wurde dem Obersten Wriesberg sein Pferd mit einer Schleuderkugel getroffen und sofort getötet. Am folgenden Tage, dem 8. Juli, als man sich den Feinden näherte, sah man im Flusse eine seichte, sandige Stelle, die sofort zum Durchgang benutzt wurde. Als die Bauern sich auf die Weise überrumpelt glaubten, verließen sie die Verschanzungen und ergriffen die Flucht. Die Reiterei saß schnell auf und versperrte ihnen den Weg, so dass auch an diesem Tage 400 Feinde umkamen. Auch eine Fahne wurde erbeutet. In den letzten Tagen hatten die Dithmarscher wiederholt viele mit Korn beladene Wagen erbeutet und die Fouragiere der Holsteiner beständig beim Futterholen gehindert. Ein Edelknabe aus dem holsteinischen Geschlechte der von Qualen, welcher der Königinmutter einen Brief vom Könige überbringen sollte, war dabei von zwei Kugelschüssen schwer verwundet worden. Allein, da die Wunde nicht sofort den Tod herbeigeführt hatte, schleppte er sich von dem Mühlenhügel, eine halbe Meile von Meldorf, in einen Graben bis in das Lager des Königs und brachte den Brief unversehrt zurück, worauf er am anderen Tage seinen Geist aufgab.

Johann Rantzau griff nun Brunsbüttel mit dem Oldenburgischen Heere an, nahm es mit Sturm, fand aber in dem ganzen Orte keine einzige lebende Seele. Alle Einwohner waren geflohen. Während der Belagerung von Brunsbüttel kamen Reimar von Valde und Blankenburg mit Nikolaus Rantzau und seinen Truppen an. Johann Rantzau schickte Blankenburg mit seiner Schar sofort ins Lager der Fürsten, um sie auf alle Fälle gegen Belästigungen von Seiten der Feinde zu sichern. Da das Glück den Unternehmungen günstig zu sein schien, fingen die Soldaten auf eigene Hand an, Ausfälle zu machen und auf Beute zu gehen. Besonders die Oldenburgischen Truppen. Auch Waltherthumbius unternahm einen Streifzug nach Beute. Er überflügelte in der Vormittagsstunde die Feinde, warf sich ihnen entgegen und, da er etwas hinter den Verbündeten zurückgeblieben war, vereinigten sich seine Schleuderer mit den Oldenburgischen und drangen ohne Befehl auf die Feinde ein, in der Zuversicht, die Bauern leicht zusammenhauen zu können. Allein, da es schon zwischen 8 und 9 Uhr abends war, wollten die Feldherren wegen dieses Scharmützels nicht alle Soldaten aus dem Lager ziehen. Sie beschlossen vielmehr, erst beim Anbruch des folgenden Tages mit aller Macht dem Feinde entgegen zu rücken und eine Entscheidung des Kampfes herbeizuführen. Johann Rantzau und der Graf von Oldenburg übernachteten in Brunsbüttel. Waltherthumbius hatte in dem nächsten Dorfe sein Quartier aufgeschlagen. In der Nacht wurde der Stellvertreter Blankenburgs mit einer Schar Reiter nach der Bökelenburg geschickt, um dort einen Trupp feindlicher Soldaten, welche durch die Flucht entkommen waren, gefangen zu nehmen. Zu gleichen Zwecken wurde Moritz Rantzau mit einer auserlesenen Schar von 300 Reitern an einer sandigen Stelle der Gegend aufgestellt. Als das Morgenrot anbrach und aller Kräfte neu belebt waren, fing das Heer an, sich in Bewegung zu setzen. Der größte Teil der Feinde war in der Nacht geflohen. Ungefähr 400 Bauern mit einer Schar von Weibern mit Kindern hatten sich bei elenden, mit Sumpf umgebenen Hütten verschanzt, durch Ziehung von Gräben, durch Aneinanderreihung von Packwagen, durch Ruten- und Strauchbündel und andere primitive Gegenstände und waren entschlossen, hinter diesen Schanzen dem Andrang des feindlichen Heeres zu widerstehen. Als sie sich jedoch von allen Seiten umzingelt und eingeschlossen sahen, warfen sie ihre Waffen von sich und ergaben sich auf Gnade und Ungnade. Über das Schicksal der Gefangenen zu entscheiden überließ Johann Rantzau den Fürsten, die während dieser Vorgänge im Lager angekommen waren. Der König und der Herzog Johann waren von dem Unglück der Feinde tief gerührt und entschlossen, den Gefangenen das Leben zu schenken. Als man am folgenden Tage zum Kriegsrat wegen des Urteils über die Gefangenen zusammentrat, wurde vorgebracht, die Gefangenen hätten gleich getötet werden müssen, eingedenk der Grausamkeit, die ihre Vorfahren in früheren Zeiten an den Holsteinern und Dänen bewiesen hätten. Auf diesen Einspruch nahm Johann Rantzau das Wort und erklärte, es sei nicht grausam, sondern tyrannisch, dass Gefangene, die sich auf Gnade und Ungnade ergeben hätten, mit dem Tode zu bestrafen. Der König schloss sich Rantzaus Meinung an, und das Urteil wurde dahin formuliert, dass die Anführer bis zum Ausgang des Krieges in Holstein in Gefangenschaft bleiben sollten. Die übrigen Gefangenen wurden in Schiffen über die Elbe gebracht. Der Unterfeldherr Rantzaus erhielt den Befehl, für die Gefangenen zu sorgen und ihnen nach der gesetzlichen Schwurformel vor der Entlassung einen Eid abzunehmen. In den Nachmittagsstunden traten darauf wieder alle zu Beratungen zusammen. Der ganze östliche Teil des Landes war bereits in der Gewalt der Feinde. Es fragte sich nun, wie die Bauern, die an der Nordseite auf das nachdrücklichste versichert hatten und bereit waren, den letzten entscheidenden Widerstand zu leisten, am vorteilhaftesten anzugreifen wären. Während der Beratungen lief einer von den dithmarschen Posten zu den unsrigen über und berichtete, die Bauern hätten in der vorigen Nacht den Plan entworfen, von ihren Weibern den Ort anzünden zu lassen und selbst das Lager der Fürsten zu bestürmen, das nur mit einer mäßigen Bedeckung bei Meldorf zurückgeblieben war. Auf dem Marsche habe sie aber plötzlich ein Schrecken befallen und über 100 hätten die Waffen weggeworfen und sich auf die Flucht begeben. Die übrigen, durch diesen Vorfall verwirrt, hätten ihr Unternehmen aufgegeben und sich zurückgezogen. Der Plan, wenn auch erfolglos, war sehr fein angelegt. Die Bauern wussten, dass der größte und beste Teil des feindlichen Heeres abgezogen und zum Schutze der Fürsten diejenigen Truppen zurückgelassen waren, die bei der Erstürmung von Meldorf am schwersten gelitten hatten. Sie erkannten weiter, dass sie nur auf diesem Wege, wenn das feindliche Heer von seinem Plane abgezogen wurde, um ihren bedrängten Fürsten zu Hilfe zu kommen, zu den ihrigen, die in der größten Gefahr schwebten, gelangen könnten. Der Erfolg ihres klug berechneten Planes hätte leicht ein günstiger sein können, wenn die Ausführung in der beabsichtigten Weise vor sich gegangen wäre. Als der Unterfeldherr ins Lager zurückgekehrt war, entstand von neuem ein heftiger Streit über die Beute. Die eine Partei forderte Verteilung, die andere Verkauf der Gegenstände, und obwohl die Fürsten ihren ganzen Anteil den Soldaten schenkten, ließ sich der Tumult im Lager nicht ohne Mühe beschwichtigen. Um in Zukunft solche Zwistigkeiten zu verhüten, wurden Aufseher ernannt, die mit Vollmacht versehen die Beute verteilen sollten. Dann rüstete man sich zur völligen Besiegung des Feindes.

Nach dem Plan der Kriegsräte sollten der Graf von Oldenburg und Moritz Rantzau ins Lager der Fürsten zurückkehren und dort die Aufsicht über die Munition übernehmen. Am 15. Juni, bei Sonnenaufgang, sollten sie sich dem Feinde zeigen und dem Scheine nach auf Hemmingstedt zu marschieren. Die Feinde müssten alsdann Verdacht schöpfen, dass auf diesem Wege ein neuer Angriff gemacht werde. Am Tage vorher aber sollten 30 000 Mann mit den Fürsten und dem Blankenburgischen Heer um 3 oder 4 Uhr nachmittags gegen Thielenburg vorgehen und daselbst die Feinde durch einen Angriff festhalten. Gegen diesen Plan war aber der Graf von Oldenburg. Er wollte nicht länger müßig den Ereignissen zusehen und sich auf diese Weise den Anteil am Kriegsruhm entgehen lassen. Aus seiner Weigerung folgte die Notwendigkeit, Waltherthumbius mit seiner Schar die Hut des Lagers und der Geschütze zu überlassen. Überdies hatten sich die Soldaten durch übermäßiges Trinken so geschwächt, dass viele im Lager zurückblieben und kaum die Hälfte der Fahne folgen konnte. Dieser Umstand führte eine Verzögerung im Marsche vorbei. Die Soldaten machten zu wiederholten Malen Halt, so dass der König in heftigen Zorn geriet und zu den Umstehenden sagte, es werde ihn noch gereuen, überhaupt ins Feld gezogen zu sein. Er wäre mitgegangen, um zu lernen, aber allmählich käme er von diesem Gedanken zurück. Die Soldaten wären Feiglinge; sie hätten ihren Sold bekommen und wären ihnen verpflichtet. Was möchten sie erst im umgekehrten Falle alles tun, wenn er und seine Verwandten ihnen Verbindlichkeiten schuldig wären. Johann Rantzau gab nun den Fähnrichen Befehl, mit ihren Fahnen vorauf zu gehen. Das spornte die Soldaten an, ihren Marsch fortzusetzen. An der Spitze des Zuges schritt die Schar Blankenburgs. Ihm folgte Wriesberg mit den Schonwesianischen Truppen, die alles Schanzwerk und alles Kriegsgerät mit sich führten. In der Mitte des Zuges befanden sich die Fürsten zu Ross mit ihrer Leibwache. Den Schluss bildeten die beiden übrigen Truppenkorps und die Oldenburgische Reiterei. Das nächste Ziel war das alte Lager bei Albersdorf, wo einige Schanzbrücken zurückgeblieben waren. Man ließ das Heer eine Zeitlang rasten und durch die Obersten verkündigen, dass die Beute in Zukunft dem gehören solle, der sie genommen habe. Es dürfe jedoch niemand zum Plündern schreiten, bis der Feind völlig geschlagen sei. Bereits vor Sonnenuntergang verließ man das Lager und rückte gegen Thielenburg vor, das durch einen doppelten Sturm angegriffen werden sollte. Johann Rantzau ritt mit wenigen Begleitern auf Kundschaft aus, um den für den Angriff geeigneten Punkt auszukundschaften. Die Festung bestand nur aus einem Bollwerk, von Dämmen und Sumpfgräben eingeschlossen. Der einzige Zugang war mit den Geschützen der Bauern besetzt. Die Dithmarscher rühmten laut, dass von diesem Platze aus die Feinde schon oft vernichtet und vertrieben worden wären. Die meisten Truppen waren nach Hemmingstedt gezogen. Als sie die Feinde kommen sahen, verließen sie augenblicklich ihre Posten und begaben sich auf die Flucht. Die Soldaten fielen scharenweise in die Burg ein und schleiften die Wälle. Der Oberfeldherr ritt immer voran und gab seine Befehle. Bei der Verfolgung der geflüchteten Feinde stieß man in einem nahen Dorfe auf einige Nachzügler, die von den Soldaten sofort niedergemacht wurden. Von den Holsteinern fielen nur wenige. Inzwischen hatte Blankenburg mit seiner Schar das Hauptheer eingeholt. Er hatte in Erfahrung gebracht, dass in der Nähe der Ort Heide liegen solle. Dort, so mutmaßte Johann Rantzau, könnten möglicherweise bei einem durch Sümpfe begrenzten Flusse die Feinde sich gesammelt haben. Es fehlte den Augenblick ein Wegweiser. Daher erinnerte sich des Feldherrn Sohn Heinrich, dass sich ihm auf dem Marsche jemand als Wegweiser angeboten habe. Unter Führung dieses Mannes brach er mit ungefähr 50 Reitern nach diesem Flusse auf, fand ihn aber unbesetzt. Er überschritt den Fluss und benachrichtigte Blankenburg von seiner Stellung. Auch den König und die Herzöge ließ er in Kenntnis setzen. Die ganze Reiterei hatte den Übergang bereits gemacht. Der größte Teil des Fußvolks befand sich dagegen noch im Rücken, als man anfing, die Nachtquartiere, die in Heide genommen werden sollten, auszulosen. Dabei entstand wiederum ein Streit zwischen den Offizieren des Fußvolks und der Reiterei, da der eine Teil dem anderen nicht gönnte, den Ort allein in Besitz zu nehmen. Johann Rantzau schlichtete den Streit dahin, dass Reiterei und Fußvolk zugleich die Stadt eingeräumt werden sollte. Neben den Fürsten sollte ein Teil der Reiter und ein Teil des Fußvolkes dort Quartiere nehmen. Heide ist der bedeutendste Ort des Landes. Es bildet den Mittelpunkt des Verkehrs und zeichnet sich aus durch geschmackvolle Bauart der Häuser. An einem bestimmten Tage in der Woche findet Markt statt, zu dem die Einwohner aus allen Landesstrichen zusammenkommen. Auch versammelten sich hier an jedem Sonnabend die 48 Landesregenten. Jakob Blankenburg und Askanius von Halle, Anführer der freiwilligen Reiter, gingen gegen die Stadt vor, um über Lage und Besatzung Kenntnis zu erhalten. Auf dem Zuge ergriffen sie einige Weiber, von denen sie erfuhren, dass sich Truppen in der Stadt befänden. In der Ferne erblickte man vier Fähnlein von Bauern, die im schnellen Lauf zu ihrer Verfolgung heranrückten. Die Feinde verbargen sich hinter einem Hügel, so dass man nichts von ihnen gewahrte. Als die vier Fähnlein mit dem wenigen Geschütz, das sie mit sich führten, unser ansichtig wurden, fingen sie gleich an, sich zurück zu ziehen. Die Reiter hatten sich in einzelnen Abteilungen getrennt aufgestellt, so dass sie einen nachdrücklichen Sturm gegen die Feinde unternehmen konnten. Als die Dithmarscher sich zum Rückzug wandten, fielen die Feinde ihnen in den Rücken und richteten eine gänzliche Niederlage an. Der König, in glänzender Waffenrüstung, stürmte an der Spitze seiner Reiterei gegen die Stadt, wo das Geschütz der Feinde aufgestellt war. Joachim Blankenburg machte eine Schwenkung um die Schar Adolfs herum gegen die Stadt und stellte sich so auf, dass den Feinden die Rückkehr abgeschnitten war. So kamen fast alle um bis auf 80 oder 90, die sich durch die Flucht in den Sumpf retteten, der links von der königlichen Abteilung lag. Allein die Truppen des Königs litten auch ganz bedeutend, namentlich durch Verwundung vieler Pferde. Im Kampfe wurden mehrere tapfere Männer von der Leibwache des Königs schwer verwundet und getötet. Der dänische Reiterobrist Johann Trucius wurde gleich beim ersten Angriff von einer Lanze in die Brust getroffen und fiel sofort tot vom Pferde. Nikolaus Trucius wurde von einer Kugel getroffen, die aber nicht tödlich war. Erich Podebusk, ein Däne von edelster Herkunft, wurde von einer Kugel an der Seite des Königs hinweggeschossen. Dasselbe Schicksal hatte der Friese Andreas. Während man die Toten und Verwundeten aus dem Wege schaffte, stürmte eine neue Schar von Feinden heran. Um sie näher herankommen zu lassen, verbargen sich die Reiterschwadronen hinter den drei oder vier in der Nähe belegenen Hügeln. Die Infanterie, soweit sie in der Nähe war, ordnete sich alsbald zum Gefecht. Der Feldherr ließ sie aber noch eine Weile anhalten, damit die Feinde sich weiter über die Ebene ausbreiten könnten. Sie näherten sich verwegen bis auf 30 oder 40 Schritt dem feindlichen Geschütz. Die Reiterei brach mit großer Schnelligkeit in die Reihen der Feinde ein und bewies von neuem ihre ganze Kraft und Tüchtigkeit. Die Schar des Königs schwenkte, um nicht von der Infanterie durchbrochen zu werden, nach links über. Die übrigen Schwadronen der Leibwache und Blankenburgs Flügel kehrten sich nach rechts gegen die Stadt, so dass ein Teil der Feinde zwischen Fußvolk und Reiterei eingeschlossen wurde. Die Dithmarscher gelangte aber auf die Wiese zurück, die mit Wällen und Dämmen stark befestigt war. Dort verteidigten sie sich auf das Tapferste und bis zum letzten Blutstropfen.Einem Fähnerich entrissen sie seine Fahne, die er zum Sprunge über einen Graben benutzte. Mit Speeren bewaffnet, die sie durch lange Übung gut zu handhaben verstanden, setzten sie über Gräben und Wälle und trieben die nächsten der unsrigen in die Flucht. Herzog Adolf, der zu Pferde auf einem nahen Hügel hielt und die Wendung des Kampfes beobachtete, eilte mit seinem Gefolge herbei, riss dem Fahnenträger die Fahne aus der Hand und trieb die Soldaten zu erneutem Vorgehen, indem er sagte: „Schämt Euch, Soldaten, die Ihr in den Waffen geübt und im Kriege erfahren seid. Wollt Ihr Feinden den Rücken kehren, die von Kriegsführung nichts verstehen und schon beinahe besiegt sind? Wollt Ihr durch neue Schmach die Schuld, die Ihr beim Marsch auf Euch geladen habt, vergrößern? Seid eingedenk Eurer Ehre und Würde. Steht und wendet Euch gegen die halb vernichteten Feinde, wenn Ihr das Andenken Eurer früheren Feigheit durch Tapferkeit zu verwischen wünscht. Vorwärts, ich verspreche Euch zu vergessen, was Ihr in der vorigen Nacht verbrochen habt!“ Er konnte sie aber dennoch kaum bewegen, dem Feind standzuhalten. Er selbst spornte sein Pferd von neuem, durchbrach die feindlichen Reihen und verwundete mit einem Wurfgeschosse einen der Verwegensten unter den Bauern. Der Dithmarscher, die Wunde nicht achtend, wandte sich gegen den Herzog und brachte ihm mit der sogenannte „Alaparde“ eine schwere Wunde an der Schulter bei. Der Herzog hatte seine Rüstung abgelegt, da der Tag heiß war und der Marsch, um dem fliehenden Feinde zuvor zu kommen, die ganze Nacht gedauert hatte. Die Nacht vorher hatte er mit dem König gespielt und war von der durchwachten Nacht und der Hitze und Anstrengung sehr ermüdet. Der Fürst hatte den Schlag, den der Dithmarscher gegen ihn führte, vorhergesehen und beugte seinen Kopf hinter den Hals seines Streitrosses. Hätte er sich nicht auf diese Weise zu schützen gesucht, würde er unfehlbar tödlich getroffen worden sein. Als er die Wunde fühlte, bat er die Seinigen, ihn so unauffällig wie möglich aus dem Schlachtgetümmel zu führen, damit seine Soldaten keinen Grund zur Furcht und Bestürzung hätten. Auf einem leichten Dreigespann wurde der Herzog aus der Schlacht geführt und die Wunde in einem Dorfe jenseits des Flusses von einem Chirurgen verbunden. Der Vorfall entmutigte die Soldaten nicht, sondern spornte sie vielmehr zur Entschlossenheit an, obwohl sie durch den beständigen Marsch und die starke Hitze des Tages sehr ermüdet waren. Ein allgemeiner Sturm begann und die Feinde wichen mehr und mehr zurück. Ungefähr 300, von den andrängenden Truppen immer mehr in die Enge getrieben, wagten es noch, Widerstand zu leisten. Nach mehreren vergeblichen Angriffen bahnte ein entschlossener Soldat auf einem zweirädrigen, mit Ochsen bespannten Wagen, sich einen Weg durch die Haufen, indem er mit seinem langen und breiten Schwerte (einer in unseren Tagen sehr gewöhnlichen Waffe, die jedoch nur mit beiden Händen zu handhaben ist), die Feinde vor sich niedermähte. Von seinen Kameraden gefolgt, hatten sie bald eine kleine todesmutige Schar aufgerieben. Die Reiterschwadronen waren inzwischen bis Heide vorgedrungen, mussten sich aber, da es an Unterstützung von Seiten der Infanterie gebrach, wieder zurückziehen. Die Einwohner unterhielten von den Häusern aus ein lebhaftes und geordnetes Geschützfeuer, das die Reiter beim Vorrücken empfing. Unter den bei der Bestürmung verwundeten befand sich Marquart Rantzau, der einrige Sohn seines Vaters und letzte Spross seiner Familie. Er erhielt eine Wunde am unteren Teile des Rückens, der er bald darauf in Itzehoe erlag. Sein Leichnam ward in der Gruft seiner Väter beigesetzt. Inzwischen war Moritz Rantzau, als er in der Ferne die aufsteigenden Flammen gesehen und das Getöse der Geschütze vernommen hatte, mit 60 Reitern von Hemmingstedt herangeeilt. Er warf sich so gegen die Stadt, dass den Feinden kein anderer Weg zur Flucht blieb, als der mittels eines Angriffs und Durchbruchs der Reiterei. Kaum hatten die Dithmarscher diese Wendung bemerkt, als sie sich in allgemeiner Flucht nach der sumpfigen Küste zurückzogen. Beim Anblick der Reiterei waren sie zuerst ungewiss, ob sie Feinde oder Landsleute auf erbeuteten Pferden vor sich hatten. Nahe an 300 von den Fliehenden rieb Moritz Rantzau mit seiner Reiterei auf. Sie deckten das Feld mit ihren Leichen. Trotz der vollständigen Niederlage und ihrer Flucht scharten sich die Dithmarscher aufs neue am Eingang zur Marsch, entschlossen, die ganze Gewalt des feindlichen Angriffs auszuhalten. Obwohl es schon Abend war, bekamen die Reiter den Befehl, sich sofort dem Feinde entgegen zu werfen, damit er nicht bei der Einnahme der schon an mehreren Stellen brennenden Stadt das Heer im Rücken angreifen könnte. Der größte Teil des Heeres war dem Plane, einen Sturm auf die Stadt zu unternehmen, abhold, allein Johann Rantzau ließ sich durch keine Gegenvorstellung von seiner einmal gefassten Meinung abbringen. Er meinte, dass ohne Einnahme der Stadt und völlige Vernichtung der Feinde an Ruhe für die Soldaten nicht zu denken sei. Der Donner der Geschütze begann aufs neue und die Feuersbrunst, die durch hineinwerfen von Lunten entstanden war, griff immer mehr um sich. Die unsrigen rückten ein und es entspann sich ein verzweifelter Kampf mit dem Reste der bewaffneten Einwohner, die in der letzten Entscheidung den letzten Blutstropfen für ihre Freiheit einsetzten.

Nach der Eroberung fingen die Soldaten an, durch Met und Bier ihre, durch Hunger und Durst, Hitze und Ermüdung erschlafften Kräfte wieder aufzufrischen. Sie genossen jedoch nur bis Sonnenuntergang der Erholung. Der Feldherr, um längere Verzögerung oder Untätigkeit zu verhüten, führte die Soldaten zu dem Geschütz zurück, wo der König mit geringer Bedeckung hielt. Das Geschütz der Feinde ward zusammengebracht und mit fortgeführt. Blankenburg erhielt den Befehl, über den Zug zu wachen, bis ein Lager aufgeschlagen und die Geschosse in Ordnung gebracht waren. An einem Tage war eine dreifache blutige und entscheidende Schlacht geschlagen worden. Die Reiterei hatte mit der größten Ausdauer 24 Stunden lang Hunger und Durst ertragen. Ein Reiter von der königlichen Leibwache sank vor Erschöpfung vom Pferde und gab augenblicklich seinen Geist auf. Am Abend vorher, ungefähr um die vierte Stunde brachen sie von Meldorf auf, brachten die ganze darauf folgende Nacht auf dem Marsche und kamen erst mit Sonnenuntergang des anderen Tages zur Ruhe. Es erschien allen unbegreiflich, dass die Pferde den langen Marsch in der drückendsten Hitze der Hundstage ausgehalten hatten. Schon auf dem Marsche nach Heide hatte der König verlangt, den Reitern und Pferden eine Rast zu gönnen. Aber Johann Rantzau riet davon ab und meinte, dass der Feind keine Gelegenheit bekommen dürfe, sich zu sammeln. „Sollen wir“, sagte er, „die Aussicht auf Erfolg uns entgehen lassen. Sollen wir Euch, allergnädigster König und Herr, infolge dieses Verzugs als Flüchtling aus dm Lande der fast besiegten Dithmarscher heimkehren sehen? Lieber wollte ich niemals die Stellung eines Feldherrn bekleidet haben, als bei einem so günstigen Siegeslauf die Schande einer Niederlage auf mich zu nehmen.“ Der König pflichtete Rantzaus Worten bei und so wurde noch an eben demselben Tag gekämpft und Heide erobert.

Bis das ganze Heer an dem Orte, wo der König zur Bewachung des Geschützes zurückgeblieben war, sich versammelt hatte, entstand ein Streit über die Wahl des Lagerplatzes. Diejenigen, welche durch Hitze und Ermüdung völlig aufgerieben waren, dass sie keinen Fuß mehr zu rühren vermochten, bestanden mit Gewalt darauf, dass an dem Orte, wo sie sich befänden, das Lager aufgeschlagen werden müsse. Dagegen aber waren der König sowohl als der Oberfeldherr, weil der Ort der Stadt zu nahe und kein Trinkwasser vorhanden war. Außerdem war der schwerverwundete Herzog Adolf im entfernten Dorfe Vielsen (Es ist wohl Fiel gemeint) untergebracht worden. Das Verlangen der Reiter konnte also nicht berücksichtigt werden. Man beschloss, nach Hamme zurück zu gehen und dort im Lager die Nacht zu verbringen. Mit Einbruch der Dunkelheit gelang es, bei Hamme längs dem Flusse die Zelte aufzuschlagen. Sobald es geschehen war, ließ sich Herzog Adolf der Sicherheit wegen auf einem Wagen zu den Seinigen bringen. Er war schwer verwundet, und nicht ohne Grund fürchteten seine Verwandten und Freunde für sein Leben.

In der Schlacht fielen von den Dithmarschern ungefähr 3000, diejenigen, die man später tot auffand und an den erlittenen Wunden starben, mitgerechnet. Auf der Seite der unsrigen war der Sieg meist durch die Reiterei entschieden worden. Das Fußvolk hatte keine erheblichen Verluste erlitten. Die Zahl der gefallenen Reiter belief sich auf ungefähr 300. Der Graf von Oldenburg wurde am Kinn verwundet. Den Oberfeldherrn Johann Rantzau traf eine Stückkugel unterhalb des Knies. Iven Reventlow ward durch den Fuß geschossen. Paul Ritzerow, Borghard von Ahlefeldt und Johann Rantzau der Jüngere erhielten Wunden in Beine und Schenkel. Auch Gregor von Ahlefeldt wurde verwundet und starb neun Tage darauf zu Rendsburg, weil die Wunde zu Anfang zu nachlässig behandelt worden war. An seine Stelle trat als Fahnenträger der herzoglichen Schwadronen Joachim Rantzau. Der König hatte in Gefahr geschwebt, von einer Schleuderkugel getroffen zu werden. Bertram von Ahlefeldt jedoch, der den König beständig im Auge hatte, konnte das Geschoss noch rechtzeitig ablenken. Der König konnte seinem Retter die Tat sogleich vergelten, indem er, als Bertram von Ahlefeldt von einem Speer getroffen, vom Pferde sank, ihn auffangen und aus dem Getümmel bringen ließ.

In der Nacht versah man das Lager sorgfältig mit Wachtposten. 900 Mann Fußvolk trugen Sorge für die Sicherheit und auch die Reiterei verhielt sich nicht untätig bei der Deckung des Lagers. Die Gegend war reich an Getreide und Mundvorrat. Zur Löschung des Durstes hatten die Soldaten eine große Menge Bieres aufgebracht, das unter die einzelnen Korps verteilt wurde. Nach Beendigung des Krieges erfuhr man von den Dithmarschern, sie würden von neuem ihr Heil versucht und die Feinde mit einem nächtlichen Angriff überrascht haben, wenn sie die Büchsenschützen, die sie zu Anfang des Krieges angeworben hatten, schnell genug aus ihrer Stellung an der Elbe hätten herbeiziehen können. Ohne Zweifel wäre ihnen ein solches Unternehmen zum Verderben ausgeschlagen, weil sich der Ort, wo unser Lager aufgeschlagen war, außerordentlich für die Entfaltung der Kavallerie eignete und auch dem Fußvolk keine Hindernisse bot. Sie würden sämtlich ein Opfer des Mars geworden sein, der sich ihnen im Laufe dieses Krieges so wenig günstig bewiesen hatte. Den folgenden Tag verharrte man wegen der ermüdeten Pferde im Lager. Es fanden Beratungen statt, welche Wege zur völligen Unterwerfung der Feinde eingeschlagen werden sollten.

Dithmarschen zerfällt, wie wir im ersten Buch ausgeführt haben, in Geest- und Marschland. In die Marschgegenden hatten sich die Bauern nach der Niederlage von Heide zurückgezogen. Das Geestland war bereits ganz in Gewalt des siegreichen Feindes. Nach der wasserreichen, durch Gräben und Sümpfe trefflich befestigten Küste des Landes hatten sich schon beim Beginn des Krieges Greise, Weiber und Kinder, kurz, alle Waffenunfähigen, geborgen. Nach der letzten entscheidenden Schlacht rettete sich alles dahin, was am Leben geblieben war, und es schien, als ob sie dort im ehrlichen Kampfe den letzten Zufall des Krieges erwarten wollten. Es handelte sich also um die Frage, wie auch jeder Teil des Landes zu unterwerfen sei.

Schon neigte sich die Sonne zum Untergange, als zwei Gesandte ins Lager kamen, beide mit einem weißen Stabe in der Hand, und demütig den Fürsten einen unversiegelten Brief überreichten.

In der Aufschrift nannten die Dithmarscher den König schon einen König ihres Landes, eine Bezeichnung, die nur die höchste Not ihnen eingeben konnte. Sie flehten in ihrem Briefe bei Gott und allen Heiligen, man möge ihren Gesandten wohlwollend Gehör und Vertrauen schenken. Sie baten um Waffenstillstand, währenddessen sie Abgesandte aus den Achtundvierzigern zum Abschluss des Friedens schicken würden. Den Gesandten möge man freies Geleit und Sicherheit während der gegenseitigen Unterhandlungen bewilligen. Bei Sicherstellung von Gut und Leben wären sie geneigt, das ganze Land unter die Botmäßigkeit der Fürsten zu stellen. Der König ließ die Gesandten zu sich führen und um ihnen seine milde Gesinnung und sein Wohlwollen zu bezeugen, empfing er sie in seinem Zelt auf’s freundlichste und forderte sie auf, gemeinschaftlich mit ihm zu speisen. Die Zeit, während im Kriegsrat über die Antwort beschlossen wurde, brachten die Gesandten in dem Zelt des Königs allein zu. Johann Rantzau erteilte ihnen einen im Namen der Fürsten abgefassten Geleitsbrief, der mit seinem Siegel versehen wurde. Die Gesandten der Dithmarscher wurden, dem Schreiben zufolge, auf die zwölfte Stunde des folgenden Tages ins Lager beschieden. Rantzau selbst gab sein Wort darauf, dass während der Zeit der Beratung Waffenstillstand sein solle. Bei der Abreise gab man ihnen einen Herold zur Begleitung. Am Tage darauf erschienen fünf aus der Zahl der Achtundvierziger mit einem Priester und einem Zeugen im Lager, geschützt von dem Herold und einer Reiterabteilung. Während sie in Paul Rantzaus Zelt ihr Frühstück einnahmen, versammelten sich die Fürsten mit ihren Räten bei Herzog Adolf, der seiner Wunde wegen noch das Bett hüten musste. Da es entschieden war, dass die Dithmarscher über kurz oder lang ihren Angriffen erliegen mussten, stellten sich zwei Fragen zur Erwägung. Sollte man die Feinde durch weitere Niederlagen vollständig unterwerfen oder sollte man sie nach der Niederlage sofort als Untertanen annehmen?

Herzog Adolf, der trotz seiner schweren Verwundung an der Beratungen teilnahm, stimmte für ein mildes Verfahren. Er gab offen seinen Rat dahin ab, dass den Dithmarschern günstige Friedensbedingungen gestellt würden. Seiner Ansicht, die einen Beweis seiner menschenfreundlichen Gesinnung gibt, schlossen sich die Fürsten und alle übrigen Kriegsräte an.

Es leuchtete jedem ein, dass keine Vorteile aus einem Land zu ziehen wären, dessen Einwohner sozusagen bis auf die Wurzel vernichtet würden. Man bedachte, dass bei einer Fortsetzung des Krieges Gräben, Dämme und Deiche zerfallen würden und dass nach gänzlicher Vernichtung der Einwohner die Kriegsobersten und Hauptleute das eroberte Land als Entschädigung beanspruchen würden. Mit einer solchen Bevölkerung war aber weder dem Lande noch den Fürsten gedient.

Nach langer Unterhandlung fasste man die Friedensbedingungen in folgender Weise zusammen:

Die Dithmarscher sollten sich mit dem Eid der Treue verbindlich machen, alle Feldzeichen, die einst dem König Johann von Dänemark und seinem Bruder Friedrich von Holstein in der Schlacht bei Hemmingstedt genommen waren, nebst allem noch übrigen Lagergerät aus jener Zeit wieder auszuliefern. Die Kriegskosten, die sich auf ungefähr 600 000 Goldgulden beliefen, sollten sie den Siegern erstatten, da sie die Veranlassung zu dem Kriege gegeben hätten. Die Fürsten nahmen das Recht in Anspruch, drei Burgen oder Festungen nach ihrem Belieben mit Hilfe der Dithmarscher anlegen zu lassen, dagegen die von den Dithmarschern errichteten Festungen und Bollwerke von Grund aus zu zerstören und dem Erdboden gleich zu machen. Zur Unterhaltung der Burgen beschlossen die Fürsten, so viel Acker, Wiesen und Wald in der nächsten Umgebung einziehen zu lassen, als nach der Meinung Sachverständiger nötig erscheint. Die Umwohnenden sollten zu Handleistungen und Frohndiensten verpflichtet sein. Die Oberherrschaft des Landes, das Recht auf Jagd, Fischerei und was dahin gehört, nehmen die Sieger für sich in Anspruch. Alle Kriegsvorräte, alles Rüstzeug und alle Waffen sollten die Besiegten herausgeben, gleichviel, ob Eigentum der Einzelnen oder des ganzen Landes. Alle Diplome und Urkunden aus der Hand von Kaisern, Päpsten und anderen Fürsten sollten die Dithmarscher abliefern. Was sie etwa noch zurückbehalten würden, sollte durch Schrift und Siegel für null und nichtig erklärt werden. Das Gerichtswesen und alle Rechtsfälle sollte von der Bestimmung der Fürsten abhängig sein. Alle Strafen wären von der höchsten Behörde zu verhängen, ganz nach den Verfahren in den anderen Landesteilen. Der Entrichtung von Steuern und Zehnten sollten die Dithmarscher wie alle Einwohner Holsteins und Stormarns unterworfen sein.

Jedes Bündnis, mit welchem Staat und Volk es auch immer sei, wäre aufzulösen und es sollte den Dithmarschern nicht gestattet sein, in Zukunft eigenmächtig Bündnis zu schließen.

Unter diesen Bedingungen würden die Fürsten die Dithmarscher in ihren Untertanenverband aufnehmen und ihnen ihr Eigentum und ihre Besitzungen ungeschmälert lassen und zu erhalten suchen. Endlich hätten sie in einem Fußfall in feierlichem Ritus ihre Schuld abzubitten, und bis alle Bedingungen erfüllt wären, sollten sie Geiseln stellen, acht Männer aus der Zahl der Achtundvierziger und sechzehn aus den Ersten des Volkes.“

Nach Empfang dieser Antwort entfernten sich die Gesandten, um den Ihrigen die Friedensvorschläge zu überbringen, begleitet von Franz Bülow und Heinrich Rantzau. Zur Strafe für ihre Hartnäckigkeit führte man sie an den Leichenhaufen der Ihrigen vorbei, die noch überall unbeerdigt auf den Feldern lagen. Am nächsten Tag begab sich der König, da der Akt des Friedensschlusses so gut wie bestimmt war, und der Krieg somit sein Ende erreicht hatte, nach Itzehoe, um von dort in sein Königreich zurückzukehren. Der Tag war schon vor Beginn des Krieges festgesetzt worden, aber es bedurfte noch mancher notwendigen Vorbereitung zu dieser Festlichkeit. Die höchste Vollmacht in betreff de Friedensschlusses übertrug er Johann Rantzau und seinem Sohn Heinrich, deren Klugheit und Ergebenheit er hinlänglich erkannt hatte. Er übergab ihnen ferner eine Geldsumme, die sie im Notfall zur Verstärkung des Heeres verwenden sollten.

Nach drei Tage kamen die Dithmarscher Gesandten ins Lager zurück und überreichten eine Antwort auf die Friedensbedingungen:

„Bei Gott und allen Heiligen bäten sie mit Unterwürfigkeit, man möge sie, ihre Weiber, Witwen, Kinder und Waisen in Treue aufnehmen und nicht mit verderbender Hand gegen sie verfahren. Was die ersten Bedingungen beträfe, hieß es, so würden sie sie dem Wortlaute nach getreu befolgen. Es wäre ihnen aber unmöglich, die Kosten des Krieges 600 000 Goldgulden zu bezahlen, da der größte Teil der Einwohner aller Güter und fahrender Habe beraubt, alle Häuser verbrannt und alle Getreidefelder verwüstet wären. Das wenige, was ihre Kinder und Weiber auf der Flucht gerettet hätten, würde nicht einmal hinreichen, ihrer eigenen Not abzuhelfen. Ebenso dünke es ihnen zu hart, die Befestigungen und Bollwerke niederzureißen und andere Burgen wieder aufbauen zu sollen, deren Unterhaltung ihnen auch obliegen sollte. Diese scharfen Maßregeln würden sie zugrunde richten und aus dem Vaterlande vertreiben. Was die Gerichtsverwaltung, Jagd und Fischerei beträfe, so hätten sie nichts gegen die Bestimmungen einzuwenden. Auch alle Waffen und Kriegsgeräte würden sie ohne Sträuben herausgeben, dagegen bäten sie demütig und fußfällig, dass sie hinsichtlich der jährlichen Abgaben von Acker und Weiden die gleiche Freiheit genießen würden wie die Friesen und die Einwohner der Kremper- und Wilstermarsch. Ebenso bäten sie, nicht mit Frohnleistungen beschwert zu werden und ihre Besitzungen als freies Eigentum gebrauchen zu dürfen. Alle Diplome und Privilegien würden sie ausliefern und dasjenige, was aus irgendeinem Grunde zurückbliebe, sollte verbrannt oder auf andere Weise vernichtet werden.. Die Ausübung der Gerichtspflege überließen sie der Entscheidung und dem Gutdünken der Fürsten, doch möchte man ihnen die Bitte gewähren, ihren Gerichtshof in Eiderstedt zusammentreten zu lassen und bei ungehinderter Appellation an die Fürsten Streitigkeiten nach dem geschriebenen Landrechte schlichten zu dürfen. Das Bündnis, das sie ehemals mit der Stadt Lübeck geschlossen hätten, erklärten sie für aufgelöst und versprächen, sich in Zukunft nie wieder sich in Bündnisse einlassen zu wollen. Wenn sie wie die Friesen und Einwohner der Kremper- und Wilstermarsch eingeschätzt und tributpflichtig würden, versprächen sie, sich ohne Murren zu fügen. Durch einen Fußfall wollten sie ihre Schuld abbitten und alle Waffen und Kriegswerkzeuge in die Hände der Sieger liefern. Obgleich sie Geiseln zu stellen nicht für nötig hielten, so würden sie doch dem Willen der Fürsten nach leben. Sie zweifelten nicht, dass der König und die Herzöge, wie es frommen Fürsten gezieme, mit ihnen verfahren und des Blutvergießens ein Ende machen würden.

Eine Niederlage, wie sie sie in diesem Kriege erlitten hätten, könnte nie aus dem Andenken des Volkes getilgt werden, abgesehen davon, dass mehrere Tausend Witwen und Waisen hilflos und mittellos daständen und ihre Notdurft von der Barmherzigkeit anderer erwarten und empfangen müssten. Sie flehten zu Gott, dass er das Herz der Fürsten wenden möge, einen heiligen und festen Frieden zu schließen, zum Ruhme ihres Namens, zum Heile und zur Rettung ihres unglücklichen Landes.“

Durch dieses Schreiben verpflichteten sich die Dithmarscher zum Gehorsam gegen die Fürsten, ihre Erben und Nachfolger. Die Fürsten dagegen nahmen sie in ihre Schutzherrschaft auf.

Am 12. Tage des Julis kamen alle Dithmarscher ohne Unterschied des Alters, waffenfähige Mannschaft ungefähr 12 000 an der Grenze des Marschlandes unweit Heid zusammen und übergaben den Siegern alles, was sie an Rüstzeug und Kriegsgerät besaßen, ihren ganzen Vorrat an Kugeln und Wurfgeschossen. Vor den Herzögen Johann und Adolf, den Kommissarien des Königs und den Kriegsräten flehten sie kniend um Verzeihung wegen ihrer Widersetzlichkeit und ihres Übermutes. Mit entblößtem Haupte und kniend leisteten sie den drei Fürsten den Untertaneneid.

Die Ordnung dieser feierlichen Handlung war folgende:

Die Fürsten und Kriegsräte befanden sich in der Mitte des Platzes. Um sie herum knieten die Dithmarscher, umgeben von der Reiterei und dem ganzen Heere. Die Dithmarscher waren noch von Furcht und Schrecken gepackt. Sie glaubten dass die Sieger blutige Rache an ihnen nehmen würden.

Ein Geistlicher brach zu einem Kollegen gewendet die Worte aus: „O, wir Unglücklichen, zu welchem Untergange hat man uns aufbewahrt! Das geschlossene Bündnis wird nicht gehalten werden. Man wird uns ergreifen und gleich dem Vieh hinschlachten. Ein Schauder ergreift mich bei dem Gedanken an den bevorstehenden Tod, denn ich sehe voraus, dass wir das äußerste werden leiden müssen!“

Hinrich Rantzau, der Kanzler des Königs, der seine lateinische Rede verstanden hatte und ihn so verkehrt von der Treue der Fürsten denken und sprechen hörte, fuhr ihn mit folgenden Worten an:

„Was sagst Du und wessen beschuldigst Du uns? Ihr wäret es allerdings wert, dass man grausam mit Euch verfahren würde, aber wir halten es unserer unwürdig, Grausamkeit mit Grausamkeit zu vergelten. Das Bündnis ist geschlossen. Wir widerrufen und brechen unser Wort nicht.“

Nachdem die Geiseln gestellt waren, wurde den Dithmarschern der größte Teil ihrer Speere und Lanzen zurückgegeben, damit sie sich gegen die Soldaten verteidigen könnten, welche etwa darauf ausgehen sollten, im Innern des Landes das vom Kriege verschont gebliebene zu verheeren und auszuplündern.

Am folgenden Tage ward das ganze Heer nach Meldorf zurückgeführt. Nur eine Abteilung Fußvolk und Schonvesiussche Reiterei behielten die Fürsten um sich. Die übrigen drei Korps gingen in verschiedener Richtung nach Holstein auseinander und lösten sich bald nachher auf. Mit Unwillen und Verdruss verließen die Soldaten ein Land, auf dessen fettem und reichem Boden sie ein weites Feld für ihre Raublust zu finden gehofft hatten. Es fehlte wenig daran, dass unter dem Fußvolk eine offene Empörung ausbrach, da einige unverschämter Weise auf einen rückständigen Monatssold und einem Geschenk aus dm besten Teile der Beute Anspruch erhoben. Allein die Fürsten waren ihnen nichts schuldig und das aufrührerische Geschrei musste vor der unerbittlichen Strenge des Oberfeldherrn verstummen. Die Ruhe wurde um so schneller hergestellt, als man erfuhr, dass die Fürsten mit der Reiterei im Anzuge seien. Die Geschütze, welche im Besitz des Fußvolks waren, wurden allerdings, nicht ohne Unruhe hervorzurufen, zurückgefordert, unter dm Vorwande, dass die Fürsten zur größeren Sicherung gegen die Bauern eine stärkere Bedeckung nötig hätten. Das den Feinden abgenommene Geschütz teilte man nachher in drei Teile, so dass jeder der Fürsten, wenn ich nicht irre, 36 Stück erhielt. Im ganzen fanden sich cirka 100 schwerere und leichtere Geschütze, die auf Rädern vorwärts geschafft wurden, mit Ausnahme derjenigen, deren Wagen bei Gebrauch zerbrochen waren. Die Menge der kleineren Waffen, Lanzen und Speere, war noch bedeutender, denn mit ihnen gerade verstanden die Bauern auf dem lehmigen Boden am leichtesten zu kämpfen. Es muss zugestanden werden, dass die Dithmarscher in der Benutzung der Geschütze die größte Geschicklichkeit bewiesen hatten. Die Soldaten räumten nicht ohne Bewunderung ein, dass die Dithmarscher in der Aufstellung und Handhabung der Kanonen eine Gewandtheit gezeigt hätten, wie sie nur von dem geübtesten Heere erwartet werden könnte. Auch in der Schlacht bei Heide war die Aufstellung der Geschütze geradezu bewundernswert, obwohl der Erfolg ihrer Kriegsführung diesmal nicht günstig war. Unter den abgelieferten Geschützen befanden sich ferner drei Mauerbrecher, die, den Inschriften zufolge, die Fürsten von Holstein in früheren Kriegen verloren hatten. Die unter dem König Johann verlorene Dannebrogsfahne war infolge schlechter Aufbewahrung fast vermodert und als ein kümmerlicher Überrest abgegeben worden. Sie wurden in dm Dom von Schleswig niedergelegt und dort zum Andenken an den glücklich errungenen Sieg aufbewahrt. Nach Auslieferung aller Diplome und Schenkungsakten, sowie deren Bestätigungsurkunden wurde der Friede abgeschlossen. Zur Bewachung des Landes blieb indessen das Schonwesiussche Korps unter Anführung Wriesbergs noch acht Tage lang in dem Dithmarschen Dorfe Schafstedt, bis das Fußvolk auseinandergegangen war. Darauf zogen sie nach Holstein, wo der Sold für die letzten acht Tage, das sogenannte Donativ, ihnen ausgezahlt wurde. Die Obersten, Hauptleute und Fahnenträger erhielten außerdem noch ehrende Geschenke. Auch den übrigen Truppen gegenüber bewiesen die Fürsten ihre Freigebigkeit. Jedoch erhielten nur diejenigen Soldaten Auszeichnungen, die sich durch besondere Tapferkeit Verdienste erworben hatten. Zuletzt wurde die Reiterei entlassen. Jeder Soldat erhielt den monatlichen Sold verdoppelt und die Obersten und Hauptleute wurden durch besondere Geschenke geehrt.

Der Krieg hatte kaum einen Monat gedauert, wenn man den Anfang auf den 11. Juni setzt, als zuerst auf Dithmarscher Boden ein Lager aufgeschlagen wurde und am 12. Juli, als die Einwohner kniend, ihrem neuen Herrn huldigten, denselben für beendigt ansieht. Unsere Truppen fielen weder bei der Anwerbung noch bei der Entlassung irgendeinem der benachbarten Bundesgenossen zur Last und machten sich nirgends der Plünderung und des Raubes schuldig. Nur das aufrührerische hochmütige Volk der Bauern erhielt seine längst verdiente Strafe. Jetzt endlich sollten sie lernen, gerechten und gesetzmäßigen Herrschern zu gehorchen, heiligen und billigen Gesetzen sich zu unterwerfen. Jetzt endlich fand die Grausamkeit mit welcher sie gegen die Väter gewütet, ihre gerechte und reichliche Vergeltung durch die Söhne, die sich so tapfer und heldenmütig des Landes bemächtigt hatten.

Im Frühling des folgenden Jahres schickten die Fürsten Gesandte an den Österreichischen Kaiser Ferdinand, um von ihm die Oberherrschaft und die Erbfolge in dem eroberten Gebiet zu erlangen. Ferdinand erkannte im Namen des heiligen römischen Reiches die Verträge der Dithmarscher mit ihren Besiegern an und bestätigte den Fürsten ihr Recht durch eine besondere Urkunde.

So kam durch den Dithmarscher Krieg das Land der Dithmarscher unter die Botmäßigkeit derjenigen, deren Vorfahren dort mehr als einmal die empfindlichsten Niederlagen erlitten hatten. Fast 500 Jahre hindurch hatten die Dithmarscher ihre Freiheit behauptet. Allerdings hatten sie im Wechsel des Geschicks wohl hier und da die Oberherrschaft eines mächtigeren Volksstammes anerkennen müssen, aber mit unglaublichem Glück und beispielloser Hartnäckigkeit war es ihnen immer wieder gelungen, das Joch der Knechtschaft abzuschütteln. Früher waren sie wie die Einwohner mehrerer anderer Nachbarprovinzen, den Sachsenherzögen untertan gewesen und von Grafen oder Markgrafen regiert worden, derer sie mehrere auf grausame Weise ums Leben gebracht hatten. Darauf kamen sie unter die Oberhoheit des Erzbistums Bremen, das nach Tauschrecht Anspruch auf das Land machte. Die Oberherrschaft des Erzbischofs bestand aber nur dem Namen nach. Die Dithmarscher nutzten sie gleichsam zum Vorwande, um andere Herrscher abweisen und ihre frevelhafte Unabhängigkeit befestigen zu können. Häufig entstanden dadurch Kämpfe und Streitigkeiten mit den Holsteinern, die ihr Recht bald durch Verträge, bald durch Waffengewalt geltend zu machen suchten. Drei blutige Schlachten wurden geliefert, bei denen die Dithmarscher Sieger durch ein Spiel des trügerischen Geschicks mit unerbittlicher Grausamkeit gegen ihre Widersacher verfuhren und mit Hartnäckigkeit und mit Standhaftigkeit ihre Freiheit verfochten. Aufgebläht durch ihr beständiges Kriegsglück und in ihrem Übermut durch den Reichtum und die Fruchtbarkeit ihres Landes bestärkt, luden sie den rächenden Zorn der Gottheit auf sich und empfingen die Strafe, die ihrer Frechheit und Schändlichkeit angemessen war. Denn ich bin durchaus der Ansicht, dass der Himmel, der gerechte Zorn des gestrengen Gottes ein solches Gericht über die Dithmarscher verhängt hat. Ich will schweigen von dem Übermaß des Luxus und der Pracht, von der Unbilligkeit und der Ungerechtigkeit, von den Mordtaten und zahllos verübten Freveln, von denen man sich erzählt, damit es nicht scheine, als schenke ich bloßen Gerüchten zu viel Glauben. So groß war das übermütige und unverschämte Vertrauen der Dithmarscher, dass, nachdem sie einen langen Zeitraum hindurch ihre Freiheit behauptet und die größten Heere geschlagen und vernichtet hatten, sie sich überhaupt für unbesiegbar hielten. Trotzend auf die natürlichen Vorzüge ihres Landes verschmähten sie jede Obrigkeit und glaubten durch keine Gesetze und Verordnungen gezwungen werden zu können, wie andere Völker in einem geordneten Staatswesen zu leben. Nicht Billigkeit und Gerechtigkeit ihrer Sache flößte ihnen einen solchen Übermut ein. Das tat ihre vermeintliche unbezwingbare Stärke. Ihren Hochmut und Eigendünkel aufzugeben, konnte weder Pflichtgefühl noch Furcht vor dem Strafgericht Gottes veranlassen. In ihrem Wahnsinn gingen die Dithmarscher sogar so weit, dass sie sich nicht scheuten, mit Boßheit die Majestät der Fürsten zu verletzen, durch unwürdige, schmachvolle Beleidigungen die Ehre und den Namen derselben anzutasten und zu entweihen. In den Bedrückungen, die sie sich gegen die Untertanen der Fürsten und des Königs erlaubten, hatten sie des Frevels noch nicht genug getan. Sie mussten sich auch noch gegen die Person der Fürsten in herausforderndem Grimme kehren. Gerade dieses Betragen wurde die Ursache des göttlichen Zornes, die Ursache, dass sie neben der Schande des Unterliegens so schmachvolle Niederlagen und herbe Verluste in dem letzten Kriege erleiden mussten. Der billige und gerechte Gott, der Begründer und Schirmherr des ganzen Weltkreises hat eine Obrigkeit z seinem Vertreter eingesetzt und verheißen, diejenigen, welche dem obrigkeitlichen Amte vorstehen, schützen und schirmen zu wollen, alle diejenigen aber, die sich gegen die Obrigkeit vergehen, aufs härteste zu strafen. Daher sollen alle Völker, die auf Erden in ruhigen und gesegneten Verhältnissen zu leben wünschen, Gottes Zorn fürchten und die rechtmäßige Obrigkeit in Ehren halten.


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