Dithmarschen-Wiki

Druckversion | Impressum | Datenschutz

Dührssen, Heinrich Christian

Aus Dithmarschen-Wiki

--Ditschie (Diskussion) 07:22, 20. Jul. 2017 (CEST)

Heinrich Christian Dührssen war ein deutscher Arzt.

Persönliche Angaben

  • Geburtsdaten: 19.06.1799 in Eddelak;
  • Sterbedaten: 04.10.1838 in Meldorf; er infizierte sich während seiner ärztlichen Tätigkeit und starb aufgrund einer seinerzeit als „gastrisch-nervöses Fieber“ beschriebenen Erkrankung, bei der es sich vermutlich um die später entdeckte Weil-Krankheit handelte;
  • Vater: Dührssen, Jakob (1765 - 1814); Kirchspielvogt;
  • Mutter: Dührssen, Christina Amalia (geb. Wilckens); Pastorentochter;
  • Bruder: Dührssen, Jakob (1796 - 1885); Abgeordneter der Holsteinischen Ständeversammlung;
  • Bruder: Dührssen, Friedrich August (1802 - 1853); als Badearzt auf Helgoland und als Chirurg in Tellingstedt
  • Bruder: Dührssen, Nikolaus arbeitete als Müller in Wesselburen;
  • weitere Geschwister: 3 Schwestern
  • Ehefrau: 1830 heiratete Heinrich Christian Dührssen Anna Maria Beata Piel (1810 – 1868) aus Brunsbüttel. Das Ehepaar bekam eine Tochter und drei Söhne, darunter Dührssen, Walther Eugenius.

Leben und Wirken

  • Bis zum Alter von 14 Jahren erhielt Heinrich Christian Dührssen Hausunterricht von seinem Vater;
  • danach besuchte er für ein halbes Jahr eine Schule in Kiel. Die Schulzeit endete aufgrund des Todes seines Vaters und des damit aus diesem Grund fehlenden Einkommens der Familie;
  • er machte eine vierjährige Lehre bei einem Apotheker in Rendsburg und besuchte im Anschluss die Meldorfer Gelehrtenschule.
  • 1819 schrieb er sich an der medizinischen Fakultät der Universität Kiel ein. Zu seinen Lehrern an der aufstrebenden Einrichtung gehörten Christoph Heinrich Pfaff, Rudolf Wiedemann, Ferdinand Weber, Johann Erich von Berger und Reinhold
  • 1821 - 1822 studierte er an der Universität Berlin. Er hörte Pathologie und Therapie bei Hecker und Ernst Horn, Hebammenkunst bei Kluge, Ophthalmologie bei Johann Christian Jüngken und besuchte Vorlesungen zu chronischen Krankheiten bei Christoph Wilhelm Hufeland;
  • danach ging er zurück nach Kiel und beendete das Studium 1823 mit der Promotion zum Doktor;
  • nach dem Abschluss des Studiums praktizierte Heinrich Christian Dührssen als niedergelassener Arzt in Meldorf, wo er dank seiner Beliebtheit schnell eine große Praxis unterhielt. Er befasste sich mit aktuellen medizinischen Fragestellungen, zu denen er mehrere Aufsätze verfasste. Zu seinen Themengebieten gehörten Scharlach, Cholera oder 1827 das Marschenfieber;
Das Marschenfieber (Marschenkrankheit, Marschkrankheit, Ernteseuche, Wechselfieber, Stoppelfieber, Drüddendagsfeber oder Dreitagefieber, Drei-Tage-Fieber resp. 3-Tage-Fieber; teilweise auch zu Unrecht: Morbus Ditmarsicus, Dithmarschen-Krankheit, Dithmarsische Krankheit etc. pp.) ist die deutsche Bezeichnung für die Malaria tertiana, einer Form der Malaria, die auch in Deutschland vorkam. Die Krankheit wurde vor allem von Malariamücken der Art Anopheles atroparvus übertragen, die in den Marschen Norddeutschlands verbreitet war. Inzwischen sind diese Marschen weitgehend trockengelegt.
  • neben der Tätigkeit als Arzt engagierte sich Dührssen für eine gemeinsame Verfassung der Länder Schleswig und Holstein. Dabei folgte er den Thesen Friedrich Christoph Dahlmanns.

Medizinische Studien

  • In allen Publikationen inklusive der Dissertation beschäftigte sich Heinrich Christian Dührssen mit Epidemien und Infektionskrankheiten. Es handelte sich um seinerzeit aktuelle Fragestellungen der Medizin, die erst seit dem Ausbruch der Cholera 1823 in Europa und 1831 in Deutschland nicht mehr nur privat, sondern systematisch untersucht wurden.
  • Dührssen wies mit Nachdruck auf die Verbindungen ungenügender Hygiene und der Ausbreitung von Seuchen hin, bezog jedoch auch die Theorie der Miasmen in seine Überlegungen mit ein. Er galt als exzellenter, fortschrittlicher und objektiver Wissenschaftler.
  • Besondere Beachtung fanden in Schleswig-Holstein seine „Beiträge zur Kenntnis der sogenannten Marsch- oder Dithmarscher Krankheit morbus pseudosyphiliticus“, die 1832 verlegt wurden. Die Krankheit, die eine endemische Form der Syphilis darstellte, galt als eine der sogenannten „Küstenepidemien“, die Anfang des 19. Jahrhunderts als Marschenfieber bezeichnet wurde und in europäischen Küstenregionen auftrat. Nach Meinung späterer Forscher handelte es sich in der norddeutschen Region dabei aber um die Frambösie, die große Ähnlichkeiten zur Syphilis aufweist.
  • Dührssen verstand, deutlich differenziertere Diagnosen zu stellen als andere Mediziner seiner Zeit. Besonders hervorzuheben ist, dass das Krankheitsbild der Syphilis selbst noch nicht klar definiert war und praktische Ärzte meist wenig Erfahrungen mit dieser Krankheit und der Behandlung von Patienten hatten. Der Mediziner grenzte mehrere Kombinationsformen der Erkrankungen, darunter Skorbut, Rheumatismus, Skrofulose und Krätze voneinander ab. Dabei stellte er die Identität mit der Syphilis fest und beschrieb mehrere Variationen der verschiedenen möglichen Kombinationen der Erkrankungen.

Finden

Durchsuchen
Startseite
Vorwort
Gruppe bei Facebook
Alle Artikel
Aktuelle Ereignisse
Letzte Änderungen
Zufällige Seite
Erste Schritte
Support
Bearbeiten
Quelltext anzeigen
Bearbeitungshilfe
Seitenoptionen
Diese Seite diskutieren
Neuer Abschnitt
Druckversion
Kontext
Versionen
Links auf diese Seite
Änderungen an verlinkten Seiten
Meine Seiten
Anmelden / Benutzerkonto anlegen
Spezialseiten
Neue Seiten
Dateiliste
Statistik
Mehr …