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Creisbach, Johannes

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Johannes Creisbach

Susatiensis. Er ist 1503 zur Welt gekommen. In seiner Jugend, und also in seiner Unwissenheit, ward er von den Papisten heimlich dazu bestellet, daß er D. Martinum Lutherum sollte aus dem Wege räumen, auf was Art und Weise er am besten konnte. In dieser Absicht reist er nach Wittenberg, wie er aber mit solchen Gedanken umgeht, kömmt er ohngefehr, ohne Zweifel durch Gottes sonderbare Schickung, in die Schloß-Kirche zu Wittenberg , worinnen Lutherus eben auf der Cantzel steht, und predigt. Er höret ihm fleißig zu, wird aber durch das gepredigte Wort Gottes dergestalt gerührt, daß er von Stund an bewogen wird, von seinem bösen Vorhaben abzustehen. Auch tut es ihm von Herzen leid, daß er jemals in den Sinn genommen, einem solchen vortrefichen Lehrer nach dem Leben zu stehen. Geht darauf also bald zu Luthero, und entdeckt ihm, was Uebels er vorgehabt, und wie gut ers nun meine. Lutherus examinirt ihn, und nach dem er kein falsch mehr an ihm befunden, spricht er: Du bist mein rechter Knecht, du solst bei mir bleiben, und mein Hausgenoße werden. Von der Zeit an ist er zwei Jahre nach einander bei Luthero aus und eingegangen, hat ihn gesehen und gehört, und ist sein beständiger Famulus und Dilcipul gewesen. Als er Wittenberg verließ, ward er anfänglich ungefähr 1535 zum Predig-Amt zu Welver im Gebiet der Stadt Söest befordert. Da er aber das bekandte Interim nicht annehmen, noch gut heissen wollte, wurde er von dannen vertrieben. Er begab sich denn in Dithmarschen, und hatte das Glück zu Neuenkirchen in Norder-Dithmarschen Diaconus zu werden. Hier belebte er einen sonderlichen Calum. Sein Hr. Collega, der Pastor Loci M. Joh. Spelbergius, hatte starke Hofnung, daß er zu Lübeck würde befordert werde. Als er nun hier seinen Dienst aufsagte, so nahm die Gemeinde unsern Creisbach zum Pastor wieder an. Da aber des Pastoren Beförderung nicht vor sich gegangen, und er derhalben wieder um seinen Dienst angehalten, da sind zwar die Kirchspiels-Leute dazu willig gewesen, aber unser Creishachius wollte das Pastorat nicht fahren lassen. Es hat also M. Spelberg das Diaconat annehmen müssen. Hierdurch ist Hr. Creisbachius nicht nur von seinen Calands-Brüdern verachtet worden, sondern es hat auch den Kirchspiels-Leuten so verdrossen, daß sie hergekommen, und beide Dienste an Besoldung gleich gemacht. Wie nun Hr. Creisbach gesehen, daß er nicht wohl bei der Gemeinde gelitten gewesen, hat er sich um einen anderen Dienst wollen umthun, und ist deshalb nach der Heide gefahren, hat aber unter Wegens das Malheur gehabt, von einem trunckenen Mann überfallen zu werden, und von ihm einen gefährlichen Schaden im Knie zu bekommen. Da nun bald hernach M. Spelberg zum Pastorat nach Weslingbühren befordert, und nach Eroberung des Landes zum ersten Superintendenten im Mittel-Theil bestellt wurde, bemühte sich unser Hr. Creisbachius, daß er zum Pastorat hieherkam. Es geschahe dieses ungefähr 1559. Hier hat er nun seinem Gott und der Gemeinde viele Jahre in seinem heiligen Amt gedient. Hatte auch das Glück, daß wie sein voriger Collega, M. Spelberg, Anno 1563 den 20 October, mit Tode abging, ihm die Probstei im Mittel-Theil aufgetragen wurde. Da aber zu damaligen Zeiten auch die Herren Pröbste ihre menschliche Schwachheiten und Leibes-Gebrechen an sich hatten, pflegte man von ihnen allen dreien, als Hr. Petro Bojen zu Meldorf, Hr. Jo. Creisbachen zu Wörden, und Hr. Marco Wrangen, zu Neuenkirchen, schertzweise zu sagen:

De Prawest tho Meldorp is scheel und plincket,
De Prawest tho Wörden is lahm und hincket,
De Prawest tho Nienkarcken is dull, und drincket.

Unser Herr Probst behielt die Probstei, so lange sein gnädiger Fürst und Johannes, lebete. Als der aber 1580 den 2. October im 60. Jahr sines Alters zu Hadersleben ohne Erben starb, ist die Probstei nebst der Land-Vogtei aufgehoben, und unter dem Königlichen Probsten zu Meldorff, Herrn Peter Bojen, gekommen. Unser Hr. Pastor lebte darauf noch bis 1598, da ihn denn endlich der liebe Gott am 8. August durch einen seeligen Tod zu sich nahm. Diesem nach haben wir ihn ebenfals nebst andern unter den Dithmarsischen Jubel-Priestern zu zählen.


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