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Brutkamp

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Der Brutkamp ist ein Polygonaldolmen, der in Albersdorf im Landkreis Dithmarschen in Schleswig-Holstein liegt.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Polygonaldolmen sind eine jungsteinzeitliche (3500–2800 v. Chr.) Unterart des Dolmen, die nur in Dänemark und Schleswig-Holstein vorkommt. Lediglich je ein Exemplar ist aus Mecklenburg-Vorpommern und Schweden bekannt.

Der Brutkamp besitzt fünf Tragsteine und nur einen einzigen, für den Typ charakteristischen, übergroßen Deckstein, dessen Gewicht bei etwa 23 Tonnen liegt und der einen Umfang von knapp neun Metern hat. Dabei handelt es sich um größten Deckstein in Schleswig-Holstein. Das Baumaterial des Dolmens besteht aus Findlingen der Eiszeit. Der Gang aus niedrigen Steinen weist nach Südosten. Der deckende Erdhügel des Brutkamp ist vollständig abgetragen bzw. erodiert. (Quelle: Wikipedia)

Namensgebung

Der Name Brutkamp bedeutet laut Überlieferung, dass sich noch in christlicher Zeit Jungvermählte am Stein trafen, um der nordischen Göttin Freya zu huldigen und reichen Kindersegen zu erflehen. Der Brutkamp ist im Wappen von Albersdorf zu sehen. Ein kleiner Park mit alten Linden umgibt heute das Großsteingrab. (Quelle: Wikipedia)

Untersuchung

In der Zeit vom 17. August 2009 bis Ende September 2009 fanden am archäologischen Kulturdenkmal "Brutkamp" in Albersdorf archäologische Sondagearbeiten statt.

Diese erste wissenschaftliche Untersuchung des Kulturdenkmals "Brutkamp" ist eine Maßnahme aus dem Schwerpunktprogramm "Frühe Monumentalität und soziale Differenzierung zur Entstehung und Entwicklung neolithischer Großbauten und erster komplexer Gesellschaften in nördlichen Mitteleuropa". Hierbei werden die Voraussetzungen vor etwa 5500 Jahren erforscht. Dazu finden bereits zur Zeit aber auch in den nächsten Jahren Grabungen und auswertende Untersuchungen in Niedersachsen, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen-Anhalt und Nordrhein-Westfalen statt, überall dort also, wo es Großsteingräber oder auch monumentale Grabenwerke gegeben hat. Innerhalb des Schwerpunktprogrammes arbeiten viele wissenschaftliche Disziplinen mit der jeweils eigenen Methodik eng zusammen, um die erhobenen Daten aus den verschiedenen Fundstellen auszuwerten und zusammen zu führen. Ziel ist es, möglichst weitreichend die gesamten Umweltbedingungen der steinzeitlichen Menschen wie zum Beispiel Klima und Landschaft zu rekonstruieren, um so günstige und weniger günstige Bedingungen für die Entstehung von "Monumentalität" heraus zu filtern (zum Beispiel Nahrungsmittelüberschuss, Krankheitsbilder, gesellschaftliche Spannungen usw.).


Sondage

Bevor die Sondage am Hügel des Kulturdenkmals "Brutkamp" angelegt wurde, fanden verschiedene geophysikalische Untersuchungen (Geomagnetik und Georadar) sowie eine Bestandsaufnahme des derzeitigen Zustandes der Anlage (3-dimensionale Vermessung) statt. Aufbauend auf den geophysikalischen Ergebnissen, welche weitere Findlinge bzw. deren Standgruben vermuten lassen, wurde der diesjährige Schnitt angelegt. Dieser stellt den ersten archäologischen Bodeneingriff an der über fünf Jahrtausende alten Grabanlage dar. Um ein möglichst genaues Bild des Hügelaufbaus zu erhalten wurde ein L-förmiger Schnitt angelegt, welcher in 12 Quadranten unterteilt wurde. Zusätzlich werden alle Steine und signifikanten Funde punktgenau mit einem Tachymeter eingemessen.

Grabungsmannschaft

Das Forschungsvorhaben wurde initiiert durch Johannes Müller (Professor für Ur- und Frühgeschichte an der Christian-Albrechts-Universität), Doris Mischka (Wissenschaftliche Assistentin am Institut für Ur- und Frühgeschichte der Christian-Albrechts-Universität) und Claus von Carnap Bornheim (Leiter des Archäologischen Landesamtes Schleswig-Holstein). Die Grabungsmannschaft setzt sich aus Studenten der Ur- und Frühgeschichte aus Kiel und Jena zusammen sowie mehreren freiwilligen Helfern des AÖZA und eines Praktikanten.

Die örtliche Grabungsleitung obliegt Hauke Dibbern, welcher zusammen mit Franziska Hage als Doktorand an dem Teilprojekt "Monumentale Grabenwerke, nichtmegalithische und megalithische Grabbauten des Früh- und Mittelneolithikums in Schleswig-Holstein: Untersuchungen zu Baugeschichte, Datierung, Funktion und Landschaftsbezug der Kleinregionen Büdelsdorf und Albersdorf" angestellt wurde. Die Sondage am "Brutkamp" bildet den Anfangspunkt einer Reihe von Untersuchungen in den nächsten zwei bis sechs Jahren. 2010 finden archäologische Feldarbeiten am Grabenwerk Dieksknöll südwestlich von Albersdorf statt.


Zu den bisher entdeckten Fundstücken zählen neben einem möglichen Bernsteinanhänger, verschiedene Feuersteingeräte (u.a. ein Dolch) sowie Keramik. Der Brutkamp ist für die Arbeiten vom THW abgesichert worden, um sowohl das Denkmal als auch die Grabungsteilnehmer zu schützen.


Links

  • ARCHAEUM Steinzeitpark-Albersdorf. Quelle der Informationen und Unterlagen
  • Giganten der Steinzeit DFG - science-tv . Die Spur der Steine: Von Dolmen, Gräbern und ihren Erbauern
  • Monumente Frühe Monumentalität und soziale Differenzierung . Zur Entstehung und Entwicklung neolithischer Großbauten und erster komplexer Gesellschaften im nördlichen Mitteleuropa

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