Dithmarschen-Wiki

Druckversion | Impressum | Datenschutz

Bahr, Martin

Aus Dithmarschen-Wiki

--Ditschie (Diskussion) 07:40, 20. Jun. 2017 (CEST)

Johannes Paul Martin Georg Bahr war ein deutscher Wasserbauingenieur.

Inhaltsverzeichnis

Persönliche Angaben

  • Geburtsdatum: 16.08.1889 in Bergen auf Rügen;
  • Sterbedatum: 29.03.1967 in Pinneberg
  • Vater: Pastor Georg Bahr (1862 - 1945)
  • Mutter: Emmi Bahr, geb. Steinbach (1861 - 1961)
  • Ehefrau: Am 17.12.1927 heiratete er Margarethe Raeder (* 1901) aus Schwarzenberg. Das Ehepaar bekam zwei Töchter und vier Söhne.

Werdegang

  • Martin Bahr besuchte zunächst vier Jahre eine Volksschule und danach ein Gymnasium in Greifswald.
  • 1908 - 1912 studierte er Ingenieurwissenschaften an der Technischen Hochschule Danzig-Langfuhr und beendete das Studium als Diplom-Ingenieur.
  • 1913 - 1914 arbeitete er als Regierungsbauführer im Melorationsamt Danzig. * Während des Ersten Weltkriegs kämpfte er als Soldat.
  • Anschließend legte er das zweite Staatsexamen ab und arbeitete ab 1919 als Regierungsbaumeister im Wasser- und Schifffahrtsamt mit Sitz in Tönning.
  • Bis 1926 leitete er den Bau des Kutter-Fischereihafens in Büsum, dessen weiterer Ausbau und Entwicklung ihm sein ganzes Leben am Herzen lag.
  • 1934 übernahm Martin Bahr die Leitung des Wiederaufbaus und der Erweiterung von Uferschutz und Hafenanlagen auf Helgoland. Im selben Jahr zog er in den Vorstand des Wasser- und Schifffahrtsamtes Tönning ein. 1937 promovierte er an der TH Charlottenburg mit Auszeichnung zum Dr.-Ing. In seiner Promotionsschrift behandelte er Vorgänge in der Natur und praktische Maßnahmen zum Schutz der Helgoländer Düne. Die hierfür notwendigen wissenschaftlichen Untersuchungen hatte er neben der Arbeit durchgeführt.
  • 1954 ging Bahr in den Ruhestand. Danach leitete er zwölf Jahre das Gemeindeneubauamt für den Wiederaufbau Helgolands.

Wissenschaftliche Arbeiten

Martin Bahr galt als praktisch begabter Wasserbauingenieur. Dank seiner insbesondere auf Helgoland gewonnen Erkenntnisse über die Kräfte des Wasser konnte er präzise Abschätzungen hierzu abgeben. Mit seinen Analysen zu den dynamischen Abläufen auf hoher See und den daraus resultierenden Kräftebildern gab er wichtige Impulse für den praktischen Küstenschutz und die morphologische Küstenforschung.

Von 1920 bis 1924 schrieb Bahr zwei Abhandlungen über den Zustand und die Entwicklung des Meeres um Trischen. Seiner ausgesprochenen Begabung, die stets komplex und dynamisch orientierten Vorgänge an der offenen See zu deuten und vom kausalen Kräftebild her zu analysieren, verdanken sowohl der praktische Küstenschutz als auch die Küstenforschung wertvollste Anregungen.

Als Vorstandsmitglied des Wasser- und Schifffahrtsamtes beschäftigte er sich insbesondere mit dem Ausbau und der Weiterentwicklung des Büsumer Fischereihafens.

Bis zum Beginn des zweiten Weltkrieges widmete er sich einigen besonderes Aufgaben des Küstenschutzes, so dem Bau des Dammes vor der Friedrichskoog-Spitze und des Helmsander Dammes im Wattenmeer.

Außerdem befasste er sich mit den Problemen der Eider. Seine Arbeiten stellten die Grundlagen für die Behebung der Probleme dar, die in Folge der Eiderabdämmung 1936 aufgetreten waren.

Nach der Zerstörung der Helgoländer Hafen- und Uferschutzanlagen 1947 hatte er einen wichtigen Anteil an deren Wiederaufbau. Später beschäftigte er sich in kritischen Studien mit der morphologischen Entwicklung des Wattengebietes bei Dithmarschen. Diese Schriften galten als wichtige Quellen für die Erfassung neuerer Entwicklungen dieser Region.


Öffentliches Engagement

Martin Bahr engagierte sich sowohl im öffentlichen Leben als auch in der Kirche in Büsum, auf Helgoland und in Tönning.


Ehrungen

Die Gemeinde Büsum ernannte ihn zum Ehrenbürger.


Veröffentlichungen

Helgoland

  • VERLOHR und BAHR, M.: Die Süd-West-Schutzmauer auf Helgoland und ihre Vorgeschichte. Z. f. Bauwesen, 80. Jg., H. 2 und 3, 1930.
  • MANNSDORF und BAHR, M.: Der Bau der Nord-Ost-Schutzmauer auf Helgoland. Z. f. Bauwesen, 80. Jg., H. 5, 1930.
  • POPPE, Fr. und BAHR, M.: Das neue Uferschutzwerk am Unterland von Helgoland. Die Bautechnik, Jg. 15, Hefte 20, 24 und 29,1937.
  • BAHR, M. und POPPE, Fr.: Der Neubau der Ostbake auf der Düne von Helgoland. Zentralb. der Bauverw., 58 Jg., S. 755, 1938.
  • BAHR, M.: Die Veränderungen der Helgoländer Düne und des umgebenden Seegebietes. Jb. der HTG, Bd. 17, 1938.
  • BAHR, M.: Helgoland und die Schiffahrt, in: "Helgoland ruft" - Tübingen 1952.
  • BAHR, M.: Der Wiederaufbau der Seezeichen- und Hafenanlagen von Helgoland. Die Tiefbau-Berufsgenossenschaft, H. 4, 1953.
  • BAHR, M.: Helgoland. Geschichte seiner Entstehung und Erhaltung seiner Beziehungen zur Schiffahrt und seines Hafens. Jb. Nordfries. Ver. 30, 1955.
  • BAHR, M.: Helgoland. Z. Deutsch. Geo!. Gesellsch. 105, Nr. 3, 1955.
  • BAHR, M.: Der heutige Stand des Wiederaufbaues von Helgoland. Westdeutscher Wasserwirtschaftsverbd. e. V., Jahresversammlg. am 28. 7. 1958.

Eider

  • WElNNOLDT, E. und BAHR, M.: Die Versandung der Eider. Ursachen und Gegenmaßnahmen. Die Wasserwirtschaft, 42. Jg., H. 8, 1952.

Landeshäfen

  • BAHR, M.: Der Ausbau des Fischerei-Hafens Büsum. Jb. der HTG, Bd. 23/24, 1955/1957.
  • BAHR, M.: Der Fischerei-Hafen Friedrichskoog. In: Jubiläumsschrift "100 Jahre Friedrichskoog", 1955.
  • BAHR, M.: Der Hafen Tönning und seine Verkehrsentwicklung. In: FISCHER, O. "Landgewinnung und Landerhaltung in Schleswig-Holstein", Bd. 3, 1956.

Finden

Durchsuchen
Startseite
Vorwort
Gruppe bei Facebook
Alle Artikel
Aktuelle Ereignisse
Letzte Änderungen
Zufällige Seite
Erste Schritte
Support
Bearbeiten
Quelltext anzeigen
Bearbeitungshilfe
Seitenoptionen
Diese Seite diskutieren
Neuer Abschnitt
Druckversion
Kontext
Versionen
Links auf diese Seite
Änderungen an verlinkten Seiten
Meine Seiten
Anmelden / Benutzerkonto anlegen
Spezialseiten
Neue Seiten
Dateiliste
Statistik
Mehr …