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Asmussen, Hans

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--Ditschie (Diskussion) 07:07, 15. Mai 2017 (CEST)

Hans (Christian) Asmussen war ein deutscher lutherischer Theologe. Er spielte seit 1933 eine führende Rolle in der Bekennenden Kirche und später in der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD).

Inhaltsverzeichnis

Persönliche Angaben

  • Geburtsdatum: 21.08.1898 in Flensburg;
  • Sterbedatum: 30.12.1968 in Speyer;
  • war der Sohn eines Schulleiters in Flensburg;
  • er wurde auf dem Parkfriedhof Eichhof bei Kiel beigesetzt.

Leben

Hans Asmussen besuchte das Gymnasium in Flensburg und studierte nach dem Einsatz als Frontsoldat im Ersten Weltkrieg von 1919 bis 1921 Evangelische Theologie an den Universitäten Kiel und Tübingen. Anschließend wurde er Vikar und später Hilfsgeistlicher am Diakonissenhaus in Flensburg. 1925 übernahm er eine Pfarrstelle in Albersdorf, von wo er 1932 auf die 2. Pfarrstelle der Hauptkirche St. Trinitatis in Altona wechselte.

Kirchlicher Widerstand gegen den Nationalsozialismus

In der "Blutnacht von Wöhrden" am 07.03.1929 wurden zwei SA-Männer durch Kommunisten getötet. Zur Beerdigung der beiden SA-Männer, an denen rund 5.000 Menschen teilnahmen, reiste auch Adolf Hitler persönlich nach Albersdorf an. Hitler nutzte die Beerdigung und erklärte die getöteten SA-Männer zu christlichen Märtyrern. Die damaligen Patoren Asmussen, Hans und Reinhold Schmidt protestierten in der Gemeinde scharf gegen die propagandistische Darstellung des Ereignisses. Pastor Asmussen, Hans wandte sich auch in einem Brief an Adolf Hitler und verwahrte sich gegen die NSDAP-Darstellung der "Blutnacht von Wöhrden".

Nachdem beim sogenannten Altonaer Blutsonntag im Juli 1932 18 Personen bei Straßenkämpfen zwischen SA, Kommunisten und preußischer Polizei ums Leben gekommen waren, gehörte Asmussen zu den Hauptautoren des am 11.01.1933 veröffentlichten Wort und Bekenntnis Altonaer Pastoren in der Not und Verwirrung des öffentlichen Lebens, das als Altonaer Bekenntnis in die Geschichte einging. Dieses Bekenntnis gilt als ein Vorbote der späteren und berühmteren Barmer Theologischen Erklärung.

Nach dem Sieg der Deutschen Christen bei den Kirchenwahlen 1933 in der schleswig-holsteinischen Landeskirche wurde Asmussen als deren erklärter Gegner suspendiert und 1934 in den vorzeitigen Ruhestand geschickt. Asmussen zog nach Berlin und übernahm führende Aufgaben in der aus dem im September 1933 gegründeten Pfarrernotbund heraus entstehenden Bekennenden Kirche. Er gehörte dem Reichsbruderrat der BK an, konzipierte mit Karl Barth und Thomas Breit die Barmer Theologische Erklärung und hielt bei der ersten Barmer Bekenntnissynode 1934 das Einbringungsreferat.

1935 wurde Asmussen Gründer und erster Leiter der am 01.11.1935 eröffneten und am selben Tage verbotenen Kirchlichen Hochschule Berlin-Dahlem, er unterrichtete selbst Praktische Theologie, auch nachdem der sogenannte Himmler-Erlass der Bekennenden Kirche jedwede Ausbildung und Prüfung junger Theologen im August 1937 untersagte. Asmussen war Mitunterzeichner der Denkschrift der Evangelischen Kirche im Frühjahr 1936 und hielt den Trauergottesdienst für den am 19.02.1937 im KZ Sachsenhausen ermordeten Kanzleivorsteher und juristischen Berater der Vorläufigen Kirchenleitung Friedrich Weißler. 1939 wurde gegen Hans Asmussen ein reichsweites Rede- und Predigtverbot verhängt, er stand auf den Fürbittenlisten der BK für die verfolgten Christen. Bis 1941 gehörte er dem Dozentenkreis und dem Prüfungsgremium an, das unter dem Vorsitz von Martin Albertz theologische Kandidaten examinierte. Daneben wirkte er als Pfarrer in Berlin-Lichterfelde. Im Mai 1941 wurde Asmussen ebenso wie Albertz, Günther Dehn und Vikarin Elisabeth Grauer (1904–1995) verhaftet und am 22.12.1941 durch das Berliner Sondergericht I im sogenannten Prüfungsprozeß zu einer achtmonatigen Haftstrafe verurteilt. 1943 holte Bischof Theophil Wurm ihn in die württembergische Landeskirche.

Theologischer, politischer und beruflicher Weg nach 1945

1945 wurde er als Vorsitzender des Bruderrats der EKD gewählt. Bei der Kirchenführerkonferenz in Treysa (heute Schwalmstadt) im August 1945 wurde er in den Rat der entstehenden Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) gewählt und zum Leiter der Kirchenkanzlei bestimmt, die er an seinem Wohnort Schwäbisch Gmünd aufbaute. Zu historischer Bedeutung gelangte er durch seine Mitwirkung am Stuttgarter Schuldbekenntnis, worin sich die evangelischen Christen zu ihrer Mitschuld an den Verbrechen in der Zeit des Nationalsozialismus bekannten. Von Hans Asmussen und Martin Niemöller konzipiert, wurde es am 19.10.1945 in Stuttgart vom Rat der EKD verabschiedet.

In den folgenden Jahren überwarf Asmussen sich zunehmend sowohl mit Wurm und dem Rat der EKD, weil er eine eigenständigere Rolle des Luthertums innerhalb der EKD forderte. Noch schärfer kritisierte er die von Karl Barth und Niemöller geprägte Haltung des Bruderrats, besonders das Darmstädter Wort von 1947. 1948 wurde er von seinem Amt als Präsident der Kirchenkanzlei entbunden und nicht wieder in den Rat der EKD gewählt. Von 1949 bis 1955 war er Propst in Kiel.

Asmussen, der auch Mitglied der CDU geworden war, kritisierte in den 1950er Jahren den in seinen Augen zu politischen Kurs von weiten Kreisen der evangelischen Kirche. In einer Stellungnahme gegenüber einer Eingabe der Bekenntnis-Bruderschaften an die Synode seiner Kirche rechtfertigte Asmussen die atomare Bewaffnung im Arsenal der NATO-Staaten:

„Wer ‚im Namen des Evangeliums‘ über die Atombombe spricht, kann nicht übersehen, dass die Atombombe eine Strafrute in der Hand Gottes ist.“

In seinem letzten Lebensjahrzehnt engagierte er sich sehr für die Ökumene und näherte sich stark der römisch-katholischen Kirche an (siehe Hochkirchliche Bewegung).


Ehrungen

Asmussen erhielt Ehrendoktorwürden der Universitäten von St. Andrews (1939) und Kiel (1949).


Schriften

  • Die Offenbarung und das Amt. 1932, 2. Aufl. 1934.
  • Politik und Christentum. Hanseatische Verlagsanstalt, 1933.
  • Christenlehre. 1934, 6. Aufl. 1946.
  • Die Seelsorge. Praktisches Handbuch über Seelsorge und Seelenführung. 1934, 4. Aufl. 1937.
  • Gottesdienstlehre, Drei Bände, 1936/1937
* Bd. 1: Die Lehre vom Gottesdienst
* Bd. 2: Das Kirchenjahr
* Bd. 3: Ordnung des Gottesdienstes
  • Warum noch Lutherische Kirche? Ein Gespräch mit dem Augsburgischen Bekenntnis. 1949.
  • Das Sakrament. 1957.
  • Die Heilige Schrift. Sechs Kapitel zum Dogma von der Kirche. Verlag „Die Spur“ Herbert Dorbandt, Berlin 1967.
  • Leben und Werk. Hrsg. v. Friedrich Hübner u.a., Verlag die Spur, Berlin 1973ff. (Band 3: Aufsätze, Teil 1: 1927–1934. 1976 ISBN 3-87126-226-9.)

Weblinks


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